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Prozeßorientiertes Controllingkonzept für Maßnahmen des Total Quality Managements

Prozeßorientiertes Controllingkonzept für Maßnahmen des Total Quality Managements
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Thomas Brandt
  • Abgabedatum: Juli 1999
  • Umfang: 177 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9739-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9739-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9739-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Brandt, Thomas Juli 1999: Prozeßorientiertes Controllingkonzept für Maßnahmen des Total Quality Managements, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Projektmanagement, Projektcontrolling, Wirtschaftlichkeit, EFQM, Qualitätsmanagement

Dissertation / Doktorarbeit von Thomas Brandt

Problemstellung:

Total Quality Management (TQM) ist ein integrierendes, das gesamte Unternehmen mit allen Mitarbeitern sowie die Unternehmensumwelt einbeziehendes Führungsmodell. Umfassender Charakter, Qualitätsorientierung und Management im Sinne von Führung bilden die drei gleich-gewichtigen Bestandteile der Bezeichnung TQM. Primäres Ziel dieses Führungsmodells ist die Ableitung, Vorgabe und Erfüllung von Qualitätszielen aus den Kundenanforderungen. Dies erfordert zum einen die konsequente Anwendung der Methoden und Techniken im Rahmen des Quality Engineering und zum anderen die Aufnahme der Qualität als übergeordnetes Unternehmensziel, eine klare Unterstützung durch das Management und die Mitwirkung aller Mitglieder innerhalb der Organisation.

Zur Umsetzung von TQM im Unternehmen sind Maßnahmen und damit verbundene Investitionen erforderlich, beispielsweise zur Durchführung von Selbstbewertungen. Je höher der Aufwand für die eingesetzten Ressourcen ist, um so wichtiger wird die Frage nach dem Nutzen, der sich durch die eingeleiteten Maßnahmen für das Unternehmen ergibt. Genau an dieser Stelle ist das Controlling, wie es heute in der überwiegenden Mehrzahl der Unternehmen existiert, überfordert, da nur selten hierfür geeignete Verfahren und Instrumente zur Wirtschaftlichkeitsanalyse zum Einsatz kommen. Der Begriff „geeignet“ ist hierbei in zweifacher Hinsicht zu verstehen: Zum einen muss die Wirkungsweise der zu bewertenden Maßnahmen in der Prozesslandschaft des Unternehmen erfasst und abgebildet werden können.

Zum zweiten muss das potentielle Auftreten unterschiedlicher Nutzenkategorien berücksichtigt und bewertet werden. Dazu bedarf es eines ganzheitlichen, unternehmensweiten Bewertungsansatzes. Als Verbindungspunkt zur Entwicklung eines derartigen Ansatzes („total approach“) können TQM-Modelle zur Selbstbewertung herangezogen werden, wie etwa das der European Foundation for Quality Management (E.F.Q.M.).

Gang der Untersuchung:

Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines in der Praxis einsetzbaren Bewertungsmodells zur Wirtschaftlichkeitsbeurteilung von Qualitätsmanagement-Maßnahmen, welches bereits existierende Instrumente zur monetären und nicht-monetären Bewertung integriert bzw. ergänzt. Hierdurch soll eine TQM-gerechte, ganzheitliche Sichtweise ermöglicht werden.

Weiterhin wird eine systematisch-strukturierte Vorgehensweise angestrebt, um die Einsetzbarkeit in der betrieblichen Praxis zu erleichtern. Das zu entwickelnde Bewertungskonzept soll die Basis bilden für die abteilungs- und prozessübergreifende Bewertung der Wirkungen von QM-Maßnahmen und den Geschäftsverantwortlichen in der betrieblichen Praxis als Hilfestellung dienen, um Maßnahmen des Qualitätsmanagements zu planen, zu bewerten und zu steuern.

Grundlage zur Entwicklung dieses Bewertungskonzeptes sind empirische Untersuchungen zur Analyse der Wirkungen von Maßnahmen des Total Quality Management im Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte. Die zur Analyse exemplarisch ausgewählten Qualitätsmanagement-Maßnahmen werden ganzheitlich und prozessübergreifend untersucht und unter Kosten-Nutzen-Aspekten bewertet.

