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Das Projekt 'für hauptschulabschlussgefährdete Schülerinnen und Schüler' an der Martin-Niemöller-Gesamtschule in Bielefeld

Ein Konzept der Nachbetreuung von Schülerinnen und Schülern und seine Erprobung

Das Projekt 'für hauptschulabschlussgefährdete Schülerinnen und Schüler' an der Martin-Niemöller-Gesamtschule in Bielefeld
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Sebastian Voßhans
  • Abgabedatum: April 2008
  • Umfang: 63 Seiten
  • Dateigröße: 223,8 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
  • Bibliografie: ca. 11
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2853-2
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Voßhans, Sebastian April 2008: Das Projekt 'für hauptschulabschlussgefährdete Schülerinnen und Schüler' an der Martin-Niemöller-Gesamtschule in Bielefeld, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Motivationsseminar, Hauptschule, Schulabschluss, Schüler, Betreuung

Studienarbeit von Sebastian Voßhans

Einleitung:

Unser Projekt ‘Förderung von Schülerinnen und Schülern, deren Hauptschulabschluss gefährdet ist’ entspricht dem Typus ‘Durchführung und Reflexion von Fördermaßnahmen’.

Auftraggeber sind die Lehrer Claus Möbius und Ingrid Schubert in Anweisung der Schulleitung der Martin-Niemöller-Gesamtschule.

Unsere Zielsetzung ergibt sich zum einen aus den Ergebnissen der beiden Fallstudiengruppen, die das Projekt bereits evaluiert haben, zum anderen aus dem Auftrag der Martin-Niemöller-Gesamtschule. Dieser besteht aus zwei nicht trennbaren Aspekten, die im Folgenden beschrieben werden sollen.

Zunächst sollte von unserer Seite aus versucht werden ein Vertrauensverhältnis zu den betroffenen Schülern aufzubauen, damit der Grundstein für eine angemessene Förderung und Hilfe in der individuellen Nachbetreuung gelegt werden kann. Unsere Fallstudiengruppe sollte dementsprechend eine unterstützende, beratende und motivierende Funktion übernehmen, damit die Schüler auf der einen Seite ihr Ziel Hauptschulabschluss erreichen, auf der anderen Seite aber auch Kompetenzen für ihren weiteren Lebensweg erlernen können.

Im Rahmen dieser Unterstützung sollten die bereits entwickelten Bausteine Motivationsseminar, individuelle Zielsetzung, individuelle fachliche Unterstützung, Lebensplanung, Berufspraxis und Selbstorganisation erprobt werden.

Hauptanliegen unseres Forschungsvorhabens ist demnach die Reflexion und Evaluation des Gesamtkonzeptes der Nachbetreuung.

In unserem Forschungsanliegen wollten wir zunächst der Frage ‘Wie kann die Umsetzung der beiden Bausteine Selbstorganisation und individuelle fachliche Unterstützung zur Erreichung des Hauptschulabschlusses beitragen?’ nachgehen. Da wir allerdings im Laufe der Nachbetreuung zu der Erkenntnis gekommen sind, das sich die einzelnen Bausteine nicht voneinander trennen lassen, haben wir die Fragestellung erweitert: ‘Was kann die Umsetzung der entwickelten Bausteine der Nachbetreuung (Motivationsseminar, individuelle Zielsetzung, individuelle fachliche Unterstützung, Lebensplanung, Berufspraxis und Selbstorganisation) zum Erreichen des Hauptschulabschlusses beitragen?’.

Es soll aufgezeigt werden, wie die einzelnen Bausteine in der individuellen Förderung der Schüler inhaltlich Verwendung finden können. Diese zentrale Fragestellung soll als Leitfaden für unser Evaluationsprojekt dienen und zu jeder Zeit ein Anhaltspunkt unserer Arbeit sein.

Die Überprüfung der Konzeption soll erfolgen, indem vielfache Methoden der Nachbetreuung erprobt, Rahmenbedingungen überprüft und der Entwicklungsverlauf der einzelnen Schüler in der Nachbetreuung individuell analysiert werden. Dadurch soll zum einen eine Bewertung über den Erfolg, sowie Chancen und Grenzen der Nachbetreuung möglich werden. Aufgrund der Ergebnisse soll ebenfalls geklärt werden, in wie weit es sinnvoll ist, das Seminar und die Nachbetreuung erst in der neunten Klasse durchzuführen. Die Ergebnisse unserer Evaluation sollen außerdem Schwierigkeiten und Möglichkeiten in der Nachbetreuung aufzeigen, so dass unser Forschungsauftrag auch als Praxisbericht verstanden werden kann.

