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Prozessoptimierung im Zentraleinkauf der Wella AG - insbesondere durch die Implementierung eines "Service Centers"

Prozessoptimierung im Zentraleinkauf der Wella AG - insbesondere durch die Implementierung eines "Service Centers"
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Tanja Sporys
  • Abgabedatum: März 2002
  • Umfang: 125 Seiten
  • Dateigröße: 3,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Mannheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6099-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6099-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6099-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sporys, Tanja März 2002: Prozessoptimierung im Zentraleinkauf der Wella AG - insbesondere durch die Implementierung eines "Service Centers", Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: prozessoptimierung, einkauf, beschaffung, service center

Diplomarbeit von Tanja Sporys

Einleitung:

Trends wie die Globalisierung und Intensivierung des Wettbewerbs, die Individualisierung der Kundenwünsche, sowie steigende Verflechtungen der Unternehmen mit ihren Lieferanten, führen unternehmensintern zu hohem Koordinationsaufwand, langen Informations- und Entscheidungswegen und insgesamt zu hoher Prozesskomplexität bei reduzierter Prozesseffizienz. So auch im Beschaffungsbereich der Wella AG, wobei insbesondere im Zentraleinkauf für Werbemittel und Displays, ein unangemessen hoher administrativer Zeitaufwand und eine erhebliche Kostenbelastung zu Tage tritt.

Um nun der steigenden Prozesskomplexität und sinkenden Prozesseffizienz bei der Beschaffung, Disposition und Logistik der Werbemittel und Displays entgegenzuwirken und den Zeit- und Kostenaufwand zu reduzieren, sowie um die Beschaffungsvorteile des Global Sourcing erfolgreich zu realisieren, arbeitet der Zentraleinkauf für Werbemittel konsequent daran, Kräfte zu bündeln und den Beschaffungsprozess zu optimieren. Durch und mit dem Zentraleinkauf für Werbemittel wird ein weltweites Preis- und Beschaffungsnetzwerk geschaffen, das für eine Optimierung der Preise, der Qualität und der Logistik ebenso unabdingbare Voraussetzung ist, wie für die Realisation von Beschaffungsvorteilen und damit für ein wirksames Kostenmanagement. Allerdings werden nicht alle Werbemittel über den Zentaleinkauf beschafft, sondern teilweise über lokale standortbezogene Einkaufseinheiten der verschiedenen Landesgesellschaften. Auf diese Weise werden Dispositionsprozesse unterbrochen oder zumindest verzögert, Beschaffungsvorteile wie Bündelungs- oder Mengeneffekte werden nicht realisiert und der gesamte Beschaffungsprozess gewinnt durch differenzierende Abläufe an Komplexität und verliert gleichzeitig an Effizienz und Effektivität.

Aber auch die zentrale Beschaffung von Werbemitteln und Displays durch den Zentraleinkauf birgt zeitaufwendige und kostenintensive Arbeiten, da die Abläufe von unterschiedlichen Faktoren bestimmt werden. Es kann sich um eine einmalige und häufig kurzfristige Marketing- bzw. Promotionaktion handeln, der ein One-Off-Bedarf zugrunde liegt und bei welcher eine tatsächliche Disposition einer einmaligen Bedarfsprognose weicht. Aufgrund der Kurzfristigkeit und der fehlenden Disposition, sind nachträgliche Bestellmengenerhöhungen und Ergänzungsbestellungen die Regel und somit zusätzliche Zeit- und Kostenbelastungen des Zentraleinkaufs für Werbemittel. Werden Werbemittel und Displays als Zugabe oder Give-Away an die Friseure und Salons ausgegeben, wird zwar eine exakte Bestellmengenbestimmung möglich, aber diese Aktivitäten sind meist an einen Launch oder Relaunch gekoppelt. Da diese Produkte oder Produktserien nicht unbedingt zeitsynchron in den Regionen und Ländern eingeführt werden, können nicht alle Beteiligten bereits zum Stichtag ihre Bedarfe anmelden, wodurch eine Bedarfsmengenbündelung und damit Beschaffungsvorteile nicht realisiert werden können. Zusätzlich ist bei der Beschaffung von Werbemitteln zu berücksichtigen, dass gerade Marketing- und Promotionaktionen mehrfache Abstimmungen zwischen den beteiligten Unternehmensbereichen bedingen, bis das gewünschte Werbemittel nach Aussehen, Menge und Preis bestimmt ist und letztlich beschafft werden kann. Folglich entsteht eine intensive und dadurch kosten- und zeitaufwendige Betreuung der Werbemittel und Displays durch den Zentraleinkauf, bis aus der ersten Idee und Vorstellung eines Werbeartikels die eigentliche Bestellung geworden ist.

