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Prozesskostenrechnung und Kostentreiberanalysen

Prozesskostenrechnung und Kostentreiberanalysen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Grüning
  • Abgabedatum: September 2003
  • Umfang: 84 Seiten
  • Dateigröße: 823,6 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7661-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7661-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7661-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Grüning, Thomas September 2003: Prozesskostenrechnung und Kostentreiberanalysen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Prozesskostenmanagement, Activity Based Costing, Cost Driver, Gemeinkosten, Kosten

Diplomarbeit von Thomas Grüning

Zusammenfassung:

Ausgangspunkt der Arbeit ist das Anliegen, dem Leser in einer kompakten Darstellung die seit geräumiger Zeit und von verschiedenen Seiten immer wieder verstärkt propagierte Anwendung einer prozessorientierten Kostenrechnung näher zu bringen. Ferner soll die Arbeit aufzeigen, dass neben dem mit der Anwendung einer Prozesskostenrechnung ursprünglich verfolgten Ziel einer besseren Verteilung der Gemeinkosten auf die Kalkulationsobjekte, diese auch immer mehr Gebrauch findet als ein Kostenmanagementinstrument zur Planung, Steuerung und Kontrolle der oft mit hohen Gemeinkostenanteilen belasteten sog. indirekten Unternehmensbereiche.

Vor diesem Hintergrund erfolgt im Kapitel 2, nach einer Vorstellung der prozessorientierten Kostenrechnung hinsichtlich ihrer Entstehungshintergründe, Ziele sowie Inhalte, eine nähere Erörterung ihrer wesentlichsten Einsatzfelder, bevor es am Ende dieses Kapitels zu einer genaueren Abwägung ihrer Stärken und Schwächen kommt. Hervorzuheben ist hierbei, dass neben der Analyse der einschlägigen Literatur zur Prozesskostenrechnung eine wesentliche Grundlage für die Ausführungen zu diesem Kapitel, insbesondere innerhalb der Vorstellung eines prozessorientierten Kostenrechnungskonzeptes, die durch ZWICKER erfolgte Ausarbeitung eines Prozesskostenrechnungsansatzes und seiner möglichen Implementierung im System der integrierten Zielverpflichtungsplanung bildet.

Einen weiteren zu erörternden Schwerpunkt dieser Arbeit bildet die Beantwortung der Fragen zur Ermittlung geeigneter sog. Kostentreiber innerhalb des Einsatzes einer Prozesskostenrechnung. Das analytische Vorgehen zur Lösung von Ermittlungsproblemen dieser Größen in der Praxis steht dabei ebenso im Mittelpunkt der Untersuchung wie die Analyse hierzu vorliegender Veröffentlichungen. Zusammen mit der Abgrenzung des Anwendungsgebietes für eine Prozesskostenrechnung, der Ablaufanalyse und -strukturierung der Prozesse, der Bestimmung der Bewertungssätze sowie der prozesskonformen Kostenverrechnung stellt die Ermittlung und Definition geeigneter Kostentreiber eine wesentliche Hauptaufgabe jedes Implementierungsvorhabens einer Prozesskostenrechnung dar.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
1. Einleitung und Überblick 1
2. Prozesskostenrechnung als Informationslieferantin eines Kosten-Leistungsmodells 2
2.1 Entwicklungshintergründe und Entstehung der Prozesskostenrechnung 2
2.2 Zielsetzungen und Aufgaben der Prozesskostenrechnung 5
2.3 Merkmale und Systematik der Prozesskostenrechnung 8
2.4 Das INZPLA-Prozesskostenrechnungskonzept in seinem Aufbau 17
2.4.1 Vorbetrachtungen 18
2.4.2 Prozesskostenmodelle des Fertigungsbereiches 21
2.4.3 Prozesskostenmodelle des Vertriebs- und Verwaltungsbereiches 29
2.5 Darstellung der Einsatzfelder einer Prozesskostenrechnung 38
2.5.1 Prozessorientierte Kalkulation und ihre Effekte 39
2.5.2 Prozesskostenrechnung als Instrument des Gemeinkostenmanagements 46
2.5.2.1 Kostenplanung mit der Prozesskostenrechnung 46
2.5.2.2 Kostenkontrolle mit der Prozesskostenrechnung 49
2.6 Beurteilung der Prozesskostenrechnung 51
3. Kostentreiber im System der Prozesskostenrechnung 57
3.1 Abgrenzung und Funktionen der Kostentreiber 57
3.2 Kriterien zur Auswahl geeigneter Kostentreiber 59
3.2.1 Generelle Auswahlkriterien 59
3.2.2 Spezielle Auswahlkriterien 60
3.3 Ermittlung der Kostentreiber 62
3.3.1 Verfahren zur Bestimmung der Kostentreiber 62
3.3.2 Anzahl notwendiger Kostentreiber 63
4. Zusammenfassung und Ausblick 67
Literaturverzeichnis 70

