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Qualitätsmanagement - Am Beispiel der Jugendhilfe

Qualitätsmanagement - Am Beispiel der Jugendhilfe
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Kristin Sonnenberg
  • Abgabedatum: Januar 1999
  • Umfang: 123 Seiten
  • Dateigröße: 907,5 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1622-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1622-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1622-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sonnenberg, Kristin Januar 1999: Qualitätsmanagement - Am Beispiel der Jugendhilfe, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Qualitätssicherung, Neues Steuerungsmodell, Qualitätsmanagementsysteme, Qualitätsmanagement, Jugendhilfe

Diplomarbeit von Kristin Sonnenberg

Einleitung:

Der Bereich Sozialer Dienstleistungen befindet sich im Wandel zu einem eher wirtschaftlich orientiertem Denken in Bezug auf Leistung, Effizienz und Effektivität. Bisher weitgehend von Kontrollen und Leistungsnachweisen verschont, muß das "Soziale" sich in eine offensive Auseinandersetzung begeben und eine stärkere Ausrichtung an nachvollziehbaren Qualitäts- und Wirksamkeitskriterien suchen, um kontinuierliche Verfahren zur Beurteilung und Aufrechterhaltung qualitativ hochwertiger und effektiver Leistungen zu erschaffen.

Gerade im Bereich der Jugendhilfe finden sich viele neuen Kriterien welche zukünftig gelten sollen. Dieses wird sowohl vom Gesetzgeber, durch die Änderungen des KJHG, als auch zunehmend von der Gesellschaft mit ihren wachsenden Ansprüchen an die Qualität einer Leistung gefordert. Das Qualitätsmanagement ist ein Versuch und eine Chance für die Soziale Arbeit, Qualität zu sichern und zu verbessern. Seinen Ursprung hat es in der Industrie und Wirtschaft. Im Rahmen des Neuen Steuerungsmodelles (NSM) erhält Qualitätsmanagement Einzug in den Bereich der sozialen Dienstleistungen.

Gang der Untersuchung:

Das NSM als Kontext des Qualitätsmanagement wird in Kapitel 2 beschrieben. Es erfolgt in Kapitel 2.3 ein konkreter Bezug auf die Jugendhilfe. Hohe Komplexität und eine bedeutende Anzahl von Interaktionen prägen die Jugendhilfe, dies erschwert die Übernahme des Qualitätsmanagement. Besonderheiten der Implementierung und Probleme der Umsetzung finden sich in den Kapiteln 2.4 und 2.5. Im 3. Kapitel erfolgt zunächst eine Annäherung an die wichtigsten Begriffe des Qualitätsmanagement, welches ausführlich in Kapitel 3.2.4 behandelt wird. Es folgen unterschiedliche Ansätze der Möglichkeit Qualität zu messen (Kap. 3.3). Qualitätsmanagement bedeutet auch Qualifizierungsmanagement. Daher werden in Kapitel 3.4 Verfahren dargestellt, die Qualität beeinflussen können und positiven Einfluß auf die Qualität der Arbeit von Mitarbeitern haben. Die Neuregelung der §§ 77ff. KJHG zum 01.01.1999 wird in Kapitel 3.5 mit möglichen Konsequenzen für die Jugendhilfe besprochen. Nach diesen äußeren Einflußfaktoren werden unterschiedliche Möglichkeiten der Anwendung von Qualitätsmanagementsysteme beschrieben. Ausgehend von den Leitfragen der KGSt (Kap. 4.1) folgt die ausführliche Darstellung der ISO Norm 9000ff. (Kap. 4.2), da diese von einigen sozialen Institutionen als Grundlage eines Qualitätsmanagementsystems gewählt wird. Die Anwendung der ISO 9001 auf die Jugendhilfe erfolgt in Kapitel 4.3 am Beispiel der Caritas und wird mit einem anderen Qualitätsmanagementsystem ( Kap. 4.4) verglichen.

