Projektmarketing
Partizipation und Projekterfolg
- Art: Diplomarbeit
- Autor: David Friedrich
- Abgabedatum: September 2004
- Umfang: 138 Seiten
- Dateigröße: 3,1 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Fridericiana Karlsruhe (TH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8399-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8399-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8399-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Friedrich, David September 2004: Projektmarketing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Projektmanagement, Change Management, Marketing, Stakeholder, Kommunikation
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Diplomarbeit von David Friedrich
Einleitung:
In der heutigen Zeit müssen Unternehmen innovativ sein, um dem immer schärfer werdenden Wettbewerb und Kostendruck standhalten zu können. Innovation heißt für ein Unternehmen Neuerungen, Fortschritt und Erfindungen. Erreicht werden kann dies nur durch erfolgreiche Projektrealisierung, um die Prozesse im Unternehmen umzusetzen. Diese sind notwendig, um auf dem Markt konkurrenzfähig bleiben zu können. Umsetzungsaktionismus allein garantiert keine erfolgreiche Projektrealisierung, denn die Projektergebnisse müssen verstanden und akzeptiert werden.
Aus Studien ergeben sich für große Reengineering-Projekte in Projektmanagement-Organisationen folgende zwei Hauptgründe für das Scheitern (Schwertfeger, 1997):
- Mangelnde Information und Integration der Mitarbeiter.
- Fehler im betriebswirtschaftlichen/ technisch-organisatorischen Bereich.
Demnach liegt bei Reengineering-Projekten oft ein Informationsdefizit bei den Mitarbeitern vor. Betriebliche Restrukturierungsprojekte, die auf eine Verbesserung der Zusammenarbeit im Unternehmen abzielen, erfordern notwendigerweise eine Integration der Mitarbeiter in die Projektarbeit.
Die langjährigen Mitarbeiter verfügen über das Erfahrungswissen, welches zur Konzeption und Umsetzung von grundlegenden Projektergebnissen notwendig ist. Das volle Erfolgspotential eines Projekts kann nur dann langfristig ausgeschöpft werden, wenn die Beteiligten und Betroffenen sich mit dem Projekt identifizieren können. Daran orientiert sich das Projektmarketing.
”Ein Unternehmen ist kein Zustand, sondern ein Prozess“ (Ludwig Bölow, Ingenieur, Mitbegründer des Flugzeugbauers MBB zit.n. McKinsey & Company, 2004, S.6) Bölow sagt damit aus, dass ein Unternehmen ”lebt“ und ständig neuen Prozessen und Projekten unterworfen ist. Projekte sind während des Projektlebenszyklus [1: Projektlebenszyklus: Die ICB definiert den Projektlebenszyklus als den ”Gesamtlebensweg eines Projektes über alle Phasen von der Entstehung bis zum Projektabschluss“. (vgl. Angermeier, 2004)] Veränderungen unterworfen und oft riskant und neuartig. Das Streben nach Innovation ist der Grund für Neuartigkeit, welche Grund für riskante Projekte ist. Projekte bestehen aus komplexen Aufgabenstellungen und Projektfortschritte sind nicht immer visuell darstellbar (vgl. Frühbauer, 2003, S.4).
Darüber hinaus ist der Zeitfaktor von großer Bedeutung. Allzu oft steht einem Unternehmen nur eine kleine Zeitspanne für die Projektrealisierung zur Verfügung, so dass ein hoher Parallelisierungsgrad einzelner Aufgabenpakete notwendig ist. Besonders in dieser Zeit ist die Koordination schwierig, die durch Projektmarketing und die innere Projektkommunikation unterstützt bzw. erleichtert werden kann.
Diesen und anderen Problemen während der Realisierung von Projekten widmet sich das Projektmarketing. Innerhalb dieser Arbeit wird diskutiert, ob die Ansätze des klassischen Marketings auf das Projektmarketing übertragbar sind und inwiefern sich die Ziele gleichen. Darüber hinaus soll das Projektmarketing als ein Prozess betrachtet werden, um für die bisher geschilderten Probleme Lösungsansätze aufzuzeigen. Gerade bei dieser Betrachtung liegt der Fokus auf den Mitarbeitern die in Zusammenhang mit dem Projekt stehen. Es stellt sich die Frage, wie die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten und Betroffenen berücksichtigt werden können, ohne die Projektziele zu vernachlässigen. Zum Abschluss soll reflektiert werden, ob sich ein allgemeines Projektmarketing-Konzept für Projekte definieren lässt und was die Kernelemente dieses Projektmarketing-Konzepts sind.
