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Qualität pflanzlicher Eiweißquellen am Beispiel ausgewählter Hülsenfrüchte unter Berücksichtigung der Gesundheitseffekte

Qualität pflanzlicher Eiweißquellen am Beispiel ausgewählter Hülsenfrüchte unter Berücksichtigung der Gesundheitseffekte
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Anja Kristin Besler
  • Abgabedatum: Januar 2002
  • Umfang: 68 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6303-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6303-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6303-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Besler, Anja Kristin Januar 2002: Qualität pflanzlicher Eiweißquellen am Beispiel ausgewählter Hülsenfrüchte unter Berücksichtigung der Gesundheitseffekte, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sojabohne, Eiweißbestimmung, -bewertung, Ackerbohnen, Lupine, Isoflavone

Diplomarbeit von Anja Kristin Besler

Einleitung:

Die Ernährung dient heutzutage nicht nur dem Aufbau, der Erhaltung und Fortpflanzung eines Lebewesens, sondern wird zunehmend als wirksamer Bestandteil zur Prävention von Zivilisationskrankheiten gesehen. Die Hauptnährstoffe Proteine, Fette und Kohlenhydrate sind existentiell für die Ernährung.

In der westlichen Zivilisation wird die Proteinversorgung bei weitem überschritten. Ursache ist der teilweise übermäßige Fleischkonsum, der längerfristig für einige Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkt, Gicht oder Fettsucht mitverantwortlich ist. Deshalb gewinnen pflanzliche Proteinquellen in der Ernährung immer mehr an Bedeutung. In den Entwicklungsländern werden zwar pflanzliche Eiweißquellen wie Getreide verwendet, jedoch ist die Proteinversorgung aufgrund mangelnder Qualität der Eiweiße teilweise unzureichend.

Gang der Untersuchung:

Diese Diplomarbeit soll einen Einblick in die Qualität pflanzlicher Eiweißquellen am Beispiel ausgewählter Hülsenfrüchte geben. Dabei werden zu Anfang Methoden zur Bestimmung der Eiweißqualität vorgestellt. Hier wird auf den von der FAO/WHO eingeführten "Protein Digestibility Corrected Amino Acid Score" besonders eingegangen.

Des Weiteren werden Faktoren vorgestellt, die Einfluß auf die Qualität der Eiweiße haben können. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf der Vorstellung der pflanzlichen Proteinquellen, insbesondere der Sojabohne. Hier öffnet sich ein breites Feld von Möglichkeiten, welche die Sojabohne und daraus hergestellte Produkte betreffen. Diese beinhalten neben den hervorragenden technologischen Eigenschaften auch die Anwendungsbereiche und die Verwendung als Säuglingsnahrung. Hierbei wird auch eine mögliche Anreicherung mit Aminosäuren und das Allergiepotential der Sojabohne beleuchtet.

Weitere wichtige pflanzliche Eiweißquellen wie Ackerbohnen, Gemüseerbsen, Kichererbsen sowie Lupinen werden vorgestellt und charakterisiert.

Schließlich werden noch gesundheitliche Aspekte durch den Verzehr pflanzlicher Proteine betrachtet. Dabei stehen zum einen die Phytoöstrogene, zu denen die Isoflavone zählen und zum anderen der Bowman-Birk-Inhibitor im Vordergrund. Die vielfältigen Wirkungen dieser beiden Substanzen werden im letzten Kapitel aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Bedeutung der Eiweißqualität und Bestimmungsmethoden 2
2.1 Begriff und Notwendigkeit 2
2.2 Bewertung der Nahrungseiweiße 3
2.2.1 Überblick herkömmlicher Methoden 3
2.2.2 Der PDCAAS 6
2.3 Problembereiche 8
3. Faktoren, die die Eiweißqualität beeinflussen können 10
3.1 Aminosäurenzusammensetzung, -verfügbarkeit und -verdaulichkeit 10
3.2 Lebensmittelbehandlung und -verarbeitung 13
3.3 Unerwünschte Stoffe 15
4. Sojabohnen als wichtige pflanzliche Eiweißquellen 19
4.1 Ernährungsphysiologische Qualität des Sojaeiweißes im Vergleich mit anderen Eiweißquellen 19
4.2 Herstellung und technologische Eigenschaften von Sojaproteinprodukten 24
4.2.1 Sojamehl und -grieß 25
4.2.2 Sojaproteinkonzentrat und -isolat 26
4.2.3 Texturierte Sojaproteinprodukte 28
4.3 Anwendungsbereiche der verschiedenen Sojaproteinprodukte 29
4.4 Säuglingsnahrung auf Sojabasis 31
5. Weitere bedeutende pflanzliche Eiweißquellen 34
5.1 Ackerbohnen 34
5.2 Gemüseerbsen 39
5.3 Kichererbsen 41
5.4 Lupinen 42
6. Gesundheitlicher Nutzen durch Verzehr pflanzlicher Eiweißquellen 49
6.1 Einflüsse der Isoflavone 49
6.2 Der Bowman-Birk-Inhibitor als Antikarzinogen 51
7. Schlußbetrachtung und Ausblick 53
8. Summary 55
Literaturverzeichnis IV
Anhang VIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