Einen Einblick in die Praxis gibt die explorative Expertenbefragung verschiedener Institutionen der Jugendhilfe (Kap. 5). Die Fragen des Interviewleitfadens, welcher der Untersuchung zugrunde liegt, beziehen sich auf die Kapitel 2 und 3.

Innerhalb der Reformen werden zunehmend Aufgaben delegiert. Mit steigender Verantwortung müssen Mitarbeiter der Jugend- und Sozialverwaltungen neue Fähigkeiten und Qualifikationen besitzen. In der vorliegenden Arbeit wird ein umfassender Einblick der Thematik gegeben und die Bereitschaft von Sozialpädagogen verdeutlicht, sich diesen Herausforderungen zu stellen.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort VI
Abkürzungsverzeichnis VII
1. Einleitung 1
2. Das Neue Steuerungsmodell (NSM) 3
2.1 Die Begründung der Verwaltungsreform 3
2.1.1 Verwaltungskritik 3
2.1.2 Finanzielle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen 5
2.2 Die Kernelemente des NSM 7
2.2.1 Ein neues Leitbild 7
2.2.2 Kontraktmanagement 7
2.2.3 Dezentrale Gesamtverantwortung im Fachbereich 8
2.2.4 Controlling 9
2.2.5 Outputorientierte Steuerung 10
2.2.6 Qualitätsmanagement 11
2.3 Produktbeschreibung am Beispiel der Jugendhilfe 12
2.3.1 Auswahl der Jugendhilfe 12
2.3.2 Definition von Produkt 12
2.3.3 Produktbeschreibungen 13
2.3.4 Schwierigkeiten, Risiken und Chancen 16
2.4 Die Implementierung des NSM 18
2.4.1 Voraussetzungen 18
2.4.2 Die Einführung wirtschaftlicher Begriffe 19
2.4.3 Die Freien Träger 21
2.5 Das NSM in der aktuelle Qualitätsdiskussion 22
3. Qualitätsmanagement (QM) 26
3.1 Gründe für die Einführung des QM 26
Exkurs Management 28
Exkurs Führung 30
3.2 Definition und Klärung wichtiger Begriffe des QM 31
3.2.1 Herkunft und Annäherung an den Begriff Qualität 31
3.2.2 Definition von Qualität 33
3.2.3 Qualitätskriterien 33
3.2.4 Qualitätsmanagement 35
3.2.5 Qualitätsaudit und Qualitätsmanagementhandbuch (QMH) 37
3.2.6 Qualitätssicherung (QS) 37
3.2.7 Total Quality Management (TQM) 38
3.3 Ansätze zur Bestimmung von Qualität 38
3.4 Verfahren zur Qualitätssicherung 43
3.4.1 Einleitung 43
3.4.2 Kommunikation 43
3.4.3 Jugenhilfeplanung 45
3.4.4 Supervision 47
3.4.5 Evaluation 48
3.4.6 Selbstevaluation 50
3.4.7 Fazit 53
3.5 Die Neuregelung der §§ 77ff. KJHG 54
4. Qualitätsmanagementsysteme (QMS) 59
4.1 Die Leitfragen des QM 59
4.2 Die Norm DIN EN ISO 9000ff 62
4.3 Anwendung der DIN 9001 auf die Leistungen der Jugendhilfe 66
4.4 Ein QMS ohne Zertifizierung 71
Exkurs Benchmarking 74
5. Die Expertenbefragung 78
5.1 Vorbereitung 78
5.2 Entwicklung des Interviewleitfadens 80
5.3 Planung der Untersuchung 81
5.4 Stichprobenbeschreibung 82
5.5 Darstellung der Ergebnisse 84
5.5.1 Zum Aktuellen Stand der Implementierung 84
5.5.2 Zur Vorinformation und zur Beteiligung der Mitarbeiter 87
5.5.3 Zur Einschätzung des NSM 88
5.5.4 Zu den Verbesserungsvorschläge 90
5.5.5 Zu den Problemen bei der Definition von Qualität 91
5.5.6 Zu der Neuregelung der §§ 77, 78 KJHG 94
5.5.7 Zu den Verfahren der QS 95
5.6 Analyse und Ergebnisse der Interviews 97
5.6.1 Zum aktuellen Stand der Implementierung 97
5.6.2 Zur Vorinformation und Beteiligung der Mitarbeiter 98
5.6.3 Zur Einschätzung der Implementierung 99
5.6.4 Zu den Verbesserungsvorschlägen 100
5.6.5 Zu den Problemen der Definition von Qualität 101
5.6.6 Zur Neuregelung der §§ 77, 78 KJHG 102
5.6.7 Zu den Verfahren der QS 103
5.6.8 Fazit 104
6. Fazit und Ausblick 106
Literaturverzeichnis

