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Positionierung einer Dienstleistungsmarke im Gesundheitswesen

Positionierung einer Dienstleistungsmarke im Gesundheitswesen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian W. Kainz
  • Abgabedatum: März 2003
  • Umfang: 124 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Klagenfurt Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6725-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6725-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6725-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kainz, Christian W. März 2003: Positionierung einer Dienstleistungsmarke im Gesundheitswesen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gesundheitswesen Österreich, Markenpositionierung, Markenidentität, Markenstrategien, Integrierte Kommunikation

Diplomarbeit von Christian W. Kainz

Einleitung:

Die Bruttowertschöpfung und der Beschäftigungsanteil des tertiären Sektors weisen den größten Anteil in den Industrieländern auf. Seit Ende der achtziger Jahre widmet sich die Wissenschaft dem Management von Dienstleistungen, jedoch konnte trotz dieser Bemühungen noch keine ausreichende Definition des Dienstleistungsbegriffes hervorgebracht werden.

Im Rahmen meiner Diplomarbeit werde ich versuchen die verschiedenen Dienstleistungen innerhalb des Gesundheitswesen abzugrenzen. Der Gesundheitssektor in Österreich wird zuvor überblickend betrachtet, wobei dem Wandel im Gesundheitssystem ein besonderes Augenmerk geschenkt wird, da zunehmend die Kundenorientierung in den Gesundheitsorganisationen an Bedeutung gewinnen wird. Gesundheitsbetriebe und Unternehmen mit öffentlichem Verwaltungsauftrag werden zunehmend mit der Entwicklung des marktorientierten Wirtschaftssystems konfrontiert, da letztendlich die Kunden bzw. Patienten über Produkte und Dienstleistungen und damit über den Unternehmenserfolg entscheiden.3 Der Kundenbegriff darf im Gesundheitswesen jedoch nicht zu eng gefasst werden, da es mehrere Ziel- bzw. Anspruchsgruppen gibt, deren Erwartungen man bestmöglich erfüllen möchte. In der Praxis erscheint das Management mehrerer Anspruchsgruppen als besondere Herausforderung für die Führungskräfte und allen anderen internen Ressourcen von Gesundheitsorganisationen. Eine konkrete Umsetzung der Kundenorientierung im Gesundheitswesen ist bislang nur in einigen Teilbereichen, vor allem im Qualitätsmanagement, fortgeschritten.

Bereits vor dem Konzept und der schriftlichen Ausarbeitung meiner Diplomarbeit habe ich mir überlegt, wie man in Organisationen des Gesundheitswesens den Focus auf die Kunden orientieren kann und