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Preispolitik im deutschen Bekleidungs-Facheinzelhandel und Auswirkungen auf die Kaufentscheidung der Verbraucher

Preispolitik im deutschen Bekleidungs-Facheinzelhandel und Auswirkungen auf die Kaufentscheidung der Verbraucher
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefanie Richter
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 73 Seiten
  • Dateigröße: 595,5 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7980-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7980-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7980-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Richter, Stefanie Januar 2004: Preispolitik im deutschen Bekleidungs-Facheinzelhandel und Auswirkungen auf die Kaufentscheidung der Verbraucher, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kontrahierungspolitik, Handelsmarketing, Kaufverhalten, Bekleidung, Konsum

Diplomarbeit von Stefanie Richter

Einleitung:

Die westlichen Industrieländer sind von gesättigten Märkten geprägt, die ein überreichliches Warenangebot bieten. Aktuell ist es auf dem deutschen Bekleidungsmarkt besonders auffällig, dass zur Differenzierung der Sortimente und Waren fast nur noch der Preis eingesetzt wird. So ist es momentan kaum noch möglich, Bekleidung zu einem regulären Preis zu kaufen. Denn ein bevorzugtes Mittel des Wettbewerbs sind Sonderpreise und permanente Rabattaktionen. Die gesamte Bekleidungsbranche steht wie selten zuvor unter einem Veränderungszwang – und Dreh- und Angelpunkt sind dabei die Preise. Momentan registriert der aufmerksame Beobachter einen permanenten Preisverfall und eine mangelnde Preis-/Leistungstransparenz in nahezu der gesamten Branche.

Dieses Phänomen und seine Auswirkungen auf den Verbraucher soll in der vorliegenden Arbeit untersucht werden. Bietet ihm das von den Einzelhändlern derzeitig offenbar ausschließlich eingesetzte Marketinginstrument „Preis“ noch eine Orientierung bei seiner Kaufentscheidung? Wenn überall Schnäppchenpreise und Rabatte zum Kauf locken, wie lange wird der Verbraucher dann noch willens sein, Bekleidung zum vollen Preis zu kaufen? Wie glaubwürdig erscheint dem Käufer die Preispolitik der Einzelhändler?

Im Rahmen dieser Arbeit wird versucht, auf die oben entstandenen Fragen Antworten zu geben. Hierzu wird die Kontrahierungspolitik, und dabei speziell die Preispolitik des Bekleidungseinzelhandels im allgemeinen und vor dem Hintergrund der aktuellen Branchenlage, erörtert: Da sie in hoher Abhängigkeit zu den anderen absatzpolitischen Instrumenten steht, wird sie dabei immer im Konzept der gesamten Marketing-Maßnahmen betrachtet.

Als Einstieg in die Thematik werden die unterschiedlichen Betriebstypen des Einzelhandels erläutert und voneinander abgegrenzt. Der zentrale Begriff „Bekleidungs-Facheinzelhandel“ wird für die vorliegende Arbeit definiert. Außerdem werden die besonderen Eigenheiten des Bekleidungsmarktes aufgezeigt. Das daran anschließende Kapitel dient als Einführung in die Besonderheiten des Einzelhandelsmarketing.

Im für die Thematik der Arbeit zentralen Kapitel 4 „Die Kontrahierungspolitik“ werden Preis und Konditionen als Marketinginstrumente des Handels vorgestellt. Hierbei wird auch auf die Kalkulationsmethodik und die Abschriftenpolitik im Bekleidungseinzelhandel eingegangen. Die Darstellung der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergänzt mit einem Ausblick auf das Wettbewerbsrecht sollen den gegenwärtig besonders starken Einsatz der Marketinginstrumente Preis und Konditionen erklären. Um den richtigen Einsatz der Kontrahierungspolitik diskutieren zu können, werden verhaltenswissenschaftliche Grundlagen der Preispolitik angesprochen. Außerdem wird die Preisgestaltung im Einzelhandel erläutert.