In der Literatur existieren nur wenige Beispiele für den Aufbau eines Projektmarketing-Prozesses. Romano beschreibt den Projektmarketing-Prozess in vier Phasen: 1. Analyse des Projektumfelds, 2. Bestimmung der Maßnahmen und Auswahl der Projektmarketing-Instrumente, 3. Einsatzplanung, sowie 4. Durchführung und Kontrolle. Möller hat eine sehr ähnliche Auffassung vom Aufbau und teilt das Projektmarketing ebenfalls in vier Phasen ein: 1. Analyse, 2. Planung, 3. Umsetzung und 4. Abschluss. Stempkowski et al. hingegen beschreibt das Modell des Projektmarketings in fünf Schritten: 1. Zieldefinition, 2. Analyse, 3. strategische Planung, 4. operative Planung und 5. Umsetzung (Maßnahmen und Controlling). Stemmle versteht unter Projektmarketing die Vermarktung eines Projekts und teilt das Projektmarketing innerhalb dieser Sichtweise in sieben Schritte ein: 1. Bestimmung der Zielidee, 2. Auswahl der Zielgruppe, 3. Wahl der Schlüsselstrategie, 4. Finden von Geldgebern und Donatoren, 5. Maßnahmen ergreifen, 6. Persönliche und gemeinsame Beweggründe sozialen Handelns und 7. Auswertung vornehmen.
Aufbauend auf den vier Ansätzen einer Projektmarketing-Prozess-Beschreibung kommt die von Romano und Möller der in dieser Arbeit gewählten am nächsten. In erster Linie müssen die Umfeldelemente eines Projekts analysiert werden, bevor darauf aufbauend das Projektmarketing geplant werden kann. Innerhalb der Planung lassen sich aus den Ergebnissen der Analyse die Ziele des Projektmarketings definieren. Dem folgt die strategische Planung, in der beschrieben wird, wie sich die Ziele erreichen lassen. Am Ende der Planungsphase sind die strategischen Planungsansätze mit Projektmarketing-Maßnahmen abzubilden, welches der operativen Planung entspricht. Zuletzt werden die Maßnahmen umgesetzt und auf Richtigkeit überprüft.
Aus diesen Ansätzen lassen sich drei Phasen festhalten: 1. Analyse, 2. Planung und 3. Umsetzung und Steuerung. Diese Phasen bestimmen den Aufbau der vorliegenden Arbeit und sind unter anderem in Abbildung 1.1 dargestellt. Der Projektmarketing-Start und -Abschluss sind nicht als eigenständige Phase anzusehen, sondern vielmehr als ein Zeitpunkt des Projektmarketings zu betrachten. Dabei werden spezifische Projektmarketing-Maßnahmen durchgeführt, die zu diesen Zeitpunkten von besonderer Bedeutung sind. Das Projektmarketing beginnt mit einem ersten gründlichen Durchlauf durch die drei Phasen und wird dann im Weiteren kontinuierlich iterativ fortgesetzt.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| I. | Projektmarketing | 5 |
| 2. | Die Grundlagen des Projektmarketings | 6 |
| 2.1 | Projekt und Projektmanagement | 6 |
| 2.2 | Ansätze des klassischen Marketings | 9 |
| 2.2.1 | Das strategische Dreieck | 9 |
| 2.2.2 | Die vier Säulen des klassischen Marketings | 10 |
| 2.2.3 | Die Strategien des Marketings | 11 |
| 2.3 | Projektmarketing | 12 |
| 2.3.1 | Die Notwendigkeit des Projektmarketings | 15 |
| 2.3.2 | Die Abgrenzung von Projektmarketing zu Change Management | 17 |
| 2.3.3 | Die Struktur des Projektmarketings | 18 |
| 3. | Das Umfeld eines Projekts | 20 |
| 3.1 | Umfeldanalyse als Informationsgrundlage | 20 |
| 3.1.1 | Die Stakeholderanalyse | 22 |
| 3.1.2 | Die Projekt- und Unternehmensanalyse | 29 |
| 3.2 | Stakeholder und ihre Sichtweise | 31 |
| 3.2.1 | Der Stakeholder als Chance oder Risiko | 32 |
| 3.2.2 | Die Gründe für Widerstände | 37 |
| 3.2.3 | Die Erkennungsmerkmale von Widerständen im Projekt | 45 |
| 3.3 | Zusammenfassung | 48 |
| 4. | Die strategische und operative Planung | 50 |
| 4.1 | Strategische Planung | 51 |