Kern dieser empirischen Untersuchung ist die Verfolgung der Wirkungen durchgeführter Qualitätsmanagement-Maßnahmen in den Prozessen des Unternehmens durch die Analyse geschäftsspezifischer Wirkungsketten.

Als zusammen-fassendes Ergebnis der Analysen werden diese Wirkungsketten zusammengeführt zu einem kennzahlengestützten Wirkungsmodell, das direkte und indirekte Wirkungen von QM-Maßnahmen in der Prozesslandschaft eines Unternehmens verdeutlicht.

Die Entwicklung des Bewertungskonzeptes und die darin enthaltene methodische Vorgehensweise wird in der Arbeit beschrieben; anhand von Beispielen wird die praktische Bedeutung für das Controlling von Qualitätsmanagement-Maßnahmen aufgezeigt.

Das 2. Kapitel der Arbeit beschreibt den Stand der Forschung zur Wirtschaftlichkeit des Qualitätsmanagements. Nach der Klärung begrifflicher Grundlagen werden Studienergebnisse zur Rentabilität qualitätsorientierter Unternehmen und firmenspezifische Beispiele vorgestellt sowie die zur Entwicklung eines Bewertungskonzeptes erforderlichen theoretischen Grundlagen existierender TQM-Modelle und ausgewählter TQM-orientierter Kennzahlensysteme beschrieben.

Im 3. Kapitel werden Anforderungen an ein ganzheitliches Bewertungskonzept diskutiert und ein Anforderungsprofil wird erstellt. Dieses Profil dient im Anschluss dazu, bereits existierende Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsbeurteilung hinsichtlich ihrer Eignung für das Total Quality Management zu analysieren und zu beurteilen. Das 4. Kapitel beschreibt die Entwicklung des ganzheitlichen Bewertungskonzeptes für Maßnahmen des Qualitätsmanagements und bildet zusammen mit Kapitel 5 – der praktischen Erprobung desselben - den Schwerpunkt der Arbeit.

Zur Modellentwicklung wird ausgehend von einer prozessorientierten Betrachtung eine Analysestruktur mit unterschiedlichen Wirkungskategorien entworfen. Diese bildet die Grundlage für die systematische Erfassung und Bewertung der von QM-Maßnahmen resultierenden Wirkungen im Gesamtsystem Unternehmen.

Durch die Kombination verschiedener Verfahren zur Erfassung und Bewertung wird eine ganzheitliche Sichtweise ermöglicht. Kapitel 5 zeigt die praktische Erprobung des entwickelten Bewertungskonzepts anhand von Verifizierungsprojekten, die als Analyse- und Anwendungsprojekte in einem Geschäftsbereich der Siemens AG realisiert wurden. Abschließend werden die hierbei gewonnenen Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis kritisch gewürdigt.

