Produktbezogene Erfolgskontrolle bei Banken mit Hilfe der Marktzinsmethode
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Matthias Kahnert
- Abgabedatum: Februar 2000
- Umfang: 57 Seiten
- Dateigröße: 372,9 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4038-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4038-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4038-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kahnert, Matthias Februar 2000: Produktbezogene Erfolgskontrolle bei Banken mit Hilfe der Marktzinsmethode, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bankcontrolling, Bankprodukte, Kalkulation, Controlling, Marktzinsmethode
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Diplomarbeit von Matthias Kahnert
Einleitung:
Das gesamte Bankensystem sieht sich heute zunehmend einem verschärften Wettbewerbsdruck sowie einer wachsenden Komplexität und Internationalisierung der Märkte gegenüber. In dieser Situation wird ein modernes Controlling, welches eine ertragsorientierte Banksteuerung ermöglicht, unverzichtbar. Die Funktionsfähigkeit des Controlling hängt dabei wesentlich von den verwendeten Kalkulationsverfahren und -instrumenten ab.
Eine zentrale Bedeutung nimmt die Beantwortung der Frage nach der Entstehung und Zurechnung des Periodenergebnisses der Bank ein. Nur wenn ermittelt wird, wo bzw. womit das Ergebnis der Bank erzielt wurde, kann das Controlling weitere Impulse zur Steuerung der Ertragslage der Bank geben.
Das Kalkulationsinstrumentarium muß also in der Lage sein, Auskunft darüber zu geben, welchen Beitrag ein einzelnes Bankprodukt zum Gesamtbankergebnis leistet. Wesentlich ist hierbei, daß eine Grenznutzenbetrachtung stattfindet. Jedem Einzelprodukt muß genau der Ergebnisbeitrag zugerechnet werden können, der für die Bank durch den Abschluß des Geschäftes zusätzlich entsteht.
Eine Möglichkeit der produktbezogenen Erfolgskontrolle bietet die Marktzinsmethode (MZM). Sie wurde Ende der 70er Jahre durch die Beratungsfirma McKinsey & Comp., Inc. im deutschen Bankensektor, zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts bei der Westdeutschen Landesbank eingeführt und seitdem in Wissenschaft und Praxis ständig weiterentwickelt, so daß die MZM heute als fest etabliertes, wenn auch nicht ausschließliches Instrument für die Steuerung des Zinsgeschäftes angesehen werden kann.
Gang der Untersuchung:
Ziel dieser Untersuchung ist es, herauszuarbeiten, ob und ggf. wie Banken den Erfolg ihrer Produkte unter Zuhilfenahme der MZM unmittelbar nach Abschluß des einzelnen Geschäfts messen und analysieren können. Zu diesem Zwecke wird in Kapitel 2 zunächst beschrieben, welche Anforderungen eine auf das einzelne Produkt einer Bank bezogene Erfolgskontrolle zu erfüllen hat und wie sich diese Erfolgskontrolle in das Gesamtsystem der internen Bankkalkulation einfügt.
Anschließend ist zu fragen, welche Methode unter Beachtung der formulierten Anforderungen am ehesten für eine adäquate Erfolgszurechnung geeignet ist. Dabei werden in Kapitel 3 zunächst die traditionellen Verfahren sowie im Anschluß daran in Kapitel 4 die MZM betrachtet. Wie als Ergebnis der Kritik an den traditionellen Verfahren zu zeigen sein wird, kann von den zur Verfügung stehenden Konzepten und unter Beachtung der herausgearbeiteten Anforderungen allein der MZM im Hinblick auf eine produktbezogene Erfolgskontrolle bei Banken weitere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Nach einer Erläuterung der Prämissen und finanzierungstheoretischen Grundlagen schließt sich in Abschnitt 4.1 eine Darstellung des Grundmodells der MZM an. Diese endet mit einer Einbeziehung schwankender Zinssätze und gespaltener Geld- und Kapitalmarktsätze in das Modell.
Die Trennlinie zwischen Grundmodell und Modellerweiterungen wurde mehr oder weniger willkürlich gezogen, da auch die in der Literatur geführte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema eine einheitliche Terminologie und Abgrenzung verwendeter Begriffe, wie Grundkonzept, Margenkonzept, Barwertmodell usw. weitgehend vermissen läßt.
