Qualitative Prognosemethoden in der Unternehmensführung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Florian Pafel
- Abgabedatum: September 2003
- Umfang: 59 Seiten
- Dateigröße: 1,6 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Heidelberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8158-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8158-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8158-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Pafel, Florian September 2003: Qualitative Prognosemethoden in der Unternehmensführung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Controlling, Prognose, Zukunfstforschung, Delphi, Szenario
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Diplomarbeit von Florian Pafel
Zusammenfassung:
Ein Unternehmen kann als ein sozio-technisches System gesehen werden, dass mit seiner Umwelt auf vielfältige Weise in Verbindung und Wechselwirkung steht. Unternehmen müssen sich in der heutigen Zeit in einem immer dynamischeren Umfeld zurechtfinden. Aus diesem Grund sind Unternehmen dazu gezwungen, sich intensiv mit ihren Rahmenbedingungen zu beschäftigen um den eigenen Fortbestand zu sichern. Deshalb haben sie einen hohen Bedarf an strategischer Planung und stetig steigende Planungszeiträume.
Die Prognose ist ein wichtiger Bestandteil des Planungsprozesses des strategischen Controllings und erzeugt einen hohen Informationsbedarf. Hauptsächlich werden mathematisch-statistische Methoden zur kurz- bis mittelfristigen Prognose verwendet. Die Notwendigkeit für längere Prognosezeiträume macht die Erfassung qualitativer Elemente für eine Prognose unerlässlich. Neueste Ansätze der Prognoseforschung versuchen qualitative Faktoren in ihren Berechnungen zu berücksichtigen.
Die Zukunftsforschung als ein sozialwissenschaftliches Forschungsgebiet ist interdisziplinär ausgerichtet und nennt die Zukunft als ihren Untersuchungsgegenstand. Sie legt den Schwerpunkt für seine Methoden auf qualitative Verfahren. Die Methoden der Zukunftsforschung werden bereits erfolgreich von Unternehmen angewandt.
Es ist das Ziel dieser Arbeit den Nutzen der Zukunftsforschung für den Planungsprozess des strategischen Controllings herauszustellen. Als Erstes wird der Begriff der Prognose und ihre Methoden vorgestellt. In diesem Zusammenhang wird auf den Nutzen und die Anwendung der Prognosefunktion und ihre Einordnung in den Planungsprozess des strategischen Controllings eingegangen.
Dann wird die Zukunftsforschung als Wissenschaft vorgestellt und dabei auf den historischen Hintergrund eingegangen. Des Weiteren wird der methodische Pool der Zukunftsforschung und ihre momentane Anwendung in Unternehmen dargestellt.
Zum Schluss werden zwei der bedeutendsten Instrumente der Zukunftsforschung detailliert vorgestellt und auf ihre Durchführung und Anwendung in Unternehmen eingegangen.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | INHALTSVERZEICHNIS | I |
| II. | ABBILDUNGSVERZEICHNIS | III |
| III. | TABELLENVERZEICHNIS | IV |
| IV. | ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | V |
| V. | ZUSAMMENFASSUNG | VII |
| 1. | EINFÜHRUNG | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 1.2 | FRAGESTELLUNG | 3 |
| 1.3 | GANG DER UNTERSUCHUNG | 5 |
| 2. | DIE PROGNOSE | 5 |
| 2.1 | BEGRIFF DER PROGNOSE | 5 |
| 2.2 | DIE PROGNOSE IN DER BETRIEBSWIRTSCHAFT | 9 |
| 2.2.1 | Zweck der Prognose | 9 |
| 2.2.2 | Anwendung der Prognose | 10 |
| 2.3 | NEUE ANSÄTZE | 14 |
| 2.4 | DIE PROGNOSE IM PLANUNGSPROZESS DES STRATEGISCHEN CONTROLLING | 15 |
| 3. | DIE ZUKUNFTSFORSCHUNG | 17 |
| 3.1 | GESCHICHTE | 17 |
| 3.2 | ANWENDUNG IN UNTERNEHMEN | 19 |
| 4. | INSTRUMENTE DER ZUKUNFTSFORSCHUNG | 22 |
| 4.1 | DIE DELPHI-METHODE | 22 |
| 4.1.1 | Definition und Geschichte | 22 |
| 4.1.2 | Aufbau einer Delphi-Studie | 23 |
| 4.1.3 | Vorteile und Nachteile | 27 |
| 4.2 | DIE SZENARIOANALYSE | 28 |
| 4.2.1 | Definition | 28 |
| 4.2.2 | Anwendungsgebiete | 33 |
| 4.2.3 | Durchführung | 35 |
| 4.2.4 | Vorteile und Nachteile | 42 |
| 5. | SCHLUSS | 43 |
| VI. | LITERATURVERZEICHNIS | 46 |
| VII. | RECHTSQUELLENVERZEICHNIS | 50 |
| VIII. | EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | 51 |
