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Produktionsstandort- und Ersatzteilversorgungsstrategien deutscher (europäischer) Automobilhersteller und -zulieferer zur Bewältigung der unternehmerischen Herausforderungen des chinesischen Wachstumsmarktes

Produktionsstandort- und Ersatzteilversorgungsstrategien deutscher (europäischer) Automobilhersteller und -zulieferer zur Bewältigung der unternehmerischen Herausforderungen des chinesischen Wachstumsmarktes
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Andrej Ressel
  • Abgabedatum: Februar 2003
  • Umfang: 105 Seiten
  • Dateigröße: 804,1 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6957-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6957-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6957-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ressel, Andrej Februar 2003: Produktionsstandort- und Ersatzteilversorgungsstrategien deutscher (europäischer) Automobilhersteller und -zulieferer zur Bewältigung der unternehmerischen Herausforderungen des chinesischen Wachstumsmarktes, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Automobilindustrie, Fahrzeugteile, Verkehrsinfrastruktur China, Erstatzteilmarkt, Standortplanung

MA-Thesis / Master von Andrej Ressel

Zusammenfassung:

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist eine Betrachtung der volkswirtschaftlichen Bedeutung der deutschen (europäischen) Automobilindustrie. Dabei wurde aufgezeigt, dass die EU ein gewichtiger Produktionsstandort im weltweiten Fahrzeugbau ist und einen maßgeblichen Beitrag zur Entstehung des Bruttoinlandsproduktes leistet. Über die Bruttoanlageinvestitionen übt die Automobilindustrie sogar unmittelbaren Einfluss auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum aus. Dies wurde anhand der Bundesrepublik, die das größte Herstellerland innerhalb Europas ist, dargelegt.

Für die deutschen (europäischen) Produzenten von Kraftfahrzeugen und –teilen ergeben sich mit dem WTO-Beitritt Chinas, der den bisherigen Höhepunkt des 1978 eingeleiteten wirtschaftlichen Reformprozesses markiert, zahlreiche Zugangserleichterungen auf dem inländischen Markt. Diese reichen vom Wegfall der Local Content-Vorschriften bis hin zur bevorstehenden Freigabe werkseigener Vertriebssysteme. Allerdings hat die Führung der KPCh der Automobilbranche eine Schlüsselrolle in der industriellen Entwicklung zugedacht. Daher ist den ausländischen Fahrzeugherstellern der Erwerb von Mehrheitsbeteiligungen nicht gestattet. Anders verhält es sich bei den Automobillieferanten, da diesen sogar die Gründung von Wholly Foreign Owned Enterprises erlaubt ist. Unter dem Wettbewerbsdruck der ausländischen Teileproduzenten befindet sich die einheimische Zulieferbranche in einer strukturellen Umbruchphase. Viele chinesischen Komponentenfertiger versuchen einen ausländischen Joint Venture-Partner zu gewinnen oder konzentrieren sich auf die Produktion von Ersatzteilen, da es ihnen an Management-Know-how, FuE-Kompetenzen, Qualitätsbewußtsein und wettbewerbsfähigen Herstellungskosten im internationalen Vergleichsmaßstab mangelt.

Trotz des Überangebotes an einheimischen Zulieferern verfügen die deutschen (europäischen) Autoteileproduzenten auch auf dem chinesischen Ersatzteilmarkt, der erst am Anfang seiner Entwicklung steht, über eine gute Ausgangsposition. Dies gilt insbesondere für die Erstausrüster von Volumenherstellern, aber auch für die Produzenten von Nachbauteilen, was im einzelnen ausführlich erörtert wurde.

Entscheidend für die Realisierung der Erfolgsaussichten ist die Planung des Fertigungsstandortes, von dem aus der chinesische (Ersatzteil-) Markt bedient wird. Die Alternativen bestehen in der Erweiterung existierender Produktionsstätten sowie in der Errichtung von Werken in China oder neuen Fertigungsstandorten außerhalb der Volksrepublik. Für die Auswahl wurden folgende Kriterien als entscheidungsrelevant identifiziert: Anzahl der Standorte, Unternehmensgröße, Absatzorientierung, Materialintensität, Kapitalintensität, Fertigungstiefe, Produktionsprogrammbreite und Technik.

