Radio Frequency Identity (RFID) als Optimierungsinstrument für das Supply Chain Management
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Sven Kallscheuer
- Abgabedatum: September 2006
- Umfang: 110 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Bergische Universität Wuppertal Deutschland
- Bibliografie: ca. 50
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0443-7
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kallscheuer, Sven September 2006: Radio Frequency Identity (RFID) als Optimierungsinstrument für das Supply Chain Management, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Supply Chain Management, RFID, Radio Frequency Identity, Efficient Consumer Response, Efficient Replenishment
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Bachelorarbeit von Sven Kallscheuer
Einleitung:
Auf der weltweit größten Messe für Computer- und Kommunikationstechnik für die Arbeits- und Lebenswelt, der Cebit 2006 in Hannover, wurde dem interessierten Publikum von verschiedenen Herstellern und Anwendern eine Technologie präsentiert, die zweifelsohne zu den emporkommenden Technologien der Zukunft (Enabling Technologies) der letzten Jahre zu zählen ist, und von der ein starker Einfluss auf das alltägliche Leben im Allgemeinen und das ökonomische Leben im Speziellen erwartet wird: Die Radio Frequency Identity (RFID).
Die RFID-Technologie dient der eindeutigen Kennzeichnung und Identifizierung von Waren und Gegenständen. Besonders im Bereich der Handels- und Warenlogistik der Konsumgüterindustrie, wo das perfekte Zusammenspiel zwischen Mensch und Technologie im Zeitalter der Globalisierung und Kommunikation zur Erreichung maximaler Effizienz erforderlich ist, vermutet man durch den fortschreitenden Einsatz dieser neuen Technologie enormes Einsparungspotenzial, was dazu führt, dass RFID aller Voraussicht nach mittel- bis langfristig im Bereich Warenkennzeichnung den Nachfolger des Barcodes darstellen wird.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Bachelor-Thesis wird diese Technologie, die repräsentativen Umfragen zur Folge einer großen Mehrheit von Menschen gänzlich oder zumindest größtenteils unbekannt ist und ihre ungeahnten Potenziale beleuchten und zu erklären versuchen. Denn es ist anzunehmen, dass RFID schon sehr bald aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken ist und im Bereich der Logistik von Unternehmen vieler Branchen Maßstäbe im Bereich Effizienz im Warenfluss und in der Lagerhaltung setzen wird.
Im Mittelpunkt der vorliegenden Betrachtung steht das ökonomische Potenzial im Bereich der Optimierung von Prozessabläufen innerhalb der Wertschöpfungskette von Produkten und in diesem Zusammenhang die kritische Abwägung von betriebswirtschaftlichen Chancen und Risiken, die im Zusammenhang mit der Einführung dieser Technologie zu beachten sind.
Beginnen wird die Ausarbeitung mit einer so ausführlich wie nötig gehaltenen Einführung in die technischen Grundzüge der RFID-Technologie.
Gegenstand des zweiten Kapitels ist im Rahmen der technischen Erklärung die Betrachtung der Datenspeicherarten und -größen und deren Verknüpfungsmöglichkeiten mit nachgelagerten Datenbanken, sowie der weltweit aufgebaute Standardisierungsprozess und die organisierten Verfechter der Technologie. Darüber hinaus wird die in der Logistik bewährte und allgegenwärtige Barcode-Technologie mit seinem designierten Nachfolger RFID im Bezug auf Technik und Standardisierung verglichen.
In Kapitel 3 liegt der Fokus der Betrachtung auf den aktuellen und potenziell zukünftigen Anwendungsgebieten von RFID, sowie den verschiedenen Problemen und den Visionen der Technologie. Außerdem wird die viel zitierte rechtliche Situation des Datenschutzes beleuchtet, da hier bezüglich RFID nicht wenige Bedenken von Seiten des organisierten Verbraucherschutzes geäußert werden.