Ebenso zentral wie die Prozesse bei der Beschaffung und Disposition, werden die Abläufe im Logistikbereich über das Zentrallager in Darmstadt-Weiterstadt abgewickelt, welches durch die vollständig automatisierte Ein-, Um- und Auslagerung erhebliche Zeit- und damit auch Kostenersparnisse realisiert. Zusätzlich wird auf Grund der zentralisierten Einlagerung die Koordination der Logistik vereinfacht und eine Standardisierung der gesamten Logistikabläufe wird möglich. Allerdings entstehen neben diesen Vorteilen auch Nachteile, wie zusätzliche Transport- und Frachtkosten, eine Verlängerung der Wegstrecken oder notwendige Zwischenlagerungen. Auch durch die Automatisierung an sich entstehen zeit- und kostenintensive Sonderfälle und Ausnahmeregelungen, falls die nach Höhe und Breite genormten Hochregallagerplätze, die Lagerung von Artikeln mit „Übergrößen“ - bspw. bereits zusammengesetzten und bestückten Displays – nicht aufnehmen können.

Zielsetzungen welche mittels der Optimierung der Beschaffungs-, Dispositions- und Logistikprozesse von Werbemitteln und Displays erreicht werden sollen, sind die Steigerung der Effektivität und Effizienz der Abläufe, die Erhöhung der Transparenz, die Standardisierung und Vereinfachung ebenso sowie die Reduktion des gegenwärtig festgestellten hohen administrativen Zeitbedarfs und der daraus resultierenden erheblichen Kostenbelastung des Zentraleinkaufs.

Folglich sind Optimierungsansätze im Beschaffungsprozess für Werbemittel und Displays zu identifizieren, deren Ursachen zu analysieren und diesen mit geeigneten Maßnahmen entgegen zu wirken. Im Ergebnis entsteht ein optimierter Beschaffungsprozessablauf, welcher die unangemessen hohen Zeit- und Kostenaufwendungen reduziert, den gesamten Ablauf effektiver und effizienter gestaltet, sowie die Realisation von Bündelungs- und Mengeneffekten bei der Beschaffung berücksichtigt. Zusätzlich hierzu ist die Implementierung eines Service Centers oder Shared Services als ein Ansatz zur Beschaffungsprozessoptimierung hinsichtlich seiner Verbesserungspotentiale für die Beschaffungsvorgänge, die administrativen Aufgaben und die buchhalterischen Transaktionen, zu prüfen.

