Zum Problem der Bildung von Categories in sogenannten Click-and-Mortar-Unternehmen des Einzelhandels
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Annette Luerweg
- Abgabedatum: Juni 2001
- Umfang: 80 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 3,3
- Institution / Hochschule: Universität - Gesamthochschule Essen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4552-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4552-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4552-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Luerweg, Annette Juni 2001: Zum Problem der Bildung von Categories in sogenannten Click-and-Mortar-Unternehmen des Einzelhandels, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Click-and-Mortar, Category Mangement, Electronic Retailing, Electronic Commerce, Lebensmitteleinzelhandel
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Diplomarbeit von Annette Luerweg
Einleitung:
Der Einzelhandel steht immer wieder vor neuen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Komplexe und dynamische Markt- und Wettbewerbsbedingungen sind heute und waren in der Vergangenheit Ursachen dafür. Derzeit eröffnet das Internet den Händlern einen neuen Vertriebsweg und den Konsumenten eine neue Einkaufsmöglichkeit. Verluste vieler Internet Start-ups im Bereich des Electronic Retailings, die nicht auf das Kapital aus dem stationären Handel zurückgreifen konnten, haben nach anfänglicher Euphorie allgemeine Skepsis bezüglich des neuen Vertriebsweges aufkommen lassen. So musste z.B. der amerikanische Vorreiter der Internet Lebensmittel Lieferservices Streamline.com seinen Betrieb mangels Kapital einstellen und der größte amerikanische Lieferservice für Lebensmittel Peapod.com konnte nur durch eine Übernahme vor dem Konkurs gerettet werden. Schlagzeilen wie: „Die Stunde von ‚click & mortar‘?“, „‘Kombi-Auftritte‘ sind erfolgreicher“ oder „True Economy – es kann nur eine geben“ sprechen für die Relevanz des Themas und deuten an, das der stationäre Einzelhandel nun aus seiner anfänglichen Zurückhaltung erwacht und sich immer mehr dem neuen Absatzkanal Internet widmet. Allerdings steckt der deutsche Einzelhandel hier noch in den Kinderschuhen. Erfahrungen aus anderen Ländern haben gezeigt, dass einer Click-and-Mortar-Strategie, die die Vorteile der On- und Offline Welt miteinander verbindet, allgemein die besseren Chancen eingeräumt werden.
Gleichzeitig ist der Konsument im Marketingdenken der Unternehmen immer mehr in den Vordergrund gerückt. Der Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt hat sich längst vollzogen. Die Wünsche und Bedürfnisse aktueller und potentieller Kunden bilden den Ausgangspunkt vieler Problemlösungsversuche. Eine zentrale Frage, die sich jede Einzelhandelsunternehmung diesbezüglich stellen muss, ist: „Warum kauft der Kunde gerade bei mir, oder was muss ich tun, damit der Konsument bei mir kauft?“ Es werden zunehmend neue Wege gesucht, dem sich laufend ändernden Konsumentenverhalten und dem zunehmenden Effizienzdruck bei schlechten Wachstumsperspektiven in gesättigten Märkten zu begegnen. Category Management ist ein Konzept, das sich seit Jahren immer mehr etabliert. Die kundenorientierte Bildung von Categories, die von der Bedürfnisermittlung ausgeht, stellt einen wesentlichen Bestandteil im Aufgabenfeld des Einzelhandels dar. Strategische Wettbewerbsvorteile lassen sich nicht in erster Linie mit einzelnen Artikeln erzeugen, sondern vielmehr auf Grundlage attraktiver, bedürfnisgerechter sowie innovativer Categories.
Einem sog. Click-and-Mortar-Unternehmen des Einzelhandels stellt sich die Frage, ob sich die Bildung von Categories im Internet Geschäft von der im stationären Geschäft wesentlich unterscheidet bzw. inwieweit sich Erkenntnisse aus dem stationären Handel auf den elektronischen Handel übertragen lassen. Mit dem beschriebenen Problem befasst sich die vorliegende Arbeit indem sie die Möglichkeiten, die sich einem Click-and-Mortar-Unternehmen des Einzelhandels durch das Online Geschäft bieten, und die Herausforderungen, die es dahingehend mit sich bringt, analysiert. Die Untersuchungen erfolgen am Beispiel des Lebensmitteleinzelhandels.
