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Praktische Brauchbarkeit von Economic Value Added

Praktische Brauchbarkeit von Economic Value Added
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Wappenschmidt
  • Abgabedatum: Juni 2001
  • Umfang: 63 Seiten
  • Dateigröße: 986,2 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Passau Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5694-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5694-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5694-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wappenschmidt, Christian Juni 2001: Praktische Brauchbarkeit von Economic Value Added, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Residualgweinn, Performancemessung, wertorientierte Unternehmensführung, Shareholder Value, Wertmangement

Diplomarbeit von Christian Wappenschmidt

Einleitung:

Die Ausrichtung der Unternehmensführung am Aktionärsziel der Shareholder-Value-Maximierung ist für eine zunehmende Zahl von Unternehmen sehr bedeutend geworden. Das ist u.a. auf den verstärkten Wettbewerb um das mittlerweile weltweit mobile Anlagekapital auf den globalisierten Kapitalmärkten und den Druck großer institutioneller Investoren zurückzuführen. Um diesen Herausforderungen gerecht werden zu können, bedarf es geeigneter wertorientierter Unternehmensführungskonzepte. Gegenstand dieser Arbeit ist das EVA-Konzept der Unternehmensberatung Stern Stewart & Co.

Ausgangspunkt des Ansatzes ist die Kritik, daß Unternehmen in wertorientierten Führungssystemen für verschiedene Zwecke und Unternehmensebenen häufig unterschiedliche Steuerungsgrößen verwenden. So basiert die wertorientierte strategische Planungs- und Entscheidungsrechnung meist auf der DCF-Methode, eine Performancemessung und ein daran anknüpfendes Anreiz- und Vergütungssystem aber, v.a. für Geschäftsbereiche, oft auf Rechnungswesengrößen. Das ist problematisch, denn diese Erfolgsmaßstäbe „geben keine oder nur sehr begrenzte Auskunft über die Veränderung des Aktionärsvermögens.“ Rappaport gibt deswegen zu bedenken: „When performance evaluation and incentives differ from measurement standards employed in planning, decision making will be motivated by the performance evaluation system and not the planning system.” Daraus ergeben sich zwangsläufig Probleme bei der Umsetzung der wertorientierten Planung.

Das EVA-Konzept will diese Probleme beseitigen, indem es mit EVA auf eine einzelne wertorientierte Kennzahl abstellt. Sie ist eine Residualgewinnvariante und basiert auf modifizierten Rechnungswesendaten. Die vermeintliche Attraktivität des Konzepts liegt darin, daß es mit EVA einen wertorientierten Periodenerfolgsmaßstab bietet, der durch Prognose der zukünftigen EVA auch in analytischer Verbindung zum Shareholder Value steht. Die Kennzahl soll sich für alle Teilbereiche der wertorientierten Unternehmensführung eignen und ein einheitliches wertorientiertes Führungssystem ermöglichen, das dazu führt, daß Manager auf Unternehmens- und v.a. auf Geschäftsbereichsebene aktionärsorientiert handeln und entscheiden. Der Schwerpunkt des Konzepts liegt auf einer periodischen Kontrolle der Wertentwicklung und einer daran anknüpfenden variablen Vergütung.

Das EVA-Konzept scheint aus Sicht der Praxis durchaus Vorteile zu bieten. So werden z.B. die Einfachheit und Transparenz sowie die bessere Planungsintegrität und Objektivität durch die Anlehnung an das Rechnungswesen genannt. Es wird weltweit von großen und bekannten Unternehmen wie z.B. Coca Cola, Procter&Gamble, Eli Lilly oder Siemens verwendet.

Die konzeptionelle Basis des EVA, z.B. die Anlehnung an den traditionellen Residualgewinn, der starke Periodenfokus und die buchhalterische Datenbasis, gibt aber Anlaß zu Zweifeln, ob damit dem Shareholder-Value-Gedanken vollständig entsprochen wird.

In der vorliegenden Arbeit wird daher eine kritische Untersuchung der Leistungsfähigkeit des EVA-Konzepts vorgenommen, eine Ausrichtung der Handlungen und Entscheidungen des Managements an den Aktionärsinteressen zu gewährleisten.

Gang der Untersuchung:

In Kapitel 2 wird der Ansatz genauer vorgestellt. Dabei wird auf die Anpassungen der Rechnungswesendaten und die analytische Verbindung zum Shareholder Value eingegangen. Dann wird der grundsätzliche Bedarf an einem wertorientierten Periodenerfolgsmaß wie EVA aufgezeigt.

Kapitel 3 untersucht die Möglichkeiten und Grenzen von EVA, Aussagen über die periodische Unternehmenswertentwicklung zu machen.

Die Steuerungswirkungen von EVA auf das wertorientierte Verhalten und die Entscheidungen von Managern bei Verwendung als Bezugsgröße eines wertorientierten Anreiz- und Vergütungssystems sind Gegenstand von Kapitel 4.

