Produktion des rekombinanten, menschlichen Wachstumshormons aus CHO-Zellen im 2 Liter Perfusionsbioreaktor mit Plattensedimenter
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Werner Höra
- Abgabedatum: September 2005
- Umfang: 105 Seiten
- Dateigröße: 3,8 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
- Bibliografie: ca. 31
- ISBN (eBook): 978-3-8428-1297-0
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Höra, Werner September 2005: Produktion des rekombinanten, menschlichen Wachstumshormons aus CHO-Zellen im 2 Liter Perfusionsbioreaktor mit Plattensedimenter, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: CHO-Zellen, Perfusionsbioreaktor, Wachstumshormon, Plattensedimenter
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Diplomarbeit von Werner Höra
Einleitung:
Unter Biotechnologie versteht man unter anderem die Herstellung von Lebensmitteln (z.B. Brot, Käse, Bier und Wein) oder Medikamenten (z.B. Antibiotika, rekombinante Proteine) aus biologischen Systemen im industriellen Maßstab.
Ein Teil der Biotechnologie wird als rote oder auch pharmazeutische Biotechnologie bezeichnet. Hierbei werden Medikamente wie z.B. Interleukine, Interferone, Erythropoietin, t-PA (tissue-plasminogen activator) oder monoklonale Antikörper in Prokaryoten und niederen Eukaryoten sowie in tierischen Zellen produziert. Ein Nachteil der Expression von Proteinen in Bakterien oder Hefen ist, dass sie keine oder keine korrekten, posttranslationalen Modifikationen wie Glykosylierungen oder Phosphorylierungen durchführen. Manche Proteine benötigen jedoch das Anhängen von Zuckerseitenketten, um ihre biologische Wirkung zu entfalten. Deshalb werden Säugetierzellen zur Herstellung von rekombinanten Proteinen eingesetzt, die diese, den Menschen annähernd gleichen, posttranslationalen Modifikationen, durchführen. Ein weiteren Grund für den Einsatz von tierischen Zellen zur Proteinherstellung ist, dass sie das Protein biologisch aktiv ins Nährmedium ausschleusen.
Das Ziel dieser Arbeit war es, das rekombinante, humane Wachstumshormon aus CHO-Zellen (chinese hamster ovary-Zellen) herzustellen. Bis auf einen Prozess der Firma Ares-Serono Pharma (Schweiz), wo das Protein in der adhärent wachsenden Maustumorzelllinie C127 produziert wird, erfolgt die Herstellung des menschlichen Wachstumsfaktors industriell bis heute in E. coli-Zellen. Diese besitzen eine kürzere Verdopplungszeit als Säugetierzellen, sezernieren den menschlichen Wachstumsfaktor jedoch nur ins Periplasma, wo er in Form von Einschlusskörperchen vorliegt. In kostspieligen und zeitaufwendigen Aufarbeitungsschritten müssen die Zellen nach der Fermentation aufgeschlossen und das Protein de- sowie renaturiert werden. Hierbei entstehen große Produktverluste.
Als Fermentationsbetriebsweise wurde ein Perfusionsprozess mit einem 2 Liter Bioreaktor gewählt. Es sollte ein Laborprozess etabliert werden, mit dem eine deutlich höhere Produktkonzentration hergestellt werden konnte, als in T-Flaschen, Spinnern, Superspinnern oder Bioreaktorsatzprozessen möglich war. Als Zellrückhaltungsgerät wurde dabei ein Plattensedimenter (englisch: inclined settler) verwendet.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung und Zielsetzung | 1 |
| 2. | Theoretischer Hintergrund | 2 |
| 2.1 | Das menschliche Wachstumshormon | 2 |
| 2.2 | Einsatzgebiete des menschlichen Wachstumshormons | 5 |
| 2.3 | Allgemeine Grundlagen des Perfusionsprozesses | 9 |
| 2.4 | Der Plattensedimenter als Zellrückhaltungsgerät | 10 |
| 3. | Material und Methoden | 13 |
| 3.1 | Die Zelllinie | 13 |
| 3.2 | Die Zellkulturmedien | 14 |
| 3.3 | Vorgehensweise | 14 |
| 3.4 | Die Kultivierungsysteme | 15 |
| 3.4.1 | Die T-Flaschen | 15 |
| 3.4.2 | Die Spinner | 15 |
| 3.4.3 | Der Superspinner | 15 |
| 3.4.4 | Der 2 Liter Satzbioreaktor | 16 |
| 3.4.5 | Der 2 Liter Perfusionsbioreaktor mit Plattensedimenter | 17 |
