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Principal-Agent-Beziehungen und -Probleme in der deutschen Aktiengesellschaft

Principal-Agent-Beziehungen und -Probleme in der deutschen Aktiengesellschaft
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Tietz
  • Abgabedatum: September 1994
  • Umfang: 89 Seiten
  • Dateigröße: 5,5 MB
  • Note: 2,2
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3685-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3685-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3685-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tietz, Andreas September 1994: Principal-Agent-Beziehungen und -Probleme in der deutschen Aktiengesellschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Diplomarbeit von Andreas Tietz

Problemstellung:

Die Principal-Agent-Theorie stellt ein mikroökonomisches Erklärungsmodell zur Untersuchung von Unternehmensorganisationen dar, weil sie die Beziehung zwischen einem Principal und einem Agent untersucht. Die Agency-Theorie erfährt in dieser Arbeit eine Einbettung in die betriebswirtschaftliche Organisationstheorie, die sich mit zielgerichteten sozialen Systemen, in denen zwei oder mehr Personen miteinander kooperieren, beschäftigt. Individuelle Entscheidungen, die von den Mitgliedern der Organisation getroffen werden, bestimmen das Maß der Erreichung des Organisationszieles. Es bedarf daher einer Koordination der Einzelentscheidungen, damit die Realisierung des Gesamtzieles der Organisation gewährleistet werden kann. Diese Koordination wird jedoch erschwert durch Interessenskonflikte zwischen den Organisationsmitgliedern.

Die sich daraus ergebende Problematik wird im Rahmen der Principal-Agent-Theorie untersucht und damit die mikroökonomische Theorie auf die Beziehungen zwischen den Organisationsmitgliedern angewendet. Die Principal-Agent-Theorie basiert auf der Trennung von Eigentum seitens des Principals und Verfügungsgewalt über dieses Eigentum seitens des Agents, von welcher ein Arbeitsteilungs- und Spezialisierungseffekt ausgeht. Die aus dieser Trennung resultierende Separation von Kapitalbereitstellung durch den Principal und Kapitalverwendung durch den Agent weist ein nicht zu unterschätzendes Konfliktpotential auf aus dem Agency-Probleme erwachsen. Die Agency-Beziehung, in der der Principal den Agent mit der Wahrnehmung seine Interessen beauftragt, wirft Informations- und Kontrollprobleme auf. Im Hinblick auf die Erreichung des vom Principal definierten Organisationsziels bedarf es verschiedener Koordinationsinstrumente, die eine Entscheidungsfindung des Agents im Sinne des Principals sicherstellen und damit auf eine Harmonisierung der Ziele hinwirkt. Die Maßnahmen zur Interessensangleichung zwischen Principal und Agent, d. h. die Lösung von Agency-Problemen, sind mit Agency-Costs verbunden, die dem jeweiligen Nutzen gegenüberzustellen sind. In dieser Arbeit soll die Principal-Agent-Problematik am Beispiel der deutschen Aktiengesellschaft aufgezeigt und mögliche Lösungsansätze untersucht werden.

Die deutsche Aktiengesellschaft setzt sich aus den Organen der Hauptversammlung als Forum, auf dem die Anteilseigner ihre Interessen artikulieren können, dem Vorstand und dem Aufsichtsrat zusammen (siehe Themenabgrenzung). Die Aktiengesellschaft basiert auf einer zweistufige Organisationshierachie sich gegenseitig kontrollierender Organe, auf die in dieser Arbeit die theoretischen Grundlagen der Principal-Agent-Theorie Anwendung finden sollen. Es wird in der Principal-Agent-Betrachtung der deutschen Aktiengesellschaft untersucht, ob Interessenskonflikte zwischen den Organen bestehen, aus denen Informations- und Kontrollprobleme resultieren, und inwiefern diese die Erreichung des Unternehmenszieles gefährden können. Die aktienrechtlichen Principal Agent-Beziehungen werden im Rahmen einer Publikumsaktiengesellschaft untersucht. Hier sei unterstellt, daß die Unternehmensanteile im Streubesitz gehalten werden und die Aktionäre somit Risikooptimierung durch die Bildung eines Wertpapierportefeuilles betreiben können. Die Konsequenz aus diesem Diversifikationsstreben besteht darin, daß die Aktionäre nur ein geringes Interesse und Engagement hinsichtlich der Unternehmenssituation aufweisen.

