Der Pressevertrieb in Thailand
Ein Vergleich mit dem deutschen Pressevertrieb und Ansätze zur Weiterentwicklung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: David Gutsche
- Abgabedatum: Januar 2005
- Umfang: 120 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8792-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8792-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8792-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Gutsche, David Januar 2005: Der Pressevertrieb in Thailand, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Vertrieb, Verlag, Grosso, Thailand, Presse
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Diplomarbeit von David Gutsche
Einleitung:
In den letzten Jahren verzeichnen vor allem die asiatischen Märkte hohe Wachstumsraten. Immer mehr internationale Unternehmen verlagern ihre Produktion in Billiglohnländer wie China, Thailand und Korea. Besonders Verlage profitieren von Titeltransfers etablierter Objekte, da der Großteil des Inhalts lediglich noch übersetzt werden muss.
Wie steht es jedoch um den Vertrieb der Titel?
Der Markt ist zwar vorhanden, doch wie kommt das Objekt zum Kunden?
Gerade die Distributionspolitik ist ein Punkt, der in Thailand und anderen, noch nicht voll entwickelten Ländern meist unterschätzt wird, denn trotz moderner Konzerne und eines hoch entwickelten Einzelhandels existiert oft noch eine traditionelle, überholte Vertriebs- und Infrastruktur.
Die vorliegende Arbeit befasst sich daher in erster Linie mit der Darstellung des thailändischen Vertriebsmarktes hauptsächlich für Publikumszeitschriften. Sie gibt einen Überblick über die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sowie eine Beschreibung aller, am thailändischen Pressevertrieb beteiligten Akteure.
Eingangs wird das deutsche Pressevertriebssystem dargestellt.
Dabei wird bewusst darauf verzichtet, die einzelnen Problemstellungen und Hintergründe der Funktionen und Aufgaben des Presse-Großhandels bis ins letzte Detail zu untersuchen, da diese mit dem Ziel dieser Arbeit nicht in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Diese Ausführungen sind hauptsächlich als ein Überblick über die Branche des Presse-Großhandels zu verstehen, die zum besseren Verständnis der nachfolgenden Kapitel beitragen sollen und um Vergleichsmöglichkeiten und Ansätze zur Verbesserung des thailändischen Pressevertriebssystems nach deutschem Vorbild zu erhalten und entwickeln.
Das Ziel der Arbeit ist nicht nur, den Leser über den Stand des thailändischen Pressevertriebs zu informieren, sondern Perspektiven zu entwickeln.
Da das deutsche Pressevertriebssystem weltweit als eines der effizientesten anerkannt ist, wird versucht, anhand der Entwicklungen in Deutschland während der Vergangenheit, Parallelen zum jetzigen Stand des thailändischen Vertriebsmarktes zu ziehen. Daraus wiederum ergeben sich Ansätze, den thailändischen Markt nach deutschem Vorbild leistungsorientiert zu entwickeln.
Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich zu großen Teilen um eine empirische Arbeit, denn Literatur zur thailändischen Mediensituation, Wirtschaft, Politik, etc. ist zwar vorhanden, nicht jedoch zum Thema Pressevertrieb. Hierzu gibt es außer einem Artikel in der Distripress Gazette1/2004 von Carsten Müller und dem Mitglieder Verzeichnis der Nationwide Press Distributors Association Thailand keine schriftlichen Quellen. Somit stützt sich ein Großteil der Arbeit auf Umfragen, Recherchen und Beobachtungen vor Ort. Der genaue Ablauf der Untersuchungen und die Form der Erhebungen wird im Methodenteil erläutert.
Basis der Diplomarbeit bildete ein Praktikum vom 1. März bis 8. April 2004 bei der Emil Dittmann Presse-Grosso GmbH & Co.KG in Staufenberg. Anhand dieses Praktikums untersuchte ich alle Geschäftsbereiche eines deutschen Grossisten und sammelte Informationen zum deutschen Pressevertrieb.
Da es, wie schon in der Einleitung erwähnt, kaum Literatur zum thailändischen Pressevertrieb gibt, fand daraufhin in der Zeit von Anfang Mai bis September 2004 ein zweites Praktikum beim Burda Verlag in Thailand statt, mit dem Ziel, Recherchen vor Ort zu betreiben. Zu diesem Zweck entwickelte ich anhand meiner Erfahrungen aus dem deutschen Pressevertrieb mehrere Fragebögen, um Interviews mit Vertretern der thailändischen Vertriebsszene führen zu können.