Die in weiten Teilen des Landes unterentwickelte Verkehrsinfrastruktur zeigt, dass dem distributionslogistischen Aspekt ebenfalls ein besonderer Stellenwert bei der chinesischen Ersatzteilversorgungs-Strategie zukommt. Als bedeutende Bestimmungsgrößen wurden die Erstausrüstung, der Lieferantenstatus sowie die ABC- und XYZ-Teileklassifikation herausgearbeitet. Gemeinsam mit den fertigungsorientierten Kriterien bilden diese das Grundgerüst eines einfachen Distributionsstruktur-Modells, das nach dem Prinzip einer Nutzwertanalyse aufgebaut wurde. Das Bewertungsschema liefert als Resultat eine Handlungsempfehlung für die Bestimmung der Makrostandorte von Produktion und Lagerung. Dabei sind drei Ergebnisklassen zu unterscheiden, die wiederum Variationsmöglichkeiten der beiden Elemente der Distributionsstufe beinhalten. Das Modell wird anhand einer Beispielfirma erläutert, mittels derer die weiteren Schritte bis zur Errichtung eines Auslieferungslagers in China abschließend skizziert werden.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis V
1. Einleitung / Aufgabenstellung 1
2. Die Bedeutung der Automobilindustrie für die deutsche (europäischen) Volkswirtschaft(en) 3
2.1 Die deutsche (europäische) Automobilindustrie im weltweiten Branchenvergleich 3
2.2 Der gesamtwirtschaftliche Stellenwert der deutschen (europäischen) Automobilindustrie als Wirtschaftsfaktor 5
2.3 Die Einflüsse der deutschen (europäischen) Automobilindustrie auf die Konjunktur der Volkswirtschaft(en) 7
3. Der chinesische Markt für Automobile und Fahrzeugteile 12
3.1 Stand und Entwicklung der chinesischen Volkswirtschaft 12
3.1.1 Die wirtschaftspolitische Entwicklung der Volksrepublik China 12
3.1.2 Makroökonomische Daten zur Volksrepublik China 15
3.1.3 Der Beitritt Chinas zur World Trade Organisation (WTO) und seine unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen 20
3.2 Rahmenbedingungen für die deutschen (europäischen) Automobilhersteller und -zulieferer in China 24
3.2.1 Charakteristika und Kennzahlen des chinesischen Automobilmarktes 24
3.2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen für ausländische Automobilhersteller und -zulieferer in der VR China 32
3.3 Der chinesische Markt für Kraftfahrzeug-Ersatzteile 34
3.3.1 Die Bedeutung des Ersatzteilmarktes in der Automobilbranche 34
3.3.2 Grundzüge und Kennzeichen des europäischen Ersatzteilmarktes 35
3.3.3 Rückschlüsse auf den chinesischen Ersatzteilmarkt - ein Ausblick in die nähere Zukunft 42
4. Alternative Produktionsstandort-Strategien zur Erschließung des chinesischen Wachstumsmarktes 50
4.1 Die Standortwahl als strategische Unternehmensentscheidung und ihre Einflussgrößen (Standortfaktoren) 50
4.2 Übersicht über die wesentlichen Verfahren zur Standortplanung 53
4.3 Produktionsstandort-Alternativen der deutschen (europäischen) Automobilhersteller und -zulieferer und ihre (branchen-) spezifischen Einflussgrößen 55
5. Anforderungen an ein Ersatzteilversorgungsnetz unter Betrachtung der unterschiedlichen Produktionsstandort-Strategien zur Markterschließung 61
5.1 Die Verkehrsinfrastruktur Chinas - Möglichkeiten und Grenzen für den Aufbau eines Ersatzteilversorgungsnetzes 61
5.2 Distributionslogistische Einflüsse auf die Ersatzteilversorgungs-Strategien des chinesischen Aftermarkets 66
6. Auswahl und Realisierung der Produktionsstandort- und Ersatzteilversorgungs-Strategien zur Erschließung des chinesischen Automotive-Aftermarkets 75
6.1 Zusammenfassung der Bewertungskriterien für die Auswahl der alternativen Produktionsstandort- und Ersatzteilversorgungs-Strategien 75
6.2 Von der Wahl des Makrostandortes zur Versorgung des chinesischen Ersatzteilmarktes 78
7. Zusammenfassung 83
Literaturverzeichnis 85
Internetverzeichnis 87
Sonstige Quellen 97