Anschließend soll das Verhalten von Kunden beim Kauf von Bekleidung beleuchtet werden, um Erklärungsansätze für das Treffen einer Kaufentscheidung zu finden. Um eine Antwort auf die Frage „Bietet Preis eine Orientierung beim Bekleidungskauf“ geben zu können, wird letztlich eine im Rahmen der Diplomarbeit durchgeführte Umfrage vorgestellt und ausgewertet.

Die Umfrage sowie deren in Tabellen und Diagrammen dargestellte Ergebnisse sind im Anhang einzusehen. Aus der Auswertung der Umfrage werden konkrete Lösungsvorschläge für den Bekleidungs-Facheinzelhandel erarbeitet und vorgestellt.

Schließlich werden alle Ergebnisse noch einmal präzisiert und in zusammengefasster Form dargestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Liste der Abkürzungen 1
1. Einleitung 2
2. Der Bekleidungs-Einzelhandel 4
2.1 Betriebstypen des Einzelhandels 4
2.1.1 Betriebstypen innerhalb des Facheinzelhandels 4
2.1.2 Betriebstypen innerhalb der Einzelhandels-Großbetriebe 5
2.2 Kooperationsformen im Bekleidungs-Facheinzelhandel 6
2.3 Eigenheiten des Bekleidungsmarkts 8
3. Das Handelsmarketing 9
3.1 Abgrenzung des Einzelhandelsmarketing vom allgemeinen Marketing 9
3.2 Besonderheiten des Einzelhandelsmarketing 10
3.3 Ausrichtung auf eine Wettbewerbsstrategie 11
3.3.1 Preis als Wettbewerbsstrategie 12
3.3.2 Differenzierung als Wettbewerbsstrategie 13
4. Die Kontrahierungspolitik 15
4.1 Preisgestaltung 16
4.1.1 Preiswahrnehmung und –bewertung durch den Verbraucher 17
4.1.2 Preiselastizität 18
4.1.3 Preisoptik 19
4.2 Strategien der Preispolitik 19
4.2.1 Preiskonstanz 20
4.2.2 Preisflexibilität 20
4.3 Auszug zum Wettbewerbsrecht 22
4.4 Kalkulationsmethoden 24
4.5 Preisabschriften 25
4.6 Aktuelle Rahmenbedingungen und Tendenzen 26
4.7 Gestaltung der Konditionenpolitik 27
5. Der Verbraucher 29
5.1 Parameter der Kaufentscheidung 29
5.2 Spezifisches Verbraucherverhalten beim Bekleidungskauf 30
5.3. Orientierungsmöglichkeit „Preis“ 31
6. Umfrage 33
6.1 Definition des Marketingproblems und Präzisierung der Forschungsziele 33
6.2 Erstellung des Forschungsplans 33
6.3 Datenerhebung 34
6.4 Analyse der erhobenen Daten 35
6.5 Darstellung und Bewertung der Forschungsergebnisse 35
7. Zusammenfassung und Schlußbemerkung 39
Literaturverzeichnis 41
Verzeichnis der Bilder und Tabellen 45
Verzeichnis der Anlagen 46
Selbständigkeitserklärung 47
Danksagung 48
Anlagen A-D 49