Hierbei handelte es sich um vier Fragebögen, mit Fragen an thailändische Verlage, Nationalvertriebe, Grossisten und den Einzelhandel. Die Fragebögen enthielten zumeist geschlossene Fragen. Aufgrund meiner nur geringen Vorkenntnis des thailändischen Vertriebs, war es darüber hinaus notwendig, die Fragebögen im Nachhinein etwas zu modifi zieren, da sich einige Fragen erübrigten (bspw. Ein Großteil der EDV Fragen).
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| Abbildungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Zur Methode der Untersuchungen | 2 |
| 2.1 | Vorbereitung | 2 |
| 2.2 | Durchführung der Befragung | 3 |
| 2.3 | Zentrale Fragestellungen | 4 |
| 2.4 | Auswertung der Fragebögen | 4 |
| Deutschland | ||
| 3. | Pressevertrieb in Deutschland | 5 |
| 3.1 | Der Presse Großhandel | 6 |
| 3.1.1 | Der Einzelhandel | 7 |
| 3.1.2 | Systemmerkmale (Essentials) des deutschen Presse Großhandels | 9 |
| 3.1.2.1 | Alleinauslieferung | 9 |
| 3.1.2.2 | Dispositionsrecht | 10 |
| 3.1.2.3 | Preisbindung | 10 |
| 3.1.2.4 | Remissionsrecht | 11 |
| 3.1.3 | Kernkompetenzen im deutschen Grosso | 11 |
| 3.1.3.1 | Bezugsregulierung | 11 |
| 3.1.3.2 | Marketing | 12 |
| 3.1.3.3 | EDV | 12 |
| 3.1.3.4 | Abwicklung von Geschäftsprozessen über das Internet (B2B) | 13 |
| 3.1.3.4.1 | Verkaufstägliche Marktbeobachtung am Point of Sale (VMP) | 13 |
| 3.1.3.4.2 | Electronic Data Interchange / International Intermedia Standard Presse-Code (EDI Press / ISPC) | 13 |
| 3.1.4 | Rabatte | 14 |
| 3.2 | Das Abonnement | 15 |
| 3.3 | Der Bahnhofsbuchhandel | 16 |
| 3.4 | Der Lesezirkel | 17 |
| 3.6 | Sonstige Vertriebswege | 18 |
| Thailand | ||
| 4. | Grunddaten | 19 |
| 4.1 | Wirtschaft | 21 |
| 4.2 | Politik | 23 |
| 4.3 | Gesellschaft | 23 |
| 4.4 | Fakten zum Zeitungsleseverhalten | 25 |
| 5. | Der thailändische Printmarkt | 29 |
| 5.1 | Auflagen | 29 |
| 5.2 | Pressefreiheit | 29 |
| 5.3 | Wichtige Verlage | 29 |
| 5.4 | Der Anzeigenmarkt | 31 |
| 5.5 | Der Zeitungsmarkt | 32 |
| 5.5.1 | Erscheinungsweisen | 33 |
| 5.5.2 | Verbreitungsart Einzelverkauf/Abonnement | 34 |
| 5.5.3 | Preise | 34 |
| 5.6 | Der Zeitschriftenmarkt | 34 |
| 5.6.1 | Inhalte/Warengruppen | 34 |
| 5.6.2 | Auflagen | 36 |
| 5.6.3 | Erscheinungsweisen | 36 |
| 5.6.4 | Preise | 36 |
| 5.6.5 | Verbreitungsart Einzelverkauf/Abonnement | 36 |
| 6. | Pressevertrieb in Thailand | 37 |
| 6.1 | Der Presse Großhandel | 37 |
| 6.1.1 | Der thailändische Einzelhandel | 39 |
| 6.1.1.1 | Der presseführende Einzelhandel | 42 |
| 6.1.1.1.1 | Geschäftsarten des presseführenden Einzelhandels | 42 |
| 6.1.1.1.2 | Standorte | 45 |
| 6.1.1.1.3 | Verkaufsfläche | 46 |
| 6.1.1.1.4 | Filialisierungsgrad | 46 |
| 6.1.1.1.5 | Öffnungszeiten | 46 |
| 6.1.1.1.6 | Anzahl Beschäftigte | 46 |
| 6.1.1.1.7 | Sortimente | 46 |
| 6.1.1.1.8 | Präsentationsart | 47 |
| 6.1.1.2 | Chancen und Risiken des EH | 47 |
| 6.1.2 | System-Merkmale (Essentials) des thailändischen Presse Großhandels | 48 |
| 6.1.2.1 | Keine Alleinauslieferung / Keine Objekttrennung | 48 |
| 6.1.2.2 | Eingeschränktes Dispositionsrecht | 49 |
| 6.1.2.3 | Preisbindung | 49 |
| 6.1.2.4 | Remissionsrecht | 50 |
