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Projekt "Evangelische Jugendkirche"

Tribut an die Spaßgesellschaft oder zeitgemäßes spirituelles Angebot für Jugendliche?

Projekt "Evangelische Jugendkirche"
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Arne Marquardt
  • Abgabedatum: April 2005
  • Umfang: 78 Seiten
  • Dateigröße: 291,6 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Hannover Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8790-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8790-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8790-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Marquardt, Arne April 2005: Projekt "Evangelische Jugendkirche", Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Spiritualität, Jugendarbeit, Religiosität, Parochie, Gemeindestruktur

Diplomarbeit von Arne Marquardt

Einleitung:

Im kirchlichen Bereich sind an vielen Stellen Kürzungen und Einsparungen zu spüren. Die sinkenden Mitgliederzahlen und die damit geringeren Einnahmen zwingen die Kirche zum Sparen. Die Frage ist natürlich, was Kirche in der heutigen Zeit fehlt, warum immer mehr Mitglieder aus der Kirche austreten.

Diese Frage ist ein sehr komplexes und umfangreiches Thema, das ich in dieser Arbeit auf die Zielgruppe der Jugendlichen einschränke. Auch bei Jugendlichen ist zu beobachten, dass sich immer weniger für Kirche interessieren. Im sonntäglichen Gottesdienst sind sie eher die Ausnahme.

Einige Kirchenkreise oder auch Landeskirchen haben diese Problematik erkannt und sogenannte Jugendkirchen ins Leben gerufen, die der Tatsache entgegenwirken sollen. In dieser Arbeit soll geklärt werden, was eine Jugendkirche ist und vor allen Dingen was sie von der klassischen Kirche unterscheidet. Die bereits bestehenden Projekte haben einen großen Zulauf, sie haben sich bei diesen Jugendlichen etabliert. Es soll auch aufgezeigt werden, worin die Faszination bei den Jugendlichen liegt.

Der erste Teil der Arbeit befasst sich theoretisch mit dem Konzept Jugendkirche, der zweite Teil verdeutlicht die Theorie anhand der Vorstellung konkreter Praxismodelle.

Das zweite Kapitel dieser Arbeit betrachtet zunächst die veränderten Lebensbedingungen der heutigen Jugendlichen und wieweit der Begriff Jugendlicher eigentlich gefasst werden muss. Auch ihre Bedürfnisse in Bezug auf Religion werden in diesem Kapitel bearbeitet. Die kirchlichen Strukturen werden beleuchtet und es wird überprüft, ob sie den Bedürfnissen der heutigen Jugend entsprechen.

Im dritten Kapitel wird das Konzept Jugendkirche konkretisiert. Hier geht es um eine allgemeine Darstellung, was ein solches Konzept leisten muss. Zunächst wird hierzu die Spannung zwischen Jugendkultur und Kirchenkultur anhand konkreter Beispiele aufgezeigt. Die Bedürfnisse der Jugendlichen werden kritisch bearbeitet und auf Kompatibilität zur Kirche überprüft.

Hier soll auch deutlich gemacht werden, welchen Reiz Jugendkirche auf die Jugendlichen ausübt, was die Jugendlichen an dem Projekt interessiert und fasziniert, kurz gesagt, was die Attraktivität des Projektes ausmacht. Ein weiteres wichtiges Thema dieses Kapitels ist die Auswertung. Neue Projekte können nur durch Evaluation bewertet und verbessert werden. Gerade im religiösen Bereich herrscht oft die Ansicht vor, dass Religiosität nicht gemessen und bewertet werden kann. Diese Annahme ist richtig, Projekte, die sich mit Religion und Spiritualität befassen, können jedoch sehr wohl bewertet werden. Ansätze hierzu werden in diesem Kapitel erläutert.

Im vierten Kapitel werden fünf ausgesuchte Jugendkirchenprojekte vorgestellt. Dabei geht es nicht um die komplette Vorstellung der einzelnen Projekte, sondern nur um ausgewählte Bereiche, die es ermöglichen einen Eindruck von dem Projekt zu bekommen. Auch die Vielfalt von bestehenden Jugendkirchenprojekten soll gezeigt werden.