Damit wird eine mangelnde Wahrnehmung der Eigentümerfunktion demonstriert. Aufgrund dieser mangelnden Interessenswahrnehmung der Aktionäre, die insbesondere durch das Depotstimmrecht der Banken eine Verstärkung erfährt, kommt dem Aufsichtsrat diesbezüglich eine ganz besondere Bedeutung zu, denn dieser übernimmt den Aktionären gegenüber die Verantwortung der Vorstandsüberwachung. Im Rahmen der Untersuchung der aktienrechtlichen Principal-Agent-Beziehungen wird die Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit schwerpunktmäßig behandelt, da dieses Überwachungsorgan im Falle von Unternehmenskrisen stets in das Kreuzfeuer der Kritik gelangt seitens der sonst unkritischen Aktionäre und der Öffentlichkeit. Ziel dieser Arbeit ist es, das Verhältnis der aktienrechtlichen Organe in die Principal-Agent-Theorie einzubetten, die Aktiengesellschaft auf Informations- und Kontrollprobleme hin zu analysieren und Lösungsansätze zur Schließung auftretender Überwachungslücken aufzuzeigen.

Hierbei geht es grundlegend um die Beantwortung der folgenden Frage: "Welche Regelungen im Sinne von Anreizmechanismen, Informations- und Kontrollsystemen, rechtlich-institutionellen Vorkehrungen sind angesichts der Informationsasymmetrie, der prinzipiellen Interessensdivergenz sowie der nicht beeinflußbaren Umweltunsicherheiten zu treffen, damit der Principal als auch der Agent jeweils ihren Nutzen maximieren können? Die Beantwortung dieser Frage im Rahmen der Untersuchung der deutschen Aktiengesellschaft stellt das Ziel dieser Arbeit dar.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis II
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Aufbau der Arbeit und Themenabgrenzung 2
2. Theoretische Grundlagen der Principal-Agent-Problematik 4
2.1 Die theoretische Einordnung und Darstellung der Principal-Agent-Theorie 4
2.2 Principal-Agent-Aspekte im Rahmen der Theorie der Unternehmung 5
2.2.1 Die Begründung der Existenz von Unternehmen und der Property-Rights-Ansatz 5
2.2.2 Die Trennung von Eigentum und Verfügungsgewalt 7
2.2.2.1 Gründe für die Trennung von Eigentumsrechten und Entscheidungsrechten 7
2.2.2.2 Die Trennung von Eigentums-, Entscheidungs- und Kontrollrechten 8
2.3 Klassifikation von Principal-Agent-Problemen 9
2.3.1 Das Informationsproblem und die Informationsasymmetrie 10
2.3.1.1 Der hidden-action-Fall 11
2.3.1.2 Der hidden-information-Fall 12
2.3.1.3 Zusammenfassende Darstellung der Informationsasymmetrien 12
2.3.2 Das Kontrollproblem der Principal-Agent-Beziehung 13
2.3.2.1 Die Kontrollformen in hierachischen Organisationen und ihre Anwendungsprobleme 14
2.3.2.2 Das Kontrollproblem im engeren Sinne 15
2.4 Die Delegationsproblematik und die Entstehung von Agency-Costs 16
2.5. Zwischenergebnis 18
3. Die Principal-Agent-Problematik im dualistischen System der deutschen Aktiengesellschaft 19
3.1 Darstellung der aktienrechtlichen Organe und ihrer Funktionen 19
3.1.1 Die Spitzenverfassung der Aktiengesellschaft 19
3.1.2 Das doppelstufigenVorstands-/Aufsichtsratsmodell der deutschen Spitzenverfassung 19
3.1.3 Der Geschäftsführungs- und Überwachungsauftrag gemäß der deutschen Spitzenverfassung 20
3.1.3.1 Die gesetzlich normierten Aktionärsrechte 20
3.1.3.2 Die gesetzlich normierten Aufgaben des Vorstandes 21
3.1.3.3 Die gesetzlich normierten Aufgaben des Aufsichtsrates 22
3.2 Die Integration der deutschen Spitzenverfassung in die Principal-Agent-Theorie 24
3.2.1 Die zweistufige Organisationshierachie als Bindeglied zwischen der Principal-Agent-Theorie und der deutschen Spitzenverfassung 24
3.2.2 Die Principal-Agent-Beziehungen der deutschen Spitzenverfassung 24
