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Projektfinanzierung

Eine unter Rendite- und Risikoaspekten optimierte Finanzierungsstruktur für Windparkprojekte

Projektfinanzierung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexander Poch
  • Abgabedatum: Juli 2007
  • Umfang: 101 Seiten
  • Dateigröße: 2,1 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Ostfalia Braunschweig/Wolfenbüttel Deutschland
  • Bibliografie: ca. 40
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0550-2
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Poch, Alexander Juli 2007: Projektfinanzierung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Projektfinanzierung, Erneuerbare Energie, Windpark, EEG, Finanzierung

Diplomarbeit von Alexander Poch

Einleitung:

Die Ursprünge der Projektfinanzierung reichen bis in die Antike. Zur Finanzierung von Handelsreisen gewährte man Kredite, die ausschließlich aus den Erlösen des Verkaufs der Waren zurückgezahlt wurden. Die heutige Form der Projektfinanzierung trat erstmals bei Handelsreisen im 17. Jahrhundert auf, die unter anderem nach Indien führten. Das Risiko des Warenverlustes verblieb dabei bei den Financiers. Der Bau des Suez Kanals ist eines der bekanntesten Beispiele für die Anwendung dieser Finanzierungstechnik in jüngerer Geschichte.

Der Begriff Projektfinanzierung entwickelte sich in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Banken stellten die finanziellen Mittel für die Erdölexploration bereit. Eine Besicherung der Kredite erfolgte aus den Nutzungsrechten der Ölvorkommen. Der Schuldendienst wurde ausschließlich aus den Einnahmen des Ölverkaufs bedient. Die Kreditbewilligung erfolgte somit ausschließlich auf Grundlage der prognostizierten Einnahmen. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts kam die Finanzierung von Bergbauvorhaben sowie Offshore-Erschließung von Öl- und Gasfeldern hinzu. In den 80er und 90er Jahren entstanden Projektfinanzierungslösungen vor allem im Kraftwerksbau, der Telekommunikation und der öffentlichen Infrastruktur. Seit etwa Mitte der 90er findet die Projektfinanzierung schließlich auch im Bereich Erneuerbare Energien Anwendung. Ein Großteil der weltweiten Windenergievorhaben wird dabei heutzutage über eine Projektfinanzierung realisiert.

Durch geschickte Kombination verschiedener Finanzierungsinstrumente lässt sich bei dieser Finanzierungstechnik ein auf die zukünftigen Einnahmen und Ausgaben sowie dem spezifischen Umfeld des Unternehmens maßgeschneidertes Finanzierungskonzept entwickeln. Zielsetzung der Projektfinanzierung ist es, einen aus Sicht der beteiligten Parteien optimalen Rendite-Risiko-Mix zu generieren. Dabei sind insbesondere die Interessen des Unternehmens, der Banken, wie auch der Investoren zu berücksichtigen. Risiko soll hierbei als negative Abweichung vom Planwert einer Zielgröße verstanden werden, da sie für jeden Projektbeteiligten eine Verlustgefahr darstellt. Diese Arbeit geht nun der Frage nach, wie eine unter Rendite- und Risikoaspekten optimierte Finanzierungsstruktur für Windparkprojekte dargestellt werden kann. Was sind also die charakteristischen Merkmale für ein maßgeschneidertes Windparkfinanzierungskonzept. Hierbei liegt der Fokus auf kleine und mittlere Onshore-Windparkprojekte in Deutschland. Lassen sich hierfür Optimierungsansätze finden und inwieweit lassen sich die auf kleine und mittlere Onshore-Windparks zugeschnittenen Finanzierungskonzepte auch auf Offshore-Windparkprojekte in Deutschland anwenden. Onshore bezieht sich dabei auf Windanlagen an Land, Offshore auf Windanlagen im Meer.

