Qualitätsmanagement in der Aus- und Weiterbildung am Beispiel eines gemeinnützigen Bildungsträgers
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andre Winkler
- Abgabedatum: März 2002
- Umfang: 73 Seiten
- Dateigröße: 6,2 MB
- Note: 2,2
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Merseburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5410-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5410-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5410-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Winkler, Andre März 2002: Qualitätsmanagement in der Aus- und Weiterbildung am Beispiel eines gemeinnützigen Bildungsträgers, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bildungsprozess, Grenzen der Zertifizierung, Qualitätskonzept, Entwicklung
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Diplomarbeit von Andre Winkler
Einleitung:
„In der Branche grassiert das ISO-Fieber“ schreibt die Wirtschaftswoche am 16.03.1995 über den Bildungssektor. In der Tat hat seit Mitte der neunziger Jahre die Diskussion um die Qualität in der Aus- und Weiterbildung bei den einzelnen Bildungsträgern an Aktualität gewonnen. Diese Auseinandersetzung findet nicht nur in der Fachöffentlichkeit statt, sondern hat inzwischen die Bildungsunternehmen selbst erfasst.
Hier soll am Beispiel des gemeinnützigen Bildungsträgers F+U Thüringen ein Weg aufgezeichnet werden, wie unabhängig von der ISO- Zertifizierung, die Qualität in der Aus- und Weiterbildung beurteilt und verbessert werden kann.
Hinsichtlich einer Euphorie bezüglich der Einführung von Qualitätsmanagement-Systemen auf der Basis der Norm DIN EN ISO 9000 ff ist eine Ernüchterung eingetreten. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, was die Normenreihe in der beruflichen Aus- und Weiterbildung leistet und was nicht.
Im Bereich der öffentlich geförderten beruflichen Bildung ist seit Anfang 1997 ein neuer Anforderungskatalog der Bundesanstalt für Arbeit in Kraft, der den Bildungsträgern gewisse Anstrengungen zu einem Qualitätsmanagement auferlegt. Der nachfolgend dargestellte Bildungsträger hat bereits das Zertifizierungsverfahren abgeschlossen. Da eine solche Zertifizierung jedoch grundsätzlich noch keine Aussagen über Art und Niveau der Qualität trifft, sind Überlegungen zur Verbindung mit selbstverantworteten Qualitätsstandards durchaus sinnvoll.
Zudem bleibt im Rahmen der Zertifizierung die inhaltliche Ausrichtung der Qualität eher ausgeklammert Dies ist mehr und mehr Anlass die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems nach der ISO-Norm nur als Anfang einer Entwicklung zu betrachten. Ziel sollte ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess sein.
Der konsequente Praxisbezug brachte die wichtigste Erkenntnis dieser Arbeit:
Qualitätsmanagement kann auch ohne ISO-Zertifizierung zum Unternehmenserfolg führen, wenn der Markt eine solche nicht erfordert. Umgekehrt wird jedoch kein Schuh daraus: Eine ISO-Zertifizierung ohne aktives Qualitätsmanagement – nur damit man das Papier an der Wand hängen hat – bringt das Unternehmen kaum einen Schritt weiter.
Die vorliegende Arbeit ist also kein Konzept zur Überprüfung der Bildungs-qualität durch externe Begutachter, sondern zielt auf die Sicherung und Verbesserung von beruflicher Ausbildung und Weiterbildung durch alle am Bildungsprozess Beteiligten.
