Die Prüfung der Kreditwürdigkeit junger Technologieunternehmen
Modifikation bestehender Methoden und Vorstellung neuer Verfahren
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Gregor Karras
- Abgabedatum: April 2001
- Umfang: 82 Seiten
- Dateigröße: 657,0 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Berufsakademie Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5398-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5398-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5398-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Karras, Gregor April 2001: Die Prüfung der Kreditwürdigkeit junger Technologieunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Jahresabschlußanalyse, Kredit, Jahresabschluß, Kreditwürdigkeitsprüfung
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Diplomarbeit von Gregor Karras
Einleitung:
Soll man als Bank Kredite an junge Technologieunternehmen vergeben, oder nicht? Diese Frage kann zunächst nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantwortet werden. Die aktuellen Insolvenzzahlen, die Ertragslage im Kreditgeschäft und die oft unzureichenden Kenntnisse des Kreditsachbearbeiters im Hinblick auf neue Technologien sprechen dagegen; umfangreiche Erträge aus Provisionsfolgegeschäften, Kooperationsmöglichkeiten mit öffentlichen Förderbanken oder schlicht der Imagegewinn lassen ein positives Veto erwarten.
Doch selbst wenn man sich aus geschäftspolitischen Erwägungen für ein Engagement in diesem Bereich entscheidet, erweist sich die hier mit herkömmlichen Instrumenten nur schwer durchführbare Kreditwürdigkeitsprüfung als unüberwindbare Hürde.
Die vorliegende Arbeit versucht, dieser Problematik Herr zu werden. Nachdem zu Beginn geklärt wurde, wann eine Bank Kredite an jungen Technologieunternehmen vergibt und vor allem wann es für diese Unternehmen überhaupt sinnvoll ist, herkömmliche Kredite aufzunehmen, sollen die bewährten und zukünftigen Analyseinstrumente auf ihre Anwendbarkeit bei jungen Technologieunternehmen hin untersucht werden. Abschließend werden notwendige Modifikationen vorgenommen, um ein abgeschlossenes Analyseinstrument zur Verfügung stellen zu können.
Inhaltsverzeichnis:
| Gliederung | II | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Abbildungsverzeichnis | ||
| Tabellenverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Der Kreditbedarf junger Technologieunternehmen | 1 |
| 2.1 | Begriffliche Abgrenzung junger Technologieunternehmen | 1 |
| 2.2 | Die Finanzierungsstruktur junger Technologieunternehmen im Entwicklungsfortschritt | 2 |
| 2.3 | Der Einfluss der Börsenlage auf die Kreditnachfrage | 6 |
| 3. | Die Determinanten einer Finanzierung junger Technologieunternehmen durch Kredite | 8 |
| 4. | Die Kreditwürdigkeitsprüfung | 10 |
| 4.1 | Wesen und Erkenntnisziele der Kreditwürdigkeitsprüfung | 10 |
| 4.2 | Die Kreditwürdigkeitsprüfung in der Praxis | 11 |
| 4.2.1 | Die Kreditwürdigkeitsprüfung bei der Bankgesellschaft Berlin AG | 11 |
| 4.2.2 | Die Prüfungsverfahren anderer deutscher Kreditinstitute im Zeitvergleich | 15 |
| 5. | Die Schwächen etablierter Verfahren im Hinblick auf eine fundierte Kreditwürdigkeitsprüfung bei jungen Technologieunternehmen | 16 |
| 5.1 | Die den Erfolg von jungen Technologieunternehmen bestimmendenFaktoren | 16 |
| 5.2 | Durch die Datenbasis begründete Mängel | 19 |
| 5.2.1 | Die Sprachbarriere des Jahresabschlusses | 19 |
| 5.2.2 | Die Unterbelichtung des technischen Potenzials und der Managementfähigkeiten | 20 |
| 5.2.3 | Die Heterogenität der Datenbasis | 22 |
| 5.2.4 | Die mangelnde Aktualität der Jahresabschlussdaten | 23 |
| 5.2.5 | Die Manipulierbarkeit des Jahresabschlusses | 25 |