Kapitel 4 stellt die theoretische Grundlage dessen dar, was in Kapitel 5 ausführlich im Bezug auf RFID Anwendung findet. Es wird der seit vielen Jahren diskutierte und oftmals bereits erfolgreich in der Logistik-Praxis angewandte Managementansatz Efficient Consumer Response mit einigen seiner für den Einsatz der RFID-Technologie wichtigen Unterpunkte beleuchtet. Hierbei wird unter anderem das Supply Chain Management mit seinen wichtigsten Basisstrategien betrachtet und gegen das eher marketingorientierte Category Management abgegrenzt. Darüber hinaus wird kurz auf die weltweit im Bezug auf ihre Intensität und ihren Erfolg sehr unterschiedlichen Umsetzungserfahrungen des dargestellten Ansatzes verschiedener Unternehmen eingegangen.
Kapitel 5 bildet den Schwerpunkt der Betrachtung. Hier werden die vielen verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von RFID im Bereich der kompletten Wertschöpfungskette von der Entstehung eines Produktes bis hin zur Verwertung aufgelistet, individuell beleuchtet und auf ihr ökonomisches Optimierungs- und Effizienzsteigerungspotenzial entlang der logistischen Kette hin analysiert. Letztlich soll in diesem zentralen Kapitel auch die Machbarkeit der kurz- bis mittelfristigen Umsetzung der Implementierung der RFID-Technologie, sowie die dabei zu beachtenden Risiken und Chancen dargestellt werden.
Kapitel 6 wird dann die eigentliche Fragestellung dieser Arbeit beantworten: kann durch den Einsatz von RFID in der Supply Chain von Unternehmen und Unternehmungsverbunden ein ökonomischer Nutzen in Form von Effizienzsteigerungen und daraus folgenden Kosteneinsparungen erzielt werden? Oder anders formuliert: Optimiert RFID die Logistik und deren Ziel mit den sieben „r“, die richtige Menge der richtigen Güter zur richtigen Zeit in der richtigen Qualität zu den richtigen Kosten am richtigen Ort mit der richtigen Information zu haben?
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | II | |
| Anhangverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einführung in die Thematik | 1 |
| 2. | Grundlagen der RFID-Technik | 3 |
| 2.1 | Transponder und Lesegeräte | 3 |
| 2.2 | Frequenzbereiche und Datenvolumina | 5 |
| 2.3 | Standardisierungsverfahren und Datenverbund | 7 |
| 2.4 | RFID in Abgrenzung zum Barcode | 11 |
| 3. | Anwendungsgebiete, Probleme und Visionen der RFID-Technologie | 14 |
| 3.1 | Allgemeine Anwendungsbereiche | 14 |
| 3.2 | Ökonomische Anwendungsbereiche | 15 |
| 3.3 | Problembereiche in der Anwendung | 15 |
| 3.4 | Konfliktfaktor Datenschutz | 17 |
| 3.5 | Visionen | 18 |
| 4. | Efficient Consumer Response (ECR) als Optimierungsansatz der Wertschöpfungskette | 20 |
| 4.1 | Historische Entwicklung und Kernstrategien des ECR | 20 |
| 4.1.1 | Ziele und Basisstrategien des Supply Chain Management (SCM) | 22 |
| 4.1.1.1 | Efficient Replenishment (ER) | 22 |
| 4.1.1.2 | Computer Assisted Ordering (CAO) | 24 |
| 4.1.1.3 | Vendor Managed Inventory (VMI) | 25 |
| 4.1.1.4 | Cross-Docking (CD) | 26 |
| 4.1.1.5 | Efficient Administration (EA) | 27 |
| 4.1.1.6 | Efficient Unit Loads (EUL) | 29 |
| 4.1.2 | Category Management (CM) | 29 |
| 4.2 | Praxisumsetzungen von SCM-Basisstrategien | 30 |