Kapitel 2 stellt die Grundlagen der Projektfinanzierung vor und bildet somit eine Ausgangsbasis für weitere Ausführungen. Nachdem unter anderem die charakteristischen Merkmale und Beteiligten Gruppen dargestellt sind, lassen sich Vor- und Nachteile skizzieren. Das Kapitel schließt mit dem Zusammenhang von Rendite, Risiko und Liquidität ab. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit der Rolle und dem Aufbau des Risikomanagements bei Projektfinanzierungen. Der Abschnitt Risikoidentifikation schließt die besonderen Risiken von Windparks ein und stellt die größten Einflussfaktoren auf die Wirtschaftlichkeit von Windparks vor. Nachdem Risikoquantifizierungsinstrumente herausgestellt sind, wird insbesondere die Rolle einer geeigneten Finanzierungsstruktur zur Risikoreduktion diskutiert. Eine ausführliche Analyse des Risikomanagementprozesses erfolgt, da er die Grundlage für die Ausarbeitung eines optimalen Finanzierungskonzeptes bildet. Im 4. Kapitel findet eine Untersuchung von Standardfinanzierungsinstrumente statt, die bei Projektfinanzierungen zum Einsatz kommen. Zusätzlich erfolgt eine Darstellung der für den Windenergiebereich speziellen Finanzierungsinstrumente. Diese Betrachtungsweise ist wichtig, da mögliche Instrumente, in geeigneter Weise kombiniert, Bestandteil einer optimalen Finanzierung sind.

Kapitel 5 stellt die Besonderheiten der Windparkfinanzierung in Deutschland vor. Ausgehend von den gesetzlichen Rahmenbedingungen wird die Entwicklung der Windenergie in Deutschland, sowie gängige Instrumente der Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung untersucht. Abschließend findet eine Darstellung der Besonderheiten von Offshore-Windparkfinanzierungen in Deutschland statt. Eine Abklärung der politischen Rahmenbedingungen ist erforderlich, da sie die Bedingungen für die Windenergienutzung vorgibt. Kapitel 6 umfasst eine Analyse von Finanzierungskonzepten kleiner und mittlerer Windparks in Deutschland. Nach einer individuellen Analyse erfolgt eine Aussage darüber, ob es sich bei der entsprechenden Finanzierung um ein optimales Finanzierungskonzept handelt oder inwiefern sich Optimierungsansätze finden lassen. Kapitel 7 fasst die zentralen Ergebnisse dieser Arbeit zusammen. Welche gemeinsamen charakteristischen Merkmale weisen die untersuchten Finanzierungskonzepte aus und inwieweit lassen sich diese auf Offshore-Windparks übertragen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
2. Grundlagen der Projektfinanzierung 3
2.1 Projektfinanzierungsbegriff 3
2.2 Charakteristische Merkmale der Projektfinanzierung 3
2.3 Beteiligte Gruppen 4
2.4 Varianten, Ablauf und Phasen einer Projektfinanzierung 6
2.5 Typisches Vertragspaket 9
2.6 Vor- und Nachteile einer Projektfinanzierung 10
2.7 Das Dreieck von Rendite, Risiko und Liquidität 12
3. Risikomanagement bei Projektfinanzierungen 14
3.1 Kern des Risikomanagements 14
3.2 Identifikation von Risikobereichen 15
3.3 Risikoquantifizierung 19
3.3.1 Cashflow-Modell und Kennzahlenanalyse 19
3.3.2 Dynamische Analyse 21
3.3.3 Neuere Entwicklungen in der Risikoquantifizierung 23
3.4 Risikoreduktion und –verteilung 23
3.4.1 Die Bedeutung von Covenants 23
3.4.2 Auswahl einer geeigneten Finanzierungsstruktur 25
4. Finanzierungsinstrumente bei Projektfinanzierungen 26
4.1 Kapitalformen 26
4.2 Eigenkapital 27
4.3 Mezzanine-Kapital 28
4.4 Fremdkapital 29
4.4.1 Bankkredit/ Konsortialkredit 29
4.4.2 Projektanleihe 31
4.4.3 Förderkredite 31
4.5 Emissionshandel als Finanzierungsinstrument 32
4.6 Asset Backed Securities/ Sale-and-Lease-Back 33
4.7 Wetterderivate 34
4.8 Staatliche Exportkredit- und Direktinvestitionsversicherung 35
5. Windparkfinanzierung in Deutschland 36
5.1 Das Erneuerbare-Energien-Gesetz 36
5.2 Vergleich staatlicher Regulierungssysteme für Windenergie 38
5.3 Entwicklung der Windenergie in Deutschland 39
5.4 KfW-Förderkredite 40
5.5 Windenergiefonds 41
5.6 Finanzierung von Offshore-Windparks 43
6. Analyse von Windparkfinanzierungskonzepten 46
6.1 Windpark Gronau 46
6.1.1 Analyse der Finanzierungsstruktur 46
6.1.2 Optimierungsansätze 49
6.2 Windpark Roter Berg 50
6.2.1 Analyse der Finanzierungsstruktur 50
6.2.2 Optimierungsansätze 52
6.3 Windpark Wansleben am See 54
6.3.1 Analyse der Finanzierungsstruktur 54
6.3.2 Optimierungsansätze 55
7. Zusammenfassung 57
Literaturverzeichnis 1
Anhang A: Windparkfinanzierung Gronau 66
Anhang B: Windparkfinanzierung Roter Berg 77
Anhang C: Windparkfinanzierung Wansleben am See 86
Eidesstattliche Erklärung 93

