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Produktionsablaufplanung bei reihenfolgeabhängigen Rüstzeiten

Am Beispiel der Zieherei der -JöNie- AG

Produktionsablaufplanung bei reihenfolgeabhängigen Rüstzeiten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jörg Niemann
  • Abgabedatum: Dezember 1996
  • Umfang: 110 Seiten
  • Dateigröße: 5,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0381-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0381-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0381-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Niemann, Jörg Dezember 1996: Produktionsablaufplanung bei reihenfolgeabhängigen Rüstzeiten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Diplomarbeit von Jörg Niemann

Problemstellung:

Die Absatzmärkte der Industrie sind heute durch einen stetigen Wandel der Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Nicht zuletzt durch die steigende Globalisierung der Märkte und der damit verbundenen verstärkten Konkurrenz von Anbietern auf den Absatzmärkten entwickelt sich das Verhältnis von Kunden und Lieferanten tendenziell vom Verkäufermarkt hin zu einem Käufermarkt.

In der Stahlindustrie vollzog sich dieser Wandel im Bereich der europäischen Union besonders drastisch. Seit der Öffnung der Grenzen im Osten ist ein verschärfter Kampf zwischen den Unternehmen dieser Branche um Marktanteile entbrannt. Immer mehr Unternehmen aus den ehemaligen Ostblockstaaten drängen in die internationalen Märkte und setzen mit ihren kostengünstigeren Produkten die übrigen Anbieter erheblich unter Druck.

Die gegenwärtige Marktlage der stahlerzeugenden und stahlverarbeitenden Industrie ist durch weltweite Überkapazitäten und einen damit verbundenen Preisverfall für Stahlprodukte gekennzeichnet. Die Auswirkungen dieser veränderten Marktstrukturen schlugen sich auch in den Betriebsergebnissen der -JöNie- AG A Stadt nieder. Das Unternehmen ist auf dem Gebiet der Stahlverarbeitung tätig, wobei ein großer Teil des Geschäftsvolumens traditionell auf die Produktion von Stahlrohren entfällt.

Aufgrund der Konkurrenzsituation ist die momentane Auftragslage des Unternehmens durch eine geringere Nachfrage bei zudem rückläufigen Preisen auf diesem Segment gekennzeichnet. Dadurch hat sich der Druck auf die inländischen Produktionsgesellschaften in diesem Jahr weiter verstärkt, denn die Material- und Personalkostenerhöhungen konnten nicht an den Kunden weitergegeben werden.

Die -JöNie- Rohrwerke sind gezwungen, sich den geänderten Anforderungen des Wettbewerbs zu stellen. Daher ergibt sich die zwingende Notwendigkeit, Maßnahmen zur Kostensenkung bei (möglichst) gleichzeitiger Steigerung der betrieblichen Leistungsfähigkeit in der Produktion zu ergreifen.

Das Unternehmen sieht sich dabei dem Druck ausgesetzt, die Produktion flexibel zu gestalten und auch kleine Losgrößen wirtschaftlich zu fertigen. Bei einer variantenreichen Fertigung steigt daher die Bedeutung kurzer Rüstzeiten und niedriger Rüstkosten. Deshalb werden vermehrt Anstrengungen unternommen, um den Rüstaufwand an den Produktionsanlagen zu reduzieren, denn mit geeigneten Konzepten zur Auftragsfolgeplanung (Reihenfolgeplanung) können häufig große Rationalisierungspotentiale in den Fertigungsprozessen ausgeschöpft werden.

Im Rahmen dieser Arbeit soll eine Auftragsreihenfolgeplanung an einer Produktionsanlage der -JöNie- AG vorgenommen werden. Die Anlage (Ziehbank) wird zur Produktion von nahtlosen Präzisstahlrohren eingesetzt.