Automatisiert erstellter Textauszug:

Wie bereits an anderer Stelle ausführlich dargelegt wurde (s. S. 30ff.), mangelt es in China an einer wettbewerbsfähigen Zuliefererstruktur. Unter Branchenbeobachtern wird allerdings davon ausgegangen, dass in den kommenden Jahren die Leistungsfähigkeit der bislang ausgebildeten Hierarchie bestehend aus Teile-, Modul- und Systemlieferanten hinsichtlich Qualität und Logistik deutlich zunehmen wird. Dabei werden den chinesischen Unternehmen aus den zuvor geschilderten Gründen geringe Chancen eingeräumt, in die 2- oder gar 1-Tier-Ebene vorzudringen, sofern sie nicht durch ausländische Anbieter z.B. in Form von Beteiligungen oder ihre derzeitigen Abnehmer hierfür qualifiziert werden. Daran wird auf mittlere Sicht auch die mitunter ausgeübte Einflussnahme auf die Auswahl der Erstausrüster seitens des chinesischen Automobil-Joint Venture-Partners bzw. der die Kooperation kontrollierenden Regierungsbehörde nichts ändern115, weil die Bedingungen eines schärfer werdenden Wettbewerbs keine andere Option erlauben. Somit müssen sich die europäischen System- und Modullieferanten darauf einstellen, dass sie in erster Linie in Konkurrenz zu anderen Zulieferern mit ausländischer Beteiligung stehen werden. Die chinesischen Anbieter werden sich hingegen im Erstausrüstergeschäft im wesentlichen auf die Lieferung von Bauteilen und Baugruppen mit geringem Stücklistenumfang und geringer Komplexität beschränken (sog. Low- bzw. Medium-technology-Produkte). Auf diesem Gebiet besitzen sie gegenüber den europäischen Teileherstellern jedoch den Nachteil, dass sie aufgrund ihrer niedrigen Fertigungslosgrößen über wenig Know-how in der Großserienproduktion verfügen. Da zudem das Qualitätsniveau den Anforderungen der Automobilindustrie in vielen Fällen nicht genügt, verfügen die europäischen Hersteller von Originalteilen über einen zusätzlichen Wettbewerbsvorsprung. Insgesamt sind also die Chancen der europäischen bzw. deutschen Teileproduzenten zur Übernahme einer gewichtigen Rolle in der Erstausstattung und damit auch auf dem herstellerabhängigen Ersatzteilmarkt als sehr vielversprechend einzustufen, zumal der Aufbau eines werkseigenen Vertriebssystems unmittelbar bevorsteht (s. Abschnitt 3.1.3), so dass die Ersatzteile nach bewährter Praxis auf identischem Wege wie die Automobile selbst ausgeliefert werden können. Zusätzlich zu den positiven Erfolgsaussichten werden vor allem die 1-Tier-Zulieferer im Original-Ersatzteilgeschäft davon profitieren, dass die Fertigungsstückzahlen steigen werden und gleichzeitig die Modell- und Variantenvielfalt der Automobilhersteller trotz jüngster Zunah115 [...]