| 5. | RFID als potenzielles Optimierunginstrument des ECR-Ansatzes | 32 |
| 5.1 | Mögliche Ansatzpunkte in der Wertschöpfungskette | 32 |
| 5.1.1 | Produktion | 33 |
| 5.1.2 | Lagerhaltung (Hersteller / Händler) | 35 |
| 5.1.3 | Transportwege | 37 |
| 5.1.4 | Point of sale (POS) | 39 |
| 5.2 | Unternehmenskooperationen im Bereich RFID | 41 |
| 5.3 | Risiken und Chancen | 42 |
| 6. | Fazit | 45 |
| Literaturverzeichnis | 47 | |
| Anhang | 50 |
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | II | |
| Anhangverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einführung in die Thematik | 1 |
| 2. | Grundlagen der RFID-Technik | 3 |
| 2.1 | Transponder und Lesegeräte | 3 |
| 2.2 | Frequenzbereiche und Datenvolumina | 5 |
| 2.3 | Standardisierungsverfahren und Datenverbund | 7 |
| 2.4 | RFID in Abgrenzung zum Barcode | 11 |
| 3. | Anwendungsgebiete, Probleme und Visionen der RFID-Technologie | 14 |
| 3.1 | Allgemeine Anwendungsbereiche | 14 |
| 3.2 | Ökonomische Anwendungsbereiche | 15 |
| 3.3 | Problembereiche in der Anwendung | 15 |
| 3.4 | Konfliktfaktor Datenschutz | 17 |
| 3.5 | Visionen | 18 |
| 4. | Efficient Consumer Response (ECR) als Optimierungsansatz der Wertschöpfungskette | 20 |
| 4.1 | Historische Entwicklung und Kernstrategien des ECR | 20 |
| 4.1.1 | Ziele und Basisstrategien des Supply Chain Management (SCM) | 22 |
| 4.1.1.1 | Efficient Replenishment (ER) | 22 |
| 4.1.1.2 | Computer Assisted Ordering (CAO) | 24 |
| 4.1.1.3 | Vendor Managed Inventory (VMI) | 25 |
| 4.1.1.4 | Cross-Docking (CD) | 26 |
| 4.1.1.5 | Efficient Administration (EA) | 27 |
| 4.1.1.6 | Efficient Unit Loads (EUL) | 29 |
| 4.1.2 | Category Management (CM) | 29 |
| 4.2 | Praxisumsetzungen von SCM-Basisstrategien | 30 |
| 5. | RFID als potenzielles Optimierunginstrument des ECR-Ansatzes | 32 |
| 5.1 | Mögliche Ansatzpunkte in der Wertschöpfungskette | 32 |
| 5.1.1 | Produktion | 33 |
| 5.1.2 | Lagerhaltung (Hersteller / Händler) | 35 |
| 5.1.3 | Transportwege | 37 |
| 5.1.4 | Point of sale (POS) | 39 |
| 5.2 | Unternehmenskooperationen im Bereich RFID | 41 |
| 5.3 | Risiken und Chancen | 42 |
| 6. | Fazit | 45 |
| Literaturverzeichnis | 47 | |
| Anhang | 50 |
Textprobe:
Kapitel 2.4, RFID in Abgrenzung zum Barcode:
Die RFID-Technologie wird häufig als Nachfolger des Barcodes bezeichnet, was darauf hindeutet, dass ein großes Potenzial in punkto Effizienz- und Wirtschaftlichkeitssteigerung gegenüber der Barcode-Technologie vermutet wird.
Die Barcode-Technologie fand ihren Einzug in die Konsumgüterindustrie im Laufe der späten 1970er Jahre im Einklang mit der Einführung der Europäischen Artikelnummerierung (EAN), die mit Beschluss der CCG am 28. April 1977 in Deutschland die bis dato gängige bundeseinheitliche Artikelnummerierung (Ban) mit einer Übergangsfrist von zweieinhalb Jahren ablöste. Um die Einspar- und Effizienzsteigerungspotenziale des Barcodes nutzen zu können, mussten die interessierten Unternehmen nach und nach ihre Kassen- und Warenbestandssysteme auf die neue Scanner-Technik umrüsten. Dies machte hohe Investitionssummen erforderlich und es dauerte einige Jahre bis von einer flächendeckenden Nutzung die Rede sein konnte.
