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Quantität statt Qualität

Fernsehnachrichten im dualen Mediensystem unter besonderer Berücksichtigung von Qualitätskriterien

Quantität statt Qualität
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sibylle Bosshammer
  • Abgabedatum: Februar 2001
  • Umfang: 360 Seiten
  • Dateigröße: 28,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4207-1
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4207-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bosshammer, Sibylle Februar 2001: Quantität statt Qualität, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Tagesschau, Fernsehen, TV, Qualität, Nachrichten

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Diplomarbeit von Sibylle Bosshammer

Zusammenfassung:

Die Relevanz von Fernsehnachrichten Den Fernsehnachrichten kommt aus einer Reihe von Gründen in modernen Gesellschaften eine besondere Rolle zu: Erstens ist die Glaubwürdigkeit des Fernsehens im Vergleich zu Hörfunk und Presse relativ hoch. Das absolute Vertrauen in die Berichterstattung des Fernsehens mag zwar gering sein, insgesamt wird das Fernsehen jedoch für das glaubwürdigste Medium gehalten. Zweitens ist die Bindung der Rezipienten an das Fernsehen sehr ausgeprägt. Von allen Medien wird das Fernsehen für am unentbehrlichsten gehalten. Drittens ist die Reichweite der Fernsehnachrichten im Vergleich zu anderen Informationsangeboten ungleich größer. Fernsehnachrichten sind ein Teil der alltäglichen Kommunikationskultur und haben als Informationsquelle seit Jahren einen Vorsprung vor den anderen tagesaktuellen Medien. Viertens verfügt das Fernsehen über eine Fülle von Präsentationsmöglichkeiten im audiovisuellen Bereich und fünftens werden dem Fernsehen besondere Wirkungsqualitäten zugeschrieben.

In den letzten Jahren hat sich die Konkurrenz zwischen den Fernsehsendern im Bereich der Abendnachrichten verschärft. Die Bedeutung der Fernsehnachrichten sowohl für die Zuschauer (als Quelle politischer Informationen) als auch für die Sender (Imageverbesserung, Steigerung der Einschaltquote) muss vor dem Hintergrund der deutschen Fernsehtraditionen gesehen werden. Empirische Studien konstatieren dabei deutliche Unterschiede zwischen den Nachrichtensendungen der privaten und der öffentlich-rechtlichen Anbieter.

Das Thema Qualität ist sowohl in der rundfunkpolitischen als auch in der (medien-) wissenschaftlichen Diskussion in letzter Zeit in das Zentrum des Interesses gerückt. Mit dem Trend zur Privatisierung und Kommerzialisierung des Fernsehens nimmt laut McQUAIL die öffentliche Kontrolle über die Massenmedien ab. Aus diesem Grund ist die Frage nach der Verantwortung der Medien gegenüber der Gesellschaft (wieder) auf die Agenda der öffentlichen Debatte gerückt. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Diskussion um Programmqualität im dualen Fernsehsystem traten zahlreiche Bemühungen zu einer wissenschaftlichen Erfassung der journalistischen Qualität auf. Eine transparente und nachprüfbare empirische Ermittlung der Programmqualität enthebt die Beurteilung der Fernsehprogramme der Beliebigkeit des subjektiven Meinens. Systematisch ermittelte Qualitätsurteile tragen außerdem dazu bei, die eher unbestimmten Begriffe in den Rechtsgrundlagen zu konkretisieren. Auf diese Weise werden Urteile erleichtert, ob und inwieweit einzelne Programme die rechtlichen und medienethischen Anforderungen erfüllen. Wenn Qualität an quantitativen, also messbaren, Indikatoren festgemacht wird, können die Programme der verschiedenen Anbieter evaluiert werden. Die quantitativen und qualitativen Programmbeurteilungskriterien bieten außerdem eine angemessene Basis für einen Leistungsvergleich, zum Beispiel zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern oder -programmen. Dabei ist es sinnvoll, Medienprodukte innerhalb desselben Marktsegments oder Genres zu vergleichen (in diesem Fall Fernsehnachrichten).