löst durch einen harten Verdrängungs- und Konzentrationswettbewerb – sind. Die Ursachen hierfür liegen hauptsächlich in einem durch verbesserte Teilequalität und zunehmenden Einsatz elektronischer Bauteile sinkenden Wartungs- und Reparaturbedarf, in verstärkten Aktivitäten der Komponentenfertiger als Folge des Preisdrucks der Automobilhersteller, in einem wachsenden Ersatzteil-Angebot (ca. 5.000 bis 8.000 neue Teilenummern je Modell113) sowie in einem steigenden Bedarf der freien Werkstätten an technischen Informationen und Ausrüstungen (z.B. Diagnosegeräte), die durch den fortschreitenden Trend zur Fahrzeugelektronik hervorgerufen werden. Als Reaktion darauf ist der freie Teile-Großhandel114 inzwischen überwiegend in Kooperationsgesellschaften zusammengefasst, welche sich in Gesellschafterzahl und Umsatzgröße deutlich voneinander unterscheiden. Ziel der Zusammenschlüsse auf horizontaler Ebene ist eine zunehmende Bindung der unabhängigen Werkstätten über sog. Werkstattkonzepte. Die vorrangigen Instrumente zur Zielerreichung bestehen in der Bündelung des Einkaufsvolumens sowie in Serviceleistungen auf den Gebieten Marketing, EDV-Systeme (z.B. OnlineBestellabwicklung), Schulungen und Werkstattausrüstung. Auch die Automobilhersteller investieren zunehmend in spezielle Werkstattkonzepte wie z.B. Schnellreparaturketten (sog. Fast Fitter). Gleichzeitig richten sich werksungebundene Großhändler vertikal auf dem Ersatzteilmarkt aus, indem sie direkt an den Endverbraucher vertreiben oder einen eigenen Werkstattservice anbieten. Parallel zu den Kooperationsgesellschaften der fabrikatsunabhängigen Händler existieren lose Zusammenschlüsse der Teileproduzenten, welche den freien Marktteilnehmern - überwiegend dem Großhandel - Kommunikationsplattformen zur Abwicklung ihrer Geschäftsprozesse zur Verfügung stellen. Des weiteren ist es der jungen Vertriebsform der Einzelhandelsketten für Autoteile und –zubehör mit angegliedertem Werkstattservice zwischenzeitlich gelungen, sich zu einer festen Größe auf dem Ersatzteilmarkt mit stetigen Anteilszuwächsen zu etablieren. Und schließlich hat sich neben dem klassischen Großhandel ein freier Online-Markt herangebildet, der vor allem eine Bezugsquelle der freien Werkstätten für einfache und eindeutig spezifizierbare Ersatzteile ist. [...]

fern106. Die unterschiedliche Ausführung der Nachbauteile in Hinblick auf ihre Qualität bildet zusammen mit den Gebrauchtteilen die wesentliche Grundlage für das Konzept der zeitwertgerechten Reparatur und ist zugleich ein gewichtiges Vertriebsargument des werksunabhängigen Großhandels auf dem Ersatzteilmarkt. Der freie Teilehandel, dessen Kernsortiment die sog. Verschleißteile107 bilden, verkauft den wertmäßig größten Anteil seiner Artikel auf der Einzelhandelsstufe an die gewerblichen Endverbraucher (Facheinzelhändler, Tankstellen, etc.), von denen wiederum die unabhängigen Werkstätten die mit Abstand bedeutendste Gruppe darstellen. Ausschließliche Abnehmer des herstellergebundenen Großhandels sind die Vertragswerkstätten und die Vertragshändler, wobei letztere den Vertrieb von Ersatzteilen nur als vertraglich festgelegtes Nebengeschäft betreiben. Aufgrund der herausragenden Stellung, welche die Servicebetriebe beim Weiterverkauf der Ersatzteile an die Verwender inne haben, wird die dazugehörige Stufe der beiden Absatzketten auch als Reparaturebene bezeichnet. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Werkstätten des fabrikatsabhängigen Marktes einen Teil ihres Ersatzteilbedarfes über freie Großhändler beziehen. Rechtliche Grundlage hierfür ist die EU-weit geltende, novellierte Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) 1400/2002, die u.a. die Absicht verfolgt, das Bestreben der Fahrzeughersteller nach möglichst umfassender Kontrolle des Ersatzteilgeschäftes einzugrenzen. In der GVO ist ergänzend zur Freiheit der Vertragswerkstätten, qualitativ gleich- oder höherwertige Ersatzteile auf dem betriebsfremden Markt zu beschaffen, auch das Recht der Teilehersteller geregelt, ihre Komponenten ohne Beschränkung - auch bezüglich der Kennzeichnung – an gebundene und freie Werkstätten zu liefern108. Der Ersatzteilmarkt für Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge weist in Europa ein Volumen von 43,5 Mrd. EUR auf109. Ein proportionales Verhältnis der in der EU zugelassenen Fahrzeugtypen zum Umsatz unterstellt, beträgt die Größe des Ersatzteilmarktes für Personen- [...]

Arbeit zitieren:
Ressel, Andrej Februar 2003: Produktionsstandort- und Ersatzteilversorgungsstrategien deutscher (europäischer) Automobilhersteller und -zulieferer zur Bewältigung der unternehmerischen Herausforderungen des chinesischen Wachstumsmarktes, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Automobilindustrie, Fahrzeugteile, Verkehrsinfrastruktur China, Erstatzteilmarkt, Standortplanung

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