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Produzierende Betriebe als touristische Attraktionen im Ruhrgebiet

Grundlagen, Erscheinungsformen, Probleme

Produzierende Betriebe als touristische Attraktionen im Ruhrgebiet
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Thomas Mader
  • Abgabedatum: Dezember 2003
  • Umfang: 133 Seiten
  • Dateigröße: 8,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9007-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9007-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9007-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Mader, Thomas Dezember 2003: Produzierende Betriebe als touristische Attraktionen im Ruhrgebiet, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Industrietourismus, Tourismuskonzept, Technical Visits, Städtetourismus, Stadtmarketing

Magisterarbeit von Thomas Mader

Einleitung:

Das Ruhrgebiet ist im Zuge seines Strukturwandels auch um einen Imagewandel bemüht. Ziel und Folge dieses gekoppelten Prozesses ist u.a. die touristische Aufwertung der Region. Denn einerseits ist Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, andererseits beeinflusst er entscheidend das Image einer Region sowohl nach innen als auch nach außen. 1997 wurden diese Überlegungen mit dem Masterplan „Reisen ins Revier“ (MWMTV 1997) in konkrete Handlungsvorgaben überführt. Die meisten davon sind mittlerweile verwirklicht: Die Route der Industriekultur ist zum Kernstück des Ruhrgebietstourismus geworden, die Ruhrtriennale wurde implementiert, die RTG wurde gegründet etc. Das Ruhrgebiet war und ist also damit beschäftigt, die Grundlagen für einen funktionierenden Tourismus zu legen, die anderswo schon selbstverständlich sind; darum sind noch längst nicht alle Potenziale ausgeschöpft oder auch nur erkannt.

Ein bisher kaum genutztes und – wie diese Arbeit zeigt – vielversprechendes Potenzial liegt im Tourismus zu produzierenden Betrieben. In der neuesten offiziellen Expertise zur Weiterentwicklung des Ruhrgebietstourismus, „Zu Gast im Ruhrgebiet“ (PROJEKT RUHR GMBH 2003), wird dieses Segment zwar als entwicklungsfähig identifiziert, jedoch nicht in der vollen Bandbreite seiner Möglichkeiten erkannt. Insbesondere Bayern, aber auch Städte wie Köln, Bremen und Berlin sind hier weiter und bieten etwa unter dem Stichwort technical visits die Vermittlung von Betriebsbesichtigungen an. Man muss dabei nicht gleich an die Autostadt Wolfsburg denken; auch in kleinerem Maßstab sind technical visits interessant, besonders für Menschen aus der Region selbst und für Geschäftsreisende, etwa als Rahmenprogramm für Messebesuche. Bayern etwa zielt mit seinem Konzept auf den asiatischen Markt.

Dabei bietet der Tourismus zu produzierenden Betrieben gerade für das Ruhrgebiet mit seiner hohen Unternehmens- und Bevölkerungsdichte enorme Chancen: Er passt konzeptuell hervorragend zur Route der Industriekultur. Er bietet den Unternehmen eine neue und attraktive Möglichkeit der Öffentlichkeitsarbeit, wobei das Konzept je nach Interessenlage selbst zu gestalten ist; gleichzeitig profitiert die Region wirtschaftlich und imagebildend: Sie kann sich direkt über Beispiele erfolgreichen Strukturwandels als moderner und wirtschaftlich potenter Standort präsentieren. Und nicht zuletzt ist der Tourismus zu produzierenden Betrieben mit relativ geringem Aufwand seitens der öffentlichen Hand zu implementieren.