| 3.4.5.1 | Der Aufbau des Perfusionsbioreaktors | 17 |
| 3.4.5.2 | Kinetiken des Perfusionsprozesses | 21 |
| 3.5 | Fermentationsanalytik | 24 |
| 3.5.1 | Bestimmung der Lebendzelldichte und der Viabilität | 24 |
| 3.5.2 | Bestimmung der Glucose- und Lactatkonzentration | 25 |
| 3.5.3 | Bestimmung der Ammoniumkonzentration | 25 |
| 3.5.4 | Bestimmung der externen Aminosäurekonzentration | 26 |
| 3.5.5 | Bestimmung der Produktkonzentration | 26 |
| 3.6 | Kryokonservierung | 27 |
| 4. | Ergebnisse und Diskussion | 28 |
| 4.1 | Die Vorversuche in T-Flaschen und Spinnern | 28 |
| 4.2 | Die Kultivierung im Superspinner | 28 |
| 4.3 | Die wiederholte Satzkultivierung im 2 Liter Bioreaktor | 29 |
| 4.3.1 | Wachstum und Produktbildung in der wiederholten Satzkultivierung | 29 |
| 4.3.2 | Substratverbrauch in der wiederholten Satzkultivierung | 32 |
| 4.3.3 | Nebenproduktbildung in der wiederholten Satzkultivierung | 34 |
| 4.3.4 | Aminosäurekonzentrationen und spezifische Aminosäureverbrauchsraten in der wiederholten Satzkultivierung | 36 |
| 4.3.5 | Diskussion der wiederholten Satzkultivierung | 38 |
| 4.4 | Die Perfusionskultivierungen | 39 |
| 4.4.1 | Die erste Perfusionskultivierung | 39 |
| 4.4.1.1 | Wachstum in der ersten Perfusionskultivierung | 39 |
| 4.4.1.2 | Produktbildung in der ersten Perfusionskultivierung | 43 |
| 4.4.1.3 | Zellrückhaltung und Aggregatbildung in der ersten Perfusionskultivierung | 45 |
| 4.4.1.4 | Substratverbrauch in der ersten Perfusionskultivierung | 46 |
| 4.4.1.5 | Nebenproduktbildung in der ersten Perfusionskultivierung | 48 |
| 4.4.1.6 | Aminosäurekonzentrationen sowie spezifische Aminosäureverbrauchsraten in der ersten Perfusionskultivierung | 50 |
| 4.4.1.7 | Diskussion der ersten Perfusionskultivierung | 52 |
| 4.4.2 | Die zweite Perfusionskultivierung | 53 |
| 4.4.2.1 | Wachstum in der zweiten Perfusionskultivierung | 53 |
| 4.4.2.2 | Produktbildung in der zweiten Perfusionskultivierung | 56 |
| 4.4.2.3 | Zellrückhaltung und Aggregatbildung in der zweiten Perfusions-kultivierung | 58 |
| 4.4.2.4 | Substratverbrauch in der zweiten Perfusionskultivierung | 59 |
| 4.4.2.5 | Nebenproduktbildung in der zweiten Perfusionskultivierung | 61 |
| 4.4.2.6 | Aminosäurekonzentrationen sowie spezifische Aminosäureverbrauchsraten in der zweiten Perfusionskultivierung | 63 |
| 4.4.2.7 | Diskussion der zweiten Perfusionskultivierung | 65 |
| 4.4.3 | Die dritte Perfusionskultivierung | 66 |
| 4.4.3.1 | Wachstum in der dritten Perfusionskultivierung | 66 |
| 4.4.3.2 | Produktbildung in der dritten Perfusionskultivierung | 69 |
| 4.4.3.3 | Zellrückhaltung und Aggregatbildung in der dritten Perfusionskultivierung | 71 |
| 4.4.3.4 | Substratverbrauch in der dritten Perfusionskultivierung | 72 |
| 4.4.3.5 | Nebenproduktbildung in der dritten Perfusionskultivierung | 74 |
| 4.4.3.6 | Aminosäurekonzentrationen sowie spezifische Aminosäureverbrauchsraten in der dritten Perfusionskultivierung | 76 |
| 4.4.3.7 | Diskussion der dritten Perfusionskultivierung | 78 |
| 4.5 | Vergleich der Bioreaktorkultivierungen | 79 |
| 5 | Zusammenfassung und Ausblick | 82 |
| 6. | Anhang | 85 |
| 6.1 | Literaturverzeichnis | 85 |
| 6.2 | Abkürzungsverzeichnis | 90 |
| 6.3 | Verzeichnis der Symbole und Indizes | 91 |
| 6.4 | Abbildungsverzeichnis | 93 |
Textprobe:
Kapitel 3.2, Die Zellkulturmedien:
Für die T-Flaschen-, Spinner-, Superspinner- und Satzkultivierungen wurden unter anderem die Flüssigmedien ProCHO 4 und ProCHO 5 (Cambrex, Baltimore, USA) benutzt. Diese Medien sind bis auf Insulin, bei dessen Herstellung tierische Substanzen verwendet werden, frei von ani-malischen Komponenten. Sie sind chemisch nicht definiert, da sie Sojahydrolysat enthalten und weisen Glucosekonzentrationen von 22,2 mM (ProCHO 4) und 45,5 mM (ProCHO 5) auf. Die Fermentationsmedien wurden vor Gebrauch auf eine Glutaminkonzentration von 4 mM eingestellt.
