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Probleme bei der Transformation von Entwicklungsländern

Eine institutionenökonomische Analyse

Probleme bei der Transformation von Entwicklungsländern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Hendrik Hähner
  • Abgabedatum: Januar 2007
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 553,0 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
  • Bibliografie: ca. 80
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0220-4
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0220-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hähner, Hendrik Januar 2007: Probleme bei der Transformation von Entwicklungsländern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Entwicklungsländer, Sozioökonomischer Wandel, Institutionenökonomie, Mikrokredit, Humankapital

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Diplomarbeit von Hendrik Hähner

Einleitung:

Die Entwicklungsländer stehen weiterhin vor massiven Problemen bei der Schaffung von Wachstum und Wohlstand. Einige haben wirtschaftlich Fortschritte erzielen können, der Anschluss an die entwickelten Demokratien bleibt ihnen aber noch verwehrt (z. B. Brasilien, China). In anderen Staaten verharrt der Großteil der Bevölkerung in Armut und kämpft täglich ums Überleben (z. B. Äthiopien, Mali).

Die Abgrenzung der Entwicklungsländer von anderen Ländern gestaltet sich in der Praxis schwierig, da es keinen eindeutigen Indikator gibt, sondern eine große Vielfalt, von denen einige eher zur Abgrenzung geeignet scheinen als andere. Der Begriff „Entwicklungsland“ ist eher unscharf, ein Entwicklungsland ist ja gerade ein Land, das sich nicht entwickelt bzw. nicht in die gewünschte Richtung entwickelt. Dahinter steht also ein Werturteil, wie sich ein Land entwickeln soll. Da haben Gebernationen der entwickelten Staaten sicher andere Vorstellungen als die Eliten im Entwicklungsland. Dennoch wird der Begriff Entwicklungsland in dieser Arbeit verwendet, weil er sich im allg. Sprachgebrauch durchgesetzt hat.

Das Spektrum der Entwicklungsländer ist also sehr breit. Einige Länder, die man vor 30 Jahren noch zu den Entwicklungsländern zählte, gehören heute nicht mehr dazu, wie bspw. Südkorea. In anderen Ländern scheint es keine Fortschritte zu geben. Die über die letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte bestehenden unterschiedlichen Wirtschaftsformen auf der Welt, konnten von den Entwicklungsökonomen bisher nur unzureichend erklärt werden. Die Versuche des letzten Jahrhunderts die Armut in den Entwicklungsländern dadurch zu verringern, dass man ihnen Geld gibt, um auf der gesamtwirtschaftlichen Ebene Wachstum zu schaffen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Man erkannte schließlich, dass gesamtwirtschaftliches Wachstum nicht automatisch allen Bevölkerungsschichten zu Gute kommt, und dass Armut ein zu komplexes Problem darstellt, um es allein durch wirtschaftliche Maßnahmen zu lösen.

Als Transformation soll hier der grundlegende Wechsel der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ordnung bezeichnet werden. Mit der Transformation soll der Übergang von einem Gesellschaftstyp in einen anderen erfolgen. Die gesellschaftlichen Teilbereiche, sei es Politik, Kultur oder Wirtschaft, sollten dabei ein halbwegs kompatibles System bilden. Apolte versteht unter einer Transformation den „Wechsel der in der Ordnungstheorie als systemkonstituierend angesehenen Elemente einer Wirtschaftsordnung“. Er macht dabei zwei Elemente aus. Erstens die Planungskompetenz, die entweder zentral durch den Staat oder dezentral durch die Wirtschaftsakteure erfolgen kann. Und Zweitens die Eigentumsordnung, also die Unterscheidung zwischen Kollektiv- bzw. Staatseigentum auf der einen Seite und Privateigentum auf der anderen Seite. Dementsprechend unterscheidet er zwischen vier Typen von Wirtschaftssystemen.

