Positionierungsmöglichkeiten städtischer Großveranstaltungen
Am Beispiel des Volksbank-Münster-Marathon
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Laura Dertmann, geb. Globig
- Abgabedatum: Dezember 2003
- Umfang: 118 Seiten
- Dateigröße: 2,6 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Osnabrück Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7737-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7737-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7737-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dertmann, geb. Globig, Laura Dezember 2003: Positionierungsmöglichkeiten städtischer Großveranstaltungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Marketing-Management, Strategisches Marketing, Sportveranstaltung, Zielgruppenbestimmung, Läuferumfrage
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Diplomarbeit von Laura Dertmann, geb. Globig
Einleitung:
Im Zentrum dieser Arbeit stehen Positionierungsmöglichkeiten städtischer Großveranstaltungen. Diese Thematik wird speziell an dem Beispiel des Volksbank-Münster-Marathons untersucht, der seit dem Jahr 2002 die Münsteraner Veranstaltungslandschaft erweitert.
Seit Jahren erfährt der Laufsport einen großen Zuwachs. Die Zahl der aktiven Läufer ist stark angestiegen, wie auch die Zahl der Marathonläufer. Bestehende Marathonveranstaltungen nehmen an Größe zu und immer weitere Laufevents entstehen: Allein im Jahr 2003 wurden mit den Marathons in Düsseldorf und Dortmund zwei neue Veranstaltungen in der näheren Münsteraner Umgebung neu geschaffen. Auch wenn einzelne Veranstalter noch mit einem Steigerungspotenzial von bis zu 20% rechnen, kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass der Markt in den nächsten Jahren gesättigt sein wird und einige Marathonveranstaltungen verschwinden werden.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem Bereich aus dem strategischen Marketing. Es handelt sich um das Thema der Positionierung, das sich mit der strategischen Platzierung eines Produktes, einer Dienstleistung oder eines Unternehmens in der Wahrnehmung des Verbrauchers befasst. Die Notwendigkeit einer konzeptionellen Positionierung ergibt sich insbesondere bei sehr ähnlichen Produkten oder Dienstleistungen. Bei Marathonveranstaltungen bestimmt nicht nur die eigentliche Dienstleistung den Erfolg, sondern viele weitere Faktoren, die im Rahmen dieser Arbeit untersucht und zu einer Positionierung des Volksbank-Münster-Marathons herangezogen werden, damit diese Veranstaltung langfristig erfolgreich organisiert und durchgeführt werden kann.
Zunächst bekommt der Leser einen Einblick in das Thema der Positionierung, eingegliedert in den allgemeinen Marketingkontext. Er erhält hier Informationen über die Bedeutung der Positionierung, die Voraussetzungen dafür sowie eine sinnvolle Vorgehensweise. Außerdem werden verschiedene thematische und grafische Positionierungsmodelle vorgestellt. Der Volksbank-Münster-Marathon ist nicht nur eine Laufsportveranstaltung, sondern auch eine städtische. Darum wird im dritten Kapitel der Markt für städtische Veranstaltungen charakterisiert. Dazu gehören neben Begriffsdefinitionen auch die Herausstellung verschiedener Anspruchsgruppen und ihrer jeweiligen Ziele, sowie die Finanzierungsmöglichkeiten und ein Einblick in die Institution Stadtmarketing inkl. ihrer Aufgaben und Zielsetzungen. Kapitel 4 stellt das Themengebiet Marathon sowie die deutsche Marathonlandschaft vor. Dabei steht vor allem im Mittelpunkt, kritische Erfolgsfaktoren von Marathonveranstaltungen heraus zu arbeiten sowie die Hauptkonkurrenten des Volksbank-Münster-Marathons zu identifizieren.
Bevor abschließend Möglichkeiten der Positionierung im Vergleich zu anderen städtischen Veranstaltungen und anderen Marathons aufgezeigt werden, werden die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter knapp 2000 Teilnehmern des Volksbank-Münster-Marathons erläutert und analysiert. Inhalte der Studie waren neben der Entwicklung eines Läuferprofils vor allem die Qualitätsüberprüfung der Veranstaltung, um ihre Stärken und Schwächen herausarbeiten zu können. Dazu kommen die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Stadt Münster sowie das Umland und eine Bewertung des Sponsorenengagements. Eine weitere Komponente zur Definition der Hauptkonkurrenten des Volksbank-Münster-Marathons stellt ein Fragenkomplex dar, der sich mit den Lieblingsmarathons der jeweiligen Läufer befasst. Die Empfehlungen, die im letzten Kapitel ausgesprochen werden, werden anhand der in Abschnitt 2.4 definierten Vorgehensweise zur Positionierung gegliedert. Der Volksbank-Münster-Marathon wird als Marathonveranstaltung im Vergleich zu seinen Konkurrenzmarathons und auch zu den wichtigsten Münsteraner Veranstaltungen positioniert. Grafische Darstellungen runden das Kapitel ab.
