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Psychotherapie bei Depression aus journalistischer Sicht

Eine inhaltsanalytische Auswertung von Illustrierten und Nachrichtenmagazinen

Psychotherapie bei Depression aus journalistischer Sicht
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Iris Habecker
  • Abgabedatum: März 2001
  • Umfang: 99 Seiten
  • Dateigröße: 582,2 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4956-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4956-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4956-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Habecker, Iris März 2001: Psychotherapie bei Depression aus journalistischer Sicht, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Psychotherapie, Depression, Journalismus, Laienprintmedien

Diplomarbeit von Iris Habecker

Einleitung:

In der genannten Arbeit wurden dreißig Illustrierte und Nachrichtenmagazine, die im Zeitraum von Januar 1999 bis einschließlich Juni 2000 erschienen sind, insgesamt 1350 Einzelzeitschriften, nach Artikeln zum Thema Depression durchgesehen. In fünfzehn der Laienzeitschriften wurden 31 Artikel mit der genannten Thematik gefunden, 23 davon in Wöchentlichen Frauenzeitschriften – Yellow Press, einer in einer vierzehntäglich erscheinenden Frauenzeitschrift, drei in einem Männermagazin und die restlichen vier in Nachrichtenmagazinen.

Im Fokus der inhaltsanalytischen Untersuchung der 31 Artikel standen folgende Fragen: Wie berichten Journalisten über Psychotherapie bei Depression? Welcher Bedeutung wird Psychotherapie bei Depression in der Laienpresse zugemessen? Stimmt die Berichterstattung über die Behandlung von Depression mit dem Expertenwissen überein oder gibt es Abweichungen?

Gefunden wurde die Tendenz, das Auftreten von Depression biologisch, also mit Alterationen der Neurotransmittersysteme, zu erklären. Wann immer die Fakten einer depressiven Erkrankung dargestellt wurden, stand diese Erklärung an erster Stelle. Folgerichtig wurde für die Behandlung von Depression in erster Linie Pharmakotherapie angeraten.

Ein psychologisches Depressionsverständnis, also psychosoziale, psychodynamische, lerntheoretische und auch kognitive Aspekte, konnte jedoch in Falldarstellungen und Selbstaussagen von Betroffenen, gefunden werden. Dieses wurde in den Behandlungsvorschlägen nicht weiter aufgegriffen.