| 5.3 | Die Rückständigkeit der Analysepraxis | 27 |
| 5.3.1 | Kritik an der Praxis der Jahresabschlussanalyse | 27 |
| 5.3.2 | Kritik an herkömmlichen Ratingverfahren | 28 |
| 5.4 | Kritische Würdigung moderner Verfahren zur Jahresabschlussanalyse | 29 |
| 5.4.1 | Die Multivariate Lineare Diskriminanzanalyse | 29 |
| 5.4.1.1 | Das Prinzip der Multivariaten Linearen Diskriminanzanalyse | 29 |
| 5.4.1.2 | Kritische Würdigung der Multivariaten Linearen Diskriminanzanalyse | 32 |
| 5.4.2 | Die Künstliche Neuronale Netzanalyse | 35 |
| 5.4.2.1 | Das Prinzip der Künstlichen Neuronalen Netzanalyse | 35 |
| 5.4.2.2 | Kritische Würdigung der Künstlichen NeuronalenNetzanalyse | 37 |
| 6. | Die Entwicklung eines Instruments zur Prüfung der Kreditwürdigkeit von jungen Technologieunternehmen | 39 |
| 6.1 | Die generelle Ausgestaltung des Instruments | 39 |
| 6.2 | Die Grobanalyse | 40 |
| 6.3 | Das integrierte Management- und Technologie-Assessment als prospektives Element der Kreditwürdigkeitsprüfung | 41 |
| 6.3.1 | Das Technologie-Teilrating | 41 |
| 6.3.1.1 | Das technologische Potenzial | 41 |
| 6.3.1.2 | Die technologische Markstellung des jungenTechnologieunternehmens | 43 |
| 6.3.2 | Das erweiterte Management-Teilrating | 45 |
| 6.4 | Die überarbeitete und erweiterte Analyse der wirtschaftlichen Verhältnisse von jungen Technologieunternehmen | 47 |
| 6.4.1 | Die Cash-Flow-Rechnung und die Cash-Flow-Analyse | 47 |
| 6.4.2 | Vorschlag einer Auswahl erkenntniszielorientierter Kennzahlen | 49 |
| 7. | Vorstellung des Jahresabschlussanalyse-Tools für EXCEL2000 | 50 |
| 8. | Schlussbetrachtung | 51 |
| Literaturverzeichnis | 52 | |
| Anhang | 64 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 74 |
nen zum Management und zur Technologie sowohl im Anhang als auch im Lagebericht entweder gar nicht vertreten oder deutlich unterrepräsentiert.149 5.3 Die Rückständigkeit der Analysepraxis Nachdem ausführlich die Schwächen des der Jahresabschlussanalyse zugrunde liegenden Informationsmaterials diskutiert wurden, soll nun untersucht werden, welche für die Analyse von JTU relevanten Schwächen die Praxis der Jahresabschlussanalyse der Kreditinstitute aufweist. Das wesentliche Ziel dieses Vorhabens ist die Erschließung von Ansatzpunkten für eine Verbesserung und Modifikation der bestehenden Instrumente. Die Kritik orientiert sich dabei unter anderem am Verfahren der Bankgesellschaft Berlin AG, da hier bereits ein differenzierter praktischer Einblick gewonnen werden konnte. 5.3.1 Kritik an der Praxis der Jahresabschlussanalyse Bevor man die Jahresabschlussanalyse kritisiert, muss man sich vor Augen führen, was sie überhaupt zu leisten vermag. Ein Analyseinstrument kann schließlich nur so gut sein, wie es ihm das zu analysierende Material erlaubt. Da der Jahresabschluss veraltet, unvollständig und manipulierbar ist, sind auch der Jahresabschlussanalyse enge Grenzen gesetzt. Dennoch sollten wir uns von der Devise leiten lassen, dass eine beeinträchtigte Analyse immer noch besser ist als gar keine Analyse150, zumal der Jahresabschluss oft das einzige verfügbare Informationsinstrument ist.151 Wendet man sich zunächst den Kennzahlen zu, fällt auf, dass diese der Bilanzpolitik meist hilflos ausgeliefert sind. Betrachtet man die Kennzahlensystematik der BB/BGB, findet sich kaum eine „intelligente“ Kennzahl152, geschweige denn ein Kennzahlensystem. Die Irreführungen, die dadurch in Kauf genommen werden, können gravierende Fehlurteile über die Bonität des Unternehmens herbeiführen.153 Zur Verteidigung muss jedoch angeführt werden, dass bisher keine Theorie der Bilanzanalyse existiert, die eine Auswahl von Kennzahlen erleichtert.154 [...]