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
2. Grundlagen der Projektfinanzierung 3
2.1 Projektfinanzierungsbegriff 3
2.2 Charakteristische Merkmale der Projektfinanzierung 3
2.3 Beteiligte Gruppen 4
2.4 Varianten, Ablauf und Phasen einer Projektfinanzierung 6
2.5 Typisches Vertragspaket 9
2.6 Vor- und Nachteile einer Projektfinanzierung 10
2.7 Das Dreieck von Rendite, Risiko und Liquidität 12
3. Risikomanagement bei Projektfinanzierungen 14
3.1 Kern des Risikomanagements 14
3.2 Identifikation von Risikobereichen 15
3.3 Risikoquantifizierung 19
3.3.1 Cashflow-Modell und Kennzahlenanalyse 19
3.3.2 Dynamische Analyse 21
3.3.3 Neuere Entwicklungen in der Risikoquantifizierung 23
3.4 Risikoreduktion und –verteilung 23
3.4.1 Die Bedeutung von Covenants 23
3.4.2 Auswahl einer geeigneten Finanzierungsstruktur 25
4. Finanzierungsinstrumente bei Projektfinanzierungen 26
4.1 Kapitalformen 26
4.2 Eigenkapital 27
4.3 Mezzanine-Kapital 28
4.4 Fremdkapital 29
4.4.1 Bankkredit/ Konsortialkredit 29
4.4.2 Projektanleihe 31
4.4.3 Förderkredite 31
4.5 Emissionshandel als Finanzierungsinstrument 32
4.6 Asset Backed Securities/ Sale-and-Lease-Back 33
4.7 Wetterderivate 34
4.8 Staatliche Exportkredit- und Direktinvestitionsversicherung 35
5. Windparkfinanzierung in Deutschland 36
5.1 Das Erneuerbare-Energien-Gesetz 36
5.2 Vergleich staatlicher Regulierungssysteme für Windenergie 38
5.3 Entwicklung der Windenergie in Deutschland 39
5.4 KfW-Förderkredite 40
5.5 Windenergiefonds 41
5.6 Finanzierung von Offshore-Windparks 43
6. Analyse von Windparkfinanzierungskonzepten 46
6.1 Windpark Gronau 46
6.1.1 Analyse der Finanzierungsstruktur 46
6.1.2 Optimierungsansätze 49
6.2 Windpark Roter Berg 50
6.2.1 Analyse der Finanzierungsstruktur 50
6.2.2 Optimierungsansätze 52
6.3 Windpark Wansleben am See 54
6.3.1 Analyse der Finanzierungsstruktur 54
6.3.2 Optimierungsansätze 55
7. Zusammenfassung 57
Literaturverzeichnis 1
Anhang A: Windparkfinanzierung Gronau 66
Anhang B: Windparkfinanzierung Roter Berg 77
Anhang C: Windparkfinanzierung Wansleben am See 86
Eidesstattliche Erklärung 93