Im Ergebnis entstehen zwei Prozessmodelle, von welchen eines den optimierten Soll- Prozessablauf für die Werbemittel und Displays der Wella AG darstellt, mit dem der Zentraleinkauf den Beschaffungsprozess mit geringerem Zeitaufwand und reduzierter Kostenbelastung bei gleichzeitiger Steigerung der Qualität realisieren kann. Darüber hinaus ein Konzept, das ein Service Center als eine Form der Prozessoptimierung betrachtet und zusätzliches Verbesserungspotential in den Prozessabläufen aufzeigt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung Einleitung 1
1.1 Ausgangssituation 1
1.1.1 Wella Konzern 4
1.1.2 Wella Zentraleinkauf 5
1.2 Zielsetzungen Zielsetzungen 7
1.3 Methodisches Vorgehen 8
2. SITUATIONSANALYSE 8
2.1 Intention der Situationsanalyse 8
2.2 Methodisches Vorgehen 9
2.3 Erhebung der Ist Ist-Situation 10
2.3.1 Identifizierung der zu erhebenden Problembereiche 10
2.3.2 Erhebungsmethoden und Techniken 13
2.3.3 Erhebung der identifizierten Problembereiche 16
2.4 Dokumentation der Ist Ist-Situation 21
2.4.1 Methoden und Techniken der Prozessdokumentation 21
2.4.2 Textliche Beschreibung 23
2.4.3 Visualisierung 26
2.4.4 Kennzahlen des Beschaffungsprozesses 37
2.5 Bewertung der Ist-Situation 43
2.5.1 Erkenntnisse der Dokumentation, der Visualisierung, der Kennzahlen 43
2.5.2 Umfrage zur Beschaffungsprozessbewertung 45
2.5.3 Benchmarking 48
2.6 Analyse der Ist Ist-Situation 51
2.6.1 Schwachstellen- und Engpassanalyse 51
2.6.2 Ursachenanalyse 54
3. PROZESSOPTIMIERUNG UND SOLL SOLL-KONZEPTION 56
3.1 Intention der Prozessoptimierung und Sollkonzeption Sollkonzeption 56
3.2 Methodisches Vorgehen 57
3.3 Formulierung von Optimierungszielen Optimierungszielen 59
3.4 Prozessoptimierung des Beschaffungsprozesses Beschaffungsprozesses 60
3.4.1 Generelle Optimierungsansätze 67
3.4.2 Visualisierung und Dokumentation 69
3.5 Bewertung der Sollkonzepte 75
3.5.1 Kennzahlen 75
3.5.2 Benchmarking 78
3.6 Realisation von Sofortmaßnahmen 78
4. Struktureller Ansatz der Prozessoptimierung mittels Implementierung eines Service Centers oder Shared Services (SSC) 81
4.1 Intention der Implementierung eines Service Centers (SSC) 81
4.2 Definition eines Service Centers/Shared Services 84
4.2.1 Organisationsform (Centerorganisation) 85
4.2.2 Organisationsart (Zentral/Dezentral/Outsourcing) 87
4.2.3 Organisationsausrichtung (regional/international) 90
4.2.4 Organisationsstruktur (real/virtuelle) 92
4.2.5 Strukturelles Fazit 95
4.3 Indikatoren für die Einrichtung eines Service Centers (SSC) 97
4.4 Zielsetzungen eines Service Centers (SSC) 99
4.5 Nutzenpotentiale eines Service Centers (SSC) 100
4.6 Service Center (SSC) beim Beschaffungsprozess 102
4.6.1 Beschreibung und Skizzierung des Beschaffungsablaufes 102
4.6.2 Auswirkungen intern/extern 105
4.6.3 Vorteile 107
4.7 Umsetzungsaspekte (SSC) 108
4.7.1 Implementierungsvoraussetzungen 108
4.7.2 Potentielle Implementierungshindernisse 109
4.7.3 Vorgehensweise und Timing 111
5. Zusammenfassung und Ausblick 111
Literaturverzeichnis 114
Eidesstattliche Erklärung 119

Automatisiert erstellter Textauszug:

Um ein effektives und effizientes Sollmodell des Beschaffungsprozesses für Werbemittel und Displays entwickeln und erstellen zu können, ist zu eruieren, welches Optimierungspotential, mittels welcher Lösungsalternative, am vorteilhaftesten realisiert werden kann. Hierzu wird aufbauend auf den in der Situationsanalyse gewonnen Informationen und Erkenntnissen, ein Prozessablauf entwickelt, welcher die analysierten Schwachstellen, Engpässe und sonstigen Problembereiche reduziert oder eliminiert. Ziele der Prozessoptimierung sind sowohl die Reduktion des unangemessen hohen Zeit- und Kostenaufwandes des Beschaffungsprozesses, die Sicherstellung und Gewährleistung der Kommunikation und des Informationsflusses, als auch die Realisation von Bündelungseffekten. Sowohl die Bewertung der Ist-Situation, die Kennzahlen, die Umfrage, sowie die sich anschließende Schwachstellen-, Engpass- und Ursachenanalyse zeigten erhebliche Defizite auf, wie die Anzahl von Schnittstellen, die Zuständigkeitswechsel innerhalb der Teilprozesse sowie Doppelarbeiten in Arbeitsschritten, Flaschenhälse und Informationsstaus (siehe Abbildung 54). [...]