Aufbauend auf den Ergebnissen der theoretischen Entwicklung und den Erfahrungen der praktischen Erprobung wird in Kapitel 6 ein Leitfaden zur Anwendung der entwickelten Vorgehensweise in der betrieblichen Praxis erstellt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Aufbau der Arbeit 3
2. Stand der Technik 5
2.1 Begriffbestimmungen und Definitionen 5
2.1.1 Qualitätsbegriff 5
2.1.2 TQM 5
2.1.3 Controlling 5
2.1.4 Qualitätscontrolling 6
2.1.5 Wirtschaftlichkeit 6
2.1.6 Qualitätsinvestition 7
2.2 TQM als Managementansatz zur Entwicklungder Unternehmensqualität 9
2.2.1 Die Entwicklungsstufen des Qualitätsmanagements 9
2.2.2 Die Entwicklung des Qualitätscontrollings 10
2.3 Rentabilität und Qualitätsmanagement: Ausgewählte Untersuchungen zur Rentabilität von QM 12
2.3.1 Branchenübergreifende Untersuchungen 12
2.3.1.1 PIMS-Datenbank 12
2.3.1.2 General Accounting Office (GAO) 13
2.3.1.3 International Quality Study 13
2.3.1.4 Studien von Schildknecht und Wildemann 13
2.3.2 Branchenbezogene Untersuchungen 14
2.3.2.1 MIT-Studie 14
2.3.2.2 McKinsey/TH Darmstadt-Studie 15
2.3.2.3 McKinsey/U Augsburg-Studie 16
2.3.2.4 Studie der TU Berlin 17
2.3.2.5 Studie von Specht/Schmelzer 18
2.3.3 Firmenspezifische Ergebnisse 18
2.3.3.1 ADAC-Laboratories 18
2.3.3.2 United Parcel Service (UPS) 19
2.3.4 Fazit dieser Beispiele 20
2.4 Bewertung von Unternehmen durch TQM-Modelle 21
2.4.1 Das Modell des Malcolm Baldridge National Quality Award 22
2.4.2 Das Modell der EFQM als Bewertungskonzept für Unternehmensqualität 23
2.4.2.1 Aufbau des EFQM-Modells 24
2.4.2.2 Selbstbewertung als umfangreichesControllinginstrument 27
2.4.3 Das Berliner TQM-Modell 28
2.5 TQM orientierte Kennzahlensysteme 31
2.5.1 Balanced Scorecard 33
2.5.2 RoQ - Return on Quality 35
3. Analyse existierender Ansätze zur Wirtschaftlichkeitsbeurteilung 4
3.1 Erfassungs- und Bewertungsproblematik des Qualitätsmanagements hinsichtlich Nutzen und Wirtschaftlichkeit 40
3.2 Anforderungen an Bewertungsmethoden zur umfassenden Erfassung und Bewertung von QM-Maßnahmen 41
3.3 Bewertungsmethoden zur Wirtschaftlichkeits- und Nutzenanalyse 44
3.3.1 Eindimensionale Verfahren 46
3.3.1.1 Statische Verfahren 46
3.3.1.2 Dynamische Verfahren 47
3.3.2 Mehrdimensionale Verfahren 48
3.3.2.1 Nutzwertanalyse 49
3.3.2.2 Argumentenbilanz 50
3.3.3 Hilfsverfahren 52
3.3.3.1 Sensitivitätsanalyse 52
3.3.3.2 Wahrscheinlichkeiten 52
3.3.3.3 Szenario-Techniken 53
3.3.4 Einzelverfahren 53
3.3.4.1 Kosten-Nutzen-Analyse 53
3.3.4.2 Time-Savings Time-Salary-Modell (TSTS-Modell) 54
3.3.4.3 Hedonistisches Verfahren 55
3.3.4.4 Verfahren des prozeßorientierten Vorgehens 56
3.3.4.5 Verfahren der Analyse durch Nutzeffektketten 57
3.3.4.6 Verfahren der kostenorientierten Betrachtung in den Funktionsbereichen 58
3.3.4.7 Verfahren zur Abschätzung der Wettbewerbswirkungen 59
3.3.4.8 Verfahren zur Analyse der Transaktionskosten 60
3.3.5 Kombinierte Verfahren 61
3.3.5.1 Kosten-Nutzen-Analyse und Szenariotechnik 61
3.3.5.2 Erweiterte Wirtschaftlichkeitsrechnung 61
3.3.6 Verfahren im Ebenenansatz 63
3.4 Zusammenfassende Beurteilung der vorgestellten Verfahren 64
4. Entwicklung eines Konzeptes zur ganzheitlichen Bewertung von Maßnahmen des Qualitätsmanagements 71
4.1 Grundzüge und Grundlagen des Konzeptes 71
4.1.1 Wirkungsweise des Qualitätsmanagements 71
4.1.2 Vorgehensweise zur Erfassung und Bewertung 74
4.1.2.1 Phase I: Wirkungserfassung 75
4.1.2.2 Phase II: Wirkungsbewertung 76
4.2 Definitionen und Konzeptbestandteile 79
4.2.1 Prozeßarten 79
4.2.2 Prozeßanalyse 81
4.2.3 Wirkungsketten 84
4.2.4 Monetäre Bewertung 88
4.2.5 Ergänzende Verfahren 90
4.3 Zusammenfassende Betrachtung des entwickelten Konzeptes aus theoretisch-wissenschaftlicher Sicht 92
5. Empirische Untersuchung ausgewählter Qualitätsmanagement-Maßnahmen 95
5.1 QM-Aktivitäten und QM-Maßnahmen im Unternehmen 95
5.2 Projekt 1: Standardisierung 98
5.2.1 Maßnahmen- und Umfeldbeschreibung 98
5.2.2 Prozeßanalyse 100
5.2.3 Erfassung der Wirkungen 106
5.2.4 Monetäre Bewertung der Wirkungen 112
5.2.5 Zusammenfassung: Realisiertes Ergebnis 122
5.2.6 Zusammenfassung: Potential 125
5.3 Projekt 2: Entwicklungspartnerschaft 128
5.3.1 Maßnahmen- und Umfeldbeschreibung 128
5.3.2 Prozeßanalyse Entwicklungspartnerschaft 129
5.3.3 Erfassung der Wirkungen 134
5.3.4 Monetäre Bewertung der Wirkungen 138
5.3.5 Zusammenfassung: Realisiertes Ergebnis 141
5.4 Zusammenfassende Betrachtung des entwickelten Konzeptes aus praktischer Sicht 144
6. Anwendungsleitfaden des entwickelten Konzeptes zur Wirtschaftlichkeitsbeurteilung von QM-Maßnahmen in der betrieblichen Praxis 147
7. Zusammenfassung und Ausblick 155
Literaturverzeichnis 157
Abbildungsverzeichnis 167

