Mehr Qualität durch Information
Eine ökonomische Analyse des Einflusses der Informationstechnologie auf die Qualität der Gesundheitsversorgung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Martin Völkl
- Abgabedatum: Februar 2000
- Umfang: 97 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2469-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2469-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2469-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Völkl, Martin Februar 2000: Mehr Qualität durch Information, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Informationstechnologie, Arzt-Patient-Verhältnis, Imformation, Qualität, Gesundheitsversorgung
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Diplomarbeit von Martin Völkl
Einleitung:
Die Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, inwieweit die Informationstechnologie Einfluss auf die Qualität der Gesundheitsversorgung nehmen kann. Auf der Grundlage eines beschränkt rational handelnden Individuums wird als Ausgangspunkt dafür die Überlegung angestellt, dass dem Patienten ein gesteigertes Interesse an der Qualität der Gesundheitsversorgung unterstellt werden kann, wenn sich der Verzehr ökonomischer Ressourcen zur Erlangung desselben verringert und sich zudem die Wertschätzung für die Ressource Gesundheit erhöht. Basierend auf diesem ökonomischen Verständnis wird die Hypothese aufgestellt, dass die Möglichkeit des Patienten, sich anhand der Informationstechnologie ex ante detaillierte und maßgeschneiderte Informationen bezüglich seines Krankheitsbildes und der potenziell ihn behandelnden Ärzte zu generieren, positive Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung hat. Der Terminus "Gesundheitsversorgung" wird dabei auf die Leistung, die der Arzt am Patienten erbringt, eingegrenzt.
Die Beantwortung der Fragestellung erfolgt mit der Entwicklung eines Mechanismus, der eine mögliche Wirkungsweise des Einflusses von Informationen auf Qualität aufzeigt. Die getroffenen Aussagen werden daraufhin dem bundesdeutschen Gesundheitswesen gegenübergestellt, um auch den Einfluss von Informationen in einem realen Gesundheitssystem beurteilen zu können.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Untersuchungsmethodik und Gang der Arbeit | 2 |
| 2. | Theoretische Grundlagen | 3 |
| 2.1 | Homo Oeconomicus als Verhaltenshypothese | 4 |
| 2.2 | Die Rolle der Information für ökonomische Entscheidungen | 5 |
| 2.3 | Ökonomische Grundlagen bilateraler Beziehungen | 6 |
| 2.3.1 | Property-Rights-Theorie | 6 |
| 2.3.2 | Transaktionskostentheorie | 7 |
| 2.3.3 | Principal-Agent-Theorie | 9 |
| 3. | Informationsasymmetrien in Principal-Agent-Beziehungen | 10 |
| 3.1 | Formen von Informationsasymmetrien in Principal-Agent-Beziehungen | 11 |
| 3.1.1 | Qualitätsunsicherheit | 12 |
| 3.1.2 | Hold-up | 13 |
| 3.1.3 | Moral Hazard | 14 |
| 3.2 | Kooperationsdesigns zur Reduktion asymmetrischer Information | 15 |
| 3.2.1 | Offenbarung | 15 |
| 3.2.2 | Autorität | 16 |
| 3.2.3 | Anreizsysteme | 17 |
| 3.3 | Zwischenergebnis | 17 |
| 4. | Qualität im Arzt-Patienten-Verhältnis | 18 |
| 4.1 | Zum Begriff Gesundheit | 18 |
| 4.1.1 | Verständnis von Gesundheit | 18 |
| 4.1.2 | Bedeutung von Gesundheit | 19 |
| 4.2 | Qualität in der Medizin | 20 |
| 4.2.1 | Zur semantischen Problematik des Qualitätsbegriffs | 21 |
| 4.2.2 | Qualitätsdimensionen nach Donabedian | 21 |
| 4.2.2.1 | Strukturqualität | 21 |
| 4.2.2.2 | Prozessqualität | 22 |
| 4.2.2.3 | Ergebnisqualität | 22 |
| 4.2.2.4 | Verknüpfung der Qualitätsdimensionen | 23 |
| 4.2.3 | Qualitätsbegriff der vorliegenden Arbeit | 23 |