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die grau unterlegte Zeile der Abbildung 4.1 veranschaulicht das Beispiel. So sollte beispielsweise in Woche 8 eine Abschrift von 20% vorgenommen werden, wenn der tatsächliche Abverkauf eines Artikels oder einer Warengruppe weniger als 30% beträgt (statt wie geplant 56%). Beträgt der tatsächliche Abverkauf in Woche 12 weniger als 30%, dann sollte um 60% reduziert werden. Folglich kann eine Abschriftenmatrix den Zeitpunkt von Reduzierungen systematisch und abhängig vom geplanten Abverkauf der Ware im Vergleich zum tatsächlichen Abverkauf steuern. Für den Facheinzelhandel bedeutet ihr Einsatz eine große Hilfe. Das bewußte Angleichen der Preise an die Marktbedingungen stellt immer ein erfolgreicheres Verhalten dar als eine verspätete Reaktion auf schlechte Abverkäufe. Denn so kann zumindest aktiv versucht werden, die Verluste so gering wie möglich zu halten und Imageschäden entgegen zu wirken. Das bei den Preisaktionen auftretende Problem einer sinkenden Gewinnspanne bei Sonderangeboten und damit das Gefährden des Geschäftsergebnis trifft auch auf die Abschriften zu. Sie sollten deshalb niemals überstrapaziert werden. Auch wenn das umsichtige und schnelle Reagieren auf die jeweilige Marktsituation zu empfehlen ist, sollten Reduzierungen trotzdem nicht zu früh vorgenommen werden. Wie Dickens feststellt, wird bei zu frühen Reduzierungen vor dem eigentlichen Termin der Saisonschlußverkäufe, wie es in der Bekleidungsbranche üblich geworden ist, „regelrecht auf Gewinn verzichtet“30. Denn eigentlich bestehen genau zu dieser Zeit die höchsten Absatzchancen, weil dann ein zeitgleicher Bedarf der Kunden an dieser Ware gegeben ist. [...]

Unter dem Begriff „Preisabschrift“ wird im Einzelhandel das Herabzeichnen bzw. Reduzieren eines ursprünglich ausgezeichneten Preises verstanden [ank, S.89-90]. Es handelt sich also um eine Preissenkung, die zur kurzfristigen Anpassung an die tatsächliche Marktsituation getätigt wird. Besonders in der Bekleidungsbranche sind Abschriften vielfach nötig, da modische Artikel durch die marktbedingte Wertminderung schnell altern bzw. nicht mehr aktuell sind. Um diese Ware dann noch verkaufen zu können, müssen Einzelhändler auf Reduzierungen zurückgreifen. Allerdings liegen die Ursachen für einen hohen Anteil von Altware in Einzelhandelsbetrieben nicht nur an der Mode selbst oder an der besonders schnelle Entwicklung ihres Lebenszyklus. Hohe Preisabschriften sind hauptsächlich in der verfehlten Einkaufspolitik eines Händlers begründet [tie, S.295], [ank, S.93ff]. Zu ungenaues Planen spielt in der Bekleidungsbranche – leider – noch immer eine große Rolle. Obwohl notwendige Informationen teilweise sogar vorhanden sind (z.B. aus Warenwirtschaftssystemen, Vergleichen zum Vorjahr), werden sie oft nicht optimal genutzt. - Zugegeben hat Mode natürlich etwas mit Emotion und Kreativität zu tun, aber gerade während des Einkaufsprozeß der Ware sollte ein Händler seine Zielgruppe nicht vergessen. Denn sonst wird in der Erwartung von Trends oftmals ein zu hoher Vororderanteil an Ware erworben, der in der Praxis dann nicht abgesetzt werden kann. Auch das Ordern der falschen Preislagen oder eine unpassende Größeneinteilung spielt hier eine Rolle29. Zusätzlich kann auch schlechtes Plazieren im Verkauf oder die Nachlässigkeit des Personals mangelhafte Abverkaufsquoten mitbegründen. Die zur Korrektur dieser Fehler eingesetzte Preisabschriftenpolitik ist deshalb kein aktives Instrument zur Marktbearbeitung, sondern „ein passives, reaktives, hinterher einzusetzendes Korrektiv“ für falsches Einkaufsverhalten oder eine verfehlte Saisonplanung [ank, S.92]. Wenn Abschriften zur Räumung des Lagers und Aktualisierung des Sortiments nötig sind, sollten sie zumindest bewußt und nach Plan vorgenommen werden. Um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, kann eine Abschriftenmatrix Abhilfe leisten. [...]

