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Quantifizierung der Wirkungen regionalpolitischer Instrumente: Methoden und Ergebnisse

Quantifizierung der Wirkungen regionalpolitischer Instrumente: Methoden und Ergebnisse
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Hanno Weerts
  • Abgabedatum: September 2005
  • Umfang: 81 Seiten
  • Dateigröße: 2,0 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9259-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9259-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9259-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Weerts, Hanno September 2005: Quantifizierung der Wirkungen regionalpolitischer Instrumente: Methoden und Ergebnisse, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Regionalpolitik, Wirtschaftsförderung, Wirtschaftspolitik, Europäische Union, Gleichgewichtsmodell

Diplomarbeit von Hanno Weerts

Zusammenfassung:

Maßnahmen der Regionalpolitik wie Investitionsförderung, Ausbau einer wirtschaftsnahen Infrastruktur und Produktionssubventionen sind aus dem Baukasten moderner Wirtschaftspolitik kaum noch wegzudenken. Allein die Europäische Union gibt in der Förderperiode von 2000 bis 2006 jährlich im Schnitt 35,5 Mrd. Euro und damit 34 % ihres Gesamthaushaltes für Projekte mit regionalpolitischem Hintergrund aus. Angesichts solcher finanziellen Volumina ist eine genaue Untersuchung der Wirkungen von regionalpolitischen Instrumenten unabdingbar. Ziel dieser Arbeit ist es, die bekanntesten wissenschaftlichen Methoden zur Quantifizierung der Effekte regionalpolitischer Maßnahmen darzustellen, die Ergebnisse zu präsentieren und die Methoden einer kritischen Bewertung zu unterziehen.

Ausgehend von einer kurzen Einleitung in Fragestellung, Aufbau und Methodik der Arbeit werden prägnant zentrale Begriffe erklärt. Hierbei gilt es besonders, die Regionalpolitik als Begriff abzugrenzen, wie auch die verschiedenen Instrumente der deutschen und europäischen Regionalpolitik zu beschreiben.

Von zentraler Bedeutung für den weiteren Untersuchungsgang ist es, die Wirkungskontrolle als einen Teil der Erfolgskontrolle darzustellen. Die Wirkungskontrolle meint dabei eine Abbildung der Veränderungen, welche durch eine bestimmte regionalpolitische Maßnahme ausgelöst werden. Hier zeigt sich eine klare Abgrenzung zu weiteren Analysemethoden, welche lediglich die Wirtschaftlichkeit oder den Vollzug von Wirtschaftspolitiken untersuchen.

Die Quantifizierung der Wirkungen bildet dabei den Kern der weiteren Analyse und erlaubt es, anhand ökonomischer Modellierung den Wirkungsgrad eines regionalpolitischen Instruments in Zahlen zu benennen. Es soll dargestellt werden, welche Wirkung Regionalpolitik auf die üblichen Zielvariablen Bruttoinlandsprodukt, Beschäftigung, Investitionen, aber auch den Konsum, das Preisniveau und die Bilanz der öffentlichen Haushalte zeigt. Hier gilt es, die Wirkungen regionalpolitischer Maßnahmen von weiteren Einflussvariablen zu isolieren. Dies führt zu einer eindeutigen Aussage, was die Regionalpolitik bewirkt hat und wie der Zustand mit der regionalpolitischen Maßnahme von dem ohne Regionalpolitik abweicht.

Die Methoden können in Fallstudien, Partialanalytische und Totalanalytische Modelle unterschieden werden. Bei der Totalanalyse wird besonders auf die Berechenbare Allgemeine Gleichgewichtsanalyse, oder im Englischen Computable General Equilibrium Model (CGE), eingegangen. Diese erfreut sich in der ökonomischen Modellbildung immer größerer Beliebtheit. Als bekannteste Methode zur Quantifizierung der bundesdeutschen regionalpolitischen Anstrengungen wird das Münsteraner Modell eingehender beleuchtet. Hier stehen Investitionsanreize und die damit einhergehende Absenkung der Kapitalnutzungskosten in den Förderregionen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) im Vordergrund. Auf der Ebene der Europäischen Union spielen die Modelle HERMIN, QUEST II und die Input-Output Analyse eine gewichtige Rolle. Auch diese Methoden werden mit ihren Ergebnissen eingehend vorgestellt und einer kritischen Betrachtung unterzogen.