Gang der Untersuchung:
Nachdem in Kapitel 2 die Grundlagen und damit zentrale Begriffe für diese Arbeit besprochen werden, wird in Kapitel 3 auf die Category Bildung im allgemeinen eingegangen. Die grundlegenden Erkenntnisse gelten gleichermaßen für die On- wie für die Offline Komponente eines Click-and-Mortar-Unternehmens. Im Anschluss erfolgt in Kapitel 4 die Untersuchung der Besonderheiten bei Click-and-Mortar-Unternehmen. Dabei werden erst Rahmenbedingungen des Online Shoppings vorgestellt, um dann anhand zweier Untersuchungsbereiche auf die hier angesprochene Fragestellung einzugehen. Im abschließenden Kapitel 5 werden die Ergebnisse zusammengefasst und es wird ein Ausblick auf offene Problembereiche gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Grundlagen | 3 |
| 2.1 | Zum Begriff der Category | 3 |
| 2.2 | Zu Click-and-Mortar-Unternehmen des Einzelhandels | 4 |
| 2.2.1 | Begriff | 4 |
| 2.2.2 | Abgrenzung der Click-and-Mortar-Unternehmen zu anderen Anbietern | 5 |
| 2.2.3 | Der Online Lebensmittelhandel | 6 |
| 3. | Die Bildung von Categories | 9 |
| 3.1 | Ziele | 11 |
| 3.2 | Prozeß der Category Bildung | 12 |
| 3.3 | Ausgewählte Ansätze für eine kundenorientierte Bildung von Categories | 14 |
| 3.3.1 | Bildung auf Basis hierarchischer Entscheidungsstrukturen | 14 |
| 3.3.2 | Bildung auf Basis von Ähnlichkeitsurteilen | 15 |
| 3.4 | Category Struktur | 15 |
| 3.5 | Kriterien bei der Bildung von Categories | 17 |
| 3.5.1 | Beschaffungsmarktorientierte Kriterien | 17 |
| 3.5.2 | Absatzmarktorientierte Kriterien | 18 |
| 3.6 | Problembereiche bei der Bildung von Categories | 21 |
| 4. | Besonderheiten bei Click-and-Mortar-Unternehmen | 22 |
| 4.1 | Rahmenbedingungen des Online Shoppings | 23 |
| 4.1.1 | Erfolgsfaktoren | 23 |
| 4.1.2 | Zielgruppen der Online Shops | 26 |
| 4.1.3 | Informationsgewinnung | 29 |
| 4.2 | Das Aktionsfeld „Sortiment“ | 32 |
| 4.2.1 | Allgemeine Überlegungen | 33 |
| 4.2.1.1 | Sortimentspolitsche Alternativen | 33 |
| 4.2.1.2 | Zu den Einflußfaktoren der Sortimentspolitik | 36 |
| 4.2.2 | Ausgewählte Problembereiche | 38 |
| 4.2.2.1 | Die Aufnahme „neuer“ Produkte | 38 |
| 4.2.2.2 | Die Bedeutung von Markenartikeln | 40 |
| 4.2.2.3 | Das Anbieten von Zusatznutzen | 41 |
| 4.2.2.4 | Das Anbieten individualisierter Angebote | 44 |
| 4.3 | Das Aktionsfeld „Präsentation“ | 46 |
| 4.3.1 | Navigation | 46 |
| 4.3.2 | Warendarstellung | 52 |
| 5. | Abschließende Betrachtung | 55 |
| 5.1 | Zusammenfassung der Ergebnisse | 55 |
| 5.2 | Ausblick | 58 |
| Literaturverzeichnis | IV | |
| Eidesstattliche Erklärung | XIV |
Die aktive Gewinnung von Informationen kann nicht nur im Zusammenhang mit der Registrierung der Kunden geschehen, sondern noch wesentlich intensiver betrieben werden. So kann der Kunde z.B. auch aufgefordert werden, an Online Befragungen teilzunehmen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Die im Internet gewonnenen Informationen fallen in digitaler Form an und können in bestehende Datenbanken integriert und dort weiterverarbeitet werden. Dies ist besonders für Click-and-Mortar-Unternehmen von Bedeutung, die bereits über solche und andere Informationen verfügen. Auf die Auswertung und Verarbeitung der Information wird hier allerdings nicht eingegangen, da das den Rahmen überschreiten würde. Hervorgehoben wird an dieser Stelle aber, daß der Großteil der Daten beim Händler selbst anfallen und nicht von Dritten erhoben wird. Werden die Daten direkt verarbeitet und für die Category Bildung bzw. Optimierung der bestehenden Sortimente verwendet, könnte das eine fortlaufende Veränderung der Categories zufolge haben. Der Prozeß wäre nicht mehr so stark von den externen Daten abhängig und wäre zyklisch. Damit ließen sich auch stark individualisierte Categories verwirklichen. [...]