Als Informationsquellen dienten neben betriebswirtschaftlicher Literatur und sportlichen Fachpublikationen vor allem persönliche Gespräche mit dem Münster-Marathon e.V., dem Münsteraner Stadtmarketing sowie verschiedenen Veranstaltern anderer Marathons und städtischer Veranstaltungen.
Zusammenfassung:
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Positionierung einer städtischen Großveranstaltung und bearbeitet diese Thematik am Beispiel des Volksbank-Münster-Marathons. Dieses Thema ist dem strategischen Marketing zuzurechnen, da sich Positionierungen mit der strategischen Platzierung eines Produktes, einer Dienstleistung oder eines Unternehmens in der Wahrnehmung des Verbrauchers befassen. Die Notwendigkeit einer konzeptionellen Positionierung ergibt sich insbesondere bei sehr ähnlichen Produkten oder Dienstleistungen.
Bei Marathonveranstaltungen bestimmt nicht nur das Image den Erfolg, sondern viele weitere Faktoren, die im Rahmen dieser Arbeit herausgearbeitet und letztendlich zu einer Positionierung des Volksbank-Münster-Marathons herangezogen werden, damit diese Veranstaltung langfristig erfolgreich organisiert und durchgeführt werden kann. Informationen liefern umfangreiche Analysen des internen und externen Unternehmensumfeldes des Münster Marathon e.V., darunter eine Charakterisierung des Münsteraner Veranstaltungsmarktes sowie des nationalen Marathonmarktes. Ein weiterer Dreh- und Angelpunkt ist eine umfangreiche Läuferumfrage, die speziell zu dem Zweck durchgeführt wurde, die Stärken und Schwächen der Veranstaltung aus Teilnehmersicht darzulegen. Die Ergebnisse sind methodisch einwandfrei ermittelt worden und basieren auf knapp 2000 Datensätzen; aufgrund dieser Tatsache lässt sich ein sehr genaues Bild der Läufer ermitteln.
Die Arbeit schließt mit zahlreichen Empfehlungen und Positionierungshinweisen, die die praktische Durchführung der Positionierung ermöglichen und somit konkrete Hilfestellung zur Umsetzung des Positionierungsmodells geben.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Inhaltsverzeichnis | |
| II. | Abbildungsverzeichnis | IV |
| III. | Tabellenverzeichnis | V |
| 1. | Einleitung | 6 |
| 2. | Der Begriff der Positionierung im Marketing-Kontext | 8 |
| 2.1 | Begriffsdefinition und Begrenzung des Aufgabenfeldes des Marketing-Management | 8 |
| 2.2 | Die Bedeutung der Positionierung | 9 |
| 2.3 | Überblick über die Grundsatzstrategien der Produktpositionierung | 11 |
| 2.4 | Die Vorgehensweise bei einer wettbewerbsorientierten Positionierung | 12 |
| 2.4.1 | Die Bestimmung eigener Unternehmensmerkmale (Analyse interner Faktoren) | 12 |
| 2.4.2 | Die Durchführung einer Branchenanalyse (Analyse externer Faktoren) | 13 |
| 2.5 | Positionierungskonzepte und -modelle | 15 |
| 2.5.1 | Die inhaltliche Modellierung | 15 |
| 2.5.2 | Grafische Darstellungsmöglichkeiten | 18 |
| 2.6 | Die Problematik der Produktpositionierung | 20 |
| 3. | Der Markt für städtische Veranstaltungen | 21 |
| 3.1 | Begriffsdefinition und Begrenzung der Analyse | 21 |
| 3.2 | Die Definition von Anspruchsgruppen und ihrer Ziele | 23 |
| 3.3 | Die Finanzierungsmöglichkeiten städtischer Veranstaltungen | 25 |
| 3.4 | Die Stadt als Produkt: Über die Notwendigkeit des Stadtmarketings | 26 |
| 3.4.1 | Die Ziele und Aufgaben des Stadtmarketing | 26 |