| 6.1.3 | Systembildende Zusatzmerkmale | 50 |
| 6.1.3.1 | Verwendungsbindung | 50 |
| 6.1.3.2 | Erstverkaufstag (EVT) | 50 |
| 6.1.3.3 | Erscheinungsweise | 51 |
| 6.1.4 | Rabatte | 51 |
| 6.1.5 | Organisatorische und institutionelle Merkmale im thailändischen Grosso | 52 |
| 6.1.5.1 | Außendienst, Marketing | 52 |
| 6.1.5.2 | EDV | 52 |
| 6.1.5.3 | Verträge | 52 |
| 6.1.5.4 | Kooperation der Vertriebspartner | 53 |
| 6.1.6 | Der Weg von Presseerzeugnissen im Einzelverkauf | 53 |
| 6.1.6.1 | Wareneingang/Kommissionierung/Warenausgang (Bangkok) | 53 |
| 6.1.6.2 | Logistik Upcountry | 54 |
| 6.1.6.3 | Liefermengenermittlung | 55 |
| 6.1.6.4 | Remissionsabwicklung | 55 |
| 6.1.6.5 | Verkaufsdaten | 56 |
| 6.1.6.6 | Zahlungsmodalitäten | 57 |
| 6.2 | Sonstige Vertriebswege | 57 |
| 6.2.1 | Das Abonnement | 57 |
| 6.2.2 | Vertrieb internationaler Presse | 58 |
| 7. | Zusammenfassung | 59 |
| 7.1 | Funktionsebene | 59 |
| 7.2 | Strukturebene | 59 |
| 7.3 | Normative Ebene | 60 |
| 7.4 | Fazit | 60 |
| 8. | Ausblick | 62 |
| 8.1 | Vorschläge zur Neuordnung des thailändischen Vertriebsmarktes | 62 |
| 8.2 | Neuordnung des deutschen Pressevertriebssystems | 62 |
| 8.3 | Rechtliche Aspekte | 64 |
| 8.4 | Anwendung der deutschen Erkenntnisse auf Thailand | 64 |
| 8.4.1 | Rolle der Verlage | 64 |
| 8.4.2 | Rolle des Grosso | 66 |
| 8.5 | Differenzierung Provinz-Bangkok | 67 |
| 8.7 | Nationalvertriebs-Problematik | 68 |
| Anhang | 70 | |
| Anhang A | Konzept einer Grosso-Software für Thailand | 70 |
| Anhang B | Interviewfragen | 73 |
| Fragen an die Agenten | 73 | |
| Fragen an die Verlage | 74 | |
| Fragen an den Einzelhandel | 75 | |
| Fragen an die ND | 76 | |
| Anhang C | Ergebnisse der Interviews | 78 |
| Antworten der Agenten | 78 | |
| Antworten der ND | 94 | |
| Antworten der Verlage | 104 | |
| Antworten des Einzelhandel | 106 | |
| Literaturverzeichnis | 107 | |
| Eidesstattliche Erklärung |
6.1.6.1. Wareneingang/Kommissionierung/Warenausgang (Bangkok) Der Wareneingang beim Agenten erfolgt i.d.R. durch Verlags-/ND-Direktlieferung. Für Verlage und Einzelhandel ist es kostengünstiger und schneller, sich lokalen Agenten, statt ND/Agent-Mischformen zu bedienen. Die gelieferten Titel werden manuell beim Agenten gezählt, teilweise auch gewogen. Positive Lieferdifferenzen werden u.U. nicht gemeldet, negative Lieferdifferenzen meist noch unter Anwesenheit des Lieferanten aufgenommen, oder im Nachhinein dem Verlag gemeldet, kämen jedoch nicht allzu oft vor. Lieferscheine werden entsprechend geändert. Zeitungen treffen bis spätestens 2 Uhr morgens beim Agenten ein. Sie werden dann, manuell nach Touren kommissioniert und gegen 2.30 Uhr, meist mit Motorrädern, an Einzelhändler und/oder Privatabonnenten verteilt. Diese „erste“ Lieferung hat i.d.R. einen höheren Aboanteil als die „zweite“ Zeitungslieferung gegen 7 Uhr (hoher EV Anteil). Bis spätestens 11 Uhr sollten alle Zeitungen ausgeliefert sein. Oft liegt die Anlieferungszeit vor den Öffnungszeiten der Einzelhändler. In dem Fall wird die Ware entweder an eine bestimmte Stelle, vor das Geschäft, abgelegt, in vom Einzelhandel bereitgestellte Behältnisse (Kisten, Truhen) gepackt, oder beim