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Potentiale von E-Government für die öffentliche Verwaltung im ländlichen Raum

Dargestellt am Beispiel des Landkreises Ludwigslust

Potentiale von E-Government für die öffentliche Verwaltung im ländlichen Raum
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jan-Hendrik Kathmann
  • Abgabedatum: Juni 2004
  • Umfang: 145 Seiten
  • Dateigröße: 3,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8623-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8623-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8623-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kathmann, Jan-Hendrik Juni 2004: Potentiale von E-Government für die öffentliche Verwaltung im ländlichen Raum, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Geographie, Verwaltungsreform, Raumplanung, Regionalplanung, Informationstechnologie

Diplomarbeit von Jan-Hendrik Kathmann

Einleitung:

Die Erbringung von Verwaltungsdienstleistungen durch die öffentliche Verwaltung und deren Inanspruchnahme durch die BürgerInnen ist im dünnbesiedelten ländlichen Raum von einigen Problemen begleitet. Die öffentliche Verwaltung hat Schwierigkeiten angesichts fehlender bzw. wegbrechender Steuereinnahmen und unverändert hoher Personalausgaben eine flächendeckende Versorgung mit Behörden aufrechtzuerhalten (Gebiets- und Verwaltungsreform), andererseits soll die Bürgerorientierung der Verwaltung als öffentlicher Dienstleister für die Bürger als „Kunden“ (Neues Steuerungsmodell) verbessert werden.

Die betroffenen BürgerInnen sehen sich mit der Schließung von Ämtern und Behörden konfrontiert und müssen oftmals weite Entfernungen zurücklegen um beispielsweise Dienstleistungen der Kreisverwaltung in Anspruch zu nehmen.

In dieser Arbeit wird untersucht, ob und wie der Einsatz von E-Government-Anwendungen, sei es via Internet über ein Portal oder via verwaltungsinternem Intranet über Bürgerbüros das Angebot von Verwaltungsdienstleistungen des Landkreises erleichtern und verbessern kann. Am Beispiel des Landkreises Ludwigslust (Meckl.-Vorp.), der als E-Government Transferkommune des Bundeswettbewerbs MEDIA@Komm ausgezeichnet wurde, werden Potentiale aber auch Hindernisse dieses Ansatzes untersucht.

Dabei wird mittels einer groß angelegten repräsentativen Fragebogenumfrage zum einen die Bürgersicht abgebildet (z.B. Zustimmung zu E-Government, Zustimmung zu Verwaltungs- und Gebietsreform, technischer Ausstattungsgrad der Haushalte, etc.), zum anderen werden durch Interviews die Meinungen und Erfahrungen einiger beteiligter Amtsverwaltungen und des Landrates erfragt (z.B. Zustimmung der Angestellten, Bewertung der interkommunalen Kooperation, technische Ausstattung und Performance, etc.).

Der Autor gelangt nach abschließender Abwägung aller maßgeblichen Faktoren zu dem Ergebnis, dass insbesondere das Angebot von Verwaltungsdienstleistungen des Landkreises (zukünftig vielleicht noch anderer staatlicher Ebenen) auf der Ebene der Städte und Gemeinden vermittelt durch E-Government-Anwendungen in lokalen Bürgerbüros und Amtsverwaltungen („front-offices“) ein zukunftsweisendes Modell für den ländlichen Raum sein könnte. Unterstützt durch die rechtliche Delegierung von ausgewählten Verwaltungsaufgaben der Landkreise auf die Ebene der Städte und Gemeinden kann die kommunale Ebene gestärkt, Verwaltungsvorgänge vereinfacht und der Bürgerservice verbessert werden.