Bei der Analyse der Methoden zeigt sich, dass der Wirkungsgrad von Regionalpolitik mitunter vom jeweiligen Modellierungsansatz abhängt. Letztlich überwiegen positive Effekte, doch zeichnet sich kein uneingeschränkt positives Bild der Lage. Besonders bei der Zielvariablen Beschäftigung offenbaren sich immer wieder negative Auswirkungen der Regionalpolitik.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis I
Tabellenverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Begriff und Ziele der Regionalpolitik 1
3. Darstellung regionalpolitischer Instrumente 3
3.1 Die Grundzüge deutscher Regionalpolitik 3
3.2 Die gemeinschaftliche Regionalpolitik der Europäischen Union 4
4. Zur Kontrolle der Wirkungen von Regionalpolitik 5
4.1 Möglichkeiten der Erfolgskontrolle von regionalpolitischen Maßnahmen 5
4.2 Quantifizierung der Wirkungen von Regionalpolitik als Kern der Analyse 6
5. Das Münsteraner Modell 8
5.1 Der Modellaufbau 9
5.1.1 Output und technische Effizienz 11
5.1.2 Kapitalnutzungskosten 13
5.1.3 Empirische Schätzung 14
5.2 Darstellung der Ergebnisse 15
5.3 Kritische Würdigung 17
5.4 Ausländische Adaptionen des Ansatzes 20
6. Das HERMIN Modell 21
6.1 Der Modellaufbau 21
6.2 CSF im HERMIN Modell 26
6.2.1 Modellierung der CSF Infrastrukturausgaben 28
6.2.2 Modellierung der CSF Humankapitalausgaben 29
6.2.3 Kostenseite 29
6.3 Darstellung der Ergebnisse 30
6.4 Kritische Würdigung 32
7. Das QUEST II Modell der Europäischen Kommission 33
7.1 Der Modellaufbau 34
7.2 Darstellung der Ergebnisse und Vergleich mit den HERMIN Resultaten 39
7.3 Kritische Würdigung 41
8. Die Input-Output Analyse 43
8.1 Die Grundzüge des Modells 43
8.2 Ergebnisse und Kritik 44
9. Ein Berechenbares Allgemeines Gleichgewichtsmodell von Venables, Gasiorek (1999) 46
9.1 Der Modellaufbau 46
9.2 Darstellung der Ergebnisse 50
9.3 Kritische Würdigung 53
10. Weitere Quantifizierungen allgemeiner Gleichgewichtseffekte 55
11. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung 56
Anhang 58
Literaturverzeichnis 85

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das Modell Quarterly European Simulation Tool (QUEST) wurde von der Europäischen Kommission entwickelt und stellt einen besonders in den achtziger Jahre publizierten Ansatz dar, der Wirtschaftskreisläufe und langfristige Wachstumsentwicklungen der Mitgliedsstaaten der EU analysiert. Außerdem werden Interaktionen innerhalb dieser Staaten und dem Rest der Welt, besonders den USA und Japan modelliert (Europäische Kommission 2004). Während die Entwicklung des HERMIN Modells von Beginn an auf die Evaluierung von Regional- und Strukturpolitik ausgerichtet war, so war bei QUEST anfänglich die Simulation verschiedenster Schocks wie einen Anstieg der Staatsausgaben, Zinsänderungen oder Währungsabwertungen im Vordergrund (Bekx et al. 1989, S.53ff.). Mittlerweile wird das Modell sehr flexibel auf weite Teile der Wirkungsanalyse im ökonomischen Raum angewandt, unter anderem auch auf die europäische Regionalpolitik (Europäische Kommission 2004). Die Ursprungsversion QUEST zeigt sich als Modell mit stark keynesianischen Ansätzen und der Betonung der Nachfrageseite mit Konsumenten- und Investitionsverhalten, welche die für langfristige makroökonomische Entwicklungen dominierenden Fragen des Angebots in peripheren kleinen offenen Volkswirtschaften unzureichend beachtet (Bradley et al. 1995a, S. 233). In der Weiterentwicklung QUEST II wird zusätzlich die Angebotsseite expliziter modelliert und die Verhaltensannahmen auf das Fundament einer dynamischen Optimierung der privaten Haushalte und der Unternehmen gestellt (Roeger, in’t Veld 1997, S. 2). Aufgrund der weitergehenden Modellierung von QUEST II im Sinne der für die regionalpolitische Evaluation wichtigen langfristigen Angebotseffekte soll der Vorgänger im Folgenden außer Acht gelassen werden. Eine umfangreiche Modellbeschreibung von QUEST liefern Bekx et al. (1989). [...]