| 3.4.2 | Die Bedeutung von Events für die Erreichung der Stadtmarketing-Ziele | 28 |
| 3.4.3 | Die Besonderheiten städtischer Sportveranstaltungen | 29 |
| 3.5 | Der Veranstaltungsmarkt der Stadt Münster | 30 |
| 3.5.1 | Das Stadtmarketing- und die Imageziele der Stadt Münster | 30 |
| 3.5.2 | Übersicht wichtiger Münsteraner Großveranstaltungen | 31 |
| 4. | Deutsche Marathons im Kontext kritischer Erfolgsfaktoren | 34 |
| 4.1 | Einführung in das Themengebiet „Marathon“ | 34 |
| 4.2 | Die deutsche Marathonlandschaft | 35 |
| 4.2.1 | Charakterisierung des Volksbank-Münster-Marathons | 36 |
| 4.2.2 | Die Definition der Hauptkonkurrenten des Volksbank-Münster-Marathons | 37 |
| 4.3 | Die kritische Erfolgsfaktoren von Marathonveranstaltungen | 43 |
| 5. | Die empirische Analyse der Läuferansprüche und -zufriedenheit | 46 |
| 5.1 | Die Bestimmung der Grundgesamtheit und der Stichprobe | 46 |
| 5.2 | Die Befragungsform | 48 |
| 5.3 | Das Ziel der Studie und Aufbau des Fragebogens | 49 |
| 5.4 | Angewandte statistische Auswertungen und Tests | 51 |
| 5.4.1 | Deskriptive Statistik | 51 |
| 5.4.2 | Statistische Testverfahren | 52 |
| 5.5 | Die Ergebnisse der Läuferumfrage | 53 |
| 5.5.1 | Entwicklung eines Läuferprofils der Teilnehmer | 53 |
| 5.5.2 | Qualitätsüberprüfung der Veranstaltung | 56 |
| 5.5.3 | Touristische und wirtschaftliche Auswirkungen für Stadt und Region | 60 |
| 5.5.4 | Die Bewertung der Sponsorenengagements | 63 |
| 5.5.5 | Die Bewertung des Rahmenprogramms | 65 |
| 5.5.6 | Differenzierung der Wahrnehmung von neuen und erfahrenen Marathonläufern | 67 |
| 5.5.7 | Vergleich des Volksbank-Münster-Marathons mit weiteren Marathons | 68 |
| 6. | Die Ergebnisanalyse für die Positionierung und Empfehlungen | 71 |
| 6.1 | Analyse interner Unternehmensfaktoren des Münster-Marathon e.V. | 71 |
| 6.2 | Definition der Brancheneinflüsse des Volksbank-Münster-Marathons | 74 |
| 6.2.1 | Feststellung volkswirtschaftlicher Charakteristika und Wettbewerbsanalyse | 74 |
| 6.2.2 | Definition der treibenden Kräfte | 77 |
| 6.2.3 | Identifikation der Wettbewerber und ihrer Positionierung | 78 |
| 6.2.4 | Betrachtung kritischer Erfolgsfaktoren | 84 |
| 6.2.5 | Prognose zukünftiger Entwicklungen | 84 |
| 6.3 | Überprüfung und Festlegung der Position des Volksbank-Münster-Marathons | 85 |
| 6.3.1 | Bestimmung der aktuellen Position | 85 |
| 6.3.2 | Die aktuelle Position im Vergleich zu städtischen Großveranstaltungen | 88 |
| 6.3.3 | Festlegung der Position des Volksbank-Münster-Marathons | 89 |
| 6.4 | Empfehlungen zur Stärkung der Position | 90 |
| 7. | Fazit | 93 |
| IV. | Quellenverzeichnis | 95 |
| V. | Anhangsverzeichnis | 105 |
| Eidesstattliche Erklärung |
Die Konkurrenz an Marathonveranstaltungen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Dank des höheren Angebotes können die Läufer heute höhere Ansprüche an die Organisation geltend machen, wie zum Beispiel an die Strecke, das Rahmenprogramm oder die individuelle Betreuung. Immer mehr Sponsoren müssen gefunden werden, um die gewünschten Extras der Läufer finanzieren zu können. Ebenso herrscht die Meinung vor, dass ein dauerhafter Erfolg der Veranstaltung nur gewährleistet werden kann, wenn interessante und prominente Stars anwesend sind und ein entsprechendes Rahmenprogramm geboten wird216. Es stellt sich vermehrt die Frage, welche Faktoren tatsächlich den