Ziel dieser Arbeit ist es zunächst, die theoretischen Grundlagen, die Bedingungen und Möglichkeiten des Tourismus zu produzierenden Betrieben aufzuzeigen; eine eigenständige theoretische Leistung wird hier v.a. bei der Kategorisierung von Gütern nach ihrer touristischen Attraktivität erbracht. Darauf werden die Grundlagen des Ruhrgebietstourismus dargelegt, um den Rahmen zu skizzieren, in dem sich ein regional organisierter Tourismus zu produzierenden Betrieben entfalten muss. Nun wird das bereits bestehende Angebot im Ruhrgebiet in seinen Erscheinungsformen untersucht und bewertet; dies auch mit Blick auf Regionalentwicklung und Strukturwandel. Anschließend werden die Probleme einer Entwicklung des Tourismus zu produzierenden Betrieben in Zusammenhang mit Lösungsansätzen aufgezeigt. Aus all dem resultieren drei konkrete Vorschläge zur künftigen Entwicklung dieses Tourismussegments und seiner Integration in ein regionales Tourismuskonzept.

Insbesondere hier und bei der Beschreibung und Bewertung des werkstouristischen Potenzials auf Angebots- und Nachfrageseite geht diese Arbeit über die offizielle Themenstellung – Grundlagen, Erscheinungsformen, Probleme – hinaus. Dies auch vor dem Hintergrund einiger Expertengespräche, in denen Interesse an einer praktische Umsetzung der Ergebnisse dieser Arbeit bekundet wurde. Auch eine qualitative Befragung von 7 Unternehmen (angeschrieben waren 25) erbrachte, neben konkreten Aussagen über den Professionalisierungsstand des Tourismus zu produzierenden Betrieben im Ruhrgebiet, ein Stimmungsbild, das eine rasche Umsetzung einiger der durch diese Arbeit begründeten Vorschläge möglich erscheinen lässt.

Das Thema impliziert, wie auch Baumann erklärt, „einen interdisziplinären Forschungsansatz, in den gleichrangig geographische, regional- und raumplanerische, betriebswirtschaftliche und kommunikationstheoretische Fragestellungen einzubeziehen und miteinander zu verknüpfen sind“.

Inhaltsverzeichnis:

