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Prozessanalyse zur Entwicklung eines Fundraisingmoduls

Eine Fallstudie am Beispiel der CRM-Branchenlösung CAS Alumni

Prozessanalyse zur Entwicklung eines Fundraisingmoduls
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Benjamin J. Waldhart
  • Abgabedatum: Juni 2008
  • Umfang: 158 Seiten
  • Dateigröße: 1,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: MCI - Management Center Innsbruck GmbH Österreich
  • Bibliografie: ca. 122
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2104-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Waldhart, Benjamin J. Juni 2008: Prozessanalyse zur Entwicklung eines Fundraisingmoduls, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Fundraising, CRM, Branchenlösung, Hochschul-CRM, Prozessanalyse

Diplomarbeit von Benjamin J. Waldhart

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit gliedert sich in fünf Kapitel, wovon das erste Kapitel (Einführung) die Motivation, die Zielsetzung und den Aufbau der Arbeit, sowie das kooperierende Unternehmen, die CAS Software AG, beschreibt. Das Kapitel erklärt in welchem Ausmaß praktische sowie wissenschaftliche Relevanz für das behandelte Thema vorliegen.

Das zweite Kapitel (Theoretische Grundlagen) stellt die verwendeten Theorien aus den relevanten Fachrichtungen vor, welche sowohl in die Arbeit als Ganzes als auch in die praktischen Teile der Arbeit einfließen. Dazu zählen deutsche Hochschulen und ihr Marketing als übergeordnete Vorstufe zum Hochschulfundraising sowie Grundlagen des Fundraisings und Customer Relationship Managements (CRM).

Im dritten Kapitel (CRM und Fundraising an Hochschulen) werden die theoretischen Kernelemente aus den Bereichen CRM und Fundraising im Hochschulkontext zusammengeführt und angewandt.

Das vierte Kapitel (Qualitative Forschung) widmet sich den Grundlagen der qualitativen Forschung (ExpertInneninterviews) und beschreibt die gewählte Vorgehensweise, den Ablauf der Auswertung und die zentralen Ergebnisse.