4.3 Anwendungsbereiche der verschiedenen Sojaproteinprodukte Seit mehr als vierzig Jahren werden Sojaproteinprodukte als nahrhafte und funktionelle Bestandteile in nahezu allen Nahrungsbereichen genutzt. Für einen erfolgreichen Einsatz in traditionellen Nahrungsmitteln muß gewährleistet sein, dass die herkömmliche Qualität aufrechterhalten wird (O.V. 1987, o. S.). In Pasta, Bäckerei- und Getreideprodukten werden Sojaproteine aus einer Vielzahl von Gründen eingesetzt. In der Brotherstellung kann Weizenmehl durch ca. 1-3% entfettetes Sojamehl ersetzt werden. Brote erhalten eine verbesserte Krustenfarbe und längere Frischhaltedauer aufgrund der erhöhten Feuchtigkeitsspeicherung des Sojaproteins (Sipos, 1987, S. 70). Die gleiche Auswirkung hat auch die Substitution von Milchbestandteilen (Magermilch, Molke) durch Sojaproteine im Brot. In Kuchen können Sojaproteine partiell Eiprodukte ersetzen. Teigverarbeitung und –beschaffenheit werden verbessert. In Teigen mit hohem Fettgehalt sind bis 10% Fetteinsparung möglich. Die Teigausbeute wird durch die höhere Wasserbindung gesteigert. Das Fertigprodukt ist lockerer, zarter und bleibt länger frisch. Bei Verwendung von Vollsojamehl sind Teigwaren aufgrund des hohen Tocopherol- und Lecithingehaltes gegen Ranzigkeit (Oxidation) geschützt. Auch Sojaisolat wird wegen des hohen Proteingehaltes zur Eiweißanreicherung verwendet. Es ist cholesterinfrei und in Rührkuchen eine Alternative zu Milchprodukten. In Frühstückscerealien fördern Sojaproteine die ernährungsphysiologische Qualität, in dem sie den im Getreide vorkommenden niedrigen Lysingehalt ausgleichen (O.V. 1987, o. S.). Ein weiterer großer Einsatzbereich für Sojaproteine sind Imitate von Molkereiprodukten. Um Kosten zu sparen, den Nährwert zu verbessern und Allergien zu [...]

4.2.3 Texturierte Sojaproteinprodukte Die texturierten Sojaproteine haben eine faserige Struktur und verleihen nach der Hydratation dem fertigen Produkt einen fleischähnlichen Charakter (Lebensmittel- Lexikon, 1993, S. 553). Texturierte Sojaproteine können aus Sojamehl durch thermoplastische Extrusion oder aus alkohol/hitzedenaturierten Konzentraten hergestellt werden. Die Zusammensetzung entspricht der des Ausgangsmaterials. Diese texturierten Produkte können Wasser gut absorbieren. Texturierte Mehle und Konzentrate werden als Streckmittel für Fleisch- und Fleischprodukte sowie für Soßen angewendet. Sie werden in getrockneter, teil,- oder vollhydratisierter Form für Nahrungsprodukte genutzt. Strukturierte Konzentrate haben eine faserige oder laminare Struktur und eine höhere Wasserabsorption sowie größere Hydrationsraten als texturierte Mehle (Sipos, 1988, S. 64, O.V. 1987, o. S.). Diese Produkte dienen als Fleischersatz, da Struktur und Geschmack dem Fleischeiweiß sehr ähnlich sind. Fleischanaloge Produkte können in der Fast-Food-Industrie zum [...]

Sojaproteinisolate sind die am höchsten raffinierten Sojaprodukte, die kommerziell genutzt werden. Isolate entstehen aus enthülsten und entfetteten Sojabohnen mit Entfernung der ´Nichtproteinkomponenten`. Sie enthalten um 90% Protein. Der Prozeß beginnt durch eine Extraktion mit Wasser oder einer milden Lauge bei pH 8-9. Anschließend wird zentrifugiert, um die restlichen Fasern zu entfernen. Der pH- Wert wird auf 4,5 eingestellt und die Proteine durch Zentrifugation von den löslichen Oligosacchriden getrennt. Mehrmaliges Waschen und eine Sprühtrocknung ergibt ein ‚isoelektrisches‘ Isolat, das in Säuglingsnahrung angewendet wird (Sipos, 1988, S. 88). Neutralisierte Isolate werden als Natrium- oder Kaliumproteinate hergestellt und sind leichter löslich. Sie besitzen Emulgier- und Emulsionsstabilisierungseigenschaften, klebende Wirkstoffe und binden Fett und Wasser. Die Emulgierkapazität der Isolate reicht von 10- 35ml Öl pro 100mg Protein. Die Sojaisolate unterstützen die Gelbildung. Die Gelbildungskapazität ist abhängig vom Salzgehalt und der Konzentration. Die gebildete Gelmatrix hält Feuchtigkeit und Fett. Diese Eigenschaften sind wichtig für zerkleinertes Fleisch und Tofu. Die Viskosität der Sojaisolate kann durch Hitze und andere Spezialtechniken verändert werden. Einige Isolate besitzen die gleiche Viskosität bei 18% Feststoffanteil, wie andere Isolate bei nur 10% (Sipos, 1988, S. 62f. , O.V. 1987, o. S.). Die folgenden Tabellen zeigen die Zusammensetzung der wichtigsten Nährstoffe und die ausgewogene Aminosäurenzusammensetzung der Sojaproteinprodukte. Tabelle 8: Typische Zusammensetzung der Sojaproteinprodukte in Prozent Bestandteil Protein (N*6,25) Fett Ballaststoffe Asche Kohlenhydate entfett. Mehle und Grieß 52-54 0,5-1,0 3,5-4,5 5,0-6,0 34-35 Konzenrate 67-72 0,5-1,0 3,5-5,0 4,0-6,5 19-21 Isolate 90-92 0,1-1,0 0,1-0,2 4,0-5,0 0,3-0,6 [...]

Arbeit zitieren:
Besler, Anja Kristin Januar 2002: Qualität pflanzlicher Eiweißquellen am Beispiel ausgewählter Hülsenfrüchte unter Berücksichtigung der Gesundheitseffekte, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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