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Progressive Rock

Musik zwischen Kunstanspruch und Kommerz

Progressive Rock
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Andreas Hinners
  • Abgabedatum: November 2001
  • Umfang: 183 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8412-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8412-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8412-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hinners, Andreas November 2001: Progressive Rock, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Art Rock, Jazz Rock, Avantgarde Rock, Musikindustrie, Tonträger

Magisterarbeit von Andreas Hinners

Einleitung:

Zusammenfassung:

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der als Progressive Rock bezeichneten Stilrichtung der Rockmusik. Entstanden ist dieser Stil aus einer Weiterentwicklung der durch die industriellen Produktionsverhältnisse geprägten Rockmusik in Richtung Jazz und Kunstmusik. Ziel der Arbeit ist es, die Problematik dieser Musikrichtung zwischen dem künstlerischen Anspruch der Musiker sowie der kommerziellen Vermarktung durch die Musikindustrie darzustellen.

Die Progressive-Rock-Musiker haben das Bestreben, mit ihren Produktionen nicht mehr allein den kommerziellen Vorstellungen der Tonträgerwirtschaft zu genügen. Diese Musik bildet damit ein Gegenmodell zu dem auf wirtschaftlichen Erfolg ausgerichteten Mainstream der Popularmusik. Bei der derzeitigen Vermarktungsform der Popmusik spielt die Musik nur eine untergeordnete Rolle, wichtig ist lediglich die visuelle Präsenz der Interpreten.

Trotzdem ist auch bei künstlerisch anspruchsvoller Musik eine kommerzielle Verwertung durch die Musikindustrie nicht unbedingt ausgeschlossen; dies hat die Rock- und auch die Jazzgeschichte immer wieder gezeigt. Die Bandbreite der Musik, die man unter dem Begriff Progressive Rock zusammenfassen kann, ist äußerst groß. Der Begriff umfasst dabei extrem avantgardistische Minderheiten-Musik wie auch Produktionen, die kommerzielle Kompromisse eingegangen sind. Darüber hinaus wird mit der Bezeichnung „progressiv“ aber auch ein Etikettenschwindel betrieben. Nicht alle Produktionen, die von der Musikindustrie als Progressive Rock verkauft werden, sind auch als fortschrittlich einzustufen.

Aktualität gewinnt diese Arbeit durch ein sich andeutendes Comeback des Progressive Rock. Erkennbar ist dies an einer Vielzahl von Neuproduktionen sowie Wiederveröffentlichungen älterer Aufnahmen aus den siebziger Jahren. Inwieweit diese Musik auch größere Hörerschichten erreichen kann, muss die Zukunft erst zeigen. Noch befindet sich diese Musik in einer ökonomischen Nische. Zurzeit befassen sich – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nur Independent Labels mit der Veröffentlichung progressiver Rockmusik. Doch auch die Musikindustrie scheint inzwischen diesen Trend wahrgenommen zu haben.

Zur Klärung der teilweise recht verwirrenden, weil mehrdeutig oder synonym verwendeten Begrifflichkeiten im Bereich der Rockmusik, sind dem Hauptteil die terminologischen Überlegungen vorangestellt. Sie bieten eine Orientierungshilfe in der Vielfalt der Begriffe – beispielsweise in der Abgrenzung von Art- zu Progressive Rock.

Die Arbeit schildert im ersten Teil die künstlerische Entwicklung des Progressive Rock von seinen Anfängen bis hin zu den aktuellen Entwicklungen dieses Genres, insbesondere auch unter Berücksichtigung der maßgeblichen Einflüsse aus dem Jazz und der Kunstmusik, einschließlich der Neuen Musik. Den Beschreibungen der jeweiligen Stilformen – dem Art-, Avantgarde- und Jazzrock – folgen die Darstellungen ihrer wichtigsten Protagonisten sowie ein Überblick über neuere Produktionen dieses Genres. Obwohl unterschiedliche Einflüsse und kompositorische Merkmale diese verschiedenen Stilformen prägen, gibt es dennoch Gemeinsamkeiten zwischen ihnen. Auch die Musiker lassen sich oftmals nicht nur einer dieser Stilrichtungen der progressiven Rockmusik zuordnen.

