Die Qualität von Gold als Inflationsschutz für Anleger aus Deutschland
- Art: Studienarbeit
- Autor: Melanie Konrad
- Abgabedatum: November 2008
- Umfang: 38 Seiten
- Dateigröße: 420,4 KB
- Note: 1,8
- Institution / Hochschule: Duale Hochschule Baden-Württemberg Deutschland
- Bibliografie: ca. 29
- ISBN (eBook): 978-3-8366-2802-0
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Konrad, Melanie November 2008: Die Qualität von Gold als Inflationsschutz für Anleger aus Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gold, Inflation, Rohstoffe, Edelmetall, Inflationsschutz
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Studienarbeit von Melanie Konrad
Einleitung:
Lange Zeit schien Gold, wegen sich seitwärts bewegender Märkte, als Anlageform in Vergessenheit geraten zu sein. Doch seit einiger Zeit wird ihm wegen seines Höhenfluges wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt. So stieg der Goldpreis in den vergangenen sechs Jahren von 303,55 USD pro Unze am 31.07.2002 auf 914,07 USD pro Unze am 31.07.2008. Das entspricht einer Wertsteigerung von 201% in sechs Jahren. Gold wurde jedoch in der Vergangenheit weniger mit der Möglichkeit auf schnelle Kursgewinne in Verbindung gebracht, als vielmehr mit der Möglichkeit sich vor Wertverlusten durch Inflation und Krisen zu schützen. Auch heute wird in der Literatur auf die Fähigkeit als Inflationsschutz verwiesen. So steht z.B. in einem Focus-Online Kommentar: „Als klassischer Inflationsgewinner gilt traditionell Gold. Es ist kein Zufall, dass der Preis für die Feinunze 2007 deutlich stieg und die Marke von 800 Dollar überwand.“ Der Autor vermutet also einen direkten Zusammenhang zwischen dem aktuellen Goldpreisanstieg und der Inflationsrate. Ein anderer Standpunkt wird dagegen in einem Artikel von Die Presse vertreten: „Investoren greifen zu Gold, um sich gegen alles Mögliche abzusichern – von der Inflation über geopolitische Risiken bis zu Turbulenzen an den Aktienmärkten. Gelohnt hat sich das bisher aber eigentlich nicht.“ Es stellt sich nun die Frage, welcher Ansatz der richtige ist.
In der folgenden Arbeit soll untersucht werden, wie sich die Beziehung von Gold und Inflation darstellt. Werden Gold und Inflation analysiert, wird meist die Beziehung von Gold in USD und die US-Inflationsrate betrachtet. Für in Deutschland lebende Anleger gelten andere Bedingungen als für US-amerikanische Anleger. So muss bei ihnen nicht die US-Inflationsrate, sondern die Inflationsrate in Deutschland berücksichtigt werden. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass hierzulande der Euro gesetzliches Zahlungsmittel ist und nicht der US-Dollar. Da der Goldpreis aber in Dollar notiert, muss der in Deutschland lebende Anleger zunächst Euro in USD tauschen, um dann Gold erwerben zu können. Er ist also zusätzlich von dem EUR/USD-Wechselkurs abhängig (siehe Abbildung 1: Goldpreis in USD, Goldpreis in EUR und EUR/USD-Wechselkurs, 2001-2008).
Wie man in Abbildung 1 erkennen kann, macht es einen erheblichen Unterschied, ob man den Goldpreis in US-Dollar verwendet oder diesen Goldpreis mit dem EUR/USD-Wechselkurs in einen Goldpreis in Euro umrechnet. Der Wert von Gold hat sich von Januar 2001 bis Januar 2008 in USD mehr als verdreifacht, wohingegen er sich in Euro im gleichen Zeitraum lediglich verdoppelt hat.