größten Einfluss auf den Erfolg einer Marathonveranstaltung haben. Als Erfolgsfaktoren können solche bezeichnet werden, die über Erreichen oder Nicht-Erreichen der gesetzten Ziele entscheiden217. Dabei muss differenziert werden, ob diese Faktoren vom Unternehmen oder Management selbst kontrollierbar sind (zum Beispiel Personalentscheidungen) oder ob sie von externen Kräften abhängen (z. B. Demografie der Bevölkerung)218. Kritische Erfolgsfaktoren können per Definitionem nur solche sein, die durch das Unternehmen oder sein Management beeinflusst werden können219. Generell stellt sich die Frage nach den Potenzialen eines Unternehmens oder eben eines Organisationskomitees einer Veranstaltung. Tabelle 4 gibt eine Übersicht, welche Aspekte zu den strategischen Erfolgsfaktoren gehören. Potenziale Leistungspotenziale Beschaffung Absatz Personal Kapital Führungspotenziale Planung Information Organisation Unternehmenskultur Strategische Erfolgsfaktoren Qualität der Vorprodukte Grad der Abhängigkeit von Lieferanten Markenname Produktqualität Qualifikation, Motivation Identifikation mit der Firma Eigene Ressourcen Zugang zum Kapitalmarkt Flexibilität der Planung Einsatz von Techniken Computergestützte Informationssysteme Früherkennungssysteme Anzahl der Hierarchieebenen Flexibilität/Lernfähigkeit der Organisation Innovationsfähigkeit Grad der Außenorientierung [...]
Der Rhein-Ruhr-Marathon Duisburg wird seit 1981 (mit zwei kürzeren Unterbrechungen) veranstaltet. Jahrelang einziger Marathon im Ruhrgebiet, findet der Duisburger Marathon, aufgrund der aufkeimenden Konkurrenz durch den Köln Marathon im Oktober und die Marathons in Dortmund und Düsseldorf im Frühjahr, nunmehr jährlich im Juni statt212. Ca. 2000 Teilnehmer zahlen jährlich 43 bis 55€, um den Duisburger Rundkurs mit zwei Rheinüberquerungen zu bestreiten213. Der Duisburger Marathon ist heute nur noch ein reiner Volkslauf, der ohne Starläufer auskommt. Mit einer Zeit von 02:27:08 gehört man hier schon zu den Siegern, vor 13 Jahren musste man noch knapp eine Viertelstunde schneller sein. Die guten Zeiten dieses Marathons scheinen vorbei zu sein, auch der Zuschauerzuspruch hat stark abgenommen214. 4.2.2.2.6 Der Steinfurter Marathon [...]
Kurz nach dem Ruhr-Marathon, nämlich im Mai 2003, feierte der Rhein-Marathon Düsseldorf seine Premiere. Für den Teilnahmebeitrag von 36 bis 51€ liefen knapp 6500 Läufer durch die Innenstadt und am Rhein entlang208. Auch Handbiker und Skater waren zugelassen209. Ca. 250.000 Zuschauer waren an der Strecke, um das Rahmenprogramm und die Läufer zu erleben. Im ersten Jahr waren nur wenige internationale Stars am Start, sodass die Bestzeit von 2:20:45 den Rhein Marathon zunächst ins Mittelfeld gelangen lässt210. Auch gab es noch keine hohen Siegprämien, sondern nur Sachleistungen und Gutscheine im dreistelligen Bereich. Im nächsten Jahr sind eine Steigerung der Teilnehmerzahlen auf 10.000 Personen, der Start von Weltklasseläufern sowie Antritts- und Siegprämien (ermöglicht durch neue Sponsoren) geplant 211. 4.2.2.2.5 Der Rhein-Ruhr-Marathon Duisburg [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832477370
Arbeit zitieren:
Dertmann, geb. Globig, Laura Dezember 2003: Positionierungsmöglichkeiten städtischer Großveranstaltungen, Hamburg: Diplomica Verlag
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