Bei der Entwicklung des EAN-Strichcodes orientierte man sich an dem in den USA bereits in Pionierform in die Warenwirtschaft implementierten Universal Product Code (UPC), in dem man durch eine lediglich geringfügige Änderung der Logik dieses bestehenden Systems von vorn herein eine gegenseitige Kompatibilität erzeugte, was eine wesentliche Grundlage für den in den Folgejahren in Kooperation zwischen EAN und UCC entstandenen Standardisierungsprozess darstellte.
Den Barcode gibt es in verschiedenen Ausprägungen je nach bevorzugtem Anwendungsgebiet, in den meisten Fällen in eindimensionaler Form eines Strichmusters. Es besteht aus verschieden breiten Strichen und Lücken – wobei sowohl die Strichstärke als auch die Lückengröße Informationen beinhaltet – und eine relativ große Anzahl an Informationen zum jeweiligen Produkt verschlüsselt, die durch entsprechende Scanner-Lesegeräte eingelesen und durch eine Computerapplikation entschlüsselt und zugeordnet werden können.
Man unterscheidet generell zwischen ein-, zwei- und dreidimensionalen Barcode-Typen, die entsprechend unterschiedlich viele Informationen speichern können. Abbildung 5 zeigt lediglich ein- und zweidimensionale Barcodes. Dreidimensionale Barcodes zeichnen sich im Unterschied zu Zweidimensionalen durch eine zusätzliche Farbkomponente aus, die als dritte Dimension zur Speicherung von Daten eingesetzt wird. Die in Abbildung 5 aufgeführten Barcodetypen EAN 13, Code 39, 123456 und Code 128 sind Beispiele für eindimensionale Ausprägungen, die Übrigen zählen zu den zweidimensionalen Barcodetypen. Gemeinsam haben die Barcode- und die RFID-Technologie, dass es sich um Auto-ID-Systeme zur automatischen Identifikation von Gegenständen und Waren handelt. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass bei der Informationsübermittlung mittels Barcode-Technologie ein Sichtkontakt zwischen dem Scanner und dem auf dem jeweiligen Produkt / Gegenstand angebrachten Barcode existieren muss. Es kann also auch immer nur ein Gegenstand erfasst werden. Je nach Scanner-Typ muss der zu erfassende Gegenstand sehr nah und genau eingelesen werden. Am unempfindlichsten haben sich hier sogenannte omnidirektionale Scanner erwiesen, die beispielsweise an der Kasse eingesetzt werden. Hier spielt es keine Rolle, ob der Barcode verkippt oder verdreht vor das Lesefenster des Scanners gehalten wird.
Dies ist bei RFID in sofern optimiert, dass keinerlei Sichtkontakt zwischen Scanner und Tag existieren muss, sondern der Tag lediglich in den Funkbereich des Scanners eintreten muss, und dass auch mehrere Tags im Rahmen der so genannten Pulkerfassung zeitgleich erfasst werden können.
Ein Tag kann zudem mit wesentlich mehr Informationen hinterlegt werden als ein Barcode. So kann jedes einzelne Produkt mittels RFID-Technologie identifiziert werden, wohingegen der Barcode ein Produkt lediglich der jeweiligen Produktkategorie zuordnen kann. Ein weiterer Vorteil liegt einem repräsentativen Praxistest des Textilherstellers GAP zufolge in der Genauigkeit der Datenerfassung. Der Test ergab, dass die Fehlerquote von Barcodes bei über 5% lag, bei RFID bei lediglich 0,4%.
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http://www.diplom.de/ean/9783836604437
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Kallscheuer, Sven September 2006: Radio Frequency Identity (RFID) als Optimierungsinstrument für das Supply Chain Management, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Supply Chain Management, RFID, Radio Frequency Identity, Efficient Consumer Response, Efficient Replenishment