Die meisten Ökonomen stimmen mittlerweile überein, dass der Transformationsprozess nicht nur von wirtschaftlichen Einflussgrößen abhängt. Soziokulturelle Faktoren beeinflussen den Transformationsprozess maßgeblich mit, können ihn hemmen oder auch beschleunigen.

Mithin kann es keine allgemein gültige Transformationsstrategie geben, da die Ausgangssituationen sowie die vorherrschenden Umwelten in den diversen Ländern dafür zu verschieden sind. Eine Transformationsstrategie sollte daher immer an den Gegebenheiten vor Ort ansetzen.

Gang der Untersuchung:

Zur Erklärung der Probleme in den Entwicklungsländern bedient sich diese Arbeit der Institutionenökonomik. Die Grundlagen dieser ökonomischen Fachrichtung werden im zweiten Kapitel dargestellt. Es wird sich zeigen, dass gerade die Institutionenökonomik geeignet ist, die Probleme bei der Transformation von Entwicklungsländern zu analysieren, da sie nicht nur ökonomische, sondern auch politische, soziale und andere Aspekte berücksichtigt.

Im dritten Kapitel sollen wichtige Faktoren bei der Transformation näher analysiert werden. Dabei wird zwischen informellen Institutionen und formellen Institutionen unterschieden. Anschließend wird in Kapitel 4 auf spezielle Probleme der Entwicklungsländer – wie den informellen Sektor oder Korruption – eingegangen.

Schließlich wird im fünften Kapitel versucht, verschiedene Lösungsansätze aufzuzeigen, die bei der Überwindung der Transformationsprobleme behilflich sein können. Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick im sechsten Kapitel.

Bei dieser Arbeit werden vielen längst bekannte Erkenntnisse verwendet, die hier aber speziell auf die Probleme der Entwicklungsländer angewendet werden sollen. So aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, kann es manchmal zu interessanten neuen Einblicken und Lösungsmöglichkeiten kommen. Zunächst soll jedoch kurz auf die Lage in den Entwicklungsländern eingegangen werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Begriffsklärung 1
1.2 Vorgehen und Ziel dieser Arbeit 3
1.3 Die Lage in den Entwicklungsländern anhand diverser Indikatoren 4
1.3.1 Wirtschaft, Wohlstand und Verteilung 4
1.3.2 Gesundheit und Bildung 6
2. Institutionenökonomische Grundlagen 10
2.1 Was sind Institutionen? 10
2.2 Die Transaktionskosten 11
2.3. Das Verhalten der Akteure 13
2.3.1 Methodologischer Individualismus 13
2.3.2 Begrenzte Rationalität 14
2.3.3 Opportunismus 14
2.4 Die Pfadabhängigkeit 15
3. Die Bedeutung von Institutionen bei der Transformation 18
3.1 Informelle Institutionen 18
3.1.1 Werte, Normen und Vertrauen 19
3.1.2 Ideologien, Religion und Kultur 22
3.2 Formelle Institutionen 25
3.2.1 Das Eigentum in der Eigentumsökonomik 25
3.2.2 Verfassungsregeln und unabhängiges Gerichtssystem 29
3.2.3 Sozialpolitik 31
4. Spezielle Probleme in den Entwicklungsländern 34
4.1 Der informelle Sektor 34
4.2 Die Korruption 39
4.3 Das Diktatorproblem 44
4.4 Zusammenfassung: Die Verhaltensoptionen des Volkes 48
5. Mögliche Lösungsansätze 51
5.1 Anreize durch das Eigentum 51
5.2 Bildung von Humankapital 54
5.3 Der Grass-Roots-Ansatz von Mohammad Yunus – Mikrokredite 58
6. Fazit und Ausblick 62
Literaturverzeichnis 67
Anhang 79