Psychotherapie wurde nur in weniger als 2/3 der Artikel erwähnt. Dabei wurde sie häufig gleich gestellt mit /anderen Behandlungsvorschlägen/ wie beispielsweise dem Rat, vermehrt Sport zu treiben. Während die Wirkungsweise der Psychopharmaka ebenso wie neuere medizinische Behandlungsmethoden, z.B. die repetive Magnetstimulation, ausführlich erklärt wurden, wurde in nur einem Zeitschriftenartikel der Ablauf und die Wirkungsweise der Kognitiven Verhaltenstherapie dargestellt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in den Laienprintmedien erstaunlich wenig über Psychotherapie bei Depression geschrieben wird. Die Berichterstattung steht somit in eklatantem Gegensatz zu den Erkenntnissen psychologischer Forschung, die wiederholt zeigen konnte, dass Psychotherapie nicht nur zu einer deutlichen Besserung der depressiven Symptomatik führt, sondern auch die Bedeutung von Psychotherapie als Rezidivprophylaxe unterstreicht. Dies weist darauf hin, dass Journalisten wenig Informationen über psychologische und psychotherapeutische Aspekte der Behandlung von Depressionen erhalten. Schlussfolgernd wird eine engere Zusammenarbeit zwischen Psychologen, Psychotherapeuten und Journalisten gefordert.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 9
1. Psychotherapie und die Stellung des Psychotherapeuten nach dem Inkrafttreten des deutschen Psychotherapeutengesetzes 11
1.1 Das Gesetz über die Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten und des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (Psychotherapeutengesetz - PsychThG) 11
1.2 Der Psychotherapiebegriff 12
1.3 Der Begriff der Psychotherapie im deutschen Psychotherapeutengesetz 13
1.4 Der Beruf des Psychotherapeuten nach dem deutschen Psychotherapeutengesetz 13
2. Depression und ihre Behandlung 15
2.1 Depression - Beschreibung des Störungsbildes und Klassifizierung 15
2.2 Die Behandlung von Depression 20
2.2.1 Die Behandlung von Depression aus psychiatrischer Sicht 20
2.2.2 Die Behandlung von Depression aus psychologischer Sicht 22
2.3 Die psychotherapeutische Behandlung von Depression 22
2.3.1 Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei Depression 23
2.3.2 Kognitive Verhaltenstherapie bei Depression 24
2.3.3 Interpersonelle Psychotherapie bei Depression 26
3. Die Wirksamkeit der Richtlinienverfahren und der Interpersonellen Psychotherapie 28
3.1 Die Wirksamkeit der Psychoanalyse und der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapien 29
3.2 Die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie 31
3.3 Die Wirksamkeit der Interpersonellen Psychotherapie 33
4. Psychotherapie und der Beruf des Psychotherapeuten/ Psychologen aus der Sicht von Laien 35
4.1 Laien und ihre Einstellung zur Psychotherapie 35
4.2 Laien und ihre Einstellung zum Beruf des Psychotherapeuten/Psychologen 36
4.3 Psychotherapie und der Beruf des Psychotherapeuten/Psychologen in der Laienpresse 37
5. Forschungsinteresse und Fragestellung der eigenen Untersuchung 39
6. Untersuchungsplanung und methodisches Vorgehen 41
6.1 Datenmaterial 41
6.2 Entwicklung des Kategoriensystems 47
6.3 Durchführung und Auswertung 50
7. Ergebnisse 51
7.1 Die Bezeichnungen für Depression in den untersuchten Zeitschriften 51
7.2 Die Ursachen für Depression aus journalistischer Sicht 53
7.3 Die Auslöser für Depression aus journalistischer Sicht 53
7.4 Die Darstellung von Depression aus journalistischer Sicht 54
7.5 Die Behandlung von Depression aus journalistischer Sicht 56
7.6 Weitere Informationen zum Thema Depression in den untersuchten Zeitschriften 58
7.7 Unterschiede in der journalistischen Berichterstattung zum Thema Depression in den untersuchten Zeitschriften nach sozioökonomischen Status und Geschlecht 59
8. Diskussion und Ausblick 61
8.1 Depression aus journalistischer Sicht 61
8.2 Psychotherapie aus journalistischer Sicht 63
8.3 Kritische Bewertung der eigenen Untersuchung und Vorschläge für weitere Untersuchungen 68
Zusammenfassung 72
Tabellenverzeichnis 75
Literaturverzeichnis 77
Anhang 85

Automatisiert erstellter Textauszug:

Folgende Artikel wurden im untersuchten Zeitraum gefunden (Tabelle 6.1.3): Echo der Frau Echo der Frau Frau im Spiegel Frau mit Herz Freizeit Revue Das goldene Blatt Das goldene Blatt Das goldene Blatt Das goldene Blatt Das Neue Das Neue Das Neue Das Neue Das Neue Das Neue Das Neue Blatt Das Neue Blatt 7 Tage 7 Tage 7 Tage 7 Tage Tina Tina Brigitte Men´s Health Men´s Health Men´s Health Focus Spiegel Spiegel Stern 40/99 48/00 4/00 16/00 36/99 7/99 23/99 46/99 15/00 7/99 9/99 11/99 32/99 7/00 12/00 12/99 48/99 8/00 13/00 14/00 28/00 38/99 5/00 3/99 9/99 1/00 6/00 48/99 31/99 46/99 7/99 Das Sisi-Syndrom3 Was bei Depressionen wirklich hilft Wenn die Seele weint Wenn die Seele Hilfe braucht Wie die Seele wieder glücklich wird Licht das hellste Heilmittel Johanniskraut hellt die Seele auf Wege aus der Seelenkrise Johanniskraut hellt die Seele auf Johanniskraut und Sport heitern auf Am liebsten würde ich mich vor der ganzen Welt verstecken Wege aus dem Tal der Traurigkeit Depressionen – warum sie so häufig nicht erkannt werden und was dagegen hilft Depressionen muss man nicht hinnehmen Wie Ärzte heute Depressionen behandeln Schlafentzug bremst Depressionen So kommen Sie besser über die Runden Akupunktur vertreibt die Frühjahrsdepression Mit Johanniskraut kommt Farbe in den Frühling Unruhig, verzagt – diese Mittel helfen Schnelle Diagnose entlarvt Depression Gymnastik gegen Depressionen Seele in der Krise Die Angst vor jedem neuen Tag Depressionen Depression Depressionen Auf der Suche nach dem verlorenen Glück Finsternis der Seele Aufs Beste hoffen Männer unter Druck [...]