Die Rahmenbedingungen der Qualitätsdiskussion sind nicht nur die Medien selbst, sondern auch die gesellschaftlichen Funktionen, die die Medien erfüllen sollen. Die Anforderungen an die Medien können dabei weniger als faktische Leistungen, sondern eher als normativ formulierte Ziele verstanden werden. Dazu kommen die jeweils spezifischen Existenzbedingungen der Medien (und damit auch die Bedingungen der Produktion und Organisationsstruktur).

Gang der Untersuchung:

Die Qualitätsmaßstäbe von Fernsehnachrichten sind von einer Reihe medienexterner und -interner Faktoren abhängig, die in dieser Arbeit behandelt werden sollen: Nach einer Darstellung der Charakteristika und Darstellungsformen von Fernsehnachrichten (Kapitel 2), soll auf die Rahmenbedingungen ihrer Qualitätsbewertung eingegangen werden: Dazu werden zunächst die Konkurrenzsituation zwischen Fernsehnachrichten und die jeweiligen Wettbewerbsstrategien behandelt (Kapitel 3). Danach sollen die Markt- und Organisationsstrukturen und die rechtliche Stellung der Fernsehanstalten in Deutschland diskutiert werden (Kapitel 4). In Kapitel 5 werden, um Fernsehnachrichten in den Gesamtzusammenhang moderner Informationsvermittlung einzuordnen, die Beziehung zwischen Medien und Gesellschaft und die sozialen Funktionen der Medien erörtert. Kapitel 6 bietet, stets mit Blick auf die Fernsehnachrichten, einen detaillierten Überblick zu theoretischen Ansätzen und empirischen Erkenntnissen der Medienwirkungsforschung. Danach wird speziell auf die Entwicklung der Fernsehnachrichtenforschung und auf die Rezeptionsweisen von Nachrichten eingegangen (Kapitel 7). In Kapitel 8 wird sich diese Arbeit mit den Produktionsweisen von Fernsehnachrichten auseinandersetzen. Kapitel 9 bespricht detailliert die Qualitätsdiskussion in der Wissenschaft und die journalistische Qualitätssicherung. Daraufhin werden die einzelnen Qualitätskriterien in Bezug auf Fernsehnachrichten behandelt (Kapitel 10). In Kapitel 11 schließlich sollen anhand einer Sekundäranalyse die einzelnen Hauptnachrichtensendungen in Bezug auf die Qualitätskriterien evaluiert und verglichen werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Die Bedeutung der Medien in der Informationsgesellschaft 1
1.2 Die Relevanz von Fernsehnachrichten 2
1.3 Qualität im Journalismus 3
2. Das Format „Nachrichten“ 6
2.1 Definition „Nachricht“ 6
2.2 Charakteristika von Nachrichten 7
2.3 Darstellungsformen von Nachrichten 10
2.4 Nachrichtenformate 13
2.5 Rezente Entwicklungen und Positionen im Journalismus 14
2.6 Nachrichten als „Infotainment“ 18
2.7 Geschichten und Entwicklung der Fernsehnachrichten in Deutschland 26
2.8 Mediatisierung der Politik: „Public Engineering“ 30
3. Fernsehnachrichten im Wettbewerb 35
3.1 Konkurrenz bei der Erschließung von Zuschauer- und Werbemarkt 35
3.2 Theoretisches Konzept der Wettbewerbsstrategien in Bezug auf Fernsehnachrichten 35
3.3 Voraussetzungen für eine vorteilhafte Wettbewerbsposition 36
3.4 Wettbewerbvorteil und Nutzen 37
3.5 Möglichkeiten der Fernsehanbieter im Wettbewerb 38
3.6 Die Nachrichten der einzelnen Anbieter im Vergleich 40
3.7 Die Konvergenz- und Marginalisierungshypothese 45
3.8 Fortschreitende Kommerzialisierung: Risiko oder Chance für das Mediensystem ? 48
3.9 Quote statt Qualität bei den Öffentlich-Rechtlichen? 51