| 4.3 | Das Arzt-Patienten-Verhältnis | 25 |
| 4.3.1 | Ärztliche Gesundheitsleistungen als Dienstleistungen | 25 |
| 4.3.2 | Informationsasymmetrien im Arzt-Patienten-Verhältnis und ihre Implikationen für die Qualität | 27 |
| 4.3.2.1 | Auswirkungen zu Lasten des Patienten | 28 |
| 4.3.2.2 | Auswirkungen zu Lasten des Arztes | 30 |
| 4.4 | Zwischenergebnis | 31 |
| 5. | Entwicklung und Instrumente der Informationstechnologie | 31 |
| 5.1 | Technologische Entwicklung | 32 |
| 5.2 | Instrumente | 33 |
| 5.2.1 | Internet | 33 |
| 5.2.2 | Suchmaschinen | 35 |
| 5.2.3 | Geschützte Netze | 35 |
| 5.2.4 | Datenbanken | 36 |
| 5.2.5 | Medizintechnik | 37 |
| 5.3 | Zwischenergebnis | 37 |
| 6. | Einfluss der Informationstechnologie auf die Qualität im Arzt-Patienten-Verhältnis | 37 |
| 6.1 | Transmissionsmechanismus | 38 |
| 6.2 | Transparenz medizinischen Wissens | 40 |
| 6.2.1 | Internetrecherchen | 41 |
| 6.2.2 | Diskussionsforen | 42 |
| 6.2.3 | Datenbankrecherchen | 43 |
| 6.2.4 | Multimediale Anwendungen | 43 |
| 6.2.5 | Anwendungsbeispiel: Diabetes mellitus | 45 |
| 6.3 | Transparenz der Leistungserbringer | 48 |
| 6.3.1 | Eigenwerbung der Leistungserbringer | 49 |
| 6.3.2 | Vorgelagerte Informationsmärkte | 51 |
| 6.3.2.1 | Innovative Gesundheitsunternehmen | 52 |
| 6.3.2.2 | Krankenkassen | 53 |
| 6.3.2.3 | Patientencommunities | 55 |
| 6.4 | Reaktionsinstrumente der Leistungserbringer | 56 |
| 6.4.1 | Wissenstransfer durch Ärzte-Netze | 57 |
| 6.4.2 | Fortschritte in der Diagnostik | 58 |
| 6.4.3 | Behandlungssteuerung durch Expertenkonsultationen | 59 |
| 6.4.4 | Behandlungssteuerung durch vernetzte Versorgungsstrukturen | 60 |
| 6.5 | Zwischenergebnis | 62 |
| 7. | Umsetzung des Transmissionsmechanismus im bundesdeutschen Gesundheitswesen | 62 |
| 7.1 | Adäquate Anreizstrukturen | 63 |
| 7.1.1 | Monetäre Anreize | 63 |
| 7.1.2 | Nichtmonetäre Anreize | 65 |
| 7.2 | Ansätze zu Reformen der rechtlichen Rahmenbedingungen | 66 |
| 7.2.1 | Standesrechtliche Werbeverbote | 66 |
| 7.2.2 | Standesrechtliche Marktzugangsschranken | 69 |
| 7.2.3 | Arzthaftungsrecht | 70 |
| 7.3 | Zwischenergebnis | 71 |
| 8. | Fazit | 71 |
| Literaturverzeichnis | V |
Ausgangspunkt des Wirkungsmechanismus bildet folgende Hypothese: Wenn sich die Patienten besser informieren können, wird der Arzt einen Anreiz haben, in seinen Leistungen die Qualität zu erbringen, die den Patienten zufriedenstellt. Ist dies nicht der Fall, wird dieser mit Abwanderung oder Widerspruch reagieren, welches sich im Abbruch der Arztbeziehung und in der Einholung von Zweitmeinungen manifestiert.224 Als erste zu erfüllende notwendige Bedingung ist dabei der Grad der Informiertheit des Patienten in Bezug auf sein medizinisches Wissen zu überprüfen. Aus diesem Grunde ist zu untersuchen, inwiefern dieser Grad gesteigert werden kann. Gleichzeitig erfüllt eine Transparenz hinsichtlich der alternativen Leistungserbringer die Funktion, dass das medizinische Wissen auch in die Wahl eines geeigneten Arztes umgesetzt werden kann und im Falle der Unzufriedenheit die Sanktionsmittel Abwanderung oder Einholung einer Zweitmeinung zur Anwendung kommen können. Sich an diese Überprüfung anschließend hat zusätzlich eine Fokussierung auf die Instrumente der Informationstechnologie zu erfolgen, mit denen der Arzt auf den impliziten Druck des Patienten, die Qualitätsansprüche befriedigen zu müssen, reagieren kann.225 Aus den vorgenannten Bedingungen ergeben sich folgende abzuprüfende Kriterien: • Transparenz medizinischen Wissens, • Transparenz der Leistungserbringer, • Reaktionsinstrumente der Leistungserbringer. [...]
