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Die Potentialermittlung von Führungskräften mit Hilfe computergestützter Testverfahren

Eine Analyse mit dem Ziel einer Handlungsempfehlung zur PFE und Bewerberauswahl

Die Potentialermittlung von Führungskräften mit Hilfe computergestützter Testverfahren
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Gottheil
  • Abgabedatum: Mai 2002
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 3,6 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: VWA-Studienakademie (Berufsakademie) Stuttgart Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5714-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5714-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5714-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gottheil, Michael Mai 2002: Die Potentialermittlung von Führungskräften mit Hilfe computergestützter Testverfahren, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Potentialanalyse, Bewerberauswahl, Eignungsdiagnostik, Computergestützte Testverfahren, Potentialbeurteilung

Diplomarbeit von Michael Gottheil

Einleitung:

Seit etwa zwei Dezennien hat sich das Umfeld vieler Unternehmen dramatisch verändert. Auch in Zukunft werden die Unternehmen durch die zunehmende Globalisierung und Technologisierung vor immer neue Aufgaben und Bedingungen gestellt werden.

Dieser Zustand hat erhebliche Konsequenzen für das Management von Unternehmen, das durch organisatorische und personelle Maßnahmen versuchen muss, den sich verändernden Rahmenbedingungen zu begegnen.

Eine gesicherte Überlebenschance ist nur dann gegeben, wenn flexibel auf unerwartete Einflüsse reagiert, Chancen schnell ergriffen und durch hohen Einsatz für Kunden und die übrigen Stakeholder ein optimaler Nutzen erzielt wird. Hierzu benötigt man jedoch die richtigen Mitarbeiter und Führungskräfte.

Bis vor wenigen Jahren standen Aspekte wie Erfahrung, Laufbahn-Automatismen und die Dauer der Betriebszugehörigkeit für eine Karriere als Führungskraft im Vordergrund. Solange sich das Umfeld eines Unternehmens und die Ansprüche der Beteiligten nur geringfügig veränderten, mögen diese Auswahlkriterien ausreichend gewesen sein.

In einem sich stark wandelnden Unternehmensumfeld sind Erfahrung und Anzahl der Dienstjahre allerdings weniger geeignete Prädikatoren für den künftigen Führungserfolg als in einem verhältnismäßig stabilen Umfeld. Aus diesem Grunde sehen sich immer mehr Organisationen genötigt, ihre Auswahlkriterien für Führungskräfte zu überprüfen und den neuen Gegebenheiten anzupassen. „Führungsnachwuchskräfte werden heute ausgesucht und gefördert, um in den Situationen von morgen erfolgreich agieren zu können.“ Aus diesem Grund gewinnen heutzutage Instrumente zur Auswahl, Beurteilung und Entwicklung von Mitarbeitern eine ganz besondere Attraktivität für Unternehmen und andere Organisationen.

Um Fehlinvestitionen und damit Personalabschreibungen zu reduzieren, muss frühzeitig festgestellt werden, ob Mitarbeiter das entsprechende Potential für die Bewältigung ihrer zukünftigen Aufgaben besitzen. Denn unbestritten führen Fehler in der Auswahl und Förderung von Mitarbeitern zu Kosten, die vermeidbar wären. Die stetig steigenden Kosten der Beschaffung, Einarbeitung, Aus- und Fortbildung von Personal sowie die wachsenden Schwierigkeiten und weiteren Kosten bei der Entlassung ungeeigneter Arbeitnehmer, aber auch der Aufwand bei der Führung nur mäßig geeigneter Mitarbeiter erfordert im Vorfeld größere Anstrengungen bei der Potentialermittlung.

Objektive und treffsichere Prognoseverfahren im Personalbereich helfen daher den personalwirtschaftlichen Grundsatz „der richtige Mitarbeiter am richtigen Platz“ zu verwirklichen.

Die betriebswirtschaftliche und psychologische Forschung hat bisweilen zahlreiche Methoden zur Unterstützung der Führungskräfte hervorgebracht. Mit dem enormen technischen Fortschritt sowohl im Software- als auch im Hardwarebereich werden zunehmend computergestützte Auswahlverfahren für Führungskräfte angewendet, was nicht zuletzt aus Effizienzgründen geschieht.

Obwohl bereits zahlreiche Forschungsprojekte zur Potentialbeurteilung durchgeführt wurden, stellt die computergestützte Potentialbeurteilung noch immer ein relativ neues Anwendungsfeld dar. So wurde beispielsweise das erste computersimulierte Szenario, das im deutschsprachigen Raum Beachtung fand, erst im Jahr 1978 entwickelt.

In Unternehmen sind oftmals viele Personen angestellt, die potentiell für eine höhere Führungsaufgabe geeignet sein könnten, wobei sich der Begriff der Eignung auf die Wahrscheinlichkeit bezieht, in bestimmten Tätigkeiten oder Berufen erfolgreich zu sein.