Nachbarn abgegeben. Diebstahl komme ab und zu vor, halte sich jedoch sehr in Grenzen. Zeitschriften werden zwischen 20 und 5 Uhr morgens an den Agenten geliefert. Die Auslieferungszeiten für Zeitschriften an den Einzelhandel liegen zwischen 8 bis 10 und 13 bis 14 Uhr. Die Kommissionierung von Zeitschriften erfolgt meist nacheinander, d.h. jeder Titel wird manuell komplett kommissioniert, bevor mit dem nächsten begonnen wird. Die Pakete werden oft mit Papier unten und oben „gesichert“ und mit Plastikband verschlossen, mit dem Namen des Kunden beschriftet und ein Lieferschein wird beigefügt. Sollte es zu Paketverwechslungen kommen, bemerkt das der Fahrer i.d.R. beim Kunden und nimmt das Paket wieder mit. Es wird dann dem richtigen Kunden bei der nächsten regulären Anlieferung zugestellt. Die Fahrer starten erst dann, wenn alles fertig kommissioniert ist, oft helfen sie selbst mit. 6.1.6.2. Logistik Upcountry Der Watcharapol Verlag ist nicht nur der mächtigste Zeitungsverlag Thailands, sondern zusätzlich größter ND für Zeitungen. Über ihn vertreibt der Großteil der Zeitungsverlage aus Bangkok Presse an etwa 300 Agenten in den Provinzen. Dazu unterhält Watcharapol 18 Trucks, die Zeitungen zwei mal täglich (1 und 5 Uhr) zu 180 Sammelpunkten in die Provinzen bringen, wo sie wiederum von weiteren, dort ansässigen Agenten/Spediteuren, zu den jeweiligen nachgelagerten [...]
Agenten geschlossen, um Bankgarantien und Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Dennoch komme es überaus selten vor, dass bestehende „Verträge“ zwischen den Vertriebspartnern, seien sie mündlich oder schriftlich, gekündigt werden. Selbst wenn es effizientere Partner geben sollte, wird ein bestehender Vertrag nicht allzu schnell gekündigt. Zwar erhielt ich bei meinen Umfragen immer wieder die Antwort, dass es bei Zahlungsschwierigkeiten/-ausfällen u.U. zu Kündigungen kommen könnte, doch sei dies in den letzten 10 Jahren höchstens in einem Fall durch die Thai Rath Zeitung passiert. Ein wenig gelockert ist diese Einstellung bei Verträgen zwischen Verlag und ND. Hier ist es leichter vorstellbar, dass die Lieferrechte für einen Titel bei geringem Absatz einem anderen ND übertragen werden können. Diese Übertragung von Lieferrechten kann vor allem verlagsabhängige ND treffen, da sie u.U. nicht die Vertriebsneutralität eines unabhängigen ND besitzen. Kommt es generell beim Vertriebspartner zu Zahlungsschwierigkeiten, werden, ähnlich wie in Deutschland, erst mehrere Gespräche geführt, bevor die Belieferung gestoppt wird. Nur bei wirklich großen Beträgen werden gerichtliche Schritte eingeleitet, was jedoch bisher so gut wie noch nie vorgekommen sei. Somit ist es auf der einen Seite ungebräuchlich, bereits bestehende Verträge zu brechen, auf der anderen Seite daher schwierig für Newcomer, neue „Verträge“ zu erhalten. Im thailändischen Grosso Bereich sind es vor allem Subagenten, die zu Agenten „aufsteigen“ möchten und/oder Alleinauslieferungsrechte anstreben. Bestehende Agenten werden jedoch nur selten ersetzt, zu schwer wiege die bisherige persönliche Beziehung. 