Automatisiert erstellter Textauszug:

54 Supervision sichert und verbessert die Arbeitsqualität und eignet sich in vielen Formen für Organisationszusammenhänge. Evaluation bewertet und überprüft in diesem Kontext die Kriterien inhaltlicher Standards und Verfahren des QM, und ist somit zur Beurteilung der Qualität unbedingt notwendig. Selbstevaluation widmet sich konkret der Verbesserung professioneller Handlungskompetenz. Eine direkte Kostensenkung läßt sich mit keiner der Methoden erzielen. Die im folgenden Kapitel 3.5 besprochenen Änderungen des KJHG hingegen ermöglichen neben Qualitätsentwicklung und Sicherung durch entstehende Transparenz und Vergleichbarkeit ein wirtschaftliches Nachdenken und Planen. In Kapitel 4 werden zwei Qualitätsmanagementsysteme beschrieben, um zu zeigen, wie Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserungen in der Praxis durchgeführt werden. [...]

53 Diese These von Spiegel unterstreicht die Notwendigkeit und die Unabhängigkeit der Selbstevaluation und fordert eine grundsätzliche Integration in den Arbeitsalltag, da diese Methode Qualität in hohem Maße beeinflußt. Qualifizierungsbemühungen müssen gefördert und honoriert werden, deshalb sind Freistellung für Fortbildungen und Zeit für Selbstevaluation unbedingt notwendig. 3.4.7 Fazit Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) versucht mit seiner Publikationsreihe zur Qualitätssicherung (QS 1-18) Qualität bewußter zu machen, indem Sachberichte vernetzt werden und zu einer professionellen Grundlage mit ständigen Qualitätssteigerungen und Innovationen werden. Durch eine systematische Selbstevaluation erhofft Scherrer (Mitverantwortlicher der QS Reihe des BMFSFJ) sich eine generelle Qualitätssteigerung in der gesamten Jugendhilfe, da schon allein das Nachdenken über Effizienz und Effektivität der eigenen Arbeit das Bewußtsein für Qualität schärft (Scherrer, in: Heiner, 1996, S. 16). Die Modelle für Evaluationsvorhaben – im Zusammenhang von Jugendhilfeplanung, NSM und Qualitätssicherung - sind noch nicht scharf konturiert und da noch experimentiert wird, finden sich zur Zeit kaum praktikable Modelle oder Ergebnisse (v. Spiegel, 1997, S. 36). „Von außen betrachtet verlaufen die Prozesse derzeit recht chaotisch.“ (v. Spiegel, 1997, S. 34), da die Verwaltung mit sich selbst beschäftigt ist, Adressaten vernachlässigt werden und die Fachkräfte verunsichert sind, was zu Resignation und Verweigerung führt. Vorarbeiten zu Evaluationsvorhaben könnten die konsequente und präzise Konzeptionsentwicklung unter Einbeziehung des durch die Jugendhilfeplanung ermittelten Bedarfes sein. Alle besprochenen Verfahren eignen sich dazu, Qualität zu verbessern und zwar unabhängig und ergänzend zur Verwaltungsreform. Ziele der Reform sind eine Verwaltungsoptimierung durch Kostensenkung (= Verbesserung der Effizienz) und eine fachliche Qualifizierung (= Steigerung der Effektivität). Das zweite Ziel kann mit Hilfe aller Verfahren unterstützt werden, Kommunikation ist Grundlage erfolgreicher Arbeitsprozesse (und damit auch Grundlage für QM) und verbessert durch mehrdimensionale Wahrnehmung und Kommunikationsstrategien die Professionalität Sozialer Arbeit. Jugendhilfeplanung als gesetzliche verankerte Bedarfsplanung, die stark prozeß- und adressatenorientiert ist, unterstützt und ergänzt die Reform. [...]