Für die Superspinner und Satzkultivierungen wurde weiterhin das Medium MAM-PF 2 (Amimed AG, Basel, Schweiz) im Verhältnis MAM-PF 2 : ProCHO = 21:1 eingesetzt. MAM-PF 2 ist ein proteinfreies Medium und enthält in etwa viermal so hohe Aminosäurekonzentrationen wie herkömmliches DMEM/F12-Medium. Es hat ferner eine Glucosekonzentration von 24,0 mM und enthält 0,1% Pluronic F68. Das Medium wurde ebenfalls vor Gebrauch auf eine Glutamin-konzentration von 4 mM eingestellt.
In den Vorkulturen, also T-Flaschen, Spinnern und Superspinnern, wurde ferner Methotrexat in einer Konzentration von 1,0 µM zur Stabilisierung der hGH-Genkassette eingesetzt.
Für die Perfusionskulturen wurde eine Mediummischung von MAM-PF 2 und ProCHO im Verhältnis 11:1, 21:1 bzw. 41:1 eingesetzt, die auf 4 mM Glutamin eingestellt war.
3.3, Vorgehensweise:
Nach Erhalt des Kryoröhrchens und der mit Zellsuspension gefüllten T25-Flasche wurden die Zellen in weiteren T25-, T75 und T175-Flaschen passagiert und hierbei verschiedene Medien getestet. Daraufhin wurden die Kultivierungen in ungeregelten, gerührten Systemen, den Spinnern und Superspinnern durchgeführt und ebenfalls mehrere Medien ausprobiert. Danach wurden Versuche im 2 Liter Satzbioreaktor und im 2 Liter Perfusionsbioreaktor gefahren, wobei im 2 Liter Satzbioreaktor ebenfalls unterschiedliche Nährmedien getestet wurden.
3.4, Die Kultivierungsysteme:
3.4.1, Die T-Flaschen:
Zur Vorkulturführung wurden die Zellen in T25,- T75- und T175-Flaschen kultiviert. In den T25-Flaschen wurde neben dem ProCHO 4-Medium auch reines MAM-PF 2-Medium und DMEM/F12-Medium getestet.
Die Zellen wurden mit einer Zelldichte von 2,0-2,5*105 Zellen/mL eingesät und nach einer Kultivierungszeit von 5 bis 6 Tagen bei einer durchschnittlichen Zelldichte von 1,0-1,4*106 Zellen/mL passagiert.
3.4.2, Die Spinner:
Zu Beginn der Arbeit wurden für die Kultivierungen Spinner (Techne Corporation, Minneapolis, USA; Schott AG, Jena; Integra Biosciences, Chur, Schweiz) mit einem Arbeitsvolumen von 60 und 125 mL und einem Füllvolumen von 250 und 500 mL eingesetzt. Die Spinner besaßen Stab- sowie Paddelrührer und wurden mit einer Drehzahl von 50 Upm gerührt. Es wurden in den Spinnern das Medium ProCHO 4 getestet.
3.4.3, Der Superspinner:
Für die Vorkultur der Bioreaktorversuche wurden 0,5 Liter Superspinner verwendet (Abb. 8). Das Arbeitsvolumen hierbei betrug 500 mL. Der Superspinner ist ein Kultivierungssytem [Lehmann et al., 1992], mit dem größere Volumina als mit herkömmlichen Spinnern aufgrund der Volumenbegasung eingesetzt werden können. Die Besonderheit des Superspinners ist seine blasenfreie Membranbegasung. Hierbei wird eine Silikonmembran aus Accurel auf ein Gestänge gewickelt, in dem sich ein Magnet befindet. Nach Positionierung des Superspinners auf einem Magnetrührer rotiert der Taumelrührer im Kulturgefäß und ermöglicht somit eine Durchmischung und blasenfreie Begasung der Kulturbrühe. Der Superspinner ist an eine Gasversorgung angeschlossen und wird mit 5% CO2 begast. Er wird in einem Brutraum bei einer Temperatur von 37 °C betrieben.
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http://www.diplom.de/ean/9783842812970
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CHO-Zellen, Perfusionsbioreaktor, Wachstumshormon, Plattensedimenter