Schließlich fungieren die Reflexion unserer Erfahrungen, wie auch unser weiterentwickeltes Konzept der Nachbetreuung, als Leitfaden für die weitere Forschung bezüglich der ‘Förderung von hauptschulabschlussgefährdeten Schülerinnen und Schülern an der Martin-Niemöller-Gesamtschule’.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 4
2. Hauptteil 6
2.1 Das Problem der Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland 6
2.1.1 Definition von ‘Migranten’ 6
2.1.2 Der Prozess der Integration in Deutschland 9
2.1.3 Die Bedeutung der Sprache für die Integration 11
2.2 Der Spracherwerb von Kindern mit türkischer Zuwanderungsgeschichte - Begegnungen mit der deutschen und der türkischen Sprache 14
2.2.1 Wer ist bilingual? 14
2.2.1.1 Kompetenzdefinitionen von Bilingualität 16
2.2.1.2 Funktionsdefinitionen von Bilingualität 17
2.2.1.3 Sprachsysteme im Gehirn: Erkenntnisse aus der Neurolinguistik 17
2.2.2 Sind Kinder und Jugendliche mit türkischer Zuwanderungsgeschichte bilingual? 21
2.2.2.1 Die Sprache der Familie 23
2.2.2.2 Interaktionsverhalten türkischer Jugendlicher 25
2.3 Erklärungsversuche für eine eigene Sprache von Jugendlichen mit türkischer Zuwanderungsgeschichte 28
2.3.1 Die ‘Interlanguage-Hypothese’ -Die Theorie einer Zwischensprache 28
2.3.1.1 Der Vorgang: Transfer 30
2.3.1.2 Das Ergebnis: Interferenz 33
2.3.1.3 Crosslinguistic Influence 35
2.3.1.4 Der Stillstand im Zwischenstadium: Stagnation im Spracherwerb 36
2.4 Das Resultat des Sprachkontaktes: Die Sprache der stagnierenden Jugendlichen 38
2.5 Ursachen einer Mischsprache: Stagnation im Zweitspracherwerb oder bewusster Regelbruch? 42
3. Fazit 44
4. Literaturverzeichnis 48

Textprobe:

Kapitel 3.1, Das Förderkonzept und seine Ziele:

Auf Basis der beobachteten Probleme der Schüler und der bereits entwickelten Bausteine Motivationsseminar, individuelle Zielsetzung, individuelle fachliche Unterstützung, Lebensplanung, Berufspraxis und Selbstorganisation haben wir unser Durchführungskonzept der Nachbetreuung entwickelt.

Anliegen der Vorgängerfallstudiengruppe und Auftrag von Claus Möbius und Ingrid Schubert, bzw. der Schulleitung der Martin-Niemöller-Gesamtschule, war das entwickelte Konzept der Bausteine inhaltlich zu erproben.

Dazu muss zunächst einmal geklärt werden, was unter den einzelnen Bausteinen zu verstehen ist und wie sie inhaltlich umgesetzt werden können, damit ein angemessenes Konzept der Nachbetreuung entstehen kann.

Das Motivationsseminar sollte zunächst die Schüler motivieren selbstbewusst zu versuchen, ihre Noten zu verbessern, um das Ziel Hauptschulabschluss zu erreichen. Die bereits beschriebenen Inhalte des Seminars haben dazu geführt, dass Einstellungen zur Schule, persönliche Anliegen und Probleme der Schüler, Stärken und Schwächen, sowie berufliche Wünsche und Vorstellungen aufgezeigt wurden, so dass sie in dem weiteren Konzept der Nachbetreuung berücksichtigt werden konnten.

Die individuelle Zielsetzung wird in dem Seminar bereits angesprochen, muss aber zu Beginn der individuellen Nachbetreuung noch einmal explizit thematisiert werden. Nur wenn die Ziele klar sind, können den Schülern notwendige Schritte verständlich gemacht und schließlich durchgeführt werden.

Wesentlicher Bestandteil ist dabei, ein Vertrauensverhältnis zu den Schülern aufzubauen, damit die Nachbetreuung funktionieren kann. Dazu ist es notwendig, sich nicht in das Rollenbild des Lehrers zu begeben, sondern die Funktion des Helfers, Beraters und Motivationstrainers zu übernehmen. Dieses Rollenverständnis und ein heterogener Betreuerstab tragen dazu bei, dass die Schüler die Chance der Nachbetreuung nutzen.