3.3 Die Informations- und Überwachungsproblematik in deutschen Aktiengesellschaften 26
3.3.1 Die Informationsproblematik unter principal-agent-theoretischen Aspekten 26
3.3.1.1 Das Informationsproblem des Aufsichtsrates gegenüber dem Vorstand 27
3.3.1.2 Das Informationsproblem der Hauptversammlung gegenüber dem Aufsichtsrat 30
3.3.2 Die Überwachungsproblematik unter principal-agent-theoretischen Aspekten 32
3.3.2.1 Die Überwachungsaufgabe des Aufsichtsrates 32
3.3.2.1.1 Der Überwachungsbegriff 32
3.3.2.1.2 Die Ziele der Vorstandsüberwachung durch den Aufsichtsrat 33
3.3.2.2 Die Überwachungsproblematik der Principal-Agent-Beziehung zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand 34
3.3.2.2.1 Die Überwachungsmaßstäbe des Aufsichtsrates zur Beurteilung der Geschäftsführungsaktivitäten 34
3.3.2.2.2 Die Prozessualisierung der Vorstandsüberwachung und die Agency-Problematik der einzelnen Prozeßphasen 35
3.3.2.3 Die Überwachungsproblematik der Principal-Agent-Beziehung zwischen den Anteilseignern bzw. der Hauptversammlung und dem Aufsichtsrat 42
3.3.2.3.1 Der Überwachungsbegriff und die Ziele der Überwachungstätigkeit 42
3.3.2.3.2 Der Überwachungsmaßstab der Aufsichtsratsüberwachung 42
3.3.2.3.3 Die Durchführung der Aufsichtsratsüberwachung 44
3.3.3 Die Überwachungslücke bzw. lückenhafte Überwachung in deutschen Aktiengesellschaften 47
3.4 Die Agency-Costs der aktienrechtlichen Spitzenverfassung 48
3.4.1 Die Agency-Costs der Principal-Agent-Beziehung zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand 48
3.4.2 Die Agency-Costs der Principal-Agent-Beziehung zwischen der Hauptversammlung und dem Aufsichtsrat 50
3.5 Zwischenergebnis 52
4. Diskussion von Lösungsansätzen zur Überwindung der Principal-Agent-Problematik im dualistischen System der deutschen Aktiengesellschaft 53
4.1 Instrumente zur Schließung der Überwachungslücke der Agency-Beziehung zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand 53
4.1.1 Die Anreizwirkung der Vertragsgestaltung 53
4.1.2 Die Implementierung eines Aufsichtsratsinformationssystems 57
4.1.3 Das Überwachungspotential des Wettbewerbs 60
4.1.3.1 Der Aktienmarkt als Überwachungsmechanismus 60
4.1.3.2 Der interne und externe Managermarkt 61
4.1.3.3 Die Produktmärkte als Überwachungsmechanismus 62
4.1.3.4 Der Markt für Unternehmenskontrolle 62
4.1.3.5 Abschließende Betrachtung des Überwachungspotentials der Märkte 63
4.1.4 Sanktionen gegenüber dem Vorstand 63
4.1.5 Zwischenergebnis 65
4.2 Maßnahmen zur Steigerung der Überwachungseffizienz seitens des Aufsichtsrates 65
4.2.1 Anreizstrukturen zur Sicherung der Überwachungseffizienz 66
4.2.1.1 Die Anreizwirkung der Vertragsgestaltung 66
4.2.1.2 Die Implementierung eines Marktes für professionelle Aufsichtsräte 67
4.2.2 Organisatorische Maßnahmen zur Intensivierung der Aufsichtsratstätigkeit 67
4.2.2.1 Die Aufsichtsratsausschußbildung 67
4.2.2.2 Die Überwachungsberichterstattung 68
4.2.3 Maßnahmen des Gesetzgebers 70
4.2.3.1 Sanktionen gegenüber Aufsichtsratsmitgliedern 70
4.2.3.2 Einführung eines gesetzlich fixierten Anforderungsprofils an die Mitglieder des Aufsichtsrates 71
4.2.3.3 Die Beschränkung der Anzahl von Aufsichtsratsmandaten 72
4.2.3.4 Die gesetzliche Fixierung der Kooperation des Aufsichtsrates mit dem Abschlußprüfer 72
4.3 Die Schließung der Überwachungslücke in der Aktienwirklichkeit 73
5. Schlußbetrachtung 74
Literaturverzeichnis
Eidesstattlich Erklärung

Arbeit zitieren:
Tietz, Andreas September 1994: Principal-Agent-Beziehungen und -Probleme in der deutschen Aktiengesellschaft, Hamburg: Diplomica Verlag

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