Schon seit längerem fiel die Maschine durch einen hohen Anteil von Rüstzeiten an der gesamten Betriebszeit auf. Der Rüstaufwand entsteht vorwiegend durch notwendige Werkzeugwechsel, um die Maschine für den nächsten Auftrag vorzubereiten. Die Rüstzeiten je Auftrag sind dabei nicht konstant, sondern hängen stets von dem zuvor gefertigten Los ab. Eine Reihenfolgeplanung für diese Anlage ist besonders sinnvoll, da sie die mit Abstand leistungsfähigste und teuerste Maschine zum Ziehen von Stahlrohren im Bereich des Unternehmens ist.

Im Rahmen einer Diplomarbeit sollte daher gezielt nach Möglichkeiten gesucht werden, wie die anfallenden Rüstzeiten durch eine geeignete Reihenfolgeplanung der Aufträge effizient reduziert werden können. Die Problemstellung sollte ausschließlich durch den Einsatz organisatorischer Maßnahmen gelöst werden, die Möglichkeiten technischkonstruktiver Änderungen an Maschine sollten nicht betrachtet werden.

Im Rahmen des Projektverlaufs wurde schnell deutlich, dass eine isolierte Betrachtung der Ziehbank nicht sinnvoll ist. Die Lösungsansätze zur Ablaufplanung an dieser Maschine müssen in ein umfassendes Konzept integriert werden, in dem auch angrenzende Unternehmensbereiche Beachtung finden. Die Reihenfolgeplanung kann jedoch nur dann eingehalten werden, wenn die benötigten Lose termingerecht an der Produktionsanlage bereitgestellt werden. Die zu generierende Abarbeitungsreihenfolge der Aufträge setzt deshalb eine effiziente Bereitstellungsplanung voraus.