In der vorliegenden Studie soll speziell untersucht werden, wie sich die Beziehung von Gold und Inflation für in Deutschland lebende Anleger darstellt. Gold ist in Deutschland ein Inflationsschutz, wenn der Goldpreis in Euro gleich oder stärker steigt, als der deutsche Verbraucherpreisindex.
Es gilt weiterhin zu prüfen, ob sich bei Beachtung des Wechselkurses und der Inflationsrate in Deutschland überhaupt bemerkenswerte Unterschiede im Vergleich zur Verwendung der US-Inflation und des US-Dollars ergeben.
Gang der Untersuchung:
Im Folgenden soll zunächst auf die Historie und die Besonderheiten von Gold eingegangen werden. Dies dient als Grundlage für eine Beurteilung, warum Gold geeignet sein könnte, ein Inflationsschutz zu sein bzw. mit der Inflationsrate zu korrelieren. Danach sollen die verschiedenen Goldmärkte beschrieben werden. Dadurch wird über die unterschiedlichen existierenden Goldpreise informiert und eine Abgrenzung zum betrachteten Goldpreis vorgenommen. Weiterhin soll näher darauf eingegangen werden, wie Inflation definiert ist und wie die betrachtete Inflationsrate berechnet wird.
Anschließend soll auf die Fähigkeit von Gold als Inflationsschutz in den USA über verschiedene Zeiträume eingegangen werden. Dadurch können die Ergebnisse für Deutschland aus der darauf folgenden Untersuchung besser eingeordnet und beurteilt werden. Schließlich wird die Fähigkeit von Gold als Inflationsschutz auf lange Sicht in Deutschland analysiert. Mit Hilfe einer graphischen Analyse und eines statistischen Modells wird im nächsten Punkt diese Fähigkeit ab dem Jahr 1971 untersucht.
Betrachtet wird ebenfalls die Korrelation der Inflationsrate und des Goldpreisanstieges, um zu überprüfen, ob überhaupt ein Zusammenhang zwischen beiden Komponenten besteht.
Weiterhin werden eventuelle Unterschiede zwischen der Fähigkeit von Gold als Inflationsschutz für die in den USA und in Deutschland lebenden Anleger herausgestellt.
Zum Schluss sollen, aufbauend auf die Ergebnisse dieser Studie, Handlungsempfehlungen für die Anleger gegeben werden, die zum Schutz vor Inflation einen Goldkauf in Erwägung ziehen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Historie und Besonderheiten von Gold | 4 |
| 3. | Goldmärkte | 9 |
| 3.1 | Kassamarkt | 9 |
| 3.2 | Terminmarkt | 10 |
| 3.2.1 | Unbedingte Termingeschäfte | 10 |
| 3.2.1.1 | Forwards | 10 |
| 3.2.1.2 | Futures | 11 |
| 3.2.2 | Bedingte Termingeschäfte | 12 |
| 4. | Inflation | 13 |
| 5. | Gold und Inflation in den USA | 15 |
| 6. | Gold als Inflationsschutz in Deutschland auf lange Sicht | 18 |
| 7. | Analyse von Gold und Inflation in Deutschland ab 1971 | 19 |
| 7.1 | Gegenstand und Methodik der Untersuchung | 19 |
| 7.2 | Ergebnisse der Analyse | 22 |
| 7.2.1 | Graphische Analyse | 22 |
| 7.2.2 | Statistisches Modell | 26 |
| 7.2.3 | Korrelationsanalyse | 27 |
| 7.3 | Zusammenfassung der Ergebnisse und Kritik der Methodik | 28 |
| 8. | Unterscheidung der Ergebnisse für die USA und Deutschland | 30 |
| 9. | Handlungsempfehlungen für Anleger | 31 |
| Literaturverzeichnis | 32 |
Textprobe:
Kapitel 5, Gold und Inflation in den USA:
Wie in der Einleitung erwähnt, werden Internetartikel über Gold oft dominiert von plakativen Aussagen. Es wird behauptet, Gold wäre ein oder kein Inflationsschutz, ohne dass eine Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Zeithorizonten erfolgt. Aber genau in dieser fehlenden Differenzierung könnte der Grund für die unterschiedlichen Ansichten liegen. Bei Studien, die den Goldpreis in USD und die US-Inflationsrate verwendeten, ergaben sich ebenfalls unterschiedliche Ergebnisse, je nachdem welcher Zeitraum betrachtet wurde.