Abgerundet wird dieses Kapitel durch eine zusammenfassende Darstellung der Tendenzen der Rockmusikentwicklung – als musikkulturelle Umgebung des Progressive Rock – in großen Zügen bis in die Gegenwart mit einem „postmodernen“ Fazit. Dabei erfolgt auch ein Verweis auf eine Analogie in der jeweiligen Entwicklung von Rock, Jazz und Neuer Musik.

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Funktion des Progressive Rock als Ware auf dem Tonträgermarkt. Dabei wird insbesondere auf die Divergenz zwischen den Vermarktungsstrategien der Tonträgerindustrie und den ästhetischen Konzepten der Musiker hingewiesen. Ein Vergleich der Chart-Notierungen verschiedener Interpreten des Progressive Rock verdeutlicht, dass eine Kausalität zwischen der musikalischen Struktur und dem kommerziellen Erfolg besteht.

Anders als die überwiegende Mehrheit der Veröffentlichungen, die sich mit progressiver Rockmusik beschäftigen, führt diese Arbeit die verschiedenen ästhetischen Konzepte dieses Genres zusammen – von dem nur Minderheiten ansprechenden Avantgarde Rock bis zu den Produktionen, die deutliche kommerzielle Kompromisse eingegangen sind.

Damit spannt diese Arbeit einen Bogen von der künstlerischen Entwicklung des Progressive Rock bis zu seiner Vermarktung als Ware durch die Musikindustrie. Schwerpunkt ist dabei immer die Problematik aus den Gegensätzen Kunst und Kommerz.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Terminologische Überlegungen 4
3. Die Entwicklung des Progressive Rock 12
3.1 Die Entstehung einer progressiven Rockmusik und Gedanken zu ihrer Ästhetik 12
3.2 Die Stile des Progressive Rock mit Beispielen 17
3.2.1 Art Rock 17
Gentle Giant 23
King Crimson 25
3.2.2 Avantgarde Rock 28
Frank Zappa 32
Fred Frith 34
3.2.3 Jazz Rock 36
Soft Machine 40
Mahavishnu Orchestra 42
3.3 Der Bruch durch New Wave und Punk 45
3.3.1 Free Funk 52
Bill Laswell 54
3.3.2 Progressive Metal und Neo Prog 56
Dream Theater 64
3.4 Beispiele für neuere Produktionen des Progressive Rock 66
I. King Crimson: the construKction of light 68
II. Bruford Levin Upper Extremities: BLUE Nights 70
III. The Trey Gunn Band: The Joy of Molybdenum 72
IV. Tribal Tech: Rocket Science 73
V. Victor Smolski: The Heretic 74
VI. Terje Rypdal: Double Concerto/5th Symphony 77
VII. Heiner Goebbels: Surrogate Cities 79
VIII. Fred Frith: Traffic Continues 81
3.5 Tendenzen in der Rockmusikentwicklung 83
4. Progressive Rock auf dem Tonträgermarkt 92
4.1 Die Tonträgerindustrie 92
4.1.1 Aufbau und Funktion einer Tonträgerfirma 92
4.1.2 Major Companies 93
4.1.3 Independent Labels 97
4.1.4 Label unabhängige Produktionen 102
4.1.5 Kalkulationen im Vergleich 103
4.1.6 Chancen durch das Internet? 107
4.2 Progressive Rock als Ware 111
4.2.1 Warenwert 111
4.2.2 Repertoire-Politik 119
4.2.3 Einflussfaktoren beim Tonträgerkauf 122
4.3 Analyse des Tonträgermarktes 124
4.3.1 Die Marktforschung der Phonographischen Wirtschaft 124
4.3.2 Progressive Rock in den Charts 129
4.4 Progressive Rock in den Medien 137
4.4.1 Radio 137
4.4.2 Fernsehen 146
4.4.3 Printmedien 147
5. Schlussbetrachtung 150
6. Bibliographie 154
6.1 Enzyklopädien und Lexika 154
6.2 Literatur zur Geschichte und Ästhetik 154
6.3 Literatur zur Musikindustrie und den Medien 158
6.4 Radioprogramme der Rundfunkanstalten 160
6.5 Artikel und Interviews aus Musikzeitschriften und Zeitungen 161
6.6 Rezensionen aus Musikzeitschriften und Zeitungen 164
6.7 Chart-Notierungen und Diskographien 167
7. Personen- und Gruppenregister 168