Im fünften Kapitel wird ein Bezug zwischen den praktischen Projekten und der dahinterstehenden Theorie hergestellt und die Umsetzung der Projekte bewertet.

Im letzten Kapitel werden die Erkenntnisse noch einmal kurz zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 4
2. Veränderung des kirchlichen Umfeldes 6
2.1 Warum eigentlich Jugendkirche? 6
2.2 Veränderte Lebensbedingungen Jugendlicher 8
2.3 Von der Parochie zur Lebensweltgemeinde 11
2.3.1 Konsequenzen für die Kirchengemeinde 13
2.3.2 Herausforderungen für die kirchliche Arbeit mit Jugendlichen 16
2.4 Kirchliche Milieus 18
2.5 Religiosität von Jugendlichen und jungen Erwachsenen 21
3. Konzept Jugendkirche 25
3.1 Jugendgemäße Ausgestaltung der Jugendkirche 25
3.1.1 Christentum und Kultur der Gegenwart 25
3.1.2 Vorherrschaft der Ästhetik der Erwachsenen 26
3.1.3 Das Spannungsschema – die Erlebnisgesellschaft 27
3.1.4 Event-Ästhetik 28
3.2 Theologisch und moralisch verantwortbare Neugestaltung des Kirchraumes 28
3.3 Jugendkirche und Event 31
3.3.1 Events – die Attraktivität des Außergewöhnlichen 31
3.3.2 Events in der Jugendkirche 34
3.4 Die Spaßgesellschaft 37
3.5 Partizipation als Aneignungsform 41
3.6 Qualitätssicherung und Evaluation 43
3.6.1 Qualitätsmerkmale 44
3.6.2 Ansatz der Sozialraumanalyse und Lebensweltorientierung 45
4. Verschiedene Projekte von Jugendkirchen 48
4.1 Jugendkirche Oberhausen 49
4.2 Jugendkirche Hannover 52
4.3 Jugendkirche Frankfurt a. Main 56
4.4 Jugendkirche Stuttgart 58
4.5 Jugendkirche Weimar 61
5. Betrachtung der Projekte in Bezug auf Theorie und Praxis 63
5.1 Jugendkirche Oberhausen 63
5.2 Jugendkirche Hannover 64
5.3 Jugendkirche Frankfurt a. Main 66
5.4 Jugendkirche Stuttgart 67
5.5 Jugendkirche Weimar 69
6. Zusammenfassung und Ausblick 71
7. Literaturverzeichnis 73

Automatisiert erstellter Textauszug:

chen. Es ist nicht das einmalige religiöse Erlebnis, was dabei erzeugt werden soll, sondern vielmehr die Lust auf mehr. Stimmigkeit befasst sich bei einem Event mit der Balance zwischen jugendgemäßen Elementen, welche die Ästhetik und Ausdruckformen der Jugendlichen aufgreift und den bestehenden kirchlichen Ausdrucksformen und Ritualen. Stimmigkeit bedeutet auch, dass sich keine der beiden Seiten aufgeben soll, es soll eine Balance gefunden werden, die auf gegenseitigem Respekt basiert. Offenheit und Interesse für Neues sind dafür notwendig. Einbindung fordert, dass ein Event in das Gesamtkonzept der Jugendkirche passt. Es darf kein eigenständiger und losgelöster Baustein der Angebotspalette der Jugendkirche sein. Einzelne Veranstaltungen müssen aufeinander abgestimmt sein und jeweils ihren Beitrag leisten, um die Zielsetzung des Gesamtkonzeptes zu verfolgen.69 Ein Event in der Jugendkirche darf nicht zu einer Veranstaltung werden, die „religiöse Strohfeuer oder Wunderkerzen abbrennt“70. Erfolg lässt sich hier nicht an den Besucherzahlen oder an der Außergewöhnlichkeit der Veranstaltung messen. Erfolg ist die Aneignung von Kirche und Christentum auf der ästhetischen Ebene zu ermöglichen, die Kirche als Kirche erkennbar bleiben lässt, eine Aneignung, die alle Sinne mit einbezieht und fordert. Ein Event ist erfolgreich, wenn Kirche und Christentum ein Stück mehr in der Lebenswelt der Jugendlichen verwurzelt sind und dabei die etablierten Formen der Jugendarbeit nicht verloren werden. Events sind kein Ersatz für Religion. Sie dienen lediglich dazu den Alltag zu durchbrechen und auf diese Weise Platz zur Reflexion zu schaffen. Sind Events nicht in die Alltagwelt eingebunden, so ist es für die Teilnehmenden unmöglich die Erlebnisse zu konservieren, was eine Enttäuschung für Teilnehmende und Veranstalter zur Folge hat. Events in der Jugendkirche müssen länger wirken, als sie dauern.71 [...]