Inhalt berichten größtenteils aus dem Leben prominenter Personen. Meist verfügen diese Zeitschriften über ein mehrseitiges Gesundheitsforum. Dort werden die Leser und Leserinnen über gesundheitliche Belange aufgeklärt und haben die Möglichkeit, sich von Fachkräften via Leserbrief beraten zu lassen. In Abgrenzung zu den Wöchentlichen Frauenzeitschriften – Yellow Press haben die nur mit Frauenzeitschrift betitelten Magazine ihren Schwerpunkt in der Modeund Schönheitsberatung. Sie unterhalten mit Berichten zu aktuellen, meist unpolitischen Themen, Wellness und Gesundheit. Gesundheitsaufklärung spielt in diesen Zeitschriften jedoch nur eine untergeordnete Rolle. richten ihren Fokus auf Sport, Wellness und Gesundheitspflege, jedoch ohne im weiteren Sinne gesundheitliche Aufklärung zu betreiben. Das Pendant zu den Frauenzeitschriften sind Männermagazine. Im Gegensatz zu den Frauenzeitschriften unterscheiden sie sich in Schwerpunkt und Aufbau. So räumt das Magazin „Max“ Rubriken wie Gesellschaft, Politik und Entertainment (neben Mode, Wissenschaft und Technik, etc.) einen größeren Platz ein, während die Schwerpunkte von z.B. Men´s Health auf Fitness und Körpertraining, gefolgt von Berichten und Ratschlägen zur Karriereplanung, dem „richtigen“ Umgang mit Frauen und Mode, liegen. Gesundheit hat hier, deutlich stärker als in den Frauenzeitschriften, einen Raum, angefangen von Ernährungstipps bis zur gesundheitlichen Aufklärung. Der Schwerpunkt aktueller Wochenmagazine liegt auf der politischen Berichterstattung, Berichten über die wirtschaftliche Lage und den neusten Erkenntnissen aus dem Bereich der Wissenschaft. In letzteren Bereich fallen die meisten Artikel zum Thema Gesundheit . [...]

die Leser über die psychotherapeutische Behandlung von Depression informiert? Wenn über Psychotherapie berichtet wird: Welche psychotherapeutischen Verfahren werden den Lesern nahe gebracht? Werden nur Richtlinienverfahren dargestellt? Gilt Psychotherapie als Verfahren, das unabhängig von einer pharmakologischen Therapie durchgeführt werden kann und/oder soll? 4. Welche Berufe werden im Zusammenhang mit Forschung im Bereich Depression und der Behandlung von Depression genannt? Diese Frage ist aus folgenden Gründen von Interesse: Zum einen soll die Antwort aufzeigen, ob potentielle Patienten eher an Ärzte oder eher an Psychologen verwiesen werden. Zum anderen zeigt sie welche Berufsgruppen Einfluss auf die in den Laienzeitschriften verbreiteten Informationen ausüben, beispielweise ist anzunehmen, dass ein Psychiater, der zum Thema Depression befragt wird, auf andere Forschungsergebnisse, und somit auch auf andere Behandlungsmethoden, den Schwerpunkt setzt als ein klinischer Psychologe. Es soll zudem untersucht werden, ob Journalisten zwischen 5. 6. ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten unterscheiden. Aus welchen therapeutischen Bereichen entnehmen Journalisten Ratschläge zur Selbsthilfe? Berichten Journalisten in unterschiedlicher Weise, je nach dem, welchen sozioökonomischen Status oder welchem Geschlecht die angesprochenen Leser angehören? [...]

Arbeit zitieren:
Habecker, Iris März 2001: Psychotherapie bei Depression aus journalistischer Sicht, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Psychotherapie, Depression, Journalismus, Laienprintmedien

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