Automatisiert erstellter Textauszug:

Als besondere musikalische Merkmale der Gruppe werden „die spannende Rhythmusarbeit des eingespielten Duos Bill Bruford/Tony Levin“ (ebd.) wie auch die im Mittelpunkt stehende Improvisation genannt. Die Kompositionen, die größtenteils schon auf dem Studioalbum aus dem Jahr 1998 enthalten sind, „dienen allenfalls nur als Blaupause für ein atmosphärisch dichtes 'Sich-treiben-lassen'.“ ('pb', Musikexpress, August 2000, 52-53) Charakteristisch für die Gruppe BLUE ist die Entstehungsgeschichte der Komposition Picnic on Vesuvius, die Tony Levin im Booklet von BLUE Nights beschreibt. Das Stück entstand in absoluter Improvisation während eines Konzertes in der New Yorker Knitting Factory. Da das Tonbandgerät an diesem Abend aufgrund technischer Probleme nicht mitlief, schien eine Rekonstruktion nicht möglich. Deshalb überwand sich Tony Levin und bat die BLUE-Fans auf seiner Web Site um einem illegalen Mitschnitt; er erhielt tatsächlich eine Aufnahme, anhand derer die Improvisation rekonstruiert werden konnte. [...]

Dieses Doppelalbum ist ein im Jahr 1998 eingespielter Live-Mitschnitt der beiden langjährigen KING CRIMSON Mitglieder Bill Bruford und Tony Levin mit den Jazzmusikern Chris Botti und David Torn (EVERYMAN BAND). Die Musik des Quartetts liegt irgendwo zwischen modernem Jazz und dem spezifischen KING-CRIMSON-Art-Rock. Neue Sounds steuern insbesondere Torn mit Noise-Elementen auf der Gitarre, als auch Levin bei. Die Spielweise Levins auf den verschiedensten Bassinstrumenten ist absolut eigenständig; beispielsweise die von ihm als funk fingers bezeichnete Spielweise, bei der er mit auf seine Finger gesteckten Holzstückchen die Saiten anschlägt (Booklet: Bill Bruford/Tony Levin: Bruford Levin Upper Extremities, 1998). Das Album fand neben den üblichen Rock- und Musiker-Magazinen auch in den Jazz-Magazinen Resonanz. Obwohl die Musik von BLUE Parallelen zu der Musik von KING CRIMSON aufweist, ist das Album im Handel unter der Rubrik „Jazz“ erhältlich. [...]

„Musik ..., die wie eine Brachialattacke auf den Charts-Einheitsbrei wirkt; speziell die 9minütige Fortschreibung des K.C.-Klassikers 'Larks' Tongues In Aspic' (...) ist eine NoiseBlues-Studie, die eine Neudefinition des Stilbegriffs 'ProgRock' provoziert. Ist das noch (oder jetzt wieder) ProgRock? Ein unbedingtes Nein, wenn Ihnen bei dem Terminus nur Namen wie ELP, GENESIS und YES oder die ihrer ungezählten Epigonen in den Sinn kommen. Ein entschiedenes Ja, wenn 'ProgRock' für Sie ein Synonym für Experimentiertlust ist.“ (N.N., Keyboards, Juli 2000, 44) „Während andere Gruppen sich schon lange selbst kopieren, betreten KING CRIMSON seit ihrem Debüt von 1969 mit jeder Platte ein neues Feld und bewegen sich munter vorwärts, wobei das Ziel – wenn es überhaupt eines gibt – noch lange nicht in Sicht ist. So markiert [...]

Arbeit zitieren:
Hinners, Andreas November 2001: Progressive Rock, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Art Rock, Jazz Rock, Avantgarde Rock, Musikindustrie, Tonträger

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