6.1.5.4. Kooperation der Vertriebspartner Trotz des 32-jährigen Bestandes eines Agenten Verbandes (The Nationwide Press Distributors Association) gibt es kaum Kooperation zwischen den Agenten. Die einzige Aufgabe des Verbandes besteht bisher lediglich in der Verwaltung der Adressen vieler Agenten und deren Zusammenstellung zu einem Mitgliederbuch. Treffen der Agenten finden zumeist nur auf Initiative der Großverlage statt, die verschiedene Feiern organisieren, um ihren Respekt zu bezeugen und den Kontakt zu pflegen. Zu groß scheint das Misstrauen und die Konkurrenz und zu klein der Wille zur Weiterentwicklung bei vielen Agenten, um sich bisher auf Verbandsebene auszutauschen. Erfreuliche Kooperationen gibt es nur auf kleiner inoffizieller Ebene, etwa zwischen einigen wenigen befreundeten Agenten innerhalb eines Distrikts. Das Wirken des deutschen Grossohauses Dittmann hat in Bangkok für eine positive Entwicklung gesorgt. Sieben Agenten diskutieren unter Beteiligung von Dittmann über Möglichkeiten der engeren Zusammenarbeit mit dem Ziel Umsätze zu steigern und über eine verbesserte Leistung eine größere Marktbedeutung zu bekommen. Die Kooperation zwischen Verlag/ND und Agent beschränkt sich weiterhin auf gelegentliche Besuche des Verlages beim Agenten, um eigene Titel zu promoten, Werbematerial zu verteilen und den persönlichen Kontakt zu pflegen. [...]
6.1.5.1. Außendienst, Marketing Einen Außendienst wie in Deutschland, der regelmäßig Einzelhändler aufsucht, um Informationen auszutauschen und die Präsentation zu optimieren mit dem Ziel, die Verkäufe zu steigern, gibt es bei thailändischen Agenten und ND i.d.R. nicht. Bei Eröffnung eines POS findet zumeist ein persönlicher Besuch des Geschäftsführers des Agenten Unternehmens statt, um Sortimentsvorschläge je nach Lage des POS zu machen, generelle Informationen zum Geschäftsablauf zu erläutern und sich gegenseitig besser kennen zu lernen. Ausnahmen kann es beim modernen Handel, oder bei besonders gut verkaufenden Großkunden geben, die des öfteren Besuche und/oder Informationsmaterial vom Agenten erhalten. 6.1.5.2. EDV Der Einsatz von EDV bei Agenten ist die Ausnahme. Computer werden lediglich bei einigen wenigen Agenten in Bangkok benutzt. Der nächsten Generation von Agenten wird ein höherer Computereinsatz prognostiziert, doch diese Generation lässt bisher noch auf sich warten. Die Agenten, die mit einem PC arbeiten, speichern meist nur wenige Informationen wie Name, Adresse, Kontaktperson, Rabatt, Umsatz pro Monat und zu welcher Route der jeweilige Kunde gehört. Remissionserfassung und Bezugsregulierung findet nicht statt. Auch Zähllisten und Lieferscheine werden teilweise schon mit dem PC erstellt, doch i.d.R. wird mit alten Zähllisten kommissioniert und manuell berechnet. Weit mehr Computereinsatz findet bei den ND statt, doch auch hier gibt es keine Regulierungssoftware. Im Gegensatz zu Deutschland steckt die PC Nutzung bei thailändischen Agenten und ND noch in den Kinderschuhen, von der Software ganz zu schweigen. 6.1.5.3. Verträge Im thailändischen Pressevertrieb gab es bislang keine Verträge zwischen Agenten und Verlagen/ND. In letzter Zeit werden jedoch teilweise Verträge mit neuen [...]
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