Das fünfte und letzte Kapitel (Prozesse im Hochschulfundraising) stellt zuerst verschiedene Prozessmodelle aus dem Fundraising gegenüber. Weiters knüpft es an die Ergebnisse der qualitativen Forschungsergebnisse an, validiert diese und bereitet die Ergebnisse des durchgeführten Workshops mithilfe der Unified Modelling Language (UML) auf. Die erhobenen Standardprozesse im Hochschulfundraising werden in Form von Aktivitätsdiagrammen dargestellt, näher erläutert und in einem Prozessmodell festgehalten, welches als Vergleichsbasis für die aufbereiteten Modelle aus der Literatur dient.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis VII
Tabellenverzeichnis IX
Abkürzungsverzeichnis X
1. Einführung 1
1.1. Aufbau der Arbeit 1
1.2. Motivation und Zielsetzung 3
1.3. Die CAS Software AG 6
1.3.1 Firmenportrait 6
1.3.2 Die CRM-Branchenlösung CAS Alumni 6
2. Theoretische Grundlagen 9
2.1. Hochschulen in Deutschland 9
2.1.1 Hochschultypen 9
2.1.2 Wettbewerb an deutschen Hochschulen 10
2.1.3 Hochschulen als Dienstleistungsbetriebe 12
2.1.4 Hochschulfinanzierung 13
2.2. Hochschulmarketing 15
2.2.1 Der Weg zur Hochschulmarke 15
2.2.2 Stakeholder der Hochschule 16
2.2.3 Marketing als Basis des Fundraisings 17
2.3. Fundraising 19
2.3.1 Was ist Fundraising? 19
2.3.2 Die Spenderpyramide 21
2.3.3 Database Fundraising 22
2.4. Customer Relationship Management (CRM) 23
2.4.1 Was ist CRM? 23
2.4.1.1 CRM als Prozess 25
2.4.1.2 Kundenorientierung 26
2.4.1.3 Kundenzufriedenheit 27
2.4.1.4 Kundenbindung 29
2.4.1.5 Kundenlebenszyklus 29
2.4.2 Die „drei Säulen“ des CRM 30
2.4.2.1 Kommunikatives CRM 30
2.4.2.2 Operatives CRM 30
2.4.2.3 Analytisches CRM 31
2.4.3.1 Systemarchitektur und Funktionen 34
2.4.3.2 Kritische Aspekte 37
3. Fundraising und CRM an Hochschulen 38
3.1. Hochschulfundraising 38
3.1.1 Erfolgsvoraussetzungen 38
3.1.1.1 Institutional Readiness 39
3.1.1.2 Professionalisierung 41
3.1.1.3 Alumni-Arbeit 42
3.1.1.4 Einsatz von Software 45
3.1.1.5 Friendraising vor Fundraising 48
3.1.1.6 SpenderInnenbetreuung 48
3.1.2 Methoden des Hochschulfundraisings 49
3.1.3 Zielgruppen 51
3.1.4 Best Practices im Hochschulfundraising 52
3.1.4.1 Die TU München und die Universität Mannheim 53
3.1.4.2 Die US-amerikanischen Vorbilder 54
3.2. CRM an Hochschulen 55
3.2.1 Relationship-Marketing an Hochschulen 56
3.2.2 Student Relationship Management (SRM) 57
3.2.3 Alumni Relationship Management (ARM) 59
4. Qualitative Forschung 65
4.1. Aspekte qualitativer Forschung 65
4.2. Qualitative Inhaltsanalyse 66
4.3. ExpertInneninterviews 66
4.4. Leitfadeninterviews 68
4.5. Auswahl der Forschungsmethode 69
4.6. Vorgehensweise 70
4.7. Aufbau des Interviewleitfadens 71
4.8. Transkription 73
4.9. Auswertung 74
4.9.1 Zusammenfassende Inhaltsanalyse nach Mayring 74
4.9.2 Das Kategoriensystem 78
4.9.3 Interpretation der Ergebnisse 79
4.9.3.1 Ausgangssituation - Fundraising an Hochschulen 80
4.9.3.2 Anforderungen an eine Software 82
4.9.3.3 SWOT-Analyse 85
5. Prozesse im Hochschulfundraising 87
5.1. Anforderungen - Analyse und Management 87
2.5.1 Analysephase 89
2.5.2 Anforderungserhebung 90
2.5.3 Anforderungsarten 91
2.5.4 Anforderungsdokumente 92
2.5.4.1 Lastenheft 92
2.5.4.2 Pflichtenheft 93
5.2. Geschäftsprozessanalyse 94
5.1.1 Was ist ein Geschäftsprozess? 94
5.1.2 Das Modell der Wertkette von Porter 96
5.1.2.1 Grundlagen zum Wettbewerb 98
5.1.2.2 Kernprozesse und unterstützende Prozesse 98
5.3. Prozessmodelle des Fundraisings 99
5.2.1 Die Planungsprozesse von Fabisch 99
5.2.2 Die sieben Schritte des Major-Gift-Fundraising von Haibach 101
5.2.3 Das ROPES-Modell von Kelly 102
5.2.4 Der Datenbank-Fundraising-Prozess von Rosegger, Schneider et al. 104
5.2.5 Die Wertschöpfungskette für den Dienstleistungsbetrieb Hochschule 106
5.4. Prozessanalyse-Workshop 110
5.3.1 Prozessbeschreibung mit Hilfe der UML 110
5.3.1.1 Use-Cases 111
5.3.1.2 Aktivitäten 113
5.3.2 Vorgehensweise 114
5.3.3 Prozesse im Hochschulfundraising 115
5.3.4 Zusammenfassung 125
6. Fazit 126
7. Diskussion und Ausblick 127
8. Literaturverzeichnis 128
Anhang 135

Textprobe:

Kapitel 3.1.4, Best Practices im Hochschulfundraising:

Wenn im Hochschulkontext von Fundraising oder Sponsoring gesprochen wird, zieht es die Blicke zuerst in die USA, denn dort haben die öffentlichen Hochschulen bewiesen, dass das Einwerben von Geldern über alternative Wege, sei es über die Ehemaligennetzwerke oder in Kooperation mit Unternehmen, seit langem professionalisiert ist. Die Indiana University in Bloomington konnte z.B. im Jahr 2001 rund 300 Mio. $ für ihre 90.000 Studierenden gewinnen. Dies wäre nicht ohne ihre knapp 100 professionellen FundraiserInnen möglich gewesen. In Deutschland konnten bisher nur zwei Hochschulen, die Universität Mannheim und die Technische Universität München, ähnlich große Erfolge durch professionell und langfristig angelegte Kampagnen erzielen.

Auch wenn die US-amerikanischen Universitäten als Vorbild für deutsche Fundraisingstrategien agieren, so lassen sich deren Ansätze nur begrenzt auf deutsche Hochschulen übertragen.

Nach amerikanischem Recht sind nämlich die Steuern und Abgaben niedriger und die Möglichkeit, Spenden abzusetzen, wesentlich größer. Deutschland müsste diese Anreize für das Wiederentstehen eines Mäzenatentums erst schaffen, indem bspw. die rechtlichen Auflagen für Stiftungen gelockert werden. Ein weiterer Ansatz könnte das Erbschaftsmarketing sein, denn nach Schätzungen werden in Deutschland bis 2010 rund zwei Billionen Euro in Geldvermögen und Immobilien vererbt.

Fazit: Alternativen zur Verbesserung der Hochschulfinanzierung sind vorhanden, doch die Systematik fehlt noch.

Im Folgenden werden einige Best-Practice-Beispiele US-amerikanischer Hochschulen aufgezeigt, von denen deutsche Hochschulen – deren zwei Vorreiter werden zuerst kurz präsentiert – noch „Lektionen“ für den Professionalisierungsgrad ihres Fundraisings lernen können.

Die TU München und die Universität Mannheim:

Die deutschen Vorbilder für Hochschul-Fundraising sind die Universität Mannheim und die Technische Universität München.

Nach Gründung der TUM-Tech GmbH, welche der Technischen Universität München als Dienstleistungs- und Managementberatungstochterfirma dient, konnten im Rahmen der ersten groß angelegten Capital Campaign an einer staatlichen deutschen Hochschule in weniger als zwei Jahren 100 Millionen DM eingeworben werden. Die Kosten dabei betrugen weniger als 5% der Einnahmen. Laut Kuntz-Brunnerwaren es innerhalb weniger Jahre sogar 100 Mio. Euro.

Letztens nimmt die TUM im deutschen Hochschulfundraising eine Vorreiterrolle ein und hat bewiesen, dass Erfolge sich dann einstellen, wenn eine Hochschule ihr Fundraising professionalisiert.

Als Pendant zur TUM steht die Universität Mannheim. Diese hat durch ihre ausgelagerte Absolventum GmbH seit 1999 rund 14 Mio. Euro an Fundraisingmitteln eingeworben.

Die US-amerikanischen Vorbilder:

Im Vergleich zu Deutschland rangiert der Bildungsbereich in den USA unter den Spendenzwecken nach „Kirche und Religion“ an zweiter Stelle. Im Jahr 2001 haben amerikanische Universitäten insgesamt Zuwendungen in Höhe von 24 Mrd. $ eingeworben, davon 7 Mrd. $ aus der Alumni-Arbeit, 6 Mrd. $ aus Stiftungen, 5 Mrd. $ aus Mäzenen und 4 Mrd. $ von Unternehmen. Interessant dabei ist, dass private Universitäten im Schnitt ähnlich hohe Studiengebühren erheben wie die öffentlichen, doch private Hochschulen 43,3% höhere Finanzmittelzuflüsse zu verzeichnen hatten.