Automatisiert erstellter Textauszug:

Treibervariante wurde herausgefiltert, dass die Produktionskoeffizienten den Status eines Basiszieles oder einer unkontrollierbaren Basisgröße besitzen. Aufgrund dessen, dass Basisgrößen im System der integrierten Zielverpflichtungsplanung nur Größen sein können, die deklarierte Topziele beeinflussen, verdeutlicht ZWICKER in seinen Ausführungen mit Hilfe eines Gleichungsmodells, wie innerhalb der Treibervariante und für den Fall variabler Personalkosten u. a. eine quantitative Beziehung zwischen den Produktionskoeffizienten der Elementarprozesse, deren Ausprägungen die Höhe der Nutzarbeit beeinflussen, und den Personalkosten, als die mitunter wichtigste Kostenart innerhalb der Gemeinkostenbereiche, hergestellt werden kann153. Da die Personalkostenhöhe wiederum Einfluss auf ein Topziel, wie etwa das Betriebsergebnis ausübt, kann die notwendige Verbindung zwischen der Basisgröße Elementarprozessproduktionskoeffizient und dem Topziel durch ein weiteres Gleichungsmodell geschlossen werden. Weiterhin zeigt er auf, wie durch die Einführung zusätzlicher Basisgrößen, wie die Bruttoarbeitszeit der Beschäftigten und deren Erholungs- und Krankenquote, ein Beziehungstableau erstellt werden kann, mit dessen Hilfe wertvolle Informationen über die Ermittlung der benötigten Anzahl an Beschäftigten gewonnen werden können154. Dieses Vorgehen ist jedoch nur bei variabler Gestaltung bzgl. der Beschäftigtenzahl möglich und damit nur unter bestimmten Voraussetzungen, wie etwa dem flexiblen Einsatz von Leiharbeitskräften155. Zur näheren Erörterung der Kalkulationsvariante mit Schätzwerten wurde bereits im Vorfeld aufgezeigt, dass im allgemeinen hinsichtlich der Veränderung der Nutzarbeitszeit die gesamten Kostenarten der Prozesskostenstellen fix sind und im speziellen die Produktionskoeffizienten als unkontrollierbare Basisgrößen interpretiert werden. Es wird demzufolge, wie in der Treibervariante möglich, kein Wert für einen Produktionskoeffizienten im Rahmen der Durchführung einer Planungstriade ausgehandelt, sondern er muss prognostiziert werden. Daraus resultiert, dass der Wert, der „beim üblichen Verlauf der Prozessrealisierung zu erwarten ist“156, als Schätzwert einzustufen und von Anwender möglichst realitätsnah zu bestimmen ist. Hilfe bei dessen Ermittlung bieten u. a. Zeitstudien oder Mitarbeiterbefragungen157. Da die Personalkosten von der Variation der Nutzarbeitszeit unabhängig sind, übt deren Veränderung keinen Einfluss auf die Höhe dieser Kostenart aus. Die Personalkosten werden in diesem Fall durch die Anzahl der Beschäftigten in Form einer fixen [...]