chen. Das Ziel des Events ist dies zu organisieren. In einem Event spiegeln sich nach der Ansicht von Hobelsberger grundlegende Elemente wieder, wie Jugendliche heute ihr Leben anpacken.66 Ein Event in der Jugendkirche verfolgt mehrere Zielrichtungen. Es geht nicht nur um den Spaß-Charakter. Das Ziel ist es ein niederschwelliges Angebot für einen Erstkontakt zu bieten. Es bietet die Chance kirchenferne Jugendliche mit Kirche in Berührung zu bringen. Ein Event schafft Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und bei den Jugendlichen. Gleichzeitig suggeriert ein Event, dass Jugendkirche offen für Neues ist. Es verspricht Innovation und Dynamik. Natürlich bietet eine eventartige Veranstaltung auch Spaß und gemeinsames Erleben. Kirche muss sich von dem Image lösen, dass man hier keinen Spaß haben darf bzw. haben kann. Unsere Gesellschaft sucht nach Spaß als Ausgleichsmoment zur hektischen Arbeitswelt. Dieser Aspekt ist im Kapitel über die Spaßgesellschaft vertieft. Auch wenn Events im Lebensumfeld der Jugendlichen eine große Bedeutung haben, so begibt sich Jugendkirche, wie schon anfangs geschildert, in ein schwieriges Gebiet. „Die Begriffe Erkennbarkeit, Stimmigkeit und Einbindung sind formale Kriterien [...] der Eventisierungsfalle zu entgehen.“67 Eventisierungsfalle meint in diesem Zusammenhang die Gefahr, dass das Event wichtiger wird, als der Inhalt, um den es eigentlich gehen soll. Es darf nicht sein „die Verpackung vom Inhalt und das Erlebnis vom Anlass unabhängig“68 zu machen, wie Hobelsberger, wie ich finde, treffend beschreibt. Erkennbarkeit meint, dass der Veranstaltungsort Kirche auch als Kirche erkennbar bleiben muss. Schließlich wurde dieser Ort für die Veranstaltung gewählt und soll sich entsprechend von der Turnhalle des Schulzentrums abgrenzen. Denkbar wären beispielsweise andachtsähnliche Elemente, welche die Veranstaltung in angemessenen Rahmen durchbre66 67 68 [...]

3.3.2 Events in der Jugendkirche Meines Erachtens fehlt bei einem Event der eigentliche Sinn, wenn man von dem gemeinsamen Erleben einmal absieht. Für Veranstaltungen in einer Jugendkirche fehlt mir die Nachhaltigkeit und der tiefere Nutzen. Der Spaßfaktor ist in der heutigen Zeit sehr wichtig und nicht mehr wegzudenken, wie ich im Kapitel über die Spaßgesellschaft darstelle. Meiner persönlichen Meinung nach darf es in einer Jugendkirche aber nicht allein um den Faktor Spaß gehen, es muss um Inhalte gehen, die eine Jugendkirche von anderen Anbietern unterscheidet und abgrenzt. Warum Events dennoch für die Arbeit einer Jugendkirche wichtig sind, ist in diesem Kapitel Thema. In den 70er und 80er Jahren hat das „Alternative“ die Jugend bewegt. Heute sind die Jugendlichen auf der Suche nach dem Außergewöhnli- [...]

Arbeit zitieren:
Marquardt, Arne April 2005: Projekt "Evangelische Jugendkirche", Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Spiritualität, Jugendarbeit, Religiosität, Parochie, Gemeindestruktur

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