Textprobe:

Kapitel 3.1, Kern des Risikomanagements:

Da allein das Vorhaben als wirtschaftliche Basis für eine angemessene Eigenkapitalverzinsung und der Bedienung des Kapitaldienstes dient, kommt einer Behandlung von Risiken im Rahmen einer Projektfinanzierung erhebliche Bedeutung zu. Das Instrumentarium des Risikomanagements versucht Risiken den Projektbeteiligten zuzuordnen, die diese zu verantworten haben und damit auch kontrollieren können. Ziel ist die Entwicklung einer Entscheidungsgrundlage für die Auswahl besonders geeigneter risikopolitischer Maßnahmen zur Reduzierung der Projektrisiken auf ein akzeptables Niveau.47 Der Risikomanagementprozess beginnt bei einer Projektfinanzierung mit der Risikoanalyse in der Risiken identifiziert, quantifiziert und bewertet werden. Darauf folgt die Risikoverteilung durch vertragliche Mechanismen, Versicherungen und der Finanzierungsstruktur. Abschließend erfolgt eine Risikoüberwachung.

Die zuverlässige Prognose der Cashflows ist von wesentlicher Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit und Robustheit einer Projektfinanzierung. Alle Risikoaspekte eines Projektes wirken auf den Cashflow-Strom. Daher müssen die Cashflow bestimmenden Einflussgrößen gesteuert und ggf. korrigiert werden. Die Rückgriffsrechte der Fremdkapitalgeber auf die Sponsoren ist beschränkt. Daher sind es zunächst die Eigentümer die das Risiko von negativen Planabweichungen tragen. Ihre Rendite verschlechtert sich. Weitreichende Fremdkapitaleinbindung führt allerdings dazu, dass auch Kreditgeber verhältnismäßig schnell von Planabweichungen betroffen sind. Eines der Sicherungselemente zur Vermeidung von Planabweichungen ist die Gestaltung einer dem Risikoprofil angemessenen Finanzierungsstruktur.

Fremdkapitalgeber sind daran interessiert, dass die Finanzierungsstruktur so ausgestaltet ist, dass das Projekt auch bei Eintreten eines Worst-Case-Szenarios, welches den ungünstigsten aller Fälle darstellt, in der Lage ist, den Schuldendienst zu bedienen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Eigenkapitalgeber in solch einer Situation nicht einmal eine buchhalterische Verzinsung ihres Kapitals erhalten. Ihr Interesse an dem Fortbestand des Projektes würde dramatisch sinken und die Nutzung von Ausstiegsmöglichkeiten folglich steigen. Dieses Verhalten bringt wiederum die Fremdkapitalgeber in eine problematische Situation. Sie sollten also die Sichtweise der Eigenkapitalgeber einbeziehen. Diese beurteilen ein Projekt nach dem Base-Case-Szenario, das den wahrscheinlichsten aller Fälle abbilden soll. In diesem Szenario muss das Projekt in der Lage sein, eine angemessene Eigenkapitalrendite zu erwirtschaften. Der Kern des Risikomanagements liegt folglich in der Sicherung der Stabilität und der Auskömmlichkeit des Cashflows.

Arbeit zitieren:
Poch, Alexander Juli 2007: Projektfinanzierung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Projektfinanzierung, Erneuerbare Energie, Windpark, EEG, Finanzierung

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