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Prognose deutscher Aktienrenditen mit einem Multifaktormodell

Prognose deutscher Aktienrenditen mit einem Multifaktormodell
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Viktor Papst
  • Abgabedatum: Juni 2005
  • Umfang: 124 Seiten
  • Dateigröße: 3,4 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9133-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9133-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9133-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Papst, Viktor Juni 2005: Prognose deutscher Aktienrenditen mit einem Multifaktormodell, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: makroökonomische Variable, Ökonometrie, Prime Standard Segment, Sharpe Ratio, APT

Diplomarbeit von Viktor Papst

Problemstellung:

In dieser Arbeit wird untersucht, wie sich makroökonomische Variablen auf die Überschussrenditen von deutschen Aktien auswirken und ob man diese Überschussrenditen mit einem Multifaktormodell, welches auf diesen makroökonomischen Variablen aufgebaut ist, auch prognostizieren kann. Zu diesem Zweck werden fünf Variablen ausgesucht. Es sind die ifo-Geschäftserwartungen, die Industrieproduktion, der deutsche Beitrag zu der Geldmenge M3, die Rendite des S&P500 und der TERM-Spread.

Es wird die Auswirkung dieser Variablen auf 15 Large Caps und 15 Small Caps untersucht. Zusätzlich wird auch das Verhalten von DAX, SDAX und der 18 Branchenindices des Prime Standard Segments im Bezug auf diese Variablen betrachtet.

Da grundsätzlich die Wirkung der makroökonomischen Determinanten sich verzögert auf dem Kapitalmarkt verbreitet, wird mittels einer Kreuzkorrelationsanalyse die Länge dieser Verzögerungen bestimmt, mir der sich die ausgesuchten Determinanten auf die Überschussrenditen auswirken.

Durch Anwendung der OLS-Methode werden Faktorsensitivitäten bzw. die Koeffizienten geschätzt. Die Schätzung erfolgt sowohl in der gesamten Untersuchungsperiode 1992-2003 als auch in den drei Unterperioden 1992-1995, 1996-1999 und 2000-2003. Aufgrund der Datenverfügbarkeit kann ein Vergleich zwischen den Large und Small Caps nur in der letzten Unterperiode erfolgen.

Anschließend erfolgt eine Prognose der Überschussrenditen in der „out of sample“-Periode, wofür das gesamte Jahr 2004 verwendet wird. Die mittels einer linearen Regression bestimmten Koeffizienten werden für die Prognose eingesetzt und bleiben im gesamten Prognosezeitraum konstant. Mit dieser Prognose soll vor allem untersucht werden, ob man aufbauend auf den fünf ausgesuchten Variablen die Überschussrenditen prognostizieren kann.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Im ersten theoretischen Teil werden die für diese Arbeit notwendigen kapitalmarkttheoretischen Zusammenhänge hergeleitet. Hier werden neben den bekannten neoklassischen Modellen der Kapitalmarkttheorie wie CAPM und APT auch die Weiterentwicklungen dieser Modelle, wie unter anderem Multi-Beta-CAPM, Consumption-based CAPM und intertemporales CAPM sowie die intertemporale Version der APT, angesprochen.

Im zweiten empirischen Teil wird die eigentliche empirische Untersuchung durchgeführt. Zunächst wird die Untersuchungsmethodik erklärt. Dann erfolgt eine Besprechung der ausgesuchten Variablen. Anschließend erfolgen Koeffizientenschätzungen, Prognoserechnungen und eine kurze kritische Stellungnahme zu den Ergebnissen.

Zur Beurteilung der Prognosen werden Kennzahlen wie Rooted Mean Square Error (RMSE), Sharpe-Ratio und Trefferquote herangezogen. Als Abrundung des zweiten Teils der Arbeit wird eine kritische Stellungnahme zu der Kennzahl Sharpe-Ratio genommen. Es wird ein Beweis für das Versagen dieser Kennzahl bei einem negativen Excess Return geliefert.

Für die Berechnungen wird die Ökonometrie-Software EViews eingesetzt, die vor allem für Untersuchungen von Finanzmarkt-Datenreihen entwickelt worden ist. Die ergänzenden Berechnungen finden in Excel statt.

Für die statistischen Auswertungen der Daten werden Methoden der Statistik und Ökonometrie eingesetzt und die Ergebnisse in zahlreichen Tabellen zusammengefasst. Alle für diese Arbeit notwendigen Zeitreihen werden von der Deutschen Bundesbank und von Reuters zur Verfügung gestellt.