Wie in Punkt 4.1 angesprochen, ergibt sich die Preisuntergrenze für ein Unternehmen durch die Addition der Wareneinstandskosten mit den fixen Kosten. Nach diesem Prinzip funktioniert die Kalkulation über Kostenpreise [ber, S. 200] (=Aufschlagskalkulation). Preise, die an der Preisuntergrenze liegen, bewirken aber für das Unternehmen noch keinen Gewinn! Also muß – um Gewinn zu erwirtschaften – zusätzlich zum Betrag zur Kostendeckung noch eine Summe für die Erzielung von Gewinn kalkuliert werden. Nach diesem Muster errechnet sich die Handelsspanne. Bei den Überlegungen zur Festlegung der Handelsspanne sind sämtliche Bestimmungsfaktoren zur Preisgestaltung aus Abbildung 4.1 zu berücksichtigen [mü, S.219]. Zu einer optimalen Preiskalkulation eignet sich diese Methode, auch wenn sie bequem und einfach zu handhaben ist, aber nicht [ber, S.216], [ank, S.12ff ]! Denn weder werden mit dieser Methode die individuellen Kosten pro Artikel, noch die spezielle Nachfragesituation bzw. die Preiselastizität der Kunden eines Unternehmens berücksichtigt. Somit gestaltet es sich in der Praxis höchst problematisch, mit nur einem Aufschlagsfaktor alle Artikel eines Sortiments in ihrer Unterschiedlichkeit zu kalkulieren. Anhand der Aufschlagskalkulation können daher keine optimalen Preise gebildet werden. Es besteht sogar die Gefahr, daß ein Händler sich selbst aus dem Markt heraus kalkuliert, weil kein Verbraucher bereit ist, die von ihm mittels dieser Methode angesetzten Preise zu zahlen. Ein anderes Verfahren ist die Kalkulation „von oben nach unten“. Sie wird als retrograde Kalkulation oder auch als Marktkalkulation bezeichnet. Nach Definition eines erstrebenswerten Verkaufspreises rechnet der Händler von diesem unter Abzug aller Kosten auf den erzielbaren Gewinn zurück. Da er sich dabei an den Marktverhältnissen orientiert, werden einige Artikel u.U. keine kostendeckende Preise erzielen. Diese müssen dann von anderen Produkten, sogenannten Ausgleichsträgern, subventioniert werden. Ein Vorteil dieser Kalkulationsmethode besteht in der Orientierung am Markt. Ein großer Nachteil dieses Verfahrens besteht allerdings in der notwendigen Erfassung des Marktpreises. Der Einzelhändler wird hier nur dann Erfolg haben, wenn er sich in seiner Branche sehr gut auskennt, viel Erfahrung hat und über die Preise der Konkurrenz genau Bescheid weiß, um schließlich seine eigenen Preise aus dieser Einschätzung heraus richtig kalkulieren zu können. Aus diesem Grund empfiehlt sich letztlich die Mischkalkulation bzw. das Verfahren des kalkulatorischen Ausgleichs. Bei dieser Methode werden unterschiedlichen Warengruppen oder Artikel mit verschiedenen Handelsspannen kalkuliert. Dabei werden einige der angebotenen Produkte niedrig kalkuliert, um wettbewerbsfähig zu bleiben bzw. um die besondere Leistungsfähigkeit eines Händlers herausstellen (z.B. bestimmte Sonderangebote oder Basisartikel eines Sortiments). Somit kann mittels der Mischkalkulation rechnerisch ein Ausgleich zwischen niedrig kalkulierten Artikeln (=Ausgleichsnehmern) und hoch kalkulierten Artikeln vorgenommen werden. Neben dem Einsatz dieser Kalkulationsmethode ist eine laufende Kontrolle des Sortiments in Form der kurzfristigen Erfolgsrechnung und der Warenwirtschaft unabdingbar28. Nur so kann rechtzeitig bemerkt werden, ob die benötigten Umsätze erreicht werden. [...]

Arbeit zitieren:
Richter, Stefanie Januar 2004: Preispolitik im deutschen Bekleidungs-Facheinzelhandel und Auswirkungen auf die Kaufentscheidung der Verbraucher, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kontrahierungspolitik, Handelsmarketing, Kaufverhalten, Bekleidung, Konsum

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