Jenen Ausbildern, Lehrern und Sozialpädagogen kann das Konzept Überprüfung und Einflussnahme ermöglichen. Der gesamte Ausbildungsprozess wurde in sieben Einzelphasen zerlegt, so dass Momente des Anwendungsfeldes selbst zum Gestaltungs-, Verantwortungs- und Überprüfungsgebiet werden. Die vom Teilnehmer und Auftraggeber begründbar einzufordernde Anwendungsorientierung ist somit fester Bestandteil des Konzeptes. Dass nicht strenge Prüfkriterien, welche auch eine externe Bewertung erlauben, im Vordergrund stehen, soll nicht bedeuten, dass sich das Bildungsunternehmen bezüglich der Bildungsqualität zurücklehnen kann. Für den Bildungsträger besteht die große Chance eine Ausbildung zu verwirklichen, welche den Bedürfnissen seiner Kunden und des Arbeitsmarktes gerecht wird.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | 1 | |
| 1. | Einleitung | 2 |
| 2. | Vorstellung des Bildungsträgers | 3 |
| 3. | Begriffsbestimmungen und inhaltlich- konzeptionelle Grundlagen | 8 |
| 3.1 | Was heißt eigentlich Qualität? | 8 |
| 3.2 | Der Qualitätsbegriff in der Aus- und Weiterbildung | 9 |
| 3.3 | Die Bundesanstalt für Arbeit als Kunde der Aus- und Weiterbildung | 11 |
| 3.4 | Der Ist-Zustand der Betriebsstätte Gotha | 13 |
| 3.5 | Grenzen der Zertifizierung | 16 |
| 3.6 | Das Phasenmodell im Aus- und Weiterbildungsprozess | 18 |
| 4. | Qualitätsmanagement in den einzelnen Phasen des Bildungsprozesses | 22 |
| 4.1 | Die Phase der Bedarfsermittlung | 22 |
| 4.1.1 | Die Bedarfsermittlung in der Aus- und Weiterbildung | 22 |
| 4.1.2 | Probleme bei der Bedarfsermittlung in der Betriebstätte Gotha | 24 |
| 4.1.3 | Entwicklung eines Qualitätskonzepts | 25 |
| 4.1.4 | Checkliste zur Bedarfsermittlung | 27 |
| 4.2 | Die Phase der Konzeptentwicklung | 27 |
| 4.2.1 | Die Konzeptentwicklung in der Aus- und Weiterbildung | 27 |
| 4.2.2 | Probleme bei der Konzeptentwicklung in der Betriebsstätte Gotha | 28 |
| 4.2.3 | Entwicklung eines Qualitätskonzepts | 29 |
| 4.2.4 | Checkliste zur Konzeptentwicklung | 31 |
| 4.3 | Die Phase der Maßnahmeplanung | 31 |
| 4.3.1 | Die Maßnahmeplanung in der Aus- und Weiterbildung | 31 |
| 4.3.2 | Probleme bei der Maßnahmeplanung in der Betriebsstätte Gotha | 32 |
| 4.3.3 | Lösung der Probleme und Entwicklung eines Qualitätskonzeptes | 33 |
| 4.3.4 | Umsetzung des Qualitätskonzepts | 35 |
| 4.4 | Die Phase der Teilnehmergewinnung | 36 |
| 4.4.1 | Die Teilnehmergewinnung in der Aus- und Weiterbildung | 36 |
| 4.4.2 | Probleme bei der Teilnehmergewinnung in der Betriebsstätte Gotha | 36 |
| 4.4.3 | Lösungsmöglichkeiten und Entwicklung eines Qualitätskonzeptes | 37 |
| 4.4.4 | Umsetzung des Qualitätskonzepts | 38 |
| 4.5 | Die Phase der Maßnahmedurchführung | 38 |
| 4.5.1 | Die Maßnahmedurchführung in der Aus- und Weiterbildung | 38 |
| 4.5.2 | Probleme bei der Maßnahmedurchführung in der Betriebsstätte Gotha | 39 |
| 4.5.3 | Lösungsmöglichkeiten und qualitätssichernde Maßnahmen | 39 |
| 4.5.4 | Umsetzung der Projektarbeit | 40 |
| 4.6 | Die Phase der Transferunterstützung | 41 |
| 4.6.1 | Die Transferunterstützung in der Aus- und Weiterbildung | 41 |
| 4.6.2 | Probleme bei der Transferunterstützung in der Betriebsstätte Gotha | 42 |
| 4.6.3 | Lösungsmöglichkeiten und Entwicklung eines Qualitätskonzepts | 42 |
| 4.6.4 | Checkliste zur Transferunterstützung | 44 |
| 4.7 | Die Phase der Evaluierung | 44 |
| 4.7.1 | Die Evaluation in der Aus- und Weiterbildung | 44 |
| 4.7.2 | Probleme bei der Evaluation in der Betriebsstätte Gotha | 45 |
| 4.7.3 | Möglichkeiten zur Lösung der Probleme | 46 |
| 4.7.4 | Beispiel eines Kursbeurteilungsbogens | 47 |
| 4.7.5 | Checkliste zur Teilnehmernachbefragung | 48 |
| 5. | Umsetzung des Qualitätskonzepts-Implementierung in das Unternehmen | 49 |
| 6. | Zusammenfassung | 51 |
| 7. | Literatur- und Quellenverzeichnis | 53 |
| 8. | Anhang | 56 |
| Eidesstattliche Erklärung |
4.2.2 Probleme bei der Konzeptentwicklung in der Betriebsstätte Gotha Die Erstellung eines Ausbildungskonzeptes ist die Umsetzung des Qualifizierungsbedarfs in Unterrichtsinhalte. Hier ergibt sich folgendes Problem: Der Mitarbeiter, welcher mit der Konzeptentwicklung beauftragt ist verfügt über hinreichendes fachliches und berufspädagogisches Wissen. Er definiert Lernziele und Lerninhalte. Was ihm fehlt ist der direkte Kontakt zu Firmenvertretern, alle Informationen erhält er nur indirekt, z.B. über Kollegen. Es besteht die Gefahr, dass sich der zukünftige Unterricht von der tatsächlichen Anwendungssituation entfernt. Insbesondere wenn es sich um die Vorbereitung neuer, noch unbekannter Aufgaben geht , ist die Bestimmung der notwendigen und geeigneten Lerninhalte schwierig. Bei der Erstausbildung Jugendlicher gibt es keine Probleme, denn hier bildet der vom Thüringer Kultusministerium festgelegte Rahmenlehrplan die Grundlage eines jeden Konzeptes. Dieser Rahmenlehrplan ist durch eine sachliche und zeitliche Gliederung zu ergänzen und von der Industrie- und Handelskammer zu bestätigen. [...]