| 4.1.1 | Die Zielfindung im Projektmarketing | 51 |
| 4.1.2 | Die Strategie als Wegweiser | 57 |
| 4.2 | Operative Planung | 65 |
| 4.2.1 | Die Erkennungsmerkmale eines Projekts | 65 |
| 4.2.2 | Die Projektmarketing-Maßnahmen | 66 |
| 4.2.3 | Die Maßnahmen und ihre Eigenschaften | 69 |
| 4.2.4 | Der Projektmarketing-Mix | 71 |
| 4.2.5 | Die Ausgestaltung der Maßnahmen | 74 |
| 4.3 | Zusammenfassung | 75 |
| 5. | Der Projektmarketing-Prozess | 76 |
| 5.1 | Projektmarketing als Prozess | 76 |
| 5.1.1 | Die Kontrolle im Projektmarketing-Prozess | 76 |
| 5.1.2 | Die Einbindung in den Projektmarketing-Prozess | 79 |
| 5.2 | Kommunikation als Instrument | 81 |
| 5.2.1 | Die Kommunikation | 83 |
| 5.2.2 | Die Nachricht | 85 |
| 5.2.3 | Das Kommunikationsproblem | 86 |
| 5.3 | Grenzen und Barrieren des Projektmarketings | 88 |
| 5.4 | Zusammenfassung | 90 |
| 6. | Das Projektmarketing in der Praxis | 91 |
| 6.1 | Bewertung der Umfeldelemente | 91 |
| 6.1.1 | Die Promotorenanalyse | 91 |
| 6.1.2 | Die Stakeholder-Landkarte | 92 |
| 6.1.3 | Das House of Stakeholder | 92 |
| 6.2 | Projektmarketing-Maßnahmen | 95 |
| 6.2.1 | Das Kick-Off-Meeting | 95 |
| 6.2.2 | Die Projektlogos | 97 |
| 6.2.3 | Die Info-Box am Potsdamer Platz | 98 |
| 6.3 | My Work Place | 99 |
| 7. | Die Möglichkeiten einer Implementierung | 100 |
| 7.1 | Zusammenfassung der Projektmarketing Phasen | 101 |
| 7.1.1 | Die Projektmarketing-Analyse | 101 |
| 7.1.2 | Die Projektmarketing-Planung | 102 |
| 7.1.3 | Die Projektmarketing-Durchführung und -Steuerung | 103 |
| 7.2 | Rollen im Projektmarketing-Prozess | 103 |
| 7.3 | Die Notwendigkeit eines Projektmarketing-Moduls | 104 |
| 8. | Fazit und Ausblick | 105 |
| II. | Verzeichnisse | 108 |
| A. | Abkürzungsverzeichnis | 109 |
| B. | Abbildungsverzeichnis | 110 |
| C. | Tabellenverzeichnis | 111 |
| D. | Literaturverzeichnis | 113 |
| E. | Index | 119 |
| III. | Anhang | 123 |
| F. | Leitfragen, Checklisten, Tabellen | 124 |
| F.1 | Leitfragen zur Projektmarketing-Analyse | 124 |
| F.2 | Maßnahmenkatalog | 126 |
| F.3 | Leitfragen zur Projektmarketing-Planung | 127 |
| F.4 | Beschreibung des Projektmarketing-Prozesses | 128 |
Auf Basis der umfassenden Umfeldanalyse und der definierten Projektmarketing-Ziele kann eine Strategie f¨ r das Projektmarketing formuliert werden. F¨ r die Strategiewahl existiert keine u u Allround-L¨ sung, sie muss projektspezifisch hinterfragt und gel¨ st werden (Stempkowski et o o al., 2003, S.43). Im vorherigen Kapitel sind die vier Strategien des Projektmarketings erl¨ utert a worden. Diese lassen sich als Strategieebenen bezeichnen und innerhalb derer existieren Alternativstrategien. Diese lassen sich als strategische Bauelemente verstehen, bei der sich einzelne erg¨ nzen und kombinieren lassen. a F¨ r die Festlegung einer sinnvollen Strategie ist eine mehrdimensionaler Ansatz zu w¨ hlen, u a der mindestens eine Strategiealternative jeder Strategieebene beinhaltet. Damit entsteht laut ¨ Becker (2000, S.192) im klassischen Marketing und auf das Projektmarketing ubertragen eine eindeutige Steuerungsgrundlage f¨ r die Projektmarketing-Maßnahmen. Die Bestimmung der u strategischen H¨ he, die vertikale Ausrichtung der Strategiekombination, ist somit vorgegeben. o Die Reihenfolge der Strategieausgestaltung bleibt frei w¨ hlbar. Allerdings ist die Strategiekoma bination entsprechend der Projektmarketing-Ziele aufeinander abzustimmen. Eine m¨ gliche o Strategiekombination ist in Abbildung 4.5 in einer Projektmarketing-Strategie-Box exemplarisch dargestellt. [...]