Gang der Untersuchung:

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Einführung in die Theorie der Kapitalmärkte 2
2.1 Kapitalmarktorientierte Finanzierungstheorien 2
2.2 Aktienkursbildung 4
2.3 Definition der Rendite einer Aktie 5
2.4 Kapitalmarkteffizienz und Prognose der Aktienkurse 6
2.4.1 Volkswirtschaftliche Funktion eines Kapitalmarktes 6
2.4.2 Effizienzkriterien eines Kapitalmarktes 7
2.4.3 Die klassischen Methoden der Analyse von Aktien 8
2.5 Integration internationaler Kapitalmärkte 10
3. Kapitalmarkttheoretische Grundlagen für die empirische Studie 11
3.1 CAPM und Problematik des Modells 11
3.2 Weiterentwicklungen des CAPM 14
3.3 APT und Vorteile des Modells 17
3.4 Weiterentwicklung der APT 19
4. Definition der Untersuchungsmethode und der ausgewählten Determinanten 21
4.1 Definition der Untersuchungsmethode und des Untersuchungszeitraums 21
4.2 Definition der Determinanten 22
4.2.1 Geldmenge M3 22
4.2.1.1 Theorie der Geldnachfrage 22
4.2.1.2 Transformation der Variable Geldmenge M3 26
4.2.2 Term Spread 28
4.2.2.1 Theorie der Zinsstruktur 28
4.2.2.2 Transformation der Variable TERM – Spread 29
4.2.3 Industrieproduktion 30
4.2.3.1 Theoretische Begründung der Variable Industrieproduktion 30
4.2.3.2 Transformation der Variable Industrieproduktion 32
4.2.4 Ifo-Geschäftserwartungen 32
4.2.4.1 Interpretation von Ifo-Geschäfterwartungen 32
4.2.4.2 Transformation der Variable Ifo-Geschäftserwartungen 33
4.2.5 S&P 500 34
4.2.5.1 Beschreibung des S&P 500 34
4.2.5.2 Transformation der Variable S&P 500 34
5. Eigene empirische Untersuchung des DAX 35
5.1 Definition des DAX 35
5.2 Durchführung der Kreuzkorrelationsanalyse 35
5.3 Koeffizientenschätzung für DAX 37
5.4 Koeffizientenschätzung für 15 Unternehmen aus DAX 38
6. Eigene empirische Untersuchung des SDAX 42
6.1 Definition des SDAX 42
6.2 Durchführung der Kreuzkorrelationsanalyse 42
6.3 Koeffizientenschätzung für SDAX 44
6.4 Koeffizientenschätzung für 15 Unternehmen aus SDAX 45
7. Eigene empirische Untersuchung der Branchen-Indices 47
7.1 Definition der Branchen-Indices 47
7.2 Durchführung der Kreuzkorrelationsanalyse 48
7.3 Koeffizientenschätzung für Branchen-Indices 49
7.4 Koeffizientenschätzung für Large Caps mit Branchenverzögerungen 51
7.5 Koeffizientenschätzung für Small Caps mit Branchenverzögerungen 54
8. Berechnung der Kreuzkorrelationen und Koeffizientenschätzung für einzelne Unternehmen 56
8.1 Kreuzkorrelationsanalyse für einzelne Large Caps und Koeffizientenschätzung mit den errechneten Lags 57
8.2 Kreuzkorrelationen für einzelne Small Caps und Koeffizientenschätzung mit den errechneten Lags 59
9. Vergleich der unterschiedlichen Prognoserechnungen 61
9.1 Ergebnisse der Prognosemodelle für Large Caps 64
9.2 Ergebnisse der Prognosemodelle für Small Caps 66
9.3 Ergebnisse der Prognosemodelle für Branchen-Indices 69
10. Kritische Würdigung der Ergebnisse 71
10.1 Kritische Würdigung der Regressionsergebnisse 71
10.2 Kritische Würdigung der Prognoseergebnisse 73
10.3 Kritische Würdigung der Kreuzkorrelationsanalyse 77
10.4 Kritische Würdigung der Variable Geldmenge M3 78
10.5 Kritische Würdigung der Kennzahl Sharpe-Ratio 79
11. Schlussbemerkung 82
12. Anhang 84
12.1 Grundlagen eines ökonometrischen Modells im Überblick 84
12.2 Beispiel für den DF-Test 87
12.3 Kreuzkorrelationsanalyse des DAX und des SDAX 88
12.4 Koeffizientenschätzung für DAX 91
12.5 Koeffizientenschätzung für DAX und SDAX in der Unterperiode III mit anderer Verzögerung für die Geldmenge M3 als vorher 93
12.6 Geschätzte Parameter für Large Caps 94
12.7 Ergebnisse der Prognosemodelle für Branchen Indices 96
12.8 Berechnung der Rendite des Prognosemodells 98
12.9 Berechnung der Sharpe-Ratio 100
12.10 Berechnung des durchschnittlichen Bestimmtheitsmaßes 101
12.11 Marktkapitalisierung der einzelnen Unternehmen 102
12.12 Prognose Gleichungen 103
13. Literaturverzeichnis 111