Die beiden eben beschriebenen Varianten lassen sich noch weiter hinsichtlich der planungslogischen Klassifizierung der Produktionskoeffizienten der Elementarprozesse differenzieren147. Allen Varianten gemein ist aber die Ermittlung der Nutzarbeitszeit für die im Rahmen der Prozessanalyse ermittelten Prozesse des Vertriebs- und Verwaltungsbereiches. Sie ergibt sich aus den Planwerten der Elementarprozesse, welche wiederum mit ihren Produktionskoeffizienten multipliziert werden148. Während innerhalb der Treibervariante nur Basisziele oder unkontrollierbare Basisgrößen als Basisgrößen149 für die Produktionskoeffizienten zulässig sein sollen, spaltet sich die Kalkulationsvariante nochmals in zwei eigenständig zu behandelnde Versionen auf. Einerseits ist es möglich, dass sämtliche Produktionskoeffizienten als unkontrollierbare Basisgrößen angesehen werden, was zu einer Kalkulationsvariante ausschließlich mit Schätzwerten führt. Andererseits besteht die Möglichkeit, dass die Produktionskoeffizienten immer als Entscheidungsparameter Eingang in diese Variante der Prozesskostenrechnung finden. Die daraus resultierende, vom Anwender selbst festzusetzende Vorgabe der Basisgrößenwerte gibt ihr den Namen der Kalkulationsvariante mit Normwerten. Zusätzlich wird auf eine mögliche Mischung der beiden Typen der Kalkulationsvariante sowie der Treibervariante hingewiesen, da sich je nach Sachlage eine solche Vorgehensweise anbieten könnte150. Zu bemerken ist ferner, dass durch das Nichtvorhandensein einer Beschäftigungsgröße, wie z. B. der Nutzarbeitszeit bei der Treibervariante innerhalb der Kalkulationsvarianten im Rahmen der integrierten Zielverpflichtungsplanung, nur Kostenwert- und feste Verbrauchsmengenverpflichtungen eingegangen werden können151. Ebenfalls zu betonen ist, dass die drei Varianten nur unter der Prämisse der vollständigen Austauschbarkeit der Elementarprozessbearbeitung modelliert werden sollten, damit die Variation der Prozesstreiber der Elementarprozesse einer Kostenstelle keinen Einfluss auf den Betrag der Produktionskoeffizienten ausübt152. Sie erfordert, dass jeder Mitarbeiter in der Lage sein sollte, alle die in der Kostenstelle zur Bearbeitung anstehenden Elementarprozesse zu bearbeiten. Da sich die Verschiedenheit der drei extrahierten Varianten nur in abwechselnden Definitionsmerkmalen hinsichtlich der Art des verwendeten Produktionskoeffizienten ausdrückt, sollen diese Unterschiede ein wenig näher beleuchtet werden. Im Fall der [...]

zielen bezeichnet und verlangt, insbesondere vor dem Hintergrund der Verrechnung der (Haupt-)Prozesskosten auf die Kostenträger, eine separate Erörterung144. Im folgenden konzentrieren sich die Ausführungen auf den ersteren Fall der Prozesskostenrechnung des Vertriebs- und Verwaltungsbereiches, d. h. der Prozesskostenrechnung mit Nutzarbeitszeiten. Wie dargestellt, besteht in diesem Fall die Gemeinsamkeit der beiden Möglichkeiten in der Verwendung der Nutzarbeitszeit zumindest als Kostenweiterverrechnungsmaßstab. Kommt hinzu, dass die Nutzarbeitszeit gleichzeitig als Maßstab der Kostenverursachung auftritt, wird dadurch fingiert, dass es wenigstens eine Kostenart in dem Kostenartentableau der Prozesskostenstelle gibt, mit deren Hilfe aus der für sie anfallenden Nutzarbeitszeit die Abszisse einer linearen Funktion gebildet werden kann. Da in dieser Version somit die Kosten der beteiligten Elementarprozesse von einer Elementarprozesstreibermenge, d. h. der Nutzarbeitszeit „getrieben“ bzw. „verursacht“ werden, wird sie auch als Treibervariante bezeichnet, mit der es u. a. möglich ist, für die entsprechende Kostenart eine Zielverpflichtung in der Form einer Proportionalkostensatz- oder Verbrauchsmengensatzverpflichtung einzugehen. Wegen des starken Anteils an Personalkosten in den Bereichen des Vertriebs oder der Verwaltung wird diese Variante nochmals danach unterschieden, ob die Personalkosten bzgl. der Nutzarbeitszeit variabel auftreten oder nicht145. Bei der weiteren Untersuchung der durch ZWICKER beschriebenen Methodik der INZPLA-Prozesskostenrechnung mit Nutzarbeitszeiten, wird ersichtlich, dass sie für den Fall, in der die Nutzarbeitszeit nur als Kostenweiterverrechnungsmaßstab fungiert, nicht als erklärende Variable einer Kostenhypothese verwendbar ist. Dies beruht darauf, dass die Kostenarten des Kostenartentableaus der Prozesskostenstelle von der Variation der Nutzarbeitszeit unabhängig sind146. Die Prozesskostenstellen sind daher auch als Fixkostenstellen zu betrachten. Da in diesem Fall im Gegensatz zur Treibervariante die Nutzarbeitszeit nur als Maßstab genutzt wird, um die Kosten der Prozesskostenstelle „verursachungsgerecht“ auf die Elementarprozesse weiter zu verrechnen, erfährt diese Variante innerhalb der INZPLA-Prozesskostenrechnung für Gemeinkostenbereiche die Bezeichnung Kalkulationsvariante. [...]

Arbeit zitieren:
Grüning, Thomas September 2003: Prozesskostenrechnung und Kostentreiberanalysen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Prozesskostenmanagement, Activity Based Costing, Cost Driver, Gemeinkosten, Kosten

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