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Qualitätsmanagement im Wellness- und Gesundheitstourismus

Qualitätsmanagement im Wellness- und Gesundheitstourismus
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Sandra Ziegler
  • Abgabedatum: September 2010
  • Umfang: 93 Seiten
  • Dateigröße: 5,4 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Hochschule Heilbronn Deutschland
  • Bibliografie: ca. 120
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0273-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ziegler, Sandra September 2010: Qualitätsmanagement im Wellness- und Gesundheitstourismus, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wellness und Gesundheit, Medical Wellness, DIN EN ISO, Ökomanagement, Zertifizierung

Bachelorarbeit von Sandra Ziegler

Einleitung:

Gemäß den Prognosen der WTO werden die internationalen Gästeankünfte, die in 1997 in Europa bei 334. Mio. lagen, bis zum Jahr 2020 auf 717 Mio. ansteigen. In dieser Zeit wird sich der Markt für touristische Angebote bei steigenden Gästezahlen noch weiter stark differenzieren wobei der Gesundheits- und Wellnesstourismus eine große Rolle spielt. Ein Grund für diesen Trend ist der Übergang von einer Arbeits- zu einer Freizeitgesellschaft und von der Wohlstands- zu einer Wohlfühlgesellschaft. Hinzufügend kann das vermehrte Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher genannt werden, das mittlerweile zum Lifestyle in den westlichen Industriestaaten geworden ist und die Lebenserwartung steigen lässt. Die Veränderung der Altersstruktur, der Sozialisation und der Arbeitswelt haben das Thema Gesundheit zu einem zentralen Punkt gemacht. Immer mehr Dienstleistungen konzentrieren sich auf das Gut Gesundheit und stellen den Kern des Lebensqualität Gedankens dar, welche die umliegenden Bereiche (Ernährung, Fitness und vor allem den Tourismus) neben den eigentlichen Gesundheitsbranchen (z.B. Pharmazie, Biotechnologie, Kosmetik) stark prägen.

Neben dem Gesundheitsmarkt ist der boomende Wellnessmarkt ein aktuelles Thema mit nun mittlerweile expandierender Literatur. Aber die zu beobachtenden Trends bringen auch immer mehr neue Anbieter hervor, die vielversprechende Wellnessangebote unterbreiten und damit den wachsenden Markt unübersichtlich und heterogener machen. Zudem lassen die Qualität und Seriosität einiger Angebote im großen Maße zu wünschen übrig und werden den Anforderungen der Zertifizierungsnormen nicht gerecht. Die Frage für den Kunden stellt sich dahingehend, ob in jedem Produkt oder jeder Dienstleistung wo Wellness drauf steht, auch Wellness drin ist. Durch unklare Begriffsbestimmungen und nicht vorhandenen Abgrenzungen steigt daher das Risiko für den Kunden in eine ‚Falle‘ zu tappen, erheblich.

Zielstellung dieser Arbeit:

Gegenstand der Bachelor Thesis ist der Gesundheits- und Wellnesstourismus als besondere Reiseform im allgemeinen Tourismus und soll einen Überblick über die Entwicklung des Booms hauptsächlich im deutschen Sprachraum geben. Ziel der Bachelor Thesis ist, einen Überblick über die touristischen Angebote und Nachfrager dieser Reiseform zu geben und Begriffe, die mit dem Wellness- und Gesundheitstourismus einhergehen zu definieren und voneinander abzugrenzen. Im weiteren Verlauf soll der Gesundheits- und Wellnesstourismus unter dem Gesichtspunkt des Qualitätsmanagements aufgegriffen werden und wichtige Ansätze und Zertifizierungsmodelle dargestellt werden. Neben einer Analyse der aktuellen Situation soll eine Aussicht auf die Potentiale und die zukünftige Entwicklung dieser Branche gegeben werden.