I. Inhaltsverzeichnis I
II. Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Abbildungen VI
Karten VII
Tabellen VIII
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 2
1.3 Hypothesen und Forschungsfragen 3
1.4 Methodische Vorgehensweise 4
2. Theoretische Grundlagen 7
2.1 Definition und Problematik der Begriffe 7
2.1.1 Der Oberbegriff: Industrietourismus 7
2.1.2 Der Spezialfall: Tourismus zu produzierenden Betrieben 10
2.2 Kurze Geschichte des Industrietourismus 12
2.3 Industrietourismus als regionale Entwicklungsstrategie 14
2.3.1 Theoretische Einordnung 14
2.3.2 Effekte des Tourismus 15
2.3.3 Der Wettbewerb der Regionen 16
2.4 Tourismus zu produzierenden Betrieben 18
2.4.1 Die Nachfrageseite 18
2.4.1.1 Typisierung 18
2.4.1.2 Motive 20
2.4.1.3 Potenzial 25
2.4.2 Die Angebotsseite 27
2.4.2.1 Voraussetzungen 27
2.4.2.2 Motive 29
2.4.2.3 Das touristische Potenzial nach Art der Güter 31
2.4.2.4 Konzepte und Beispiele 34
Technical visits in regionalen Tourismuskonzepten - Vom brand land zur Industrieerlebniswelt 43
3. Das Untersuchungsgebiet 43
3.1 Fläche und Einwohner 43
3.2 Naturräumliche Grundlagen 43
3.3 Administrative und touristische Abgrenzung 44
3.4 Die regionale Branchenstruktur 45
3.5 Historische Entwicklung und Identitätsbildung 47
4. Grundlagen des Ruhrgebietstourismus 49
4.1 Öffentliche Akteure 49
4.1.1 Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes NRW 49
4.1.2 Projekt Ruhr GmbH 50
4.1.3 Tourismusverband NRW e.V 50
4.1.4 Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) 51
4.1.5 Ruhrgebiet Tourismus GmbH (RTG) 52
4.1.6 Städte und Kreise 53
4.2 Exkurs: Die IBA Emscher Park und die Route der Industriekultur 54
4.3 Die Struktur des Ruhrgebietstourismus 56
4.3.1 Volumen und Verteilung des Touristenaufkommens 56
4.3.2 Einkommens- und Beschäftigungseffekte des Ruhrgebietstourismus 59
4.3.3 Probleme und Chancen des Städtetourismus 61
4.4 Die Strategische Ausrichtung des Ruhrgebietstourismus – vom Masterplan (1997) zum Expertenforum Tourismus (2001) 63
4.4.1 Exkurs: Das Image des Ruhrgebiets 64
4.4.2 Baustein I: Industriekultur 65
4.4.3 Baustein II: Modernes Entertainment / Sportwelt Ruhr 66
4.4.4 Baustein III: Ungewöhnliche Kulturereignisse 68
4.4.5 Weiterführende Pläne und Anknüpfungspunkte für den Tourismus zu produzierenden Betrieben 68
5. Produzierende Betriebe als touristische Attraktion im Ruhrgebiet 72
5.1 Erscheinungsformen 72
5.1.1 Die Vermittler 72
5.1.1.1 Die ExtraTouren des KVR 72
Das Konzept 72
Die Nachfrageseite 74
Die Angebotsseite 77
5.1.1.2 Regionale Angebotsformate 78
5.1.1.3 Lokale Angebotsformate 79
5.1.2 Die Unternehmen 81
5.1.2.1 Der Chemiepark Marl 81
5.1.2.2 Das Photovoltaik-Informationszentrum der Shell Solar GmbH (PiZ) 84
5.1.2.3 Deutsche Steinkohle AG (DSK) 87
Grubenfahrten 87
Das (nicht mehr) geplante Besucherbergwerk 88
5.1.2.4 Ergebnisse der Unternehmensbefragung 90
Die Nachfrager 90
Die Unternehmen 91
Professionalisierung 94
5.1.2.5 Exkurs: Ergebnisse einer IBA-Besucherbefragung 95
5.2 Probleme und Lösungsansätze 96
5.2.1 Unternehmen 96
5.2.2 Institutionen 97
5.2.3 Vermarktung 98
6. Empfehlungen zur Entwicklung des Tourismussegments 101
Technical visits im Ruhrgebiet 103
7. Schlussbetrachtung 104
8. Anhang 106
8.1 Literaturverzeichnis 106
8.2 Experteninterviews 115
Kontaktadressen 116
Leitfragen 116
8.3 Unternehmensbefragung 117
Kontaktadressen 118
Fragebogen (mit Anschreiben) 119
8.4 Eidesstattliche Versicherung 122

Automatisiert erstellter Textauszug:

• Hohe Dezentralität; es konnte sich nie ein Oberzentrum entwickeln • Orientierungsproblem (Mangel an Landmarken) • deshalb hoher Erklärungsbedarf • Fehlen einer attraktiven Stadtgestalt • wenig attraktive Innenstädte • schlechtes Image. Allerdings glauben einige Experten wie KÖDDERMANN (2000) und AHLERS (2000), beide von der auf Ruhrgebietstourismus spezialisierten Reiseagentur Zeitsprung, dass gerade diese Nachteile sich als Nischenpotenzial erweisen mögen: „Dezentralität führt zu einer Choreographie der Bewegung, der hohe Erklärungsbedarf sowie das facettenreiche Thema Strukturwandel eröffnen die Chance für einen kommunikativen Charakter, der die Zusammenhänge und den Gast in den Mittelpunkt stellt und somit hilft, der Musealisierungsfalle zu entkommen. Das Thema Industriekultur ist noch nicht sedimentiert, der Gast kann an der Begriffsbildung partizipieren“ (AHLERS 2000: 16f.). „Da ein etabliertes Image im positiven Sinn fehlt, sind Reisen und Exkursionen ins Ruhrgebiet keine Sight-Seeing-Trips zu ikonenhaften Postkartenmotiven, die jeder einmal live gesehen haben muss. [...] Im Zentrum des Interesses stehen hier Entwicklungsprozesse, die anhand der bereisten Orte beispielhaft thematisiert werden können. Diese Prozesse sind keineswegs abgeschlossen, so dass eine Begegnung mit dem Ruhrgebiet immer auch eine Auseinandersetzung mit den aktuellen Fragen gesellschaftlicher Entwicklung ist“ (KÖDDERMANN 2000: 77). KÖDDERMANN und AHLERS beschreiben das Nachfragepotenzial nach Angeboten jenseits des Abfertigungstourismus und der Erlebnisproduktion als ausreichend groß für das Überleben kleiner Anbieter mit guten Programmen und Ideen. Sie charakterisieren ihre Zielgruppe (in Abwandlung eines Studiosus-Werbeslogans) als „Menschen, die ihre eigene Umgebung erleben und verstehen wollen“ (AHLERS 2000: 16). Die Agentur Zeitsprung lebt aber vor allem auch von Geschäfts- und Studienreisegruppen. Es muss an dieser Stelle betont werden, dass Reisen ins Ruhrgebiet nur selten ein spezielles Tourismussegment berühren. Eine Kombination mehrerer Sektoren des Tourismuspotenzials des Ruhrgebiets ist auch von Seiten des KVR eindeutig gewünscht: „Tourismus im Ruhrgebiet bedeutet natürlich auch die ‚klassischen Ziele‘ wie Grünzonen, Kirchen und Schlösser. Beide Kategorien sollen voneinander profitieren und ein Verbundsystem bilden. Der Besuch eines Musicals und die Führung durch die Meidericher Hütte wäre eine interessante Kombination. Hier gilt es, [...]

marketingagenturen nicht nur als ihr Dienstleister wahrgenommen, sondern manchmal auch als Konkurrenz, wie RAINHARD DE WITT erläutert: Die RTG habe sich oft bemüht, Kontingente touristischer Angebote von den Städten zu bekommen; diese hatten ihre Angebote aber lieber selbst vermarktet. Dies hat einerseits mit den Startschwierigkeiten der RTG zu tun, die vor allem die Politik zu verantworten hat; die Gründung der RTG zog sich gewissermaßen über drei Jahre hin, und die Städte gründeten in der Zwischenzeit eigene Agenturen. Aber es hat auch mit den anfänglichen personellen Querelen in der Geschäftsführung der RTG zu tun und mit gewissen Kommunikationsdefiziten, die hier ihren Ausgang nahmen. Nichtsdestotrotz entwickelt die RTG in begrenztem Umfang auch eigene Produkte und bekommt ihre Kontingente zusammen, so dass man bei ihr sowohl einzelne ReiseKomponenten als auch Pauschalreisen buchen kann. Thematisch werden verschiedene Zielgruppen angesprochen: Aktivtouristen (Bootstouren, Wanderungen, Radtouren), Erlebnishungrige (Industriekultur, Landschaftspark Duisburg Nord), Kulturinteressierte („Nacht der Industriekultur“) oder Partygänger (Slogan: „Die wahrscheinlich größte Party der Welt: der Pott“ mit eigenem Prospekt „Das Ruhrgebiet für junge Leute“). Auch das bleibt nicht ohne Kritik: Die RTG lege ihren durch die Statuten festgelegten Aufgabenbereich sehr großzügig aus und spiele „immer häufiger die Rolle eines öffentlich subventionierten touristischen Veranstalters“ (KÖDDERMANN 2000: 75), womit sie in Konkurrenz zu privatwirtschaftlichen Unternehmen trete, sagt PETER KÖDDERMANN von der privaten Essener Agentur Zeitsprung. Die RTG ist jedenfalls die Institution, die ein konkretes Konzept und Angebot im Bereich der technical visits erstellen müsste. Sie müsste die diesbezüglichen Angebote der Städte und Unternehmen bündeln und vermarkten. 4.1.6. Städte und Kreise In allen Ruhrgebietsstädten sind (in seit etwa 1997) Stadtmarketing (und -tourismus) Gesellschaften gegründet worden, die (an Stelle der überkommenen Kommunikationsämter, in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsförderungs- und Ortsverbänden) die Stadt nach innen und außen präsentieren und bewerben. Sie sind u.a. für Eventmanagement aber auch für die Erstellung touristischer Angebote und ihrer Koordination auf lokaler Ebene zuständig. Sie sollen i. d. Regel auch Strategien der Stadtvermarktung und der Reaktivierung von Innenstädten etc. erarbeiten. [...]