Automatisiert erstellter Textauszug:

In der Literatur wird eine Vielzahl kombinierter Ansätze diskutiert. Kombiniert bedeutet in diesem Zusammenhang, daß Einzelverfahren verwendet werden, um eine Gesamtbeurteilung zu erreichen. Die beiden wichtigsten sind die Kombination aus Kosten-Nutzen-Analyse und Szenariotechnik sowie die erweiterte Wirtschaftlichkeitsrechnung. 3.3.5.1 Kosten-Nutzen-Analyse und Szenariotechnik Horvath verknüpft die Kosten-Nutzen-Analyse mit der Szenariotechnik. Ausgangspunkt sind drei Betrachtungsobjekte, deren Unsicherheit bzgl. Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe schrittweise zunimmt: 1. eindeutig zurechenbare Kosteneinsparungen, 2. Kosteneinsparungen in indirekten Bereichen sowie 3. Kosteneinsparungen aufgrund von Deckungsbeitragsänderungen bei Wettbewerbsverschiebungen. Es erfolgt eine Gegenüberstellung der den einzelnen Objekten zugeordneten Nutzeffekten und den der Investition zurechenbaren Kosten.32 3.3.5.2 Erweiterte Wirtschaftlichkeitsrechnung Die erweiterte Wirtschaftlichkeitsrechnung - auch als Wirtschaftlichkeitsvergleich oder Arbeitssystemwertermittlung bezeichnet - verknüpft die monetäre Bewertung in Form der Investitionsrechnung mit der nicht-monetären Bewertung durch eine Nutzwertanalyse. Herangezogene Bewertungskriterien sind Leistungs- und Kostenziele, technische und organisatorische (wie etwa Fertigungsflexibilität und Durchlaufzeiten) sowie personelle Ziele.33 Es existieren noch weitere Varianten dieses Vorgehens; z.B. wird auch die Kombination mit einer Simulation vorgeschlagen. Ein Hauptkritikpunkt der erweiterten Wirtschaftlichkeitsrechnung ist, daß ordinal skalierten Kriterien (z.B. gut-mittel-schlecht) kardinale Eigenschaften (z.B. 1-2-3) unterstellt und nachfolgend mathematisch durch Multiplikation und Addition weiterbehandelt werden. Dadurch wird eine Verfahrensleistungsfähigkeit und -genauigkeit vorgetäuscht, die real nicht vorhanden ist.34 [...]