Der Ausbau von internetbasierten Anwendungen mittels eines Kreisportals sollte davon unbenommen fortgesetzt werden, denn der Rückhalt und die technischen Voraussetzungen seitens der BürgerInnen sind dafür durchaus gegeben. Allerdings zeigt sich auch die Grenze der Virtualisierung der Verwaltung, denn die Meinungen der BürgerInnen zu digitalen Transaktionen über eine elektronische Signatur sind sehr gespalten. Wenn E-Government intelligent und mit dem Menschen im Blick eingesetzt wird, kann es in der Tat große Vorteile für die Erbringung öffentlicher Dienstleistungen (nicht nur) im ländlichen Raum haben.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 4
2. Öffentliche Verwaltung im ländlichen Raum- eine problematische Aufgabe 5
2.1 Zum Begriff und zur Charakterisierung des ländlichen Raums 5
2.2 Wie wird die öffentliche Verwaltung räumlich organisiert? 8
2.3 Spezifische Probleme und Defizite öffentlicher Verwaltung im peripheren ländlichen Raum 12
2.3.1 Räumliche Einflussfaktoren 12
2.3.2 Demographische Einflussfaktoren 14
2.4 Fazit 19
3. E-Government und Verwaltungsreform - Wege aus der Krise? 20
3.1 Was ist E-Government? 22
3.2 In welchen Anwendungsbereichen spielt E-Government im ländlichen Raum seine Stärken aus? 24
3.2.1. Distribution von Verwaltungsdienstleistungen über das Internet 26
3.2.2. Distribution von Verwaltungsdienstleistungen über Bürgerbüros 31
3.3 Wo liegen Schwächen des E-Government Ansatzes für den ländlichen Raum? 36
3.3.1. Spezifische Schwächen des internetbasierten Dienstleistungsangebotes 37
3.3.2. Spezifische Schwächen von Bürgerbüros 44
3.4 Fazit 46
4. Fallstudie:Potentiale von E-Government im Landkreis Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) 50
4.1 Der Untersuchungsraum Landkreis Ludwigslust kurz vorgestellt 50
4.1.1 Der Landkreis Ludwigslust zeichnet sich durch seine Größe und relativ dünne Besiedlung aus 50
4.1.2 Eine Vielzahl von kleinen Gemeinden, Ämtern und Städten prägt (noch) die Verwaltungslandschaft 51
4.1.3 Der Landkreis Ludwigslust leidet kaum unter Abwanderungen 52
4.1.4 Der Landkreis Ludwigslust profitiert wirtschaftlich von seiner Nähe zur Metropolregion Hamburg 54
4.1.5 Die öffentlichen Haushalte der Gemeinden im Landkreis profitieren höchst unterschiedlich von der Wirtschaftsstärke 55
4.1.6 Einfluss der vorzufindenden Strukturen auf die Untersuchungsdurchführung 56
4.2 Die E-Government-Struktur im Landkreis Ludwigslust 58
4.2.1 Von der Idee zum E-Government Projekt 58
4.2.2 Derzeitiger Umsetzungsstand- was bietet das Portal? 59
4.2.3 Der langfristig erfolgreiches E-Government erfordert frühzeitige Evaluation von Schwächen und Risiken des Ansatzes 61
4.3 Empirische Erhebung zu den Potentialen von E-Government im Landkreis Ludwigslust 63
4.3.1 Forschungsfragen 63
4.3.2 Methodische Vorgehensweise 64
4.3.2.1 Schriftliche Befragung durch Fragebögen 65
4.3.2.2 Mündliche Befragung durchExperteninterviews anhand eines Gesprächsleitfadens 71
4.3.3 Auswertung der erhoben Daten 74
4.3.3.1 Auswertung der Fragebögen 74
4.3.3.2 Auswertung der Interviews 101
4.4 E-Government im Landkreis Ludwigslust- ein Ansatz mit Zukunft? 117
5. E-Government im ländlichen Raum- ein Fortschritt für Bürger und Verwaltung 121
Verzeichnisse 124
Anhang 133

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die häufigste Art wie die befragten Haushalte Dienstleistungen des Landkreises in Anspruch nehmen, ist der persönliche Besuch. Fast 70% der Probanden gaben an, das sie im letzten Jahr diese Dienstleistungen durch einen persönlichen Besuch nachgefragt haben. Knapp 59 % haben zur Nachfrage einer Dienstleistung im Landratsamt angerufen und 30 % nutzten den Postweg. Das Internet wurde nur von absolut 8 Haushalten genutzt, was einem Anteil von nicht einmal 5% aller Fälle entspricht. Die hohe Zahl von 286 Antworten bei 169 gültigen Fällen zeigt, dass viele Haushalte mehrere Wege nutzen Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, beispielsweise in dem ein Telefonat mit einer Postsendung oder einem Besuch verknüpft wird. [...]

83 Frage 16 und 18: Entfernungen Wie man den Abbildungen entnehmen kann, bestehen große Unterschiede zwischen den Entfernungen, die die Bürger zum nächsten Bürgerbüro oder ihrem nächsten Amt zurücklegen müssen. Mehr als 75 % aller befragten Haushalte liegen im 10 km-Umkreis eines Amtes oder einer amtsfreien Stadt, während nur 40% aller befragten Haushalte angaben im 10 kmUmkreis eines bestehenden Bürgerbüros zu wohnen. Vielmehr muss knapp 1/3 aller Haushalte 10-25 km zurücklegen, und mehr als ein Viertel aller Haushalte muss 25 – 30 km zurücklegen, um eine Dienstleistung des Landkreises nachfragen zu können. Immerhin zwei Prozent aller Haushalte gaben an, über 50 km vom nächsten Bürgerbüro entfernt zu wohnen. Das heißt, für mehr als 60% aller Haushalte würde die Verlagerung von Dienstleistungen auf die Ämter und Städte eine Verkürzung der Wege bedeuten, die zurückzulegen wären um eine Dienstleistung des Landkreises in Anspruch zu nehmen. [...]

78 kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch Zufall keine jungen Haushalte in die Erhebung eingegangen sind, oder selektiver Rücklauf für dieses Ergebnis verantwortlich ist. BORTZ/DÖRING (1995, S. 399) schlagen zur Präzisierung verzerrter Stichproben vor, die einzelnen Kategorien unterschiedlich zu gewichten. Hier wurde davon aber abgesehen, weil in der Gruppe der unter 25-jährigen keine Daten vorliegen, die „hochgewichtet“ werden könnten und nicht auszuschließen ist, dass durch die Gewichtung der anderen Kategorien die Verzerrung der Daten noch verstärkt würde. Da nichts Definitives über die Natur der oben beschriebenen Abweichungen gesagt werden kann, bleibt nur die Möglichkeit die Zufallsstichprobe so wie sie ist zu akzeptieren und bei der Interpretation der anderen personenbezogenen Kategorien diese Unterschiede zu berücksichtigen. [...]

Arbeit zitieren:
Kathmann, Jan-Hendrik Juni 2004: Potentiale von E-Government für die öffentliche Verwaltung im ländlichen Raum, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Geographie, Verwaltungsreform, Raumplanung, Regionalplanung, Informationstechnologie

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