Bei der Bestimmung des Basisszenarios ohne Regionalpolitik ist das Postulat kritisch zu betrachten, dass es in Abwesenheit der europäischen Hilfen keinerlei nationalen oder anderweitige staatliche Regionalprogramme ersatzweise gibt (Bradley et al. 2003, S. 17). Dies ist eine sehr starke Annahme und kann nicht als sonderlich realistisch betrachtet werden, womit die erhaltenen Ergebnisse eher einen hypothetischen Charakter einnehmen. Die Ergebnisse dürfen lediglich als Wirkungen ohne die europäische Regionalpolitik und nicht generell als Resultate von regionalpolitischen Maßnahmen interpretiert werden. Natürlich stellt dieser Punkt eine generelle Limitierung von Simulationen dar. Im Münsteraner Modell wurde gezeigt, dass ein signifikanter Substitutionseffekt bei der Faktornachfrage nach Arbeit auftritt, welcher die positive Wirkung auf die Beschäftigungssituation spürbar mildert. Wie schon bei der Modellbeschreibung angesprochen, wird dieser Effekt leider nicht ausreichend in die Analyse mit einbezogen, wodurch besonders die Interpretation der Wirkungen auf den Arbeitsmarkt mit Vorsicht zu genießen ist. Wie im Münsteraner Modell werden auch hier die Geberregionen beziehungsweise länder komplett außer Acht gelassen. Es werden alleinig die Kosten auf nationaler Seite einbezogen, welche durch nationale Co-Finanzierung entstehen. Dadurch kann keine seriöse Aussage über die Auswirkungen der Kosten der gemeinsamen Regionalpolitik gemacht werden. Eine Verbesserung im nationalen Haushalt ist ebenfalls vorsichtig zu interpretieren, da dies vom Ausmaß der nationalen Co-Finanzierung und dem positiven Effekt auf das BIP durch die Hilfen abhängt (Bradley et al. 2002, S. 42). Leider ist damit ein nicht unwichtiger Teil der Wirkungsanalyse auch durch das HERMIN Modell nicht abgedeckt. Das im Münsteraner Modell behandelte Feld der Mitnahmeeffekte wird hier nicht weiter thematisiert. Dies ist dem hohen Aggregationsgrad des Ansatzes geschuldet (Bradley et al. 2003, S. 27). Hierdurch wird die Frage, welchen Anstoß die öffentliche Förderung bei der Säule der Produktions- und Investitionsbeihilfen für den privaten Sektor gegeben hat, ausgeklammert. Im folgenden Kapitel wird nun das QUEST II Modell vorgestellt, dessen Ergebnisse und methodisches Vorgehen auch kurz mit denen des HERMIN Ansatzes in Relation gesetzt werden sollen. [...]

Ohne Frage stellt HERMIN ein sehr umfangreiches Modell dar, welches wie beschrieben sowohl langfristige Angebots-, wie auch kurzfristige Nachfrageeffekte abzudecken versucht. So ist es nicht verwunderlich, dass es sich gerade in der Evaluation der europäischen Regionalpolitik großer Beliebtheit erfreut und sehr oft zitiert wie angewandt wird. Trotzdem sollen an dieser Stelle einige Limitierungen des Ansatzes angesprochen werden. Durch die Modellstruktur stellen die Verhaltensfunktionen und die Kalibrierung der enthaltenden Parameter natürlich eine mögliche Schwachstelle dar (Bradley et al. 2001, S. 64). Die vorgestellte Prozedur wird wie oben schon angesprochen selbst von den Autoren als problematisch angesehen. Gerade die Verwendung der KleinstQuadrate Methode kann in diesem Zusammenhang nur gerechtfertigt werden, da in der Regel für umfangreichere Schätztechniken keine ausreichend langen Zeitreihen zur Verfügung stehen (Modesto, Neves 1995, S. 279). So ist die Anzahl der Freiheitsgrade einer solchen Schätzung begrenzt. Dieses methodisches Problem wird durch die schwierige und inkonsistente Datenlage weiter belastet (Bradley et al. 2004, S. 147). Weiterhin sollte die grobe Einteilung in einen Industriesektor, der am internationalen Handel teilnimmt und einen Dienstleistungssektor, welcher nur den heimischen Markt bedient, mit Bedacht beurteilt werden. Diese vereinfachende Annahme stellt zwar einen Kern der Minimierung der Verhaltensidentitäten dar, doch gibt sie die Realität auch in rückständigen Förderregionen nur unzureichend wieder. 32 [...]

Arbeit zitieren:
Weerts, Hanno September 2005: Quantifizierung der Wirkungen regionalpolitischer Instrumente: Methoden und Ergebnisse, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Regionalpolitik, Wirtschaftsförderung, Wirtschaftspolitik, Europäische Union, Gleichgewichtsmodell

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