3 Analyse existierender Ansätze zur Wirtschaftlichkeitsbeurteilung Zur Vorgehensweise sind verschiedene Möglichkeiten denkbar: Zum einen bieten sich die oben beschriebenen Wirkungsketten zur Erfassung der Wettbewerbswirkungen an. Weiterhin existieren Vorgehensweisen, bei denen anhand einzelner Kenngrößen Markteinwirkungen oder das Erschließen neuer Marktanteile erfaßt wird, welche durch die Umsetzung der Maßnahmen entstehen. Typische Beispiele solcher Einflußgrößen sind Prozeßkennzahlen wie Produktausfallraten oder Durchlaufzeiten der Auftragsbearbeitung. Hierbei muß man jedoch immer berücksichtigen, ob sich tatsächlich ein Wettbewerbsvorteil realisieren läßt und wann die Konkurrenz nachgezogen hat auf dieses temporäre Monopol. Darüberhinaus ist auch der umgekehrte Weg unter der Fragestellung denkbar, welche Marktanteilreduzierung stattfände, wenn nicht in die Qualitätsmanagement-Maßnahme investiert würde. Dies hätte zur Folge, daß sich die betrachtete Kenngröße z.B. die Auftragsdurchlaufzeit für das Unternehmen nicht verändert; relativ zum Markt gesehen käme es jedoch zu einer Verschlechterung. 3.3.4.8 Verfahren zur Analyse der Transaktionskosten Transaktionskosten entstehen durch Koordinationsaufgaben und damit verbundenen Kommunikationsprozessen z.B. mit Lieferanten oder Geschäftspartnern. Beispiele für Transaktionskosten sind Kosten, die durch das Einholen von Angeboten entstehen, für Angebotsvergleiche, für das Abstimmen der Eigenschaften der Zulieferprodukte oder auch für Vertragsverhandlungen. Benutzt man beispielsweise computerunterstützte (IT)-Systeme, um diesen Kommunikationsprozeß zu unterstützen, so werden als Nutzeffekt die Transaktionskosten sinken.31 Prinzipiell lassen sich in diesem Zusammenhang zwei Folgewirkungen unterscheiden: zum einen kann das Unternehmen aufgrund gesunkener Transaktionskosten mit einer größeren Anzahl Lieferanten in Verhandlungen treten, diese vergleichen und daraus Vorteile schöpfen. Weiterhin bietet sich für Fertigungsbetriebe die Möglichkeit, Outsourcing zu betreiben; dazu müßten die Zukaufteile günstiger sein als die eigene Produktion, und dieser Vorteil müßte die neuen Transaktionskosten, welche durch die Partnerschaft mit dem Systemlieferanten entstehen, überkompensieren. An diesem Beispiel wird deutlich, daß ohne eine Kombination mit geeigneten tiefergehenden Analyseverfahren eine derartige Abschätzung kaum verwertbare Ergebnisse liefern kann. [...]

Bild 3-4: Auswirkungen eines CAD-Systems Schumann, 1993, S. 175 Die Nachteile dieses Vorgehens liegen primär darin begründet, daß nicht die hervorgerufene Wirkung selbst (d.h. die gemessene Veränderung im Prozeß) als Grundlage der Bewertung herangezogen wird, sondern die geschätzte Kostenveränderung für den betroffenen Funktionsbereich als Gesamtheit. Dies bedeutet eine sehr allgemeine und auf Schätzungen beruhende Betrachtungsweise - z.B. wird nicht erläutert wie „höhere Termintreue“ monetär bewertet wird. Diese Schätzungen beziehen sich also ausschließlich auf die Kostenveränderungen und nicht auf die Wirkungshöhe. Darüber hinaus werden auch keine Veränderungen von Wirkungen im Zeitablauf berücksichtigt. 3.3.4.7 Verfahren zur Abschätzung der Wettbewerbswirkungen Die Bewertung von Wettbewerbswirkungen, die durch die Umsetzung von QM-Maßnahmen entstehen, gestaltet sich besonders schwierig, da hier nicht interne Abläufe, sondern in erster Linie die Reaktion der Konkurrenz, der Kunden und der Lieferanten im Blickfeld der Betrachtung stehen. [...]

Arbeit zitieren:
Brandt, Thomas Juli 1999: Prozeßorientiertes Controllingkonzept für Maßnahmen des Total Quality Managements, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Projektmanagement, Projektcontrolling, Wirtschaftlichkeit, EFQM, Qualitätsmanagement

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