Im Jahr 2003 waren es schon 23,9 Mrd. $ allein für Hochschulbildung („colleges and universities“) und im Jahr 2006 wurden in den USA rund 41 Mrd. $ für den Bereich „education“ gespendet. Dies bedeutet einen Zuwachs von über 9% gegenüber dem Jahr 2005 und einem Gesamtanteil von fast 14% am Gesamtaufkommen von 295 Mrd. $ gemeinnütziger Spenden.

Zwar liegen für Deutschland keine genauen Zahlen vor, doch im gesamten europäischen Raum rangiert der Bildungssektor als Spendenzweck bislang weit unten. Dies ist nicht nur auf eine unterschiedliche Spendenkultur zurückzuführen, sondern auch auf den mangelnden Professionalisierungsgrad deutscher Hochschulen. Fundraising-Abteilungen an US-amerikanischen Hochschulen bestehen oft aus mehreren hundert MitarbeiterInnen, ein Trend, der erst in den 60er und 70er Jahren begann, als erkannt wurde, dass die Steigerung von Fundraising-Einnahmen mit den dafür abgestellten personellen Ressourcen korreliert.

Fundraising verlangt also v.a. Zeit, Geld und Professionalität von Hochschulen.

Die Universitäten von Harvard, Princeton, Yale und Berkeley haben mittlerweile Hochschulmarken aufgebaut, die sich von selbst vermarkten. Ihr größter Wettbewerbsvorteil ist, dass sie aus diesem Ruhm Kapital generieren. Die Universität von Princeton hat z.B. mit einer Kampagne zwischen 1995 und 2000 insgesamt 1,14 Mrd. Dollar eingeworben. Davon spendeten die Alumni 782 Mio., die Eltern der Studierenden gaben 52 Mio., aus Nachlässen flossen 104 Mio. und rund 165 Mio. kamen von Stiftungen und Unternehmen. Auch die Beschäftigungszahlen im Fundraising sind an den Eliteschmieden erstaunlich. Die Universität in Berkeley, Kalifornien, beschäftigt rund 250 Mitarbeiter im Alumni- und Fundraising-Bereich, an der Universität Harvard sind es 400. In Berkeley beschäftigen sich etwa 14 Personen nur mit der Recherche relevanter Informationen über potentielle UnterstützerInnen.

Dabei werden Informationen wie Gehalt, Vermögensbesitz, Schullaufbahn der Kinder und Kindeskinder, bereits öffentlich registrierte Engagements u.v.m. gesammelt. Die New York University schreibt aufgrund solcher Daten z.B. 8000 potentielle SpenderInnen im Rahmen einer organisierten Abendveranstaltung an.

US-amerikanische Eliteuniversitäten, die größtenteils auch Professional Schools betreiben, erzielten laut TUM Tech GmbH nicht zuletzt aufgrund ihrer wohlhabenden AbsolventInnen in Großspendenkampagnen Spendenvolumina von 1,5 bis 2 Mrd. $ über einen Zeitraum von fünf Jahren. Dies wäre nicht möglich ohne „Development Teams“ von bis zu 250 Mitarbeitern. Doch trotzdem liegen die Ausgaben für Fundraising laut einer britischen Studie durchschnittlich zwischen 15 und 18%. Die Harvard University hat es geschafft, durch Fundraising rund 20 Mrd. $ anzuhäufen und erwirtschaftet alleine durch „konservative Zinssätze“ von 5% ca. 1 Mrd. $ pro Jahr. Andere Universitäten beauftragen Fund Manager, welche durch riskantere Anlagestrategien noch höhere Renditen erzielen können. So hat etwa die Universität von Dartmouth im Jahr 2000 eine Rendite von 45 % erzielt, überwiegend durch Beteiligung an erfolgreichen Unternehmen.

Arbeit zitieren:
Waldhart, Benjamin J. Juni 2008: Prozessanalyse zur Entwicklung eines Fundraisingmoduls, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Fundraising, CRM, Branchenlösung, Hochschul-CRM, Prozessanalyse

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