Positionierungsstrategien in der gewerblichen PC-Nutzung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Gerd Liegerer
- Abgabedatum: Januar 2000
- Umfang: 102 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Institution / Hochschule: Johannes Kepler Universität Linz Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5148-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5148-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5148-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Liegerer, Gerd Januar 2000: Positionierungsstrategien in der gewerblichen PC-Nutzung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Positionierung, IT-Marketing, Positionierungsstrategien, Service, Computer
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Diplomarbeit von Gerd Liegerer
Viele erfolgreiche Unternehmen haben in den letzten Jahren ihre Marketingstrategien umgestellt und konzentrieren sich, bedingt durch die große Anzahl an Konkurrenten und immer undurchsichtiger werdende Märkte, auf Punkte wie Differenzierung und Positionierung.
Diese beiden Begriffe werden im Zusammenhang mit den Worten Marketing, Kunden und Abhebung vom Massenmarkt immer öfter verwendet, allerdings sind sich manche Manager und Geschäftsführer nicht im Klaren, welche Bedeutung sie haben und bezeichnen ihre Pläne und Marketingaktivitäten unkorrekter Weise als Positionierungsstrategien.
Ziel dieser Arbeit ist es oben genannte Begriffe klar darzulegen bzw. ihren Zusammenhang zu erläutern, um anschließend ihre Möglichkeiten und Einsatzbereiche in der Computerindustrie aufzuzeigen.
Aufgrund meiner schulischen Ausbildung, ich besuchte die Höhere Technische Lehranstalt für Elektronische Datenverarbeitung (EDV) und Organisation in Leonding, und diverser Nebenjobs in dieser Branche, interessiere ich mich sehr für die Sparte der Personal Computer.
Wenn ich zurückdenke, mein erster Rechner war ein 80286er Prozessor mit 12 Megahertz ohne Festplatte und nur mit einem 5 ¼ „ Laufwerk ausgestattet. Dieses Geräte kostete damals rund 50.000.- ATS, da erstens die gesamte Entwicklung noch im Anfangsstadium steckte und zweitens die geringe Anzahl von Anbietern die Preise in der Höhe hielt.
Im letzten Jahrzehnt boomte diese Industrie förmlich, was logischerweise viele neue Wettbewerber auf den Markt trieb und ständig fallende Preise nach sich zog. Daraus folgend mußten sich die Firmen immer neuere Differenzierungsstrategien einfallen lassen um sich von der Masse der übrigen Konkurrenz abzuheben. In diesem Zusammenhang spielt auch das Wort Positionierung eine wesentliche Rolle, wobei Differenzierung und erstgenanntes sehr stark ineinander übergehen.
Weiters soll diese Diplomarbeit eine Grundlage für diverse EDV-Unternehmen darstellen, um sich anhand des beschriebenen Kriterienkatalogs (siehe Kapitel V) selbst im Markt einordnen zu können bzw. sich zu positionieren, Marktnischen zu erkennen und eventuelle Differenzierungsmöglichkeiten zur Konkurrenz zu finden.
Um den Leser Schritt für Schritt in die Positionierung der Computerindustrie einzuführen, werden vorweg diverse Begriffe erläutert, sowie der Personal Computer Markt abgegrenzt. Im weiteren sind die Grundlagen der Differenzierung bzw. Positionierung, sowie deren Eingliederung in den Marketingprozeß, einzelne Positionierungsarten und -varianten, aber auch das Modell zur erfolgreichen Positionierung zu finden. Dieses Positionierungsraster wird zuerst allgemein aufgebaut und anschließend speziell auf die angesprochene Branche zugeschnitten.
Wichtig für solche Positionierungsstrategien ist es, die eigenen Möglichkeiten zu analysieren, d.h. einen SOLL / IST-Vergleich durchzuführen und die Konkurrenz zu lokalisieren bzw. am Markt objektiv einzuordnen.
Der nächste und eigentlich themenspezifische Teil dieser Diplomarbeit beschreibt die Entwicklung eines Positionierungsrasters im PC-Markt. Hier kommt es auf die richtige Wahl der Dimensionen und eine folgende exakte Einteilung der Wettbewerber an, um nicht eine bereits vergebene Position besetzen zu wollen. Im Zuge dieses Modells werden ebenfalls diverse Differenzierungsstrategien erwähnt, welche dem Produkt helfen sollen, sich in der ausgewählten „Marktnische“ zu etablieren.
Anmerkung:„Jedes Geschäft ist ein Nischengeschäft. Der einzige Unterschied besteht darin, daß die Nische des Marktführers etwas größer ist als die anderen Nischen – aber es bleibt trotzdem eine Nische.“.