In Abschnitt 4.2 werden verschiedene Prämissen des Grundmodells aufgehoben, um zu analysieren, inwieweit erweiterte Modelle der MZM bei unsicheren Zahlungsreihen, für Produkte mit unterschiedlicher Laufzeit und Tilgungsstruktur sowie unter Einbeziehung des Zinsänderungsrisikos anwendbar sind. Insbesondere wird das sog. Barwertkonzept als ein sich vom Grundmodell hinsichtlich der zeitlichen Abbildung des Erfolgsbeitrags unterscheidendes Konzept auf seine Zweckmäßigkeit zur produktbezogenen Erfolgskontrolle hin untersucht. Schließlich wird dargestellt, wie durch Einbeziehung verschiedener Korrekturgrößen die Erfolgskennziffer Netto-Konditionsbeitrags-Barwert entsteht.
In Abschnitt 4.3 wird der Frage nachgegangen, ob und inwieweit die MZM den unter 2.3 formulierten Anforderungen entspricht.
Kapitel 5 zeigt auf, welche Grenzen der MZM, zum einen in konzeptioneller Hinsicht, zum anderen hinsichtlich ihrer Anwendung in der bankbetrieblichen Praxis, gesetzt sind.
Die Arbeit schließt mit einer kritischen Würdigung der Methode.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Symbolverzeichnis | VI | |
| 1. | Einführung: Problemstellung und Gang der Untersuchung | 1 |
| 2. | Anforderungen an eine produktbezogene Erfolgskontrolle | 2 |
| 2.1 | Begriffliche Abgrenzungen | 2 |
| 2.2 | Die Bedeutung der Marge für die Erfolgskontrolle | 3 |
| 2.3 | Das Anforderungsprofil | 4 |
| 3. | Traditionelle Verrechnungszinskonzepte | 6 |
| 3.1 | Die Poolmethode | 6 |
| 3.2 | Die Schichtenbilanzmethode | 7 |
| 3.3 | Kritische Würdigung der traditionellen Konzepte | 8 |
| 4. | Die Marktzinsmethode als Instrument der produktbezogenen Erfolgskontrolle | 9 |
| 4.1 | Grundzüge der Marktzinsmethode | 9 |
| 4.1.1 | Prämissen und finanzierungstheoretische Grundlagen | 9 |
| 4.1.2 | Die Ermittlung independenter Erfolgskomponenten | 13 |
| 4.1.2.1 | Der Konditionsbeitrag einzelner Geschäfte | 13 |
| 4.1.2.2 | Der Strukturbeitrag als gesamtbankbezogene Steuerungsgröße | 15 |
| 4.1.3 | Berücksichtigung von Realitäten am Geld- und Kapitalmarkt | 18 |
| 4.1.3.1 | Der Einfluß schwankender Zinssätze | 18 |
| 4.1.3.2 | Der Einfluß gespaltener Geld- und Kapitalmarktsätze | 20 |
| 4.1.4 | Zwischenergebnis | 24 |
| 4.2 | Erweiterte Modelle der Marktzinsmethode | 25 |
| 4.2.1 | Die zeitliche Abbildung des Erfolgsbeitrages im Barwertkonzept | 25 |
| 4.2.1.1 | Die Ermittlung des Konditionsbeitrags Barwertes | 26 |
| 4.2.1.2 | Die periodische Verteilung des Konditionsbeitrags-Barwertes | 32 |
| 4.2.2 | Die Berücksichtigung unsicherer Zahlungsströme im Barwertkonzept | 33 |
| 4.2.2.1 | Bewertung variabel verzinslicher Produkte | 34 |
| 4.2.2.2 | Erfassung unbekannter Kapitalverläufe | 36 |
| 4.2.3 | Die rentabilitätsmäßige Erfolgsrechnung | 37 |
| 4.2.3.1 | Einbeziehung von Risikokosten | 37 |
| 4.2.3.2 | Einbeziehung von Betriebskosten | 38 |
| 4.2.3.3 | Berechnung des Netto-Konditionsbeitrags Barwertes am Beispiel | 39 |
| 4.3 | Die Eignung der Marktzinsmethode für die produktbezogene Erfolgskontrolle | 40 |
| 5. | Grenzen der Marktzinsmethode | 42 |
| 6. | Schlußbetrachtung | 44 |
| Literaturverzeichnis | 46 |
Zur Verdeutlichung wird das o.g. Beispiel 179 herangezogen und dahingehend abgeändert, daß es sich nun um einen variabel verzinslichen Kredit handelt. Ist der GKM-Zins einer Alternativanlage mit gleichen Zinsanpassungs-charakteristika nun bis zum Zeitpunkt der Erfolgskontrolle von ursprünglich 0,04 p.a. auf 0,05 p.a. gestiegen, verringert sich der Konditionsbeitrag auf 1.000 GE p.a. Steigt der GKM-Zins etwa auf 0,07 p.a., wird der Konditionsbeitrag sogar negativ, nämlich –1.000 GE p.a. Gelingt es hingegen der Bank, zeitgleich mit Zinsänderungen am GKM auch die Kundenkonditionen entsprechend anzupassen, also den Zinssatz des Kundengeschäfts auf 0,07 p.a. bzw. 0,09 p.a. zu erhöhen, behält der Konditionsbeitrag sein ursprüngliches Niveau. 