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Begriffsklärung 1
1.2 Vorgehen und Ziel dieser Arbeit 3
1.3 Die Lage in den Entwicklungsländern anhand diverser Indikatoren 4
1.3.1 Wirtschaft, Wohlstand und Verteilung 4
1.3.2 Gesundheit und Bildung 6
2. Institutionenökonomische Grundlagen 10
2.1 Was sind Institutionen? 10
2.2 Die Transaktionskosten 11
2.3. Das Verhalten der Akteure 13
2.3.1 Methodologischer Individualismus 13
2.3.2 Begrenzte Rationalität 14
2.3.3 Opportunismus 14
2.4 Die Pfadabhängigkeit 15
3. Die Bedeutung von Institutionen bei der Transformation 18
3.1 Informelle Institutionen 18
3.1.1 Werte, Normen und Vertrauen 19
3.1.2 Ideologien, Religion und Kultur 22
3.2 Formelle Institutionen 25
3.2.1 Das Eigentum in der Eigentumsökonomik 25
3.2.2 Verfassungsregeln und unabhängiges Gerichtssystem 29
3.2.3 Sozialpolitik 31
4. Spezielle Probleme in den Entwicklungsländern 34
4.1 Der informelle Sektor 34
4.2 Die Korruption 39
4.3 Das Diktatorproblem 44
4.4 Zusammenfassung: Die Verhaltensoptionen des Volkes 48
5. Mögliche Lösungsansätze 51
5.1 Anreize durch das Eigentum 51
5.2 Bildung von Humankapital 54
5.3 Der Grass-Roots-Ansatz von Mohammad Yunus – Mikrokredite 58
6. Fazit und Ausblick 62
Literaturverzeichnis 67
Anhang 79

Textprobe:

Kapitel 5.3, Der Grass-Roots-Ansatz von Mohammad Yunus –Mikrokredite:

Mohammad Yunus – Wirtschaftsprofessor aus Chittagong (Bangladesch) und Friedensnobelpreisträger 2006 – begann 1974 damit, Kleinstkredite an bedürftige Dorfbewohner in Bangladesch zu vergeben. Er erkannte, dass die Ärmsten im Land keinen Zugang zu den vorhandenen (Finanz-) Institutionen hatten und damit auch keinen Nutzen aus ihnen ziehen konnten.

Ein Grund dafür ist, dass konventionelle Banken bei Krediten über eine Höhe von 12 oder 15 Dollar nicht einmal die Bearbeitungsgebühren abdecken. Des Weiteren müssen bei einem Kreditantrag Formulare ausgefüllt werden, was sich für die Mehrheit der Bevölkerung als unüberwindbare Hürde erweist, da 75 % der Menschen in Bangladesch als Analphabeten gelten.

Die von Yunus gegründete Grameen-Bank, die am 1. Oktober 1983 eine unabhängige Bank wurde, hat als Kreditnehmer zu 96 % Frauen. Warum aber vergibt Yunus seine Kredite fast ausschließlich an Frauen? Nun Frauen werden in Entwicklungsländern immer noch stark diskriminiert. So lag vor der Geschäftsaufnahme der Grameen-Bank, der Frauenanteil von Kreditnehmern in Bangladesch bei unter einem Prozent.

Frauen sind von ihrem Mann abhängig, er kann sie einfach aus dem Haus jagen, indem er dreimal „Ich verstoße dich“ sagt. Frauen leben also in permanenter Unsicherheit. Armut und Hunger ist unter ihnen noch weiter verbreitet, als unter Männern. Sie haben somit einen größeren Anreiz die Chancen, die ihnen Mikrokredite bieten – nämlich selbst für ihre materielle Sicherheit zu sorgen und der Armut zu entfliehen – auch zu nutzen. Die enge Bindung von Müttern an ihre Kinder kann diesen Anreiz zur Selbsthilfe noch vergrößern, indem die Mütter auch die Zukunft ihrer Kinder in ihr Entscheidungskalkül mit einbeziehen.

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Arbeit zitieren:
Hähner, Hendrik Januar 2007: Probleme bei der Transformation von Entwicklungsländern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Entwicklungsländer, Sozioökonomischer Wandel, Institutionenökonomie, Mikrokredit, Humankapital

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