Automatisiert erstellter Textauszug:

In diesem Abschnitt werden die Koeffizienten für die DAX-Überschussrenditen geschätzt. Die Schätzung erfolgt zunächst für die gesamte Untersuchungsperiode, d.h. von 01.1992 bis 12.2003 mit insgesamt 144 Beobachtungen. Dann wird dieser Zeitraum in drei gleiche Unterperioden unterteilt, die jeweils 48 Beobachtungen aufweisen. Bei den Schätzungen wird das Verfahren nach White99 eingesetzt. In der Tabelle 2 kann man sehen, dass alle Determinanten, bis auf S&P 500 in Unterperiode III, positive Koeffizienten aufweisen. Es haben aber nur die Geldmenge M3 und der TERM-Spread eine signifikante Auswirkung auf die DAXÜberschussrenditen, aber auch nicht in allen Perioden. Die Geldmenge hat in der Periode II, also in der Boom-Phase, einen t-Wert von 1,93195. In der Unterperiode I ist dieser Wert mit 1,984095 fast signifikant. Sowohl im gesamten Untersuchungszeitraum, als auch in der Unterperiode III weist der t-Wert hohe Signifikanz auf und die Probability-Werte liegen bei 0,0000. [...]

unterschiedliche Verzögerungen als auch unterschiedliche Korrelationswerte. Die Geschäftserwartungen haben im gesamten Zeitraum und in der Periode III ein lag von -3. Während in der Periode I die Verzögerung sich auf -2 verkleinert und in der Periode II sich auf -5 vergrößert. In der Periode II hat die Variable ifo die größte Ausprägung im Vergleich zu ifo1 und ifo2. Dies lässt darauf schließen, dass in einer Boom-Phase die Geschäftserwartungen eine größere Bedeutung haben, als beispielsweise im gesamten Untersuchungszeitraum und in der Unterperiode I. Die Industrieproduktion hat bis auf die Periode II mit einer Verzögerung von -3, einen konstantes lag von -2 in allen Untersuchungsperioden. In der Boom-Phase ist der Korrelationswert mit 0,1054 am kleinsten. Dies kann man damit begründen, dass gerade in Übertreibungsphasen die realwirtschaftlichen Faktoren eine untergeordnete Rolle spielen und in „normalen“ Börsenphasen, wie in der Unterperiode I, von Bedeutung sind. Die Geldmenge M3 hat eine konstante Verzögerung von -8. Nur in der Periode II sinkt diese auf -7. In der Periode III ist die Korrelation mit der DAXÜberschussrendite am größten und hat einen Wert von 0,4922. [...]

S&P 500 ist ein Aktienindex, der von der Rating Agentur Standard&Poor´s berechnet wird. Dieser kapitalgewichtete Index bildet 500 führende US-amerikanische Unternehmen aus dem Large Cap bereich ab und deckt die 10 wichtigsten Branchen ab. Diesen Index kann man als führenden Indikator des US-amerikanischen Aktienmarktes bezeichnen.93 Im Rahmen dieser Studie soll die Verwendung des S&P 500 als Risikofaktor eine internationale Verknüpfung darstellen. Es soll vor allem untersucht werden, ob USA ihrem Ruf der „Welt-Wirtschaftslokomotive“ gerecht wird und einen signifikanten Einfluss auf den deutschen Aktienmarkt ausübt. S&P 500 als Risikofaktor wird beispielsweise in der Studie von Schröder (2002) verwendet, in der ein signifikanter Einfluss des S&P 500 auf den DAX100 festgestellt wird. [...]

Arbeit zitieren:
Papst, Viktor Juni 2005: Prognose deutscher Aktienrenditen mit einem Multifaktormodell, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
makroökonomische Variable, Ökonometrie, Prime Standard Segment, Sharpe Ratio, APT

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