80 In den meisten Fällen wird es aber trotz der vereinbarten variablen Zinskonditionen nicht möglich sein, jede Schwankung von GKM-Zinssätzen an das Kundengeschäft zeitgleich weiterzugeben.81 Hierfür kann es zahlreiche Gründe geben, die aber in jedem Falle dem Marktbereich zuzurechnen und daher im Rahmen einer produktbezogenen Erfolgskontrolle zu berücksichtigen sind. Einen Lösungsansatz für die Bewertung variabel verzinslicher Produkte – für welche mit Ausnahme der Floating Rate Notes keine vergleichbaren Geschäfte am GKM existieren – bietet das Konzept der sog. Zinsanpassungselastizitäten. Es unterstellt für Festzinsprodukte eine Elastizität von Null, für variabel verzinsliche Produkte liegt der Elastizitätswert zwischen Null und eins. Mit Hilfe der Zinsanpassungselastizitäten kann nun für ein variabel verzinsliches Produkt ein Einstandszins bestimmt werden. Diesem liegt eine Opportunität zugrunde, die eine Mischung aus einem Festzinsgeschäft am GKM, welches die gleiche Laufzeit aufweist wie das Kundenprodukt, und einem kurzfristig anpassungsfähigen Geldmarktzins darstellt. Änderungen des Marktzinses – und damit der Kundenkonditionen – gehen nun lediglich in den anpassungsfähigen Geldmarktzins ein, so das [...]
Um den Einfluß schwankender Zinssätze analysieren zu können, ist zunächst der Terminus des variabel verzinslichen Produkts einzuführen. Darunter wird hier ein Produkt verstanden, dessen Konditionen prinzipiell täglich neu vereinbart werden können.78 Eine vertragliche Verpflichtung für die Bank, den Zinssatz über einen bestimmten Zeitraum, also länger als einen Tag, nicht zu verändern, besteht nicht. Eine solche Verpflichtung besteht hingegen bei sog. Festzinsgeschäften. Während der vereinbarten Zinsbindungsfrist können hier weder die Bank noch der Kunde einseitig eine Anpassung des Zinssatzes durchsetzen. Zu den Festzinsgeschäften zählen demnach u.a. Wechselkredite und Termineinlagen, zu den variabel verzinslichen Produkten z.B. Spar- und Sichteinlagen. Schwankende Zinssätze haben nun auf den Konditionsbeitrag von Festzinsgeschäften keinerlei Auswirkungen, da der Zinssatz über die gesamte Laufzeit des Kundengeschäfts feststeht und die Bank die Möglichkeit hat, im Abschlußzeitpunkt ein fristengleiches Gegengeschäft am GKM zu tätigen. Tut sie das nicht, betreibt sie Fristentransformation. Die daraus resultierende Erfolgsänderung ist also dem Strukturbeitrag und damit nicht dem einzelnen Produkt zuzurechnen. [...]
4.1.3 Berücksichtigung von Realitäten am Geld- und Kapitalmarkt Mit dem bis hierher skizzierten Modell der MZM können lediglich Produkte auf ihren Erfolgsbeitrag hin kontrolliert werden, bei denen die drei Bedingungen Laufzeit, Kapitalbindung und Zinsbindung fix sind. Für derartige Festzinsgeschäfte mit gleichbleibender Kapitalbasis läßt sich eine Alternative am GKM unschwer finden.75 Um die Anwendbarkeit der MZM auf weitere Produkte auszudehnen, werden nun folgende Annahmen über die Ausstattungsmerkmale der Kundengeschäfte und den GKM aufgehoben: § Die Konditionen der Kundengeschäfte sowie die zugehörigen GKM-Zinssätze unterliegen im Betrachtungszeitraum keinen Schwankungen. Innerhalb der Betrachtungsperiode sind die Kapitalbasen konstant. Die Tilgung erfolgt gesamtfällig am Laufzeitende.76 § Am GKM existiert für Gelder gleicher Fristigkeit ein einheitlicher Marktzins, der für Anbieter und Nachfrager gleichermaßen gilt.77 Damit werden zugleich faktische Unvollkommenheiten des GKM berücksichtigt. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832440381
Arbeit zitieren:
Kahnert, Matthias Februar 2000: Produktbezogene Erfolgskontrolle bei Banken mit Hilfe der Marktzinsmethode, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Bankcontrolling, Bankprodukte, Kalkulation, Controlling, Marktzinsmethode



