Der Preisindex für die Lebenserhaltung und sein getrennter Ausweis für ausgewählte sozioökonomische Gruppen privater Haushalte
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dirk Martin
- Abgabedatum: September 2002
- Umfang: 87 Seiten
- Dateigröße: 715,8 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6378-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6378-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6378-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Martin, Dirk September 2002: Der Preisindex für die Lebenserhaltung und sein getrennter Ausweis für ausgewählte sozioökonomische Gruppen privater Haushalte, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Warenkorb, Inflation, Lebenshaltungsindex, Haushaltstypen, Verbrauchsindex
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Diplomarbeit von Dirk Martin
Einleitung:
Der Preisindex für die Lebenshaltung mit seinem getrennten Ausweis in ausgewählte Haushaltstypen, sowie in alte und neue Bundesländer und sein hoher Repräsentationsgrad machen ihn zu dem Maß der Inflationsmessung. Er beruht hauptsächlich auf den Erhebungen der Laufenden Wirtschaftsrechungen und der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe. Sein Ziel ist nachzuweisen, wie sich die Lebenshaltung privater Haushalte infolge von Preisveränderungen, aber unabhängig von Veränderungen der Verbrauchsgewohnheiten, verbilligt oder verteuert hat.
In dieser Arbeit werden zuerst die grundlegenden Erhebungskonzepte des privaten Haushalts und des privaten Verbrauchs vorgestellt. Danach wird ausführlich der Aufbau des Preisindexes für die Lebenshaltung, sowie für welche Aussagen ein solcher Laspeyres-Preisindex geeignet ist, analysiert. Dabei zeigen sich eine Vielzahl von Problemen auf, die die Aussagen des Preisindexes relativieren lassen. Im letzten Teil dieser Arbeit wird genauer auf die ausgewiesenen Haushaltstypen eingegangen. Des weiteren wird untersucht, ob eine Unterscheidung nach Ost- und Westdeutschland notwendig ist. Der Wandel der Familien weg von der Agrargesellschaft über die Industriegesellschaft und Dienstleistungsgesellschaft hin zur Informationsgesellschaft hat gravierende Veränderungen der Haushaltsformen hervorgerufen. Es wird diskutiert, inwieweit das für die speziellen Haushaltstypen verwendete traditionelle Familienbild noch den heutigen Gesellschaftsformen entspricht und ob sich die amtliche Statistik möglichen Trends anpassen muss.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Anlagenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Erhebungskonzepte des „Privaten Haushalts“ in der Verbrauchsstatistik | 2 |
| 3. | Erhebungskonzepte des „Privaten Verbrauchs“ in der Verbrauchsstatistik | 6 |
| 4. | Aufbau des Preisindex für die Lebenshaltung | 8 |
| 4.1 | Warenkorb | 8 |
| 4.1.1 | Preisrepräsentanten | 9 |
| 4.1.2 | Preisreihen und Preisstellen | 9 |
| 4.1.3 | Korrektur von Erfassungsunschärfen | 10 |
| 4.1.4 | Korrektur von Konzeptunterschieden | 12 |
| 4.1.4.1 | Inländerkonzept versus Inlandskonzept | 12 |
| 4.1.4.2 | Nettoprämien von Versicherern | 14 |
| 4.1.4.3 | Käufe zwischen privaten Haushalten | 15 |
| 4.1.5 | Ableitung des Wägungsschemas des Warenkorbes | 16 |
| 4.1.6 | Gliederungskonzepte des Warenkorbes | 16 |
| 4.2 | Berechnungsschema | 19 |
| 4.2.1 | Preismesszahlen | 19 |
| 4.2.1.1 | Preismesszahlen auf fester Basis | 19 |
| 4.2.1.2 | Preismesszahlen auf gleitender Basis | 20 |
| 4.2.2 | Durchschnittsbildung von Preismesszahlen | 20 |
| 4.2.3 | Gewogene Indizes - Die Wahl des Basisjahres | 21 |
| 4.2.3.1 | Laspeyres-Preisindex - Preisindex nach der Basisstruktur | 22 |
| 4.2.3.2 | Paasche-Preisindex - Preisindex nach der Berichtsstruktur | 23 |
| 4.2.3.3 | Vergleich des Laspeyres- mit dem Paasche-Preisindex | 25 |
| 4.2.3.4 | Alternativer Preisindex - Fisher-Preisindex | 26 |
| 4.2.4 | Umbasieren und Verkettung von Laspeyres-Indizes | 27 |
| 4.2.4.1 | Verketten | 28 |
| 4.2.4.2 | Rückrechnungen | 29 |
| 4.2.4.3 | Umbasieren | 30 |
| 4.3 | Kritik am Preisindex für die Lebenshaltung | 31 |
| 4.3.1 | Verhalten von Freiwilligen | 31 |
| 4.3.2 | Hawthorne-Effekt | 31 |
| 4.3.3 | Basis- oder Buckeleffekt | 32 |
| 4.3.4 | Laspeyres-Effekt | 33 |
| 4.3.5 | Fehler bei neuen Gütern | 35 |
| 4.3.6 | Qualitätsfehler | 36 |
| 4.3.7 | Resümee der Kritik | 37 |
| 5. | Konzepte einer Differenzierung nach Haushaltstypen | 39 |
| 5.1 | Ist-Stand - Konzept der Haushaltstypdifferenzierung in Deutschland | 40 |
| 5.2 | Familie im Wandel - Neue Haushaltsformen | 41 |
| 5.2.1 | Mehrgenerationshaushalte | 43 |