Die Intention der Sollkonzepterstellung liegt in der Optimierung der gegenwärtigen Prozessabläufe des Beschaffungsprozesses von Werbemitteln und Displays. Denn mittels des Sollkonzeptes wird ein Handlungsleitfaden geschaffen, der Transparenz in die auszuführenden Tätigkeiten bringt und sowohl die Abläufe, als auch Zusammenhänge verdeutlicht. Es wird gezeigt wo man steht, was bereits erledigt wurde und auch, was noch zu tun ist.1 Ferner wird die Arbeit in Schritte zerlegt, die hintereinander oder nebeneinander angeordnet werden können, so dass Zeit- und Kostenersparnisse zu erzielen sind. Zu bedenken ist bei der Erstellung eines Sollkonzeptes allerdings, dass die Festschreibung des Beschaffungsablaufes sowohl ressourcenintensiv ist, als auch die Handlungsflexibilität einschränkt. Denn wird ein Standard als Idealprozess definiert, bleiben Unsicherheiten und Unklarheiten bei abweichenden Abläufen. Wird hingegen jeder eventuell auftretende Ablauf mit einbezogen, so gewinnt das Konzept an Komplexität und verliert gleichermaßen an Transparenz. Folglich ist der Formalisierungs- und Detaillierungsgrad so zu wählen, dass die gesteckten Ziele der Zeit- und Kostenreduktion und ebenfalls die Realisation von Bündelungseffekten beim Beschaffungsprozess ersichtlich sind, ohne den Anspruch zu erheben, jeden potentiellen Sonderfall abzudecken. Auf diese Weise werden sowohl Ressourcenaufwendungen reduziert und ein gewisser Handlungsspielraum beim Prozessdurchlauf bleibt erhalten. Da nun die Beherrschung der Geschäftsprozesse zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor geworden ist, ist die Entwicklung und Dokumentation eines Ideal- bzw. Sollprozessablaufs von entscheidender Bedeutung. Denn mittels des Sollmodells können Arbeitsabläufe gestrafft, Bearbeitungszeiten auf ein notwendiges Minimum gekürzt, eine höhere Aktualität von Informationen gewährleistet, die Kommunikation zwischen Unternehmenseinheiten mit Hilfe definierter Schnittstellen verbessert und beschleunigt und somit insgesamt Zeit und Kosten eingespart werden.2 [...]

Nachdem nun die Schwachstellen und Engpässe des Beschaffungsprozessablaufes identifiziert und im Ablauf lokalisiert sind, sind deren Ursachen zu ermitteln, um sie in der nachfolgenden Optimierungsphase zu beheben. Das Ursache-Wirkungs-Diagramm oder Ishikawa-Diagramm oder Fischgrätendiagramm (Cause-and-Effect-Diagram) ist hierbei eine einfache Technik zur systematischen Ermittlung und Darstellung von Problemursachen und -zusammenhängen, da es Ursachen identifiziert und mit Hilfe des Diagramms ihre Abhängigkeiten darstellt. Die möglichen und bekannten Ursachen, die zu einer bestimmten Wirkung führen, werden in Haupt- und Nebenursachen zerlegt und in einer übersichtlichen Gesamtbetrachtung grafisch strukturiert.36 Da sowohl eine erhebliche Kostenbelastung und Prozessdurchlaufzeit beim Durchlaufen des Beschaffungsprozesses ebenso festzustellen war, wie ein stockender Informationsfluss, ist zu analysieren, welche Ursachen diese Auswirkungen bedingen (siehe Abbildung 48, 49 und 50). [...]

Arbeit zitieren:
Sporys, Tanja März 2002: Prozessoptimierung im Zentraleinkauf der Wella AG - insbesondere durch die Implementierung eines "Service Centers", Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
prozessoptimierung, einkauf, beschaffung, service center

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