52 Folgende Kriterien sind für den Prozeß der Selbstevaluation sinnvoll: Plausibilität der Begründung von Kriterien, Nachvollziehbarkeit durch Dokumentation, Relevanz in Bezug auf die Organisation und ihre Weiterentwicklung, Effizienz des Erhebungsaufwandes und Flexibilität, d.h. der Arbeitsalltag darf nicht beeinträchtigt werden. Ein grundlegendes Element der Selbstevaluation ist die Freiwilligkeit. Diese ist eine Voraussetzung, um die Ziele, Optimierung der Arbeitsabläufe und Erweiterung der Handlungskompetenz der Fachkräfte zu erreichen. Rückmeldungen der Klienten sind wichtig, um noch während des Hilfeprozesses Fehler zu erkennen und zu beseitigen. Zusätzlich werden Qualifikationen für andere Arbeitsbereiche wie z.B. Führung erworben, da Konzeptentwicklung, Beschreibung von Arbeitsplätzen, Dokumentation von Prozessen, Operationalisierung von Zielen und die Erstellung von Leistungsbilanzen Teile der Selbstevaluation sind. Im Rahmen der Verwaltungsreform erlangt die Selbstevaluation eine plötzliche Aktualität. Vor der Anwendung einer Methode muß man sich ihrer Bedeutung und ihrer Anwendungsgebiete bewußt sein. QS findet in einem kontinuierlichen Prozeß statt, Selbstevaluation dagegen projektbezogen, da es sich um sehr konkrete Fallstudien handelt, die kaum übertragbar sind. Zu starke Konzentration auf nur einen Sachverhalt innerhalb der Verwaltungsreform kann bewirken, daß der starke Einfluß verwaltungstechnischer und politischer Elemente übersehen und gut geplante Intervention einer Fachkraft überschätzt werden. Als Maßnahme zur Kostensenkung eignet sich Selbstevaluation ebenfalls nicht, da sie nicht für die Untersuchung von Sozialräumen vorgesehen ist. Es bietet sich daher an, die kommunale Versorgung weiterhin sozialpolitisch mit dem Instrument der Jugendhilfeplanung zu untersuchen. Selbstevaluation kann als Methode im Rahmen der Verwaltungsreform kaum untergebracht werden, da die Fachkräfte bereits zusätzlichen Dokumentationsaufwand leisten und kaum mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben finden. „Wenn andererseits die Selbstevaluation die Fachkräfte so umfassend qualifiziert, wie ich hier behaupte, sollte es selbstverständlich werden, daß Fachkräfte ihre Arbeit selbst evaluieren, unabhängig von Bestrebungen zur Verwaltungsreform und damit zusammenhängenden umfassenden Evaluationsprogrammen.“ (v. Spiegel, 1997, S. 43) [...]

Arbeit zitieren:
Sonnenberg, Kristin Januar 1999: Qualitätsmanagement - Am Beispiel der Jugendhilfe, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Qualitätssicherung, Neues Steuerungsmodell, Qualitätsmanagementsysteme, Qualitätsmanagement, Jugendhilfe

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