Es ist aber auch möglich, daß der Nutzer passiv Informationen über sich preisgibt. Besonders anhand sog. Logfile-Analysen lassen sich detaillierte Daten gewinnen.102 Es läßt sich implizit feststellen, welche Seiten aufgerufen werden, wo der Online Kunde wie lange wann verweilt, wo und ob er abbricht, wie und in welcher Reihenfolge er vorgeht, was er bestellt etc. Bei einem registrierten Kunden lassen sich dann auch damit schon gewonnene Daten ergänzen. Diverse Techniken machen dies möglich. Es gibt eine Reihe von Standardgrößen, die sich aus den Logfile-Analysen gewinnen lassen und Aufschluß über die Abrufaktivitäten der Nutzer geben.103 Wichtige Größen sind die sog. Page Impressions und die Visits. Diese lassen sich auch unabhängig von der Identifikation bestimmter Nutzer erheben. Page Impressions bedeutet die Anzahl der Sichtkontakte beliebiger Nutzer mit einer Seite und liefert somit ein Maß für die Nutzung der Seiten. Visits bezeichnen Besuche von Nutzern auf einer Website, wobei es sich um den zusammenhängenden Nutzungsvorgang handelt und der Visit mit dem Verlassen des Angebots endet. Die Logfile Analyse gibt ebenso Aufschluß über die Zeit, d.h. wie lange ein [...]
Für ein Click-and-Mortar-Unternehmen sind viele der Informationen sowohl für das stationäre, als auch für das Online Geschäft von Bedeutung.97 Wichtig dabei ist aber jeweils die Verknüpfung der waren- und kundenbezogenen Daten, d.h. das „Wissen, welche Artikel welche Bedürfnisse welcher Kunden erfüllen“.98 Lassen sich im stationären Handel zwar anhand von Scanning, z.B. durch die Analyse der Bondaten Informationen darüber gewinnen, welche Produkte Konsumenten im Verbund kaufen, so sind diese Informationen nicht direkt konsumentenbezogen.99 Diesem Problem begegnet man im stationären Handel u.a. durch den Versuch, durch das Einführen von Kundenkarten an personalisierte Daten zu gelangen.100 Im stationären Handel wird z.B. bei der Bildung von Categories versucht, qualitativ, kundenbezogene Daten zu gewinnen, indem man sog. Focus Groups befragt.101 Das Click-and-MortarUnternehmen kann mit Hilfe des neuen Mediums besser Informationen über seine Online Kunden gewinnen und diese für die Sortimentsgestaltung und Bildung von Categories verwenden. Die Verknüpfung der waren- und kundenbezogenen Daten ist bei verschiedenen Verfahren, die das Internet ermöglicht, bereits gegeben. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832445522
Arbeit zitieren:
Luerweg, Annette Juni 2001: Zum Problem der Bildung von Categories in sogenannten Click-and-Mortar-Unternehmen des Einzelhandels, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Click-and-Mortar, Category Mangement, Electronic Retailing, Electronic Commerce, Lebensmitteleinzelhandel