In Kapitel 5 wird ein abschließendes Urteil über die praktische Brauchbarkeit des EVA-Konzepts als integriertes Wertmanagementsystem gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis II
Symbolverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Grundlagen des EVA-Konzepts 4
2.1 Die Kennzahl EVA 4
2.2 Die Berechnung der EVA-Parameter 5
2.3 EVA und der Unternehmenswert 10
2.4 Wertorientierte Performancemessung 15
2.5 Kompromißeigenschaft des EVA 17
3. EVA als periodenbezogener wertorientierter Performancemaßstab 20
3.1 EVA als wertorientiertes Erfolgsmaß 20
3.2 Die periodische Wertänderung aus Investorensicht 24
3.3 Problembereiche des Perioden-EVA 27
3.3.1 Die Wirkungen der Anpassungen 27
3.3.2 Die Abschreibungsbemessung 29
3.3.3 Die buchwertbasierte Verzinsungsbasis 31
3.3.4 Die Periodenbezogenheit 34
4. EVA als Bezugsgröße eines wertorientierten Anreiz- und Vergütungssystems 37
4.1 Notwendigkeit eines Anreizsystems 37
4.2 EVA-Steuerungswirkungen 39
4.3 Der EVA Bonus Plan 41
5. Resümee 46
Literaturverzeichnis VI

Automatisiert erstellter Textauszug:

EVA wird auf Unternehmens- und Geschäftsbereichsebene als oberste wertorientierte Performance- und Steuerungskennzahl verwendet. Zur operativen Steuerung in den Geschäftsbereichen ist er aber zu abstrakt und es fehlt auf tieferen Ebenen an den nötigen Berechnungsdaten. Zur konsequenten Ausrichtung am EVA ist eine Übersetzung dieser Zielgröße in die beeinflußbaren Größen des Geschäftsbereichs vorzunehmen.172 Das ist durch die Ableitung von EVA-Werttreibern173 möglich.174 Dies sind die bereichsspezifischen finanziellen und nicht-finanziellen Stellhebel, die zu einer Steigerung des EVA führen können (siehe dazu Abb. 8).175 Sie stellen damit Ansatzpunkte für operative Maßnahmen zur Steigerung des Perioden-EVA dar. Dem Geschäftsbereichsmanager werden dadurch die Auswirkungen seiner Entscheidungen auf den EVA verdeutlicht und er kann so gezielt Einfluß darauf nehmen.176 Durch die periodenbezogene Konzeption des EVA bleibt die Betrachtung aber einperiodig.177 Darüber hinaus ermöglichen v.a. die finanziellen Werttreiber bei einer Abweichung des geplanten vom tatsächlich realisierten EVA eine einfache und klare Abweichungsanalyse durch die Zentrale, bei der sich die Ursachen der Abweichung genau feststellen lassen.178 [...]

EVA berücksichtigt damit in einer Kennzahl sowohl die Erfolgsrechnung als auch die Aktiv- und die Passivseite der Bilanz.166 Dadurch wird den Managern deutlich gemacht, daß bei unternehmerischen bzw. wertorientierten Entscheidungen neben den Erfolgswirkungen immer auch die Wirkungen auf das eingesetzte Kapital beachtet werden müssen.167 Die Steigerung des EVA über ein profitables Wachstum, d.h. die Entdeckung und Durchführung neuer Projekte mit positivem Nettokapitalwert, ist grundsätzlich bedeutender als die Maßnahmen zur Rentabilitätssteigerung. Diese sind nämlich eher begrenzt und haben häufig Einmalcharakter, wie z.B. Rationalisierungsmaßnahmen.168 Die drei Steigerungsmöglichkeiten und entsprechend die drei Bestimmungsfaktoren des EVA können nach Hostettler genau den drei Entscheidungsbereichen operative169 Entscheidungen, Investitionsentscheidungen und Finanzierungsentscheidungen zugeordnet werden. Über diese kann das Management nach Rappaport grundsätzlich den Shareholder Value nachhaltig beeinflussen (siehe auch Abb. 7).170 [...]

Erfolgsermittlung berücksichtigt. EVA als absolute Größe gibt also nicht nur Auskunft darüber, ob eine wertschaffende Performance vorlag, sondern auch über die Höhe des periodischen Wertbeitrags eines Geschäftsbereiches.157 EVA ist deswegen aber größenabhängig und somit für einen direkten zwischenbetrieblichen Vergleich nicht geeignet. Soll die EVA-Performance von Unternehmen oder Geschäftsbereichen verglichen werden, dann muß EVA entweder standardisiert158 oder mittels Kennzahlenbildung159 größenbereinigt werden.160 Die Zentrale erhält durch EVA Informationen über die Wertschaffung eines Geschäftsbereichs. Die tatsächliche Performance kann also mit der geplanten Wertsteigerungsstrategie verglichen werden.161 Diese Informationen dienen im EVAKonzept gleichzeitig dazu, die Leistung der Geschäftsbereichsleitung bezüglich der Umsetzung der wertorientierten Planung durch Einhaltung der Zielvorgaben zu kontrollieren und zu beurteilen und eine variable Vergütung daran zu knüpfen.162 Wie können nun die Geschäftsbereichsleiter den EVA ihres Geschäftsbereichs beeinflussen? Der EVA läßt sich über drei grundsätzliche Wege steigern: • durch eine Erhöhung des betrieblichen Erfolgs (NOPAT) bei konstantem eingesetzten Kapital und Kapitalkostensatz, also durch Rentabilitätssteigerung (siehe linke Grafik in Abb. 6 ), • durch Investitionen in Geschäfte und Projekte, die eine höhere Rendite als den relevante Kapitalkostensatz aufweisen (d.h. profitables Wachstum, siehe mittlere Grafik in Abb. 6), • durch Desinvestition von Geschäften und Aktivitäten, bei denen der relevante Kapitalkostensatz über der erzielbaren Rendite liegt.163 Außerdem wirkt eine Senkung des Kapitalkostensatzes (k) und auch des Steuersatzes (s) positiv auf EVA. Diese Parameter sind aber grundsätzlich nur von der Unternehmensleitung maßgeblich zu beeinflussen, und somit für operativen Einheiten nicht die vorrangigen Einflußparameter auf EVA.164 [...]

Arbeit zitieren:
Wappenschmidt, Christian Juni 2001: Praktische Brauchbarkeit von Economic Value Added, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Residualgweinn, Performancemessung, wertorientierte Unternehmensführung, Shareholder Value, Wertmangement

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