Aufbau und Inhalt dieser Arbeit:

Die Bachelor Thesis widmet sich zunächst in Kapitel zwei den einzelnen Definitionen und einer thematischen Abgrenzung, die dem Leser den Einstieg in das Thema erleichtern sollen. Im Anschluss daran konzentriert sich die Thesis auf die zeitliche Entwicklung in der Gesundheitsbranche und analysiert den Strukturwandel. Des Weiteren wird auf den Boomfaktor Wellness eingegangen. Dabei stützt sich die Thesis auf aktuelle Brancheninformationen. Ebenfalls im Kapitel drei wird eine Auswahl der Angebotsstruktur im Wellness und Gesundheitstourismus gegeben und neben dem neuartigen Medical Wellness auch die gesetzlichen Anspruchsgrundlagen und Problematiken dargestellt. Im Kapitel vier und Hauptpunkt der Thesis geht es um die Grundlage des Themas und damit um das Qualitätsmanagement. Insbesondere stehen die Grund- und Ansätze des Qualitätsmanagements im Vordergrund als auch die Grundlagen des Marketings in Bezug auf den Kundennutzen. Gefolgt von einigen grundsätzlichen Zertifizierungen im Kapitel fünf wird im Kapitel sechs der Wellnesstourismus anhand von ausgewählten Beispielen dargestellt und Trends konkretisiert. Abschließend gibt das Kapitel sieben eine Schlussfolgerung und einen Ausblick des Themas wieder.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Zielstellung dieser Arbeit 2
1.2 Aufbau und Inhalt dieser Arbeit 2
2. Theoretischer Bezugsrahmen 3
2.1 Definition Qualitätsmanagement 3
2.2 Definition Wellness 4
2.3 Definition Gesundheit 6
2.4 Definition Tourismus 7
2.5 Abgrenzung Wellnesstourismus von Gesundheitstourismus 9
3. Der Gesundheits- und Wellnesstourismus im Wandel der Zeit 10
3.1 Das Gut Gesundheit 10
3.1.1 Historie und Entwicklung 10
3.1.2 Demographischer Wandel 11
3.1.3 Gesellschaftlicher Wandel 12
3.1.4 Wertewandel und Gesundheitsverständnis 13
3.2 Gesundheitsvorsorgetourismus 15
3.3 Boomfaktor Wellnessmarkt 15
3.3.1 Ursprung und Entwicklung des Marktes 15
3.3.2 Im deutschsprachigen Raum 16
3.3.3 Im internationalen Vergleich 16
3.3.4 Hauptelemente des Wellnesstourismus 17
3.3.5 Ernährung 17
3.3.6 Entwicklung neuer Berufsfelder 18
3.4 Angebotsstruktur (Auswahl) 19
3.4.1 Wellnesshotels 19
3.4.2 Wellnessangebote in Tourismusorten und Regionen 20
3.4.3 Reiseveranstalter 20
3.4.4 Freizeit- und Thermalbäder 21
3.4.5 Day Spa und Fitnessstudios 21
3.4.6 Kurorte 22
3.5 Medical Wellness 24
3.6 Nachfragestruktur 26
3.6.1 Zielgruppen 26
3.6.2 Der Wellnesskunde 27
3.7 Gesetzliche Anspruchsgrundlagen 27
3.8 Standardproblematik 29
3.9 Trends und Prognosen für den Gesundheits- und Wellnesstourismus 31
4. Qualitätsmanagement 34
4.1 Qualität im Wandel der Zeit 34
4.2 Grundsätze des Qualitätsmanagements 35
4.3 Qualitätsmanagement als System 36
4.4 Qualitätsmanagement – Ansätze 37
4.4.1 Qualitätsmanagementnormen DIN EN ISO 37
4.4.2 Total Quality Control (TQC) 38
4.1.1 Total Quality Management (TQM) 39
4.4.3 European Foundation for Quality Management 40
4.5 Ziele des Qualitätsmanagements 42
4.6 Öko-Management als partieller Qualitätsansatz 43
4.7 Grundlagen des Marketings 48
4.7.1 Definition und Bedeutung des Marketings 48
4.7.2 Einordnung, Bedeutung und Beziehung zwischen den Marketinginstrumenten 48
4.7.3 Marketingbeziehungen im Tourismus 50
4.7.4 Neue Herausforderungen im Gesundheits- und Wellnesstourismus 53
4.8 Kundennutzen des Qualitätsmanagements 54
4.9 Kundenzufriedenheit 55
4.10 Chancen und Risiken der Internetnutzung 57
5. Zertifizierungen 59
5.1 Ursprung, Definition und Ziele der Zertifizierungen 59
5.2 Existierende Zertifizierungsmodelle und Gütesiegel 60
5.2.1 Zertifizierung durch den deutschen Wellnessverband e.V. 60
5.2.2 Problematik der Zertifizierung 64
6. Wellnesstourismus anhand von ausgewählten Beispielen 65
6.1 Beispiele zur Angebotsprofilierung durch Wellness 65
6.2 Zukünftige Trends in der Entwicklung 67
7. Schlussfolgerung und Ausblick 68
8. Anhang VI
9. Quellennachweis X

