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Professionelle Musikproduktion unter Verwendung kostenfreier Audiosoftware

Ein qualitativer Vergleich zwischen ausgewählter professioneller Studiotechnik und kostenfreier Audio Software

Professionelle Musikproduktion unter Verwendung kostenfreier Audiosoftware
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: René Klebs
  • Abgabedatum: November 2009
  • Umfang: 146 Seiten
  • Dateigröße: 3,2 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: SAE Institute - University of Middlesex Großbritannien
  • Bibliografie: ca. 19
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0333-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Klebs, René November 2009: Professionelle Musikproduktion unter Verwendung kostenfreier Audiosoftware, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Tonstudio, Audio, Software, Recording, Musik

Bachelorarbeit von René Klebs

Einleitung:

Der Musikproduktionsprozess hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert. Musik wird heutzutage oft in digitaler Form konsumiert (CD, MP3). Laut einer Studie aus dem Jahre 2005 nutzten bereits 40% aller europäischen Internetnutzer einen MP3 Player um ihre Musik zu speichern und abzuspielen. Die Digitalisierung brachte neben den neuen Zielmedien viele Veränderungen während der professionellen Musikproduktion. Analoge Mehrspurbandmaschinen wurden beispielsweise durch sog. Digital Audio Workstations (DAW) in Form von Software abgelöst und werden heute meist nur noch zur aktiven Klangformung eingesetzt. Hardware Effektgeräte wie Equalizer oder Kompressoren gibt es heute ebenfalls als Software. Diese sog. Plugins bieten im Studioalltag viele Vorteile. Neben dem geringeren Anschaffungspreis aufgrund fehlender realer Bauteile, ist es vorallem die multible Einsatzmöglichkeit von Softwareeffekten, welche der analogen Hardware entgegensteht. Trotz dieser Entwicklung findet man in modernen Tonstudio´s weiterhin analoge Technik. Gerade im Bereich der Dynamikbearbeitung (Kompressor, Gate, etc.) und Entzerrung durch Equalizer haben sich analoge Effektgeräte trotz digitaler Software- Äquivalente bis heute im Tonstudiobetrieb gehalten. Dieser Technik wird ein charakteristischer Klang nachgesagt, welcher das Signal in erwünschter Weise färbt. Dieser ‘analoge’ Klang entsteht oft durch Bauteilintoleranzen innerhalb der Hardware.

Was früher aufgrund der hohen Anschaffungskosten nur in professionellen Tonstudio´s möglich war, wird mit Hilfe der Software nun für jeden möglich. Der finanzielle Aufwand zur Errichtung eines Tonstudios in den eigenen 4 Wänden wird durch den starken Preisverfall im Computersegment zudem immer geringer. Zu den notwendigen Anschaffungen zählen neben einem Computer, ein Mikrofon und die Möglichkeit das Mikrofonsignal in den Computer zu befördern (Audiointerface). Auf Seiten der benötigten Audio Software gibt es mittlerweile neben den etablierten Produkten von Digidesign (Protools) oder Apple (Logic), kostenfreie Produkte zur Unterstützung sämtlicher Produktionsschritte. Diese Software basiert oft auf sog. ‘Open Source’- Basis. Der Quellcode ist dabei für jedermann frei zugänglich. Einer großen Anzahl von Freizeitprogrammierern wird u.a. dadurch die Möglichkeit gegeben eigene Programme zu entwickeln und über das Internet zu verteilen.

Diese Entwicklung ermöglicht Musikern und Komponisten frei darüber zu entscheiden, ob sie ihren Song durch ein professionell geführtes Tonstudio aufnehmen lassen, oder in Eigenregie produzieren (sog. Homerecording). Entscheidend ist nach wie vor die Qualität des Endergebnisses. Der finanzielle Aufwand zur Produktion eines Songs spielt besonders für unbekannte Musiker und Komponisten eine wichtige Rolle (steht der kommerzielle Erfolg im Mittelpunkt). Deren Ziel ist eine Musikproduktion, die bei potentiellen Konsumenten als qualitativ gleichwertig oder besser gegenüber anderen Musikproduktionen empfunden wird. Die Qualitätsanmutung bei den Konsumenten hängt dabei von unterschiedlichen Faktoren ab. Neben der subjektiven Meinung zum Song, welche nicht Bestandteil dieses Research ist, sind es technische Voraussetzungen, spezielle Aufnahmetechniken und das Know How der Produzenten die über die Qualität des Endproduktes entscheiden.