In ihrer Studie „Short-run and long-run determinants of the price of gold“ kamen Levin und Wright zu dem Ergebnis, dass eine langfristige Beziehung zwischen dem Goldpreis und dem US-Preislevel besteht. Hierbei gingen sie von einem Zeitraum von 170 Jahren aus (siehe Abbildung 2: Nominaler Goldpreis in USD und Inflationsschutzpreis für die USA, 1835-2005).
Außerdem erkannten sie, dass im Zeitraum von 1835 bis 2005 der Goldpreis statistisch um einen Prozentpunkt anstieg, wenn sich das Preisniveau um einen Prozentpunkt erhöhte. In der Graphik kann man erkennen, dass Gold für den von Levin und Wright untersuchten Zeitraum ein Inflationsschutz war. Sie betonten, dass diese Beziehung nur sehr langfristig gesehen werden kann.
In einer kurzfristigen Betrachtung analysierten sie Daten auf monatlicher Basis von Januar 1976 bis August 2005. Ihnen fiel auf, dass der Goldpreis kurzfristig von Veränderungen in der US-Inflationsrate, der Inflationsvolatilität, dem Kreditrisiko, dem handelsgewichteten USD-Wechselkurs und der Goldleaserate abhängt. Der Goldpreis ist auf kurze Sicht also von zu vielen Variablen abhängig, als dass er ein sicherer Inflationsschutz sein könnte. Es ist also tatsächlich so, dass der Grund für die unterschiedlichen Meinungen über die Inflationsschutzfähigkeit von Gold an der fehlenden zeitlichen Differenzierung liegt. Bei der kurzfristigen Betrachtung fällt ihnen weiterhin auf, dass eine positive Beziehung zwischen der Bewegung des Goldpreises mit der US-Inflation und der US-Inflationsvolatilität besteht. Sie finden allerdings keine signifikante Beziehung zwischen dem Goldpreis, der Weltinflation und der Weltinflationsvolatilität.
Levin und Wright haben weiterhin den Zeitraum von 1976 bis 2005 betrachtet und herausgefunden, dass Gold auch für diesen Zeitraum in den USA ein Inflationsschutz war (siehe Abbildung 3: Nominaler Goldpreis in USD und Inflationsschutzpreis für die USA, 1976-2005).
Man kann weiterhin erkennen, dass Gold bei einem Kauf im Jahr 1976 kein Inflationsschutz gewesen wäre, wenn es zwischen 1997 und 2005 wieder verkauft worden wäre.
Jaffe dagegen untersuchte den Zusammenhang zwischen Gold und US-Verbraucherpreisindex statistisch, indem er die Korrelationen von September 1971 bis Juni 1987 näher betrachtete. Er fand bei Verwendung monatlicher Daten heraus, dass Gold positiv mit der US-Inflation korreliert, diese Korrelation jedoch sehr gering ist. McCown und Zimmerman haben die Korrelation von Gold und US-Inflation zwischen 1970 und 2006 untersucht. Sie betrachteten Zeithorizonte zwischen einem Monat und fünf Jahren. Je größer der betrachtete Zeithorizont war, desto höhere Korrelationskoeffizienten ergaben sich. Bei der Betrachtung des Fünfjahreszeitraumes erreichte der Zusammenhang mit einer Korrelation von 0,711 seinen höchsten Wert”.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836628020
Arbeit zitieren:
Konrad, Melanie November 2008: Die Qualität von Gold als Inflationsschutz für Anleger aus Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gold, Inflation, Rohstoffe, Edelmetall, Inflationsschutz