Textprobe:

Kapitel 3.9, Trends und Prognosen für den Gesundheits- und Wellnesstourismus:

Nachfolgend erklärte Megatrends sollten laut Trend- und Zukunftsforscher mindestens fünf bis zehn Jahre anhalten, um die Gegenwart zu bestimmen und um die Zukunft langfristig zu prägen.

In den Industrieländern sind die Menschen einem immer stärker werdenden Druck ausgesetzt Lebensentscheidungen selbst zu treffen, die früher durch den Stand, der Gesellschaft oder durch politische Entscheidungen getroffen wurden. Mittlerweile sind regelmäßige Job- und Wohnungswechsel so normal geworden wie Zweitehen, Lebensabschnittsgefährten und Patchwork Familien. Lebenslange bindende Entscheidungen lösen sich auf. Mehr Individualität, Langlebigkeit, Mobilität und Spiritualisierung sind gefragt. Der Wellnesstrend setzt hierzu die Maßstäbe. Neben der immer wichtigeren Selbstwahrnehmung der Gesundheit kommen auch Genuss und Sinnlichkeit nicht zu kurz. Wellness setzt dabei bis ins hohe Alter in allen Formen auf Entspannung und Stressmanagement und einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Lanz-Kaufmann beschreibt die Gesundheit als neuen Körperkult, der in den Mittelpunkt des Menschen rückt. Ältere Menschen entdecken zunehmend den Genuss und Konsum und halten damit die Lebensqualität aufrecht. Dadurch wird die Zukunft für den Gesundheits- und Wellnesstourismus als durchaus positiv bewertet.

Durch neue Kulte oder Rituale wird der traditionelle Glaube in den Hintergrund gestellt. Für den Wellnessbereich trifft dies vor allem auf die Massage, Meditationen und Körperrituale wie das Hammam zu. Weitere und alternative Heilmethoden sind unter vielen anderen:

- Aromatherapie – Krankheitslinderungen durch Düfte. Die verwendeten ätherischen Öle gewinnt man aus den Blättern, Blüten, Samen, Früchten, Zweigen und Wurzeln von Pflanzen, meist durch Wasserdampfdestillation. Es wird angenommen, dass über das Riechzentrum und das limbische System im Gehirn Gefühle und Stimmung und damit das allgemeine Wohlbefinden beeinflusst werden können.

- Edelsteine - Für Schönheit werden Edelsteine zu Staub gemahlen und bei Cremes, Lotions und Peelings beigemischt. Die teuren Steinchen unterstützen die Regeneration und Straffung der Haut und der Zellstoffwechsel wird angekurbelt. Dadurch wirkt die Haut jünger und frischer. Auch beugt der Zusatz von pulverisierten Edelsteinen Entzündungen vor. Die Haut erhält dadurch quasi ein natürliches Schutzschild.

- Farbtherapie - Behandlungsformen, bei denen die Wirkung auf die menschliche Psyche und den menschlichen Organismus eine Rolle spielt.

- Feng-Shui – Ziel ist eine Harmonisierung des Menschen mit seiner Umgebung, durch Umgestaltung und Ausrichtung der Wohnräume und Garten Nach der traditionellen Vorstellung werden mit Feng Shui die Geister der Luft und des Wasser vereinigt.

- Handlesen – wird auch als Chirologie bezeichnet und ist sowohl eine Wissenschaft als auch eine Kunst, mit deren Wissen man aus den Händen eines Menschen, einen Einblick in seine Persönlichkeitsstruktur erhalten kann.