36 quellen besser zu erschließen und auch geografisch weit entfernte Mitarbeiter an der Aufgabenerfüllung zu beteiligen.211 Gleichzeitig ist eine Verbindung mit den InternetDiensten möglich, ohne jedoch dritten Parteien einen Zugriff auf die organisationsinternen Daten zu ermöglichen.212 Die Technologie des Extranet nutzt die Infrastruktur des Internet, um Geschäftspartnern die Verbindung zum Intranet zu ermöglichen.213 Die Sicherheitsrisiken von Datentransfers werden dabei durch Schutzverfahren wie das Virtual Private Network (VPN) minimiert.214 Übermittelte Daten werden hierzu getarnt als internetübliche Internet-ProtocolPakete in verschlüsselter Form verschickt.215 Dieses Verfahren erlaubt die Nutzung der Infrastruktur des öffentlichen Internet und erweist sich gegenüber der Alternative, private Netzwerke durch kommerzielle Betreiber einrichten zu lassen, als vergleichsweise kostengünstig.216 5.2.4 Datenbanken „Eine Datenbank ist eine integrierte, strukturierte Sammlung von Daten, die eine zentrale Speicherung und Kontrolle der Daten ermöglicht.“217 Diese Definition impliziert mehrere Eigenschaften. Zum einen sind ungeordnete Mehrfachspeicherungen, zum anderen die Speicherung von widersprüchlichen Daten zu verhindern. Ferner weist eine Datenbank Vorkehrungen gegen Verlust, Verfälschung und unberechtigten Zugriff der gespeicherten Daten auf. An die zuletzt erwähnte Eigenschaft schließt sich die Gestaltungsoption an, eine Datenbank so zu konfigurieren, dass verschiedenen Benutzern eine spezifische Datensicht gewährt wird.218 Moderne Datenbanken weisen darüber hinaus die Fähigkeit auf, Informationen aus verschiedenen, weltweit verteilten Datenbanken in einer zentralen Datenbank zusammenfließen zu lassen.219 Mit Hilfe von speziellen Software-Applikationen können schließlich zielgenaue Abfragen generiert werden, die dem Anwender entscheidungsrelevante Informationen liefern.220 [...]
35 dige Voraussetzung, sich gezielt die Information beschaffen zu können, die es zur Entscheidungsfindung benötigt. 5.2.2 Suchmaschinen Die Einführung des WWW führte zu einer starken Zunahme der Informationsvielfalt im Internet. Dieses täglich ansteigende Angebot an Informationen205 verlangt nun ein Instrument, das dem Nutzer das Auffinden von konkreten Dokumenten, die er zur Entscheidungsfindung benötigt, ermöglicht. Dieser Problematik begegnen sogenannte Suchmaschinen und Suchdienste, die eine gezielte Informationssuche unterstützen.206 Der Anwender kann nun bei seiner Suche verschiedene Strategien verfolgen. So kann die Abfrage nach Themenschwerpunkten erfolgen, die sich für die Suche von generellen Informationen zu einem bestimmten Fachgebiet eignet.207 Den Schwachpunkt der thematischen Indizes, nur die vorher in die Rubrik eingetragenen Angebote anzuzeigen, greifen automatische Suchmaschinen auf, indem sie das Internet in regelmäßigen Zeitintervallen nach den neuesten Angeboten abfragen.208 Bei dieser Art von Recherche muss der Nutzer Stichwörter angeben und diese eventuell logisch kombinieren, so dass Suchprogramme die gewünschten Seiten auffinden können.209 5.2.3 Geschützte Netze Als spezielle Ausprägung der Internet-Technologie operieren geschützte Netze, die durch entsprechende technische Vorkehrungen den Zusammenschluss von Benutzergruppen in einem geschlossenen Raum ermöglichen. Diese nicht öffentlich zugänglichen Netze lassen sich dabei in Intra- und Extranet unterteilen. Das Intranet verwendet die gleichen Standards und Technologien wie das Internet.210 Eine Intranet-Struktur kommt häufig innerhalb von Organisationen zur Anwendung, da sie im Vergleich zum Internet Vorteile aufweist. So wird die Kommunikation zwischen den Organisationsteilnehmern beschleunigt, da die bedarfsgerechte Anpassung der Netzkapazität zur Vermeidung von Engpässen beiträgt. Die somit aufrechterhaltene Qualität der Kommunikation eröffnet die Möglichkeit, dezentralisierte Informations- [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832424695
Arbeit zitieren:
Völkl, Martin Februar 2000: Mehr Qualität durch Information, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Informationstechnologie, Arzt-Patient-Verhältnis, Imformation, Qualität, Gesundheitsversorgung