Die wöchentlichen Treffen dienen insbesondere der individuellen fachlichen Unterstützung, also der konkreten fachlichen Förderung in den Unterrichtsfächern, in denen die Schüler besonders gefährdet sind. Die fachliche Unterstützung soll von unserem Fallstudienteam erprobt werden, wobei zu beachten ist, dass die Mitglieder unseres Fallstudienteams nicht in allen Fachrichtungen qualifizierte Fachkräfte darstellten, sodass langfristig in diesem Bereich eine Kooperation mit Studenten der Universität Bielefeld oder mit Lehrern, bzw. Nachhilfelehrern eingegangen werden sollte. Ansonsten ist eine qualifizierte, umfassend fachliche Unterstützung nicht möglich.

Die weiteren Bausteine Lebensplanung, Berufspraxis und Selbstorganisation sind unserer Ansicht nach inhaltlich nicht voneinander zu trennen und können einem allgemeinen, notwendigen Kompetenzerwerb zugeordnet werden. In den Bereich dieses Kompetenzerwerbs gehört die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler durch die Thematisierung und Analyse von Stärken und Schwächen, von Interessen und Wünschen. Diese Kompetenzen sind notwendig für den Baustein ‘Berufspraxis’, da sie für die Entwicklung eines Berufswunsches unabdingbar sind. Der Baustein ‘Selbstorganisation’ soll vor allem methodische und organisatorische Kompetenzen vermitteln, die für schulischen Erfolg und den Einstieg in das Erwerbsleben notwendig sind. Dies ist notwendig, da den Schülern nicht immer Betreuer zur Verfügung stehen werden, so dass sie langfristig in der Lage sein müssen, selbstständig zu lernen. Um das konkrete Ziel Hauptschulabschluss erreichen zu können, müssen allerdings erst einmal grundlegende Methoden der Mappenführung, Testvorbereitung und Planung vermittelt werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in diesem Bereich ist der Erwerb von Sozialkompetenzen, der unter Berücksichtigung der neu eingeführten Kopfnoten für den Einstieg in das Berufsleben eine entscheidende Funktion besitzt.

Anschließend an das Motivationsseminar werden jedem Gruppenmitglied zwei bis drei Schüler für die individuelle Nachbetreuung zugeteilt.

Zielsetzung der individuellen Nachbetreuung ist demnach zunächst der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses, um dann gezielt mit den Schülern individuelle Ziele zu formulieren. In der Nachbetreuung sollen Motivation und die Unterstützung des Selbstwertgefühls zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Vielfältige Methoden der Mappenführung und Testvorbereitung sollen ebenso vermittelt werden, wie Regeln des Arbeits- und Sozialbverhaltens. Auch in diesem Bereich sollen bei Bedarf Ziele des persönlichen Verhaltens formuliert und der Aspekt Kopfnoten thematisiert werden. Ein Überblick über berufliche Möglichkeiten und Anforderungen soll ermöglicht werden, um schließlich ein konkretes Berufsziel fokussieren zu können. Ein Besuch im Berufsinformationszentrum in Bielefeld, persönliche Beratung und ein Schnupperpraktikum in einem Berufsfeld tragen dazu bei.

Von unserer Seite ist es weiterhin notwendig vielfältige Methoden zu erproben, die in der folgenden Durchführungsbeschreibung der Nachbetreuung erläutert werden sollen.

Voraussetzung für unser Vorhaben ist eine gute Kooperation und Absprache mit den Klassen- und Fachlehrern der zu betreuenden Schüler. Um diesen Aspekt zu gewährleisten, werden wir in nächster Zeit mit den entsprechenden Personen in den Dialog treten, um die Verantwortung auf mehreren Schultern zu verteilen. Dieser Weg soll unserer Meinung nach eine gute Rahmenbedingung für die Zielsetzung ‘Hauptschulabschluss’ sein.

Arbeit zitieren:
Voßhans, Sebastian April 2008: Das Projekt 'für hauptschulabschlussgefährdete Schülerinnen und Schüler' an der Martin-Niemöller-Gesamtschule in Bielefeld, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Motivationsseminar, Hauptschule, Schulabschluss, Schüler, Betreuung

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