4. Die Marktstrukturen der deutschen Medienlandschaft 53
4.1 Grundbegriffe der Mediensoziologie 53
4.2 Die rechtliche Stellung der Medien 56
4.3 Geschichte und Rahmenbedingungen des deutschen Fernsehens 61
4.4 Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstalter 67
4.5 Rundfunk nach den Gesetzen des Marktes: Die privaten Veranstalter 75
4.6 Programmanalyse 1999 85
5. Die gesellschaftliche Funktion von Nachrichten 86
5.1 Die Funktion der Medien in systemtheoretischer Hinsicht 87
5.2 Medien und öffentliche Meinung 90
5.3 Interdependenzen von Politik und Massenmedien 93
5.4 Funktionsprobleme der Medien 95
6. Die Medienwirkung - das praktische Grundproblem der Mediensoziologie 96
6.1 Die verhaltens- und handlungstheoretische Wirkungsforschung 97
6.2 Einstellungsänderung und soziales Lernen 98
6.3 Die Symbolsysteme in den Massenmedien 101
6.4 Kommunikative Kompetenz und Medienkompetenz 103
6.5 Kognitionswissenschaftliches Konzept der „literacy“ 104
6.6 Der Thematisierungs-Ansatz (agenda-setting-approach) 105
6.7 Der Nutzenansatz (uses-and-gratifications-approach) 106
6.8 Die Theorie der Schweigespirale 108
6.9 Der Zweistufenfluss der Kommunikation (two-step flow of communication) 109
6.10 Die Hypothese der wachsenden Wissenskluft 110
6.11 Der dynamisch-transaktionale Ansatz 112
6.12 Systemtheoretische Medienforschung 112
6.13 Mediennutzung als soziales Handeln und strukturanalytische Rezeptionsforschung 113
6.14 Die Rolle des Zuschauers in den Cultural Studies 115
6.15 Fazit: Medienwirkungen in der Kommunikationsgesellschaft 116
7. Die Entwicklung der Fernsehnachrichtenforschung 118
7.1 Dimensionen der Nachrichtenforschung 118
7.2 Die Zuschauerforschung 120
7.3 Die Rezeption von Fernsehnachrichten 123
8. Produktionsweisen von Fernsehnachrichten 131
8.1 Nachrichten als Produkt eines Selektionsprozesses 131
8.2 Die redaktionelle Produktion von Fernsehnachrichten 138
8.3 Nachrichtenquellen / Eigenproduktion 143
8.4 Nachrichtenquellen / Fremdproduktion 145
8.5 Ware Nachrichten 154
9. Qualität in der Medienforschung 160
9.1 Begriffsdefinition 160
9.2 Die Qualitätsdiskussion in der Wissenschaft 163
9.3 Journalistische Qualität 169
9.4 Journalistische Qualitätssicherung 178
10. Qualitätskriterien bei Fernsehnachrichten 186
10.1 Objektivität 186
10.2 Informationsmenge - Über die Qualität von Quantität 192
10.3 Relevanz als Qualitätsdimension - Die Relevanz von Relevanz 194
10.4 Richtigkeit 199
10.5 Transparenz 202
10.6 Sachlichkeit 202
10.7 Ausgewogenheit 203
10.8 Das Gebot der Vielfalt 205
10.9 Aktualität 210
10.10 Verständlichkeit 211
10.11 Das Gebot der Professionalität 217
10.12 Akzeptanz 220
10.13 Das Gebot der Rechtmäßigkeit 228
11. Die Leistung bzw. „Performance“ von deutschen Nachrichtensendungen 229
11.1 Datenquellen 229
11.2 Das Themenspektrum in deutschen Fernsehnachrichten 230
11.3 Formale Darstellung von Nachrichten 240
11.4 Inhaltliche Aufbereitung von Themen in den Nachrichtensendungen 244
11.5 Fazit: Qualität in deutschen Fernsehnachrichten 254

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Arbeit zitieren:
Bosshammer, Sibylle Februar 2001: Quantität statt Qualität, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Tagesschau, Fernsehen, TV, Qualität, Nachrichten

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