Auf Grund der Ein-Projekt-Sicht des Projektmanagements und so des Projektmarketings werden die strategischen Optionen der Stakeholderfeldstrategie auf zwei heruntergebrochen. Daher wird im Weitern die Konzentration auf ein Projekt gelegt. Die Ber¨ cksichtigung mehrerer Prou jekte kann durchaus Gegenstand komplexer Portfolio-Betrachtungen eines Unternehmens sein. Demnach lassen sich f¨ r das Projektmarketing folgende zwei strategische Optionen festhalten. u Die Stakeholder-Durchdringung beschreibt, inwieweit die Projekt-Stakeholder erreicht werden sollen, wie stark das Projekt aus Stakeholdersicht oder aus Projektsicht organisiert und gestaltet wird. Dabei finden die Projekt-Stakeholder umso mehr Beachtung, je mehr die Stakeholdersicht ber¨ cksichtigt wird. Die Stakeholdersicht steht der Projektsicht gegen¨ ber und verl¨ uft u u a konvers. Das Projektteam hat den Kompromiss zwischen den Interessen der Stakeholder und den Interessen die das Projekt verfolgt zu finden (Harmonisierung der Interessen). Die strategische Entscheidung kann ebenso auf die Stakeholder-Entwicklung fallen. Innerhalb derer ist es wichtig die gesamten Projektportfolio-Stakeholder anzusprechen. Erreicht werden kann dies durch eine unternehmensweite Projektkultur, wobei sich diese im Unternehmen zu einer Bereichs- oder Unternehmenskultur entwickelt. Von strategischer Bedeutung ist die Frage ¨ nach der Breite, Tiefe und Weite der Ubertragung einer Projektkultur in das Unternehmen zu einer Unternehmenskultur. [...]
Im Folgenden werden aus den vier S¨ ulen des klassischen Marketings die des Projektmarkea tings abgeleitet. Dabei reduzieren sich die vier S¨ ulen im Projektmarketing auf drei, wobei a keine klassischen Aktivit¨ ten eliminiert wurden. Welche Aktivit¨ ten die drei S¨ ulen Projekt-, a a a Nutzen- und Kommunikationspolitik des Projektmarketings beschreiben und woher sie aus dem klassischen Marketing kommen wird im Folgenden beschrieben. Aus der Produktpolitik geht im Projektmarketing die Projektpolitik hervor. Sie umfasst alle Aktivit¨ ten eines Unternehmens, die die Gestaltung des Projekts im Interesse der Stakeholder a betreffen. Analog zum klassischen Marketing l¨ sst sich hier die Projektinnovation (Projekta variation und -elimination) einbetten. Sie beschreibt eine innovative Projektgestaltung, d. h. Projekte werden nicht mit Standardl¨ sungen bearbeitet, sondern es werden individuelle Herano gehensweisen benutzt. Somit lassen sich die Projekte f¨ r Stakeholder attraktiv und interessant u gestalten. Das Interesse der Stakeholder an dem Projekt soll gesteigert werden. Die Preispolitik wird im Projektmarketing als Nutzenpolitik bezeichnet. Hier wird das Inter¨ ¨ esse am Projekt nicht wie beim Produkt uber den Preis gesteuert, sondern vielmehr uber den Einsatz an Ressourcen und das Projektergebnis. Der Nutzen ist ein Maß f¨ r Zufriedenheit und u Gl¨ ck (Wikipedia, 2004), d. h. f¨ r den Stakeholder entsteht Zufriedenheit aufgrund des Aru u beitsaufwands und des Ergebnisses (Nutzen: Einsatz → Ergebnis). Projekte lassen sich anhand ihres Erfolgsfaktors darstellen, d. h. mit welchem Projektbudget welcher Erfolg erreicht wurde. Dar¨ ber hinaus lassen sich pers¨ nliche Zukunftsperspektiven f¨ r die am Projekt Beteiligten u o u schaffen, wie z. B. das Projekt als Karriere-Sprungbrett. So werden attraktive Anreize geboten, die den Nutzen des Stakeholders bei einer Projektbeteiligung erh¨ hen. o [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832483999
Arbeit zitieren:
Friedrich, David September 2004: Projektmarketing, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Projektmanagement, Change Management, Marketing, Stakeholder, Kommunikation