20 Unternehmen zu diesem Themenbereich befragt wurden. Die Rücklaufquoten der Studie lagen 1996 bei 44 Prozent und wurden 1999 mit 52 Prozent sogar übertroffen. Die Zweite Studie stammt von der Unternehmensberatung Z_punkt GmbH mit dem Namen „Zukunftsforschung und Unternehmen – Praxis, Methoden, Perspektiven“83. Hier wurden 1999 60 Unternehmen bei einer Rücklaufquote von 46 Prozent befragt. Ziel beider Untersuchungen war es herauszufinden, ob und wie Erkenntnisse und Methoden der Zukunftsforschung von den Unternehmen aufgegriffen werden, wenn auch mit einem unterschiedlichen Fokus bei der Fragestellung. „Bislang gibt es keine feststehende wissenschaftliche Bestimmung für Aufgaben und Inhalte einer Zukunftsforschung in Unternehmen.“84 Jedoch wird in den Studien klar, dass die Unternehmen immer mehr die Notwendigkeit für langfristige Planung und Umfeldbeobachtung erkennen und sich mit den Methoden der Zukunftsforschung auseinandersetzen. So konnte die Studie des SFZ bei der Frage nach dem Planungshorizont festmachen, dass die meisten Unternehmen bei den heutigen Rahmenbedingungen längere Planungszeiten für notwendig erachten85. Die Studie von Z_punkt konnte die Themenfelder „Technologie & Innovation“, „Individuum & Gesellschaft“ sowie „Umwelt“ als Umfelder von besonderer Bedeutung für die langfristige Planung aus Sicht der Unternehmen identifizieren86. Zu der Frage nach den Motiven der Unternehmen, eine langfristige Umfeldbetrachtung zu betreiben, konnten vier grundsätzliche Motive erarbeitet werden87: die Überwindung einer technikzentrierten Sichtweise, die Erhöhung der Aktions- und Reaktionsgeschwindigkeit, Der Umgang mit einer erhöhten Komplexität der Geschäftsfelder, sowie Eine engere Verzahnung und Abstimmung zwischen den einzelnen Unternehmensbereichen. [...]
Einen weitaus größeren Überblick über die Methoden der Zukunftsforschung bieten Gordon und Glenn in ihrem Sammelband „Futures Research Methodology“80. Die Ergebnisse der Zukunftsforschung können als Informationsgrundlage dienen und auch einen Rahmen für die strategische Zielfindung geben. Jedoch wird die Zukunftsforschung weniger reale Chancen im „en gros“-Bereich der Voraussagen zukünftiger gesellschaftlicher Gesamtzusammenhänge haben, als vielmehr im pragmatischen Detail konkreter Handlungszusammenhänge81. 3.2 Anwendung in Unternehmen Um die bisherige praktische Nutzung der Zukunftsforschung in Unternehmen darzustellen, werde ich einige Ergebnisse von zwei Studien vorstellen. Die eine wurde vom Sekretariat für Zukunftsforschung (SFZ) erstellt und heißt: „Zukunftsforschung in Unternehmen – Eine Studie zur Organisation von Zukunftswissen und Zukunftsgestaltung in Unternehmen“82. Sie fußt auf zwei Befragungen von 1996 und 1999 in denen 200 (1996) bzw. 196 (1999) [...]
18 Corporation in Santa Monica, USA, an der die beiden Wissenschaftler Theodore J. Gordon und Olaf Helmer beschäftigt waren. Die Wissenschaftlergruppe der RAND Corporation veröffentlichte 1969 eine Serie von Berichten72. Die Erfolge dieses Instituts verhalfen der Zukunftsforschung zu weiterreichendem Interesse das auch in der Wirtschaft geweckt wurde. Aus dieser Bewegung heraus entstand eine Vielzahl von privaten Instituten, die sich mit der Zukunftsforschung und ihren Methoden beschäftigen und sich an Klientel in der Wirtschaft richten.73 Die Fragen zu langfristigen Planungen wurden in den Instituten computergestützt mit Hilfe der Statistik, Kybernetik und Spieltheorie zu lösen versucht. Flechtheim gründete in Deutschland in den siebziger Jahren drei Institute die sich mit der Zukunftsforschung beschäftigen: Das Institut für Zukunftsfragen in Wien, die Gesellschaft für Zukunftsfragen e.V., in Duisburg und das Zentrum für Zukunftsforschung in Berlin74. Diese erste Generation der Zukunftsforschung hatte zum Ziel die Zukunft nach dem Vorbild der Naturwissenschaftler berechenbar, planbar und somit verfügbar und steuerbar zu machen und dem Planer so weit als möglich exakte Daten an die Hand zu geben. Anders als in den Niederlanden, Frankreich oder den USA galt in Deutschland die Beschäftigung mit Zukunftsfragen als unseriös. Innerhalb der Management-Riegen der deutschen Industrie herrschte eine starke Indifferenz und Zurückhaltung gegenüber der Zukunftsforschung.75 Jedoch entwickelte sich aus dieser ablehnenden Haltung ein „Management-GAP“ bzw. eine technologische Lücke, die es aus ökonomischer Sicht zu überwinden galt.76 So bildeten sich eine wirtschafts-orientierte und eine technologie-orientierte Zukunftsforschung heraus, die den steigenden Bedarf an langfristiger antizipativer Planung in Europa decken sollte77. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832481582
Arbeit zitieren:
Pafel, Florian September 2003: Qualitative Prognosemethoden in der Unternehmensführung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Controlling, Prognose, Zukunfstforschung, Delphi, Szenario