Wurde die entsprechende Position gefunden, gilt es diese gegenüber der Öffentlichkeit (Stammkundschaft, aber auch zukünftige potentielle Zielgruppen) zu kommunizieren. Dabei ist auf die Wahl der richtigen Botschaft und Medien zu achten, um die ausgewählten Personen zu erreichen und auch anzusprechen, und die neue Position des Produktes bzw. seine Botschaft in ihren Köpfen zu speichern.
Last, but not least ist nach erfolgreicher Positionierung und Kommunikation die umso schwierigere Verteidigung jener angesagt, denn Erfolg zieht bekanntlich Nachahmer und Kopien nach sich, wobei die Computerbranche in diesen Punkten nicht einfach mit anderen Marktsektoren verglichen werden kann, da eine wesentliche Differenzierung zwischen privater und gewerblicher Nutzung dieser Geräte, vor allem in puncto Preis und (Netzwerk -) Stabilität, zu treffen ist.
Es wird also vorerst ein Modell für den gewerblichen Sektor entwickelt – unter Berücksichtigung der internationalen Computerkonzerne – und zuletzt steht eine Analyse der „Billiganbieter“ am Programm, denn der private Enduser ist mehr preissensibel als das gewerbliche Unternehmen.
Abschließend werden noch einige kommunikative Aspekte besprochen, denn ohne die richtige Vermittlung des Produktwertes bzw. der Botschaft an die richtige Zielgruppe, bringt die am besten geplante Positionierungsstrategie keine Erfolg.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Einleitung | 5 |
| II. | Aufbau der Arbeit | 7 |
| III. | Begriffe | 9 |
| 1. | Positionierung | 9 |
| 2. | Differenzierung | 12 |
| 3. | Der PC-Markt | 14 |
| IV. | Grundlagen der Positionierung und Differenzierung | 17 |
| 1. | Eingliederung in den Marketingprozeß | 17 |
| 2. | Voraussetzungen | 19 |
| 2.1 | Mindestanforderung an den anvisierten Markt | 20 |
| 2.2 | Imagehintergrund der Marke | 20 |
| 2.3 | Unterscheidbarkeit des eigenen Angebots von Mitbewerbern | 20 |
| 2.4 | Raumübergreifend und zukünftig tragfähig | 20 |
| 2.5 | Hohe Nutzenrelevanz | 20 |
| 3. | Arten der Positionierung | 23 |
| 3.1 | Aktive Positionierung | 23 |
| 3.2 | Dynamische Positionierung | 26 |
| 4. | Verfahren der Produktpositionierung | 28 |
| 4.1 | Allgemeines | 28 |
| 4.2 | Produktgrobpositionierung | 28 |
| 4.3 | Qualitativ-Heuristisches Verfahren | 31 |
| 4.4 | Quantitative Verfahren | 31 |
| 4.4.1 | Faktorenanalyse | 32 |
| 4.4.2 | Multiple Diskriminanzanalyse | 33 |
| 5. | Das Positionierungsmodell | 35 |
| 5.1 | Marktsegmentierung | 36 |
| 5.2 | Die Dimensionen im Modell | 36 |
| 5.3 | Positionierung in diesem Modell | 39 |
| 6. | Wichtige Positionierungsstrategien | 41 |
| 6.1 | Trading-Up | 42 |
| 6.2 | Markenservice-Strategie | 48 |
| 7. | Prinzipien der richtigen Markenpositionierung | 53 |
| 7.1 | Das Prinzip der Marktführerschaft | 53 |
| 7.2 | Das Prinzip der Kategorie | 53 |
| 7.3 | Das Prinzip des Gedächtnisses | 53 |
| 7.4 | Das Prinzip der Wahrnehmung | 54 |
| 7.5 | Das Prinzip der Dualität | 54 |
| 7.6 | Das Prinzip der Alternative | 54 |
| 7.7 | Das Prinzip der Fokussierung | 55 |
| 7.8 | Das Prinzip der Exklusivität | 55 |
| 7.9 | Das Prinzip der Opferbereitschaft | 55 |
| 7.10 | Das Prinzip der Markenausweitung | 56 |
| V. | Positionierungsstrategien in der gewerblichen PC-Nutzung | 58 |
| 1. | Entwickeln eines gewerblichen Rasters | 60 |
| 1.1 | Die Dimensionen | 60 |
| 1.1.1 | Reputation | 61 |
| 1.1.2 | Service | 61 |
| 1.1.3 | Distribution | 62 |
| 1.1.4 | Garantie | 62 |
| 1.1.5 | Kompatibilität | 63 |
| 1.2 | Kriterien der Dimensionen | 63 |
| 1.3 | Das Positionierungsraster | 65 |
| 1.4 | Positionierung der Big Four | 67 |
| 1.4.1 | IBM | 69 |
| 1.4.2 | COMPAQ | 69 |