Da es sich hauptsächlich um Jugendliche handelt, welche auf dem Arbeitsmarkt keine Ausbildungsstelle fanden und/oder um Arbeitslose für die es gilt sie in den Arbeitsprozess wieder einzugliedern, haben derartige gefördert Maßnahmen einen besonderen Charakter. Neben der Vermittlung von Fachwissen geht es in diesem Segment auch um die Vermittlung von Handlungskompetenz und sozialen Kompetenzen. Das gesamte Konzept muss deshalb über die zukünftigen fachlichen Anforderungen hinausgehen. Der Erfolg eines Lehrganges hängt zu einem großen Teil davon ab, dass die Personen, die an einer Maßnahme teilnehmen, auch dafür geeignet sind. Damit ist die Erstellung eines Anforderungsprofils, das möglichst genau definiert, welche Basisqualifikationen erforderlich sind, ein wichtiger Bestandteil bei der Erstellung des Maßnahmekonzeptes. Die sich aus dem Anforderungsprofil ableitende Definition der erforderlichen Zugangsvoraussetzungen hilft aber auch, die Passgenauigkeit der Qualifizierung auf die beabsichtigte Zielgruppe sicherzustellen. Die Förderrichtlinien der Bundesanstalt für Arbeit bilden im hier zu analysierenden Segment der öffentlich geförderten Bildung den Rahmen für die Konzepterstellung. Ein Schwerpunkt bildet hier die Forderung nach betriebsnaher Qualifizierung. F+U Thüringen muss dies in der Konzeption berücksichtigen, indem die Voraussetzungen für eine praxisgerechte Vermittlung der fachlichen Inhalte sowie der Kenntnisse betrieblicher Abläufe und Zusammenhänge geschaffen werden. In der täglichen Praxis bedeutet dies entsprechende Anforderungen an die Ausbilder, Stützlehrer und Sozialpädagogen, an Lehrmittel und geeignete Praktikumplätze. [...]
Der befragte Betrieb gilt als Repräsentant einer Branche innerhalb einer Region. Es geht darum, typische Abläufe und Entwicklungen technischer und organisatorischer Art zu erheben, die auf Qualifizierungsbedürfnisse hinweisen. Die Informationen, die aus diesen Gesprächen zu erhalten sind, müssen im Anschluss mit dem zuständigen Arbeitsberatern des Arbeitsamtes Gotha diskutiert werden. So können die Einschätzungen der Arbeitsverwaltung um konkrete Firmenaussagen ergänzt werden, vor allem was den künftigen Bedarf an Mitarbeitern und damit verbundenen Qualifikationsanforderungen betrifft. Vorteile des Interviews: • Authentizität der Informationen • Möglichkeiten zur praxisnahen Gestaltung der Lehrgänge • höhere Wahrscheinlichkeit der Einstellung eines Lehrgangsteilnehmers • Akzeptanz der Qualifizierung steigt Nachteile des Interviews: • Anzahl der zu befragenden Unternehmen ist begrenzt • Gefahr der Verallgemeinerung • hoher Zeit- und Personalaufwand [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832454104
Arbeit zitieren:
Winkler, Andre März 2002: Qualitätsmanagement in der Aus- und Weiterbildung am Beispiel eines gemeinnützigen Bildungsträgers, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Bildungsprozess, Grenzen der Zertifizierung, Qualitätskonzept, Entwicklung