die Neutralisierung von Sale-and-lease-back-Maßnahmen.145 Im Rahmen der qualitativen Jahresabschlussanalyse kommt speziell dem Anhang große Bedeutung zu. Neben der Erläuterung bilanzpolitischer Maßnahmen und der Relativierung des Eindrucks über die Lage des Unternehmens, der durch die Studie der quantitativen Daten erzeugt wurde, dient eine Analyse des Anhangs auch der Ergänzung der in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltenen Informationen.146 Der nicht zum Jahresabschlusskomplex gehörende Lagebericht wird insbesondere auf sprachliche Elemente untersucht (semiotische Analyse147), die Rückschlüsse auf die tatsächliche Lage des Unternehmens zulassen. Möchte das Kreditinstitut die Angaben im Anhang und im Lagebericht für seine Zwecke nutzen, stößt es dabei jedoch auf folgende Probleme: Die gesetzlichen Vorschriften zum Anhang (§§ 284-288 HGB) enthalten keinerlei Anweisungen zur formalen Gestaltung. Die gesetzlichen Regelungen zum Lagebericht (§ 289 HGB) sind lediglich rudimentär. Da die Anhang- und Lageberichterstellung somit keinem einheitlichen Schema folgt, ist eine Vergleichbarkeit inner- und interbetrieblich nicht immer gewährleistet. Verstärkt wird dieser Effekt durch syntaktische und semantische Differenzen.148 Die Entwicklung eines standardisierten Instruments zur Analyse qualitativer Daten von JTU auf der Basis des Anhangs und des Lageberichts wird somit durch die Beschaffenheit der Informationsquelle erschwert. Darüber hinaus sind die erforderlichen Informatio- [...]
5.2.5 Die Manipulierbarkeit des Jahresabschlusses Das HGB eröffnet den bilanzierenden JTU – und nicht nur diesen – vielfältige Möglichkeiten zur Manipulation des Ergebnisses und der Struktur des Jahresabschlusses. Pfleger ermittelte allein über 100 Methoden, die eine gezielte Variation der Darstellung der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage ermöglichen.143 Das Ziel dieser bilanzpolitischen Maßnahmen ist es entweder, die schlechte Lage des Unternehmens zu beschönigen, um z. B Kreditkündigungen zu vermeiden bzw. eine sehr gute oder gute Situation schlechter darzustellen, um z. B. erhöhten Forderungen der Anteilseigner zu entgehen.144 Begegnet der prüfende Kreditsachbearbeiter dem Jahresabschluss eines JTU in Unkenntnis dieser Möglichkeiten, besteht das Risiko, dass er die (vergangene) Lage des Unternehmens unzutreffend einschätzt und ungerechtfertigt Kredite vergibt oder zurückhält. Zur Aufdeckung bilanzpolitischer Maßnahmen wurden in der Vergangenheit jedoch zwei Instrumente entwickelt, die helfen sollen, die Bilanzmanipulation als Schwäche der Da143 144 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832453985
Arbeit zitieren:
Karras, Gregor April 2001: Die Prüfung der Kreditwürdigkeit junger Technologieunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Jahresabschlußanalyse, Kredit, Jahresabschluß, Kreditwürdigkeitsprüfung