| 1.4.3 | Hewlett Packard | 70 |
| 1.4.4 | DELL | 71 |
| 1.5 | Die Marktstellung des eigenen Unternehmens | 75 |
| 1.6 | Strategische Marktnischen und zukünftige Chancensraumes | 76 |
| 2. | Die Soll-Position | 77 |
| 2.1 | Corporate Identity | 80 |
| 2.2 | Die Zielgruppe | 81 |
| 2.3 | Innovation versus Marktnische | 81 |
| 2.4 | Die Kommunikation | 82 |
| 2.4.1 | Der Wert des Produktes | 82 |
| 2.4.2 | Die Differenzierung | 83 |
| 2.4.2.1 | Die Produktleistungen | 89 |
| 2.4.2.2 | Diverse Verwendungsmöglichkeiten | 89 |
| 2.4.2.3 | Das Preis-Leistungs-Verhältnis | 90 |
| 2.4.3 | Medienwahl | 91 |
| VI. | Abschließende Bemerkung | 93 |
| Literaturverzeichnis | 95 |
Die Strategie der Markenausweitung - man benutzt den bisher erfolgreich positionierten Namen eines Produktes, um weitere am Markt einzuführen - ist zur Zeit sehr beliebt. Über eine mögliche Zerstörung der aktuellen Marktstellung denkt dabei im Vorfeld keiner nach. Beispielsweise schwenkte Blend – a - med den Fokus statt wie bisher auf „Parodontose“, auf Schlagwörter wie „Langzeitschutz“ und Medicweiß“, wodurch die Konsumenten eher verwirrt wurden, als ihnen dies bei der Auswahl der richtigen Marke half. Die Chance nützte Odol mit der Odol Med 3 („3 fach – Schutz“) und schnappte dadurch Blend –a – med viele Stammkunden weg. Eine weiterer Nachteil der Markenausweitung ist, daß die Marke latent wird, d.h. sie ist zwar vorhanden, jedoch nimmt sie keiner mehr wahr. Der Computerriese IBM ist das beste Beispiel dafür. Anfangs expandierte man mit großen Erfolg, denn es gab keine klar positionierte Konkurrenz. Heute steht man Wettbewerbern in allen Segmenten gegenüber, COMPAQ (PC – Markt), DELL (PC – Direktvertrieb), Sun (Workstations), usw. [...]
Das wesentliche Ziel, hat man nicht ohnehin die Marktführerschaft inne, muß es sein, die erste Alternative zur Nummer 1 zu werden. Um diese Gegenposition zu finden, sollte man folgende Schritte in die Strategiefindung miteinbeziehen: die Stärke des Marktführers finden die Schwäche in der Stärke finden an dieser „Schwäche in der Stärke“ fokussiert attackieren Der Fehler vieler Unternehmungen liegt darin, daß sie den Marktführer imitieren wollen, anstatt ihn herauszufordern und mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Zum Beispiel war Mercedes der Inbegriff von Fahrstil und Qualität in den 60er Jahren. Was tat BMW dagegen? Mercedes wurde von BMW als fahrendes Wohnzimmer hingestellt und BMW positionierte sich als Synonym für Fahrfreude und Dynamik. [...]
Der springende Punkt bei der Servicestrategie ist, wie bei der Trading – Up – Positionierung, die Marktsegmentierung. Die wesentliche Frage, die es hier zu klären gibt, beschäftigt sich mit der Zielgruppe und ihrem Wunsch nach Service, Unterstützung oder Wartung. Existiert für das Marktsegment, in dem ich mich bewege, kein Bedarf solcher Art, muß ich dennoch auf die Bereitstellung von Dienstleistungen nicht verzichten. Die Idee ist, sich die eigene etablierte Marke zu nutze zu machen, um im Servicesektor zu expandieren, d.h. Leistungen anzubieten, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang zum eigentlichen Produkt stehen. Die einzige, aber nicht ganz unbedeutende Gefahr die dadurch entsteht, ist daß meine Stammkunden der Meinung sind, ich vernachlässige mein ursprüngliches Geschäft und wechseln zum Wettbewerber. Dieses Risiko muß im Vorfeld sehr genau unter die Lupe genommen werden, um anschließend keine Überraschungen zu erleben. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832451486
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Positionierung, IT-Marketing, Positionierungsstrategien, Service, Computer