- Hildegard von Bingen - Seherin, Prophetin und Mystikerin, Mittels ‚innerer Schau‘, die sie von Gott empfangen hat durfte sie die Zusammenhänge der gesamten Schöpfung sehen, die eine gesunde Beziehung zwischen Mensch und Natur, ein harmonisches Zusammenwirken von Körper, Geist und Seele und die Rückbindung an Gott als Ursprung des Lebens bedingt. Heilung heißt also Wiederherstellung des Menschen, wie Gott ihn gemeint hat.

- Jin Shin Syutsu – ist eine mehrere tausend Jahre alte Kunst zur Harmonisierung der Lebensenergie im Körper. Die von Generationen mündlich überlieferte Weisheit wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Meister Jiro Murai in Japan neu belebt und Anfang der sechziger Jahre von Mary Burmeister gelehrt. Heute sind es in den USA und auf der ganzen Welt Tausende, die Jin Shin Jyutsu ® studieren und ausüben.

- Meditation - nachhaltige Konzentration, die uns hilft tief in unserem Innersten unser Selbst zu finden und geistigen Frieden, Kraft, Überzeugung, Klarheit und Vertrauen.

- Reflexzonenmassage – gezielte Massage von Fußsohle und Handfläche um Krämpfe zu lösen und Stimulierung des Lymph-Systems.

- Reiki - ist eine japanische Technik für Stressabbau und Entspannung, fördert auch die Heilung. Das Wort Reiki besteht aus zwei japanischen Worten - die Rei bedeutet ‚Gottes Weisheit oder die Höhere Macht‘ und Ki die ‚Lebenskraft Energie‘. Reiki ist also tatsächlich spirituell geführte Lebenskraft und Energie.

- Shiatsu – bedeutet ‚Fingerdruck‘ und ist eine sehr wirkungsvolle Arbeit am Körper, die unsere natürlichen Selbstheilungskräfte aktiviert, energetische Blockaden löst und das autonome Nervensystem stimuliert.

- Thai Chi – ‚Schattenboxen‘ stammt aus China und ist dort der Gesundheitssport Nr. 1. In einer langen Reihe von Ganzkörperbewegungen wird bei dieser traditionellen chinesischen Kampfkunst Entspannung und tiefe Bauchatmung kombiniert.

- Yoga - stärken Sie Ihren Körper und Geist, die geistige Ruhe und körperliche Kraft helfen Ihnen bei der Bekämpfung von Krankheiten und sie leben länger und gesünder. Yoga ist viel mehr als indisches Aerobic, es ist eines der Ideale des Hinduismus.

Eine ganze Reihe von Branchen die den Gesundheits- und Wellnessmarkt bestimmen, profitieren vom Nachfrageboom. Zu nennen seien dabei die Pharmazie, die Biotechnologie, Kosmetik und Körperpflege, die Ernährung, der Sport, die Psychologie und Beratung und der Tourismus. Nachfolgend ergeben sich bestimmte Trends, die den Tourismus in diesem Sektor stark beeinflussen werden:

Markbestimmende Trends:

- Polarisierung der Märkte – qualitativ hochwertige Spitzenprodukte oder Billigprodukte, Die Qualität ist das A und O, nicht unbedingt der Preis.

- Evolution der Märkte – umgeben von Luxus, Erlebnis, Preis und Komfort. Die ausschlaggebenden Kriterien entscheiden über den Erfolg der Angebote.

- Silberne Revolution – Best Ager als neue Zielgruppe rückt immer stärker ins Visier; Als Power Zielgruppe wirkt sie wohlhabend und marktbestimmend.

Nachfragebestimmende Trends:

- Zunehmende Reiseerfahrung lässt Ansprüche steigen.

- Mehr Kurzurlauber (Aufenthalt bis zu 5 Tagen) in nahe Regionen.

- Kritischere Haltung gegenüber Preis-Leistungs-Verhältnis.

- Mehr individuelle Reisen und Programme, mehr Bausteinreisen.

- Flexibilität – immer kurzfristigere Buchungsmöglichkeiten durch den technologischen Fortschritt.

- Reiseerfahrene Best Ager Generation legen hohen Wert auf Ruhe und Wohlbefinden und Komfort.

Arbeit zitieren:
Ziegler, Sandra September 2010: Qualitätsmanagement im Wellness- und Gesundheitstourismus, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wellness und Gesundheit, Medical Wellness, DIN EN ISO, Ökomanagement, Zertifizierung

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