| 5.2.2 | Familiengröße | 44 |
| 5.2.3 | Familien mit Kindern und Alleinerziehende | 45 |
| 5.2.4 | Nichteheliche Lebensgemeinschaften | 47 |
| 5.2.5 | Singles | 48 |
| 5.2.6 | Resümee der Entwicklungen | 49 |
| 5.3 | Zur Kritik einer Differenzierung | 51 |
| 6. | Schlussbemerkungen | 53 |
| Anlage 1: COICOP/VPI aller privaten Haushalte 1995 | 54 | |
| Anlage 2: PfdL - Jahreswerte nach Haushaltstypen ab 1948 | 70 | |
| Anlage 3: PfdL - Jahreswerte nach Haushaltstypen, Veränderungssraten zum Vorjahr ab 1949 | 72 | |
| Anlage 4: PfdL - Monatswerte nach Haushaltstypen ab 1992 | 74 | |
| Anlage 5: PfdL - Monatswerte nach Haushaltstypen, Veränderungssraten zum Vorjahresmonat ab 1993 | 77 | |
| Literaturverzeichnis | 80 |
muss für die Berechnung der Preisreihen nur der Anteil der Teuerung bereinigt werden, der durch den Qualitätsanstieg entstand. Der Anteil der Qualitätskomponente muss dabei mit Unterstützung des Herstellers bzw. durch Schätzung isoliert werden. Die Verkettung von Preismesszahlen erfolgt nicht nur beim Verschwinden eines Produktes vom Markt, sondern auch dann, wenn das Produkt noch in unveränderter Qualität auf dem Markt erhältlich ist, aber an Bedeutung zugunsten von anderen Produktvarianten verliert. Diese Verfahrensweise kann als Aufweichung des LaspeyresPrinzips empfunden werden.70 Des weiteren werden zum Zweck von langen Zeitreihen Indizes verkettet. Der Preisindex für die Lebenshaltung wechselt in der Regel alle 5 Jahre das Basisjahr und damit den Warenkorb. Dies wird erforderlich, da der Warenkorb den aktuellen Verbrauchsgewohnheiten angepasst werden muss. Mittels der Verkettung (analog zu Tabelle 3) können die Veränderungsraten gleichartiger Indizes „aneinandergekettet“ werden. Streng betrachtet, wären Aussagen mit verketteten Indizes mit verschiedenen Basisjahren bzw. Verbrauchsstrukturen nicht möglich, da Änderungen verschiedener Güter kombiniert werden. Da aber der Index stets gleich konstruiert ist und im Grunde nach immer der Messung von Preisveränderungsraten von Gütern des privaten Konsums dient, wird dieses in der amtlichen Statistik praktiziert und ist dafür auch vertretbar. [...]
Die permanente Weiterentwicklung von Gütern macht es notwendig, einen Preisindex anzupassen. Unternehmen sind gezwungen, ihre im Wettbewerb angebotenen Produkte, ständig weiter zu entwickeln um im Markt bestehen zu können. Meistens ist damit eine Qualitätserhöhung des Produktes verbunden. Die nun veralteten Produkte verlieren bei den Käufern an Bedeutung bzw. werden vom Markt genommen. Die Preisreihen des Warenkorbes müssen den moderneren Güter angepasst werden. Bspw. kann ein Preisanstieg eines neuen Automodells im Vergleich zum Vorgängermodell eine echte Verteuerung im Sinne des Preisindexes für die Lebenshaltung sein, der Preisanstieg kann aber auch genauso durch Qualitätsverbesserung, z.B. durch einen zusätzlichen Airbag, begründet sein.69 Würde der Preisindex im Falle dieser Qualitätsverbesserung einen Preisanstieg auszeichnen, weil die Preise des alten Automodells nicht mehr verfügbar sind und statt dessen die Preisreihe mit den Preisen des neuen Automodells fortgeführt werden, wäre diese Aussage zweifelhaft. Der Vergleich der Preise muss um die Komponente der Qualitätserhöhung bereinigt werde. [...]
Für den Preisindex für die Lebenshaltung wird regelmäßig der Laspeyres-Preisindex verwendet. Begründet wird dies hauptsächlich mit den oben aufgeführten Nachteilen des Paasche-Preisindex. Des weiteren soll ein Preisindex für die Lebenshaltung zeigen, in welchem Maße sich die Lebenshaltungskosten aufgrund von Preisveränderungen, aber unbeeinflusst von veränderten Verbrauchsstrukturen entwickelt haben.62 Der Vorteil der Aktualität des Paasche-Warenkorbes, sollte aber kritisch betrachtet werden. Bei sinkendem Reallohneinkommen substituieren Haushalte zuerst stärker verteuerte Güter durch Güter die weniger verteuert wurden, bei gleichzeitigem Versuch ihr Nutzenniveau zumindest konstant zu halten. Bei weiter sinkenden Reallohneinkommen werden die Haushalte auf einige stark verteuerte Güter teilweise oder vollständig verzichten. Bei einem Paasche-Preisindex mit ständig aktualisiertem [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832463786
Arbeit zitieren:
Martin, Dirk September 2002: Der Preisindex für die Lebenserhaltung und sein getrennter Ausweis für ausgewählte sozioökonomische Gruppen privater Haushalte, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Warenkorb, Inflation, Lebenshaltungsindex, Haushaltstypen, Verbrauchsindex