Der KVR mit Sitz in Essen ist auch Mehrheitsgesellschafter der RTG; selbst darf er nicht im eigentlichen Sinne touristisch aktiv werden, ein eigenes nichtkommerzielles touristisches Angebot bietet der KVR jedoch mit der ExtraTour (siehe 5.1.1.1.). 4.1.5. Ruhrgebiet Tourismus GmbH (RTG) Die Ruhrgebiet Tourismus Gesellschaft wurde im April 1998 (ebenfalls auf Initiative des Wirtschaftsministeriums) in Dortmund gegründet. „Gesellschafter der RTG sind der KVR (Mehrheitsgesellschafter), die Westfalenhallen Dortmund GmbH, die Messe Essen GmbH, die Entwicklungsgesellschaft Ruhr-Bochum GmbH, die Gesellschaft für Energie und Wirtschaft Gelsenkirchen GmbH, das CentrO Management GmbH Oberhausen, die Musical Betriebsgesellschaft Starlight Express mbH Hamburg, Tour de Ruhr in Duisburg und Warner Bros. Movie World“ (RTG 2003w). Die Aufgaben der RTG bestehen in „der Bündelung von Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb und der Entwicklung eines eigenständigen touristischen Regionalprofils für das Ruhrgebiet“ (RTG 2003w). Sie soll zentrale Anlaufstelle für Touristen, Incoming-Agenturen und die in ihrem Gebiet liegenden Städte sein. Gleichzeitig soll die RTG die Aktivitäten der Kommunen mit denen der privaten Veranstalter zusammenführen. Sie ist gleichermaßen Produktmanager und Prozessmoderator. Tatsächlich spielt die RTG die zentrale Rolle in der Vermarktung des Ruhrgebietstourismus, auch wenn es gewisse Überschneidungsbereiche mit dem KVR gibt (der eher nichtkommerziell und im Imagebereich für das Ruhrgebiet wirbt). Die Entwicklung übergreifender Strategien und Leitbilder für ein Regionalprofil findet jedoch kaum bei der RTG, sondern vor allem bei den konkurrierenden Institutionen statt: bei der Projekt Ruhr GmbH und beim Tourismusverband NRW sowie beim KVR und – was die Route der Industriekultur angeht – bei der DGfI. Auch die Bündelung der Produktentwicklung beschränkt sich bei der RTG weitgehend auf die Organisation von Events und das Zusammenstellen buchbarer Pakete, wie in den Expertengesprächen mit Frau KAISER (RTG), ULRICH HECKMANN (KVR) und RAINHARD DE WITT (KVR) deutlich wurde. Die eigentliche Konzeptarbeit liegt hier vor allem bei den Städten und Gemeinden, auch beim KVR, der verschiedene Veranstaltungen betreibt und bei den Organisatoren verschiedener Festivals (etwa der Initiativkreis Ruhrgebiet mit dem Klavierfestival Ruhr). Das Zusammenspiel mit den Städten ist überdies in diesem Bereich als schlecht zu bezeichnen. Die RTG wird von den Stadt- [...]

Arbeit zitieren:
Mader, Thomas Dezember 2003: Produzierende Betriebe als touristische Attraktionen im Ruhrgebiet, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Industrietourismus, Tourismuskonzept, Technical Visits, Städtetourismus, Stadtmarketing

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