Eine möglichst frühe Erfassung dieser Mitarbeiter ist sowohl für diese selbst als auch für die Unternehmung elementar, da es nur für geeignete Personen sinnvoll ist, die verhältnismäßig teuren, zeitintensiven und anspruchsvollen Förderprogramme für Führungskräfte zu absolvieren bzw. durchzuführen. Andererseits muss wegen der großen Zahl potentieller Kandidaten auf aufwendige und kostenintensive Auswahlverfahren, wie z.B. Assessment-Center, verzichtet werden. Gefragt sind also Verfahren, die es erlauben, mit vertretbarem Aufwand aus einem großen Kandidatenpool zu einem möglichst frühen Zeitpunkt die geeigneten Personen für eine höhere Führungsaufgabe zu selektieren. Computergestützte Verfahren haben in diesem Zusammenhang die Vorteile einer rationellen Durchführung und Auswertung, der schnellen Ergebnisverfügbarkeit sowie des Wegfalls einer separaten Dateneingabe für spätere Analysen.

Ziel dieser Diplomarbeit ist es, eine Handlungsempfehlung für die zukünftige Potentialermittlung von Führungskräften der ??? aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang soll die Möglichkeit einer Implementierung von computergestützten Testverfahren in den Gesamtprozess nachfolgend aufgezeigt und diskutiert werden.

Zu Beginn der Arbeit werden dazu die für die Thematik wichtigen Begrifflichkeiten abgegrenzt. Im Anschluss daran erfolgt eine Differenzierung der Leistungs- und Potentialanalyse sowie die Charakterisierung diverser Qualitätsstandards für Potentialanalyseverfahren. Um die Quantifizierungsmöglichkeit einer Nutzensteigerung durch qualitativ bessere Potentialanalyseverfahren aufzuzeigen, folgen dafür notwendige Basisinformationen sowie die Vorstellung zweier Nutzenmodelle. Im dritten Kapitel werden neben einer Kategorisierung sowie kritischen Würdigung der Testgruppen, drei spezielle computergestützte Testverfahren analysiert. Bevor die Zusammenfassung und ein Ausblick den Abschluss der Diplomarbeit bilden, erfolgt die Darstellung der Ist- und Soll-Situation in Bezug auf die Potentialermittlung von Führungskräften sowie eine konkrete Handlungsempfehlung zu einem Potentialanalyseverfahren für die erwähnte Zielgruppe.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
Anlagenverzeichnis VI
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit 3
1.3 Begriffsabgrenzungen 3
1.3.1 Führungskraft 3
1.3.2 Potential 4
1.3.3 Kompetenzen 5
1.3.4 Anforderungsprofil für Führungskräfte 7
1.3.5 Schlüsselqualifikationen 10
2. Die Potentialanalyse 13
2.1 Differenzierung von Leistungs- und Potentialbeurteilung 13
2.1.1 Leistungsbeurteilung 13
2.1.2 Potentialbeurteilung 14
2.1.3 Vorteile einer Potentialanalyse 16
2.2 Qualitätsstandards für Potentialanalyseverfahren 17
2.2.1 Wissenschaftliche Gütekriterien 17
2.2.2 Sonstige Qualitätskriterien 21
2.2.3 Zertifizierung 24
2.3 Nutzenanalyse-Modelle 25
2.3.1 Basiselemente 25
2.3.2 Taylor-Russell-Modell 27
2.3.3 B-C-G-Modell 30
3. Computergestützte Potentialbeurteilungsverfahren 33
3.1 Kategorisierung der Testgruppen 33
3.1.1 Computergestützte Paper-Pencil-Tests 33
3.1.2 Computergestützte Arbeitsproben 34
3.1.3 Dynamische Simulationsverfahren 35
3.2 Kritische Würdigung 37
3.3 Analyse ausgewählter computergestützten Testverfahren 40
3.3.1 Der Paper-Pencil-Test „CAPTain“ 40
3.3.2 Die Arbeitsprobe „PC-Postkorb-Ausbildungszentrum Seeblick“ 43
3.3.3 Das Simulationsverfahren „UTOPIA“ 47
4. Potentialermittlung an einem Beispiel 52
4.1 Ist-Zustand 52
4.2 Soll-Zustand 53
4.3 Handlungsempfehlung 54
5. Zusammenfassung und Ausblick 56
Anhang 58
Literaturverzeichnis 87