Der Homerecording Markt avancierte in den letzten Jahren zu einem ernsthaften Konkurrenten für professionelle Tonstudioaufnahmen. Er bietet kostenfreie Software zur Unterstützung des Produktionsprozesses von Recording über Mixdown bis hin zur finalen Audio CD. Ob der fertige Homerecording Mix jedoch unter Verwendung kostenfreier Software an die Qualität eines im Tonstudio produzierten Songs heran reicht ist nicht bekannt und soll im Rahmen dieser Honours Work ermittelt werden.

Im Kern beschäftigt sich diese Arbeit mit einem qualitativen Vergleich eines im professionellen Tonstudio- und im Homerecording Verfahren produzierten Songs. Aufgrund der besseren Vergleichbarkeit der Ergebnisse werden die Aufnahmeräumlichkeiten, die Mikrofonierung und die Abhörsituation aussen vor gelassen. Sie sind für beide Produktionswege absolut identisch. Im Rahmen dieser Arbeit soll die folgende These mit Hilfe einer empirischen Untersuchung belegt werden:

These:

Unter Verwendung von im Internet frei zugänglicher, kostenfreier Software für die Produktionsschritte Recording und Mixdown, ist es möglich eine Musikproduktion durch zu führen, welche durch eine Gruppe von erfahrenen und unerfahrenen Hörern nicht von einer professionellen Tonstudioproduktion zu unterscheiden ist.

Es wird untersucht, ob das in einem professionellen Tonstudio vorhandene hochwertige Audio Equipment wie Mischpult, Mikrofonvorverstärker, EQ, Kompressor und Reverb in Gänze und ohne hörbare qualitative Einbußen durch ein Homerecording Setup bestehend aus Laptop, Audiointerface und der kostenfreien DAW Software ‘Ardour’ inklusive zusätzlichen kostenfreien Effekt Plugins zu ersetzen ist.

Inhaltsverzeichnis:

I Tabellenverzeichnis 5
II Abbildungsverzeichnis 6
III Abkürzungsverzeichnis 9
IV Vorwort 11
1. Einführung in die Thematik 13
1.1 Professionelles Tonstudio 15
1.1.1 Tonstudios im Raum Köln 17
1.1.2 Tonstudio Equipment 17
1.2 Homerecording Studio 18
1.2.1 Homerecording bis heute 18
1.2.2 Audio Freeware 19
1.3 Musikproduktion 20
1.3.1 Phasen einer Produktion 20
1.3.2 Qualität 22
2. Praktische Untersuchung 23
2.1 Zielsetzung 23
2.2 Versuchsaufbau 26
2.2.1 Hard-/ Software 26
2.2.2 Schematischer Aufbau 27
2.2.3 Produktionsablauf 29
2.2.4 Einschränkungen 33
2.3 Produktion 35
2.3.1 Recording 35
2.3.2 Mixdown 36
3. Auswertung 44
3.1 Bewertungskriterien 44
3.1.1 Vergleichbarkeit 47
3.1.2 Technischer Aspekt 48
3.1.3 Umfrage Methodik 49
3.2 Durchführung der Auswertung 52
3.3 Ergebnisse 53
3.3.1 Technische Unterschiede 53
3.3.2 AB – Hörvergleich 60
4. Konzeption Homerecording 74
4.1 Zielgruppe 74
4.2 Anwendbarkeit 75
4.3 Anforderungskatalog Homerecording 75
4.3.1 Voraussetzungen 75
4.3.2 Technische Ausstattung 76
4.3.3 Hinweise zur Produktion 79
5. Fazit 81
5.1 These 83
5.2 Konzeption Homerecording 84
5.3 Abschließende Bemerkungen 85
6. Anhang 87
7 . Quellen 142
7.1 Literaturverzeichnis 142
7.2 Internetquellen 144

Textprobe:

Kapitel 4, Konzeption Homerecording:

Das folgende Kapitel beschreibt das für den Aufbau eines Homerecording Studio´s nötige Equipment um Musikproduktionen auf Tonstudioniveau durchzuführen. Die hier gemachten Aussagen hinsichtlich der Notwendigkeit hochwertiger und preisintensiver Tonstudiotechnik sind als Resultat der im Rahmen dieser Honours Work durchgeführten Untersuchung zu betrachten. In einem Anforderungskatalog werden konkrete Vorschläge zu ausgewähltem Equipment und kostenfreier Softwareprodukte beschrieben, wobei der Fokus auf MAC OSX kompatiblen Produkten liegt. Der Katalog erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und basiert hauptsächlich auf Produkten, welche in der Untersuchung genutzt wurden.