Nicht zuletzt wegen der geringen Lagerfläche innerhalb des Unternehmen war die Berücksichtigung einer ,just in time“- Konzeption für den Materialfluss zwingend erforderlich. Deshalb erschien eine konzeptionelle Abstimmung mit dem Zulieferer sowie Teilbereichen der externen und internen Logistik sinnvoll, um die termingerechte Bereitstellung der benötigten Halbzeuge an der Ziehbank sicherzustellen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Ziele des Projektes 3
1.3 Aufbau und Ablauf des Projektes 4
2. Grundlagen der Produktionsablaufplanung 7
2.1 Gegenstand der Ablaufplanung 7
2.2 Ziele der Ablaufplanung 8
2.3 Dilemma der Ablaufplanung 10
2.4 Dimensionen der Reihenfolgeplanung 11
2.4.1 Anzahl der berücksichtigten Maschinen 11
2.4.2 Statische und dynamische Ablaufprobleme 13
2.5 Lösungsverfahren für Reihenfolgeprobleme 14
2.5.1 Exakte Verfahren 15
2.5.1.1 Vollständige Enumeration 15
2.5.1.2 Entscheidungsbaumverfahren 16
2.5.1.2.1 Begrenzte Enumeration 16
2.5.1.2.2 Branch- and- Bound 17
2.5.2 Heuristische Verfahren 17
2.5.2.1 Verfahren des besten Nachfolgers 18
2.5.2.2 Sukzessive Einbeziehung von Stationen 19
2.5.2.3 Prioritätsregelverfahren in der Ablaufplanung 19
2.5.2.3.1 Grundlagen 20
2.5.2.3.2 Systematisierung der Prioritätsregeln 20
2.5.2.3.3 Prioritätsregeln im Überblick 21
2.5.2.3.4 Kritische Würdigung der Prioritätsregeln 22
2.6 Rüstvorgänge im Rahmen der Fertigungsprozesse 23
2.6.1 Klassifizierung von Rüstzeiten 23
2.6.1.1 Reihenfolgeunabhängige Rüstzeiten 25
2.6.1.2 Reihenfolgeabhängige Rüstzeiten 25
2.6.2 Erfassung von Rüstkosten 26
2.6.2.1 Direkte Rüstkosten 26
2.6.2.2 Indirekte Rüstkosten 26
2.6.3 Maßnahmen zur Senkung des Rüstaufwands 27
3. Modellbildung zur Problembeschreibung 29
3.1 Abgrenzung der Problemstellung 29
3.2 Herleitung der Zielfunktion 30
3.3 Verhalten reihenfolgeabhängiger Rüstzeiten 32
3.4 Vorgehensweise bei der Projektabwicklung 34
3.4.1 Datenerfassung 34
3.4.2 Stufen der Projektbearbeitung 34
4. Analyse des Ist﷓ Zustandes bei der -JöNie- AG 37
4.1 Kurzporträt der -JöNie- AG 37
4.2 Analyse der Ziehbank 38
4.2.1 Kriterien der Auftragszuteilung 39
4.2.2 Aufbau der Anlage 40
4.2.3 Technischer Ablauf der Präzisrohrfertigung 42
4.2.4 Werkzeugumbau 43
4.2.4.1 Dornstangen 44
4.2.4.2 Einsatzblock 45
4.2.4.3 Ziehbacken 46
4.2.4.4 Überrohre 47
4.2.4.5 Dome 49
4.2.4.6 Matrizen 50
4.2.5 Erfassung der Rüstzeiten 51
4.2.6 Arbeitsentgeltsystem 53
4.2.7 Analyse der Kostenstruktur 53
4.3 Analyse der Logistik 55
4.3.1 Auftragsabwicklung 55
4.3.2 Losbildung 57
4.3.3 Lieferanten 57
4.3.4 Luppenabruf 57
4.3.5 Transportwesen 58
4.3.5.1 Luppenanlieferung 58
4.3.5.2 Innerbetrieblicher Transport 59
4.3.6 Lagerpotential 59
4.3.7 Kundenstruktur 60
4.4 Analyse von Randbedingungen 60
4.4.1 Walzprogramm 61
4.4.2 Glühen 62
4.4.3 Lieferzustand 63
4.5 Ableitung einer Idealkonzeption 63
5. Neugestaltung der Ablaufplanung 65
5.1 Sortierung der Aufträge 65
5.2 Integration des Walzprogramms 67
5.3 Auswertung des Walzprogramms 67
5.4 Anlieferung der Vorprodukte 68
5.5 Nachträgliche Einplanung von Aufträgen 70
5.6 Bereichsübergreifende Produktionsablaufplanung 70
6. Implementierung der Konzeption im Unternehmen 73
6.1 Softwaregrundlagen 73
6.2 Programmtechnische Umsetzung der Konzeption 73
6.2.1 Eingabedaten 74
6.2.2 Datentransformation 74
6.2.2.1 Tabellenverweise 75
6.2.2.2 Algebraische Umformungen 76
6.2.2.2.1 Zugkraft 76
6.2.2.2.2 Luppeninnendurchmesser 78
6.2.2.3 Logische Verknüpfungen 79
6.2.3 Datensortierung 80
6.2.4 Ausgabedateien 80
6.2.4.1 Produktion 80
6.2.4.2 Logistik 81
6.2.4.2.1 Bestellplanung 81
6.2.4.2.2 Versandplanung 81
7. Erfassung des Einsparungspotentials 82
7.1 Vergleich der Rüstzeiten 82
7.2 Exkurs: Ausdehnung des Planungszeitraums 83
7.3 Die neue Produktionsablaufplanung in der Praxis 84
7.4 Verwendungsmöglichkeiten freier Kapazitäten 85
7.4.1 Szenario 1: Maschinenstillstand 86
7.4.2 Szenario 2: Produktive Kapazitätsnutzung 88
8. Zusammenfassung und Ausblick 90
9. Literaturverzeichnis 92

Arbeit zitieren:
Niemann, Jörg Dezember 1996: Produktionsablaufplanung bei reihenfolgeabhängigen Rüstzeiten, Hamburg: Diplomica Verlag

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