Automatisiert erstellter Textauszug:

genüber den klassischen eignungsdiagnostischen Verfahren, die darüber hinaus mit übersichtlichen Graphiken veranschaulicht werden können. Im Übrigen kann ebenfalls die Auswertungsgeschwindigkeit als ein großes Plus der CUT angesehen werden, weil dadurch ein persönliches Gespräch, das auf die Testergebnisse aufbaut, ermöglicht wird und daher -wie bereits zuvor erwähnt- auf eine erneute Terminvereinbarung verzichtet werden kann. Zudem wird durch die gleiche Präsentation der Tests am Bildschirm ein höherer Standardisierungsgrad erreicht – es wird damit also eine eventuelle Benachteiligung gewisser Gruppen durch mäßige Instruktionen vermieden. Im Übrigen ist es bei entsprechender EDV-Ausstattung möglich, eine sehr große Probandenanzahl binnen relativ kurzer Zeit gleichzeitig zu testen. Ferner kann durch den Einsatz von CUT eine höhere Flexibilität erreicht werden, indem individuell unterschiedliche Testkombinationen vorgegeben werden können, wodurch ermöglicht wird, eine unter Umständen sehr heterogene Probandengruppe mit diversen Anforderungsprofilen gleichzeitig zu testen. In Bezug auf die computergestützten Paper-Pencil-Tests fallen auch die eingeschränkten Manipulationsmöglichkeiten positiv auf, da ein „Zurückblättern“ nicht möglich ist und sich der Proband somit nicht vorab den gesamten Test anschauen und ein positives sowie einheitliches Selbstbild modellieren kann.126 Auch die bei den klassischen Testverfahren häufig bemängelten Testleiter-Effekte werden bei den CUT weitestgehend ausgeschlossen, was eine eindeutige Steigerung der Objektivität zur Folge hat. Darüber hinaus bietet die EDV-Technik bei großen Fallzahlen und entsprechender Softwareausrüstung die Chance, bezogen auf die gängige Praxis und deren spezifische Zielgruppen eigene Testnormen zu erstellen und zur Auswertung heranzuziehen.127 Außerdem zählt die leichtere Verwaltung und Archivierung der Testergebnisse zu den Vorzügen der elektronischen Testvariante, wobei bei der Archivierung wegen der geltenden rechtlichen Vorschriften (s. auch Kapitel 2.2.2) Vorsicht geboten ist. Sehr interessant, aber nicht für alle CUT zutreffend, ist die Möglichkeit, dass bestimmte Testvarianten online durchgeführt werden können, was für eine betont internationale Rekrutierung sowie für die Vorauswahl der Bewerbergruppe von großem Nutzen sein kann und einen enormen Kostenvorteil durch den teilweisen Wegfall der für die Probanden zu erstattenden Reisekosten birgt. Ferner ist es durch Internettests möglich, bei Bedarf „Bewerber, die [...]

Vorteile: Wie bereits teilweise bei der Darstellung der einzelnen Testklassen dargestellt, ergeben sich durch den Einsatz der computerunterstützten Testverfahren diverse Vor- und Nachteile, die an dieser Stelle noch einmal zusammenfassend dargestellt, präzisiert und ergänzt werden sollen. Zu den großen Vorzügen der CUT gehört sicherlich die Verringerung des Aufwandes -in personeller, materieller und zeitlicher Hinsicht- bei der Vorbereitung, Durchführung sowie Auswertung dieser Verfahren. Die Tatsache, dass eine klassische Testdurchführung die konstante Anwesenheit eines Testleiters erfordert, der die Probanden einweist, Testanweisungen vorliest und für die Einhaltung wesentlicher Durchführungsbedingungen sorgt, zeigt den erheblichen Nachteil herkömmlicher gegenüber PC-gestützter Verfahren. Durch die Automatisierung entfallen ebenfalls die stark fehlerbehafteten und zeit- sowie personalintensiven Fehlerkorrekturen.125 Dieser Fakt bringt natürlich neben zum Teil erheblichen Kostenvorteilen auch -durch den Ausschluss von Interpretationsfehlern- eine sehr objektive Auswertung ge122 123 [...]

objektive Beobachtung des Probanden niemals ermöglichen könnten“.122 Denn bei vielen Softwarelösungen besteht die Möglichkeit, dass die Prozessvariablen mit einer viel höheren Gewichtung in die abschließende Beurteilung einfließen, als die zuvor vorgegebenen Ergebnisvariablen, wie beispielsweise die Erreichung einer möglichst guten Eigenkapitalrendite oder einer möglichst niedrigen Fluktuation. Die Konstruktion und Qualität dieser komplexen dynamischen Simulationen sind jedoch sehr unterschiedlich. In der Vielfalt dieser CUT reicht beispielsweise die jeweilige Bearbeitungszeit von einer halben bis zu sechs Stunden und es gibt Software, durch die einerseits weniger als zehn und andererseits fast 5000 verschiedene Variablen mehr oder minder komplex vernetzt werden.123 Aufgrund des Variantenreichtums streuen auch entsprechend die Konstruktvaliditäten der dynamischen Szenarien mit einem Schwerpunkt im Bereich von r=.30 bis r=.50.124 Dies hat natürlich zur Folge, dass die Auswahl eines Verfahrens sehr sorgfältig zu erfolgen hat, um ein für die Potentialanalyse geeignetes CUT zu erwerben. [...]

Arbeit zitieren:
Gottheil, Michael Mai 2002: Die Potentialermittlung von Führungskräften mit Hilfe computergestützter Testverfahren, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Potentialanalyse, Bewerberauswahl, Eignungsdiagnostik, Computergestützte Testverfahren, Potentialbeurteilung

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