Der Begriff ‘Homerecording’ steht im Rahmen dieser Konzeption für die Möglichkeit mithilfe eines Laptop´s, eines geeigneten Audiointerface und ausgewählter Audio Software komplette Musikproduktionen durchzuführen. Die Notwendigkeit geeigneter Mikrofone, Aufnahmeräume und optimaler Abhörsituation ist nicht Teil dieser Konzeption.

Zielgruppe:

Der Anforderungskatalog Homerecording richtet sich hauptsächlich an Amateurmusiker und Tontechniker, welche mit möglichst geringem Budget Musikproduktionen auf Tonstudio Niveau erstellen wollen. Ferner werden Produzenten und Software Programmierer angesprochen. Produzenten können anhand der aufgeführten technischen Mindestanforderungen Produktionskosten senken ohne qualitative Einbußen zu erwarten. Software Programmierer bekommen einen kleinen Überblick über die Nutzbarkeit und das Potential aktueller kostenfreier Lösungen und erhalten dadurch Anregungen für neue Entwicklungen.

Anwendbarkeit:

Der Anforderungskatalog Homerecording basiert auf den Ergebnissen der im Rahmen dieser Honours Work durchgeführten Untersuchungen. Einschränkungen während der Untersuchung (Bsp.: unterschiedliche Einstellmöglichkeiten der eingesetzten Effektgeräte) haben sich unmittelbar auf das Untersuchungsergebnis ausgewirkt und sind bei der Anwendung dieses Kataloges zu berücksichtigen.

Besonderes Augenmerk liegt in der Tatsache, dass der verwendete Aufnahmeraum, Mikrofonauswahl, Mikrofonierung und die Abhörsituation während der beiden Produktionen absolut identisch waren und somit nicht Teil der Untersuchungsergebnisse sind.

Anforderungskatalog Homerecording:

Voraussetzungen:

Die im folgenden Kapitel vorgestellten Anforderungen an ein Homerecording Studio erfordern vor allem das Know How diese zielführend umzusetzen. Unterschieden werden muss dabei zwischen technischem Know How, insbesondere zur Installation der Arbeitsumgebung (Computer-/ Softwarekonfiguration, Abhörsituation, Mikrofon-Auswahl/ Positionierung, Bedienung der tontechnischen Geräte, etc.) als auch theoretischem Know How in den Gebieten Produktionsablauf (Phasen einer Produktion), Audio Engineering (Aufnahmetechniken, Effektbearbeitung, etc.) und letztendlich Kreativität.

Technische Ausstattung:

Digital Recorder / Computer:

Homerecording ist nicht unbedingt auf einen Desktop Computer bzw. Laptop als Aufnahme- und Bearbeitungsinstrument beschränkt. Der Markt bietet schon seit vielen Jahren spezielle Digitalrecorder (‘Multitracker’, ‘Portastudio’) mit vielen Funktionen zu Aufnahme und Mixdown an. Preislich stellen digitale Recorder eine günstige Alternative zur Kombination Laptop + Audiointerface + Recordingsoftware dar, sind jedoch in ihrem Funktionsumfang (insbesondere max. Spuranzahl) festgelegt und nur schwer bzw. überhaupt nicht erweiterbar.

Die Leistungsfähigkeit moderner Computer reicht indes aus, um komplexe Mehrspurproduktionen inkl. Realtime Effekten in hoher Auflösung (hohe Samplingrate, hohe Bittiefe) durchzuführen. Die Prozessorgeschwindigkeit hat dabei direkten Einfluss auf die mögliche Anzahl eingesetzter Realtime Effektplugins und sollte dementsprechend hoch gewählt werden. (Innerhalb der Untersuchung kam ein Macbook Pro 2,4GHz Intel Dual Core zum Einsatz und lieferte sehr gute Ergebnisse) Aufgrund der hohen Audio- Auflösung fallen große Datenmengen an. Die Speicherkapazität (Festplattengröße) und die Festplattengeschwindigkeit sollten ausreichend groß/schnell gewählt werden. Während der Untersuchung kam die interne 320GB, 5400 Umdrehungen/Minute Festplatte des Macbook Pro zum Einsatz und lieferte fehlerfreie Ergebnisse.

Arbeit zitieren:
Klebs, René November 2009: Professionelle Musikproduktion unter Verwendung kostenfreier Audiosoftware, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Tonstudio, Audio, Software, Recording, Musik

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