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Psychische Erkrankungen und Studienverlauf in den ersten Lehrgängen der Akademie für Gemeinwirtschaft

Psychische Erkrankungen und Studienverlauf in den ersten Lehrgängen der Akademie für Gemeinwirtschaft
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Frank Fuchsius
  • Abgabedatum: Oktober 2002
  • Umfang: 38 Seiten
  • Dateigröße: 449,2 KB
  • Note: 1,2
  • Institution / Hochschule: Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5743-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5743-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5743-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fuchsius, Frank Oktober 2002: Psychische Erkrankungen und Studienverlauf in den ersten Lehrgängen der Akademie für Gemeinwirtschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Psychatrie, Studium, sozial, Hochschule für Wirtschaft und Politik

Studienarbeit von Frank Fuchsius

Einleitung:

Die Akademie für Gemeinwirtschaft öffnet ihre Pforten 1948 vor allem sozial benachteiligten Bewerbern. Vor dem Hintergrund des verlorenen Krieges und den damit verbundenen Wirren um eine neue wirtschaftspolitische Zielsetzung soll die Gemeinwirtschaft einen Weg einschlagen, der weder ganz zum Sozialismus noch ganz zum Kapitalismus führt. Die soziale Realität von 1948, die zu einem Wahlerfolg der Christdemokraten im Jahr 1949 führt, ist für solche Zielsetzungen jedoch schwer zu ignorieren.

Gleiches gilt für die Situation von psychisch Erkrankten nach dem II Weltkrieg. Werden psychisch Erkrankte im Nationalsozialismus noch als lebensunwertes Leben verfolgt und vernichtet, so ist diese Doktrin nach dem Krieg nicht mehr zu halten. Jeder psychisch Erkrankte hat auf Grund der Forschungslage jetzt die Chance zu einem akzeptierten Teil der Gesellschaft zu werden.

In dieser Arbeit für das empirische Praktikum, soll an Hand von empirischen Daten und Akten aus den Anfängen der Akademie für Gemeinwirtschaft versucht werden, die Frage zu beantworten, wie sich eine psychische Erkrankung auf den Studienverlauf in den ersten Lehrgängen an der Akademie auswirkt. Ich versuche die politischen Umbrüche die zu dieser Zeit stattfinden, und deren Auswirkungen auf das Verhalten der Akteure, zu beleuchten.

Neben einer Bewerbertypologie erscheinen mir zwei der Studierenden für empirischen Erhebungen besonders geeignet: die Herrn Natkaes und Schwott. Natkaes auf Grund seiner psychischen Erkrankung, Schwott wegen seiner Zielstrebigkeit und Begabung.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 2
2. Die Akademie für Gemeinwirtschaft 2
2.1 Gründung der Akademie für Gemeinwirtschaft 3
2.2 Gründungskonzept der Akademie für Gemeinwirtschaft 4
2.3 Zielsetzung der Akademie für Gemeinwirtschaft 5
3. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland 6
3.1 Deutsche Lebensrealität nach dem verlorenen Weltkrieg 6
3.2 Zielsetzungen im Wiederaufbau 7
4. Psychische Erkrankungen 10
4.1 Historische Vorbemerkungen 11
4.2 Psychische Erkrankungen im III Reich 13
4.3 Psychische Erkrankungen nach dem II Weltkrieg 14
5. Empirische Erhebungen 16
5.1 Versuch einer Bewerbertypologie 18
5.2 Der psychisch erkrankte Student 21
5.2.1 Die Sozialgestalt des Herrn Natkaes 22
5.2.2 Psychische Erkrankung und Studienverlauf 25
5.3 Der vorbildliche Student 27
5.3.1 Die Sozialgestalt des Herrn Schwott 28
5.3.2 Begabung und Studienverlauf 30
6. Schlußbemerkungen 31
7. Literatur 35

Automatisiert erstellter Textauszug:

in einen Kommunikationszusammenhang mit dem zu erforschenden Objekt hineinzuversetzen74. Über den beigefügten Lebenslauf der Bewerber versucht der Forschende zwischen den Zeilen zu lesen. Hier versucht er Erkenntnisse über den Informationsgehalt hinaus zu gewinnen und Absichten des Bewerbers über nicht ausdrücklich Gesagtes zu erkennen75. Das Ziel der Inhaltsanalyse ist die Analyse von Texten76, die hier in Form von Akten vorliegen. Die Analyse bezieht sich auf konkrete Aussagen, als auch auf nicht konkret entfaltete Darlegungen, sei es bewusster oder unbewusster Natur77. Inhaltsanalyse kann ein wirksames Instrument sein, um von „Kommunikationsinhalten auf emotionale oder kognitive Befindlichkeiten oder auf Deutungsmuster des Kommunikators zu schließen.“78 Die Lebensläufe der Studenten Schwott und Natkaes stellen hier wichtige Aussagen zur Verfügung. Dies gilt auch im Bezug auf die Wirkung der Inhalte auf die Empfänger der Kommunikation79, die in diesem Fall die Verantwortlichen der Akademie für Gemeinwirtschaft darstellen. Für die inhaltsanalytische Technik zitiert Lamnek die Handlungsanweisungen von Danner, der die Analyse in drei Abschnitte einteilt. Hier soll die Vorgehensweise nur in Stichworten erläutert werden: 1) Vorbereitende Interpretation ⇒ Es ist zu überprüfen, ob das vorhandene Aktenmaterial authentisch ist. Sodann muss der Forschende sich über seine Interessen und Fragestellungen klar werden80. 2) Textimmanente Interpretation ⇒ Der Forscher versteht nur das, was er auch selbst kennt. Im Zuge der Arbeitsdynamik ändert sich dieses Verstehen. Der Verfasser der Kommunikation muss prinzipiell für vernünftig gehalten werden, so dass Unverständliches oder Widersprüche zu Lasten des Forschers interpretiert werden81. 3) Koordinierende Interpretation ⇒ Hier kann nur die Akte benutzt werden. Im Falle des Studenten Schwott, könnte der weitere Lebensweg in der Geschichte der Bundesrepublik verfolgt werden. Weil die Akte aber vertraulich behandelt werden muss, [...]

5. Empirische Erhebungen Im Folgenden wird der Versuch unternommen, zwei Studierende der Akademie für Gemeinwirtschaft biographisch im Kontext ihrer Zeit zu untersuchen. Während Herr Natkaes hier für den psychisch Erkrankten ( Def. Pkt. 4 ) steht, der am Ende durch die abschließende Prüfung der Akademie für Gemeinwirtschaft fällt, stellt Herr Schwott einen Studenten dar, der mit den strengen Anforderungen der Akademie für Gemeinwirtschaft so gut zurechtkommt, dass er die Abschlußprüfung sogar mit Auszeichnung besteht. Diese empirische Erhebung wird mit der Methode der Inhaltsanalyse versucht. Die zur Verfügung stehenden Akten aus den ersten Lehrgängen der Akademie für Gemeinwirtschaft, beinhalten für die statistische Inhaltsanalyse73 ein Bewerbungsformular und einen Lebenslauf. In dem Bewerbungsformular macht der angehende Akademiestudent Angaben persönlicher Natur, die über Fragen seiner sozialen Herkunft und der Rolle im ausgegangenem Weltkrieg Aufschluss geben können. Die Aktenstücke haben keine Seitenzeichnung. Zur Lagebestimmung der Akten, hat der Verfasser dieser Arbeit das Datum der jeweiligen Kommunikation angegeben. Weiterhin beinhalten die Akten, die schriftlichen Ausarbeitungen aus den Aufnahmeprüfungen der Bewerber, sowie Schriftwechsel, die sich bei den von mir untersuchten Subjekten hauptsächlich um Anträge zu finanziellen Studienbeihilfen drehen. Gerade der letzte Aspekt stellt eine wichtige Beziehung zur Betrachtung der damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse dar, in der der Verfasser dieses Beitrags gezwungen ist, sich [...]

sich etwas eine Million als dringend behandlungsbedürftig62. Von psychiatrischen Krankenhäusern und Einrichtungen werden ca. 200.000 aufgenommen, bei 98757 offiziell für psychisch Kranke ausgelegte Betten63. Das sind 1,6 Betten pro 1000 Einwohner64. In den psychiatrischen Krankenhäusern gibt es Säle mit mehr als 10 oder sogar 20 Betten. Nur die Hälfte der Zimmer hat 1 – 3 Betten. Die ärztliche Versorgung ist besorgniserregend, nur ein Viertel der psychiatrischen Krankenhäuser verfügt über eine ausreichende Anzahl von Ärzten. Jeder Arzt ist für 59,8 Betten zuständig65. In den Jahren 1973/74 gibt es in Deutschland 1263 Fachtherapeuten für psychisch kranke Erwachsene66. Für die zukünftige Planung der Behandlung psychisch Kranker, auf dem Niveau von biologisch Kranken, werden fachliche Kompetenzen aus den Bereichen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Psychologie, Sozialwissenschaften und Sozialarbeit, zu einer Kommission zusammengeführt. Ein Erfolg dieser Kommission liegt darin, dass historisch bedingte Hindernisse bei der Zusammenarbeit dieser Disziplinen ausgeräumt werden konnten, und damit die Vielzahl der Einzeldisziplinen, einer gemeinsamen Versorgung psychisch Kranker zu Gute kommt67. Die Kommission überprüft außerdem finanzielle Spielräume für Reformen, zeigt aber auch Notwenigkeiten auf: Die Gesellschaft muss sich die Frage stellen, inwieweit sie bereit ist, knappe Ressourcen freizugeben, um das Schicksal psychisch Kranker zu erleichtern68. Nach 1945 setzt, zumindest in der Theorie, eine gegenläufige Tendenz ein. Erstmals seit dem Beginn des 19 Jh. sollen psychisch Kranke wieder eingemeindet, anstatt ausgegrenzt werden. Offenbar ist es möglich, die psychisch Kranken wieder näher an uns heranzulassen69. Der Mensch als selbständig handelndes Subjekt hält wieder in der Psychiatrie Einzug70. Der psychisch Erkrankte kann, auch bei begrenztem Behandlungser- [...]

Arbeit zitieren:
Fuchsius, Frank Oktober 2002: Psychische Erkrankungen und Studienverlauf in den ersten Lehrgängen der Akademie für Gemeinwirtschaft, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Psychatrie, Studium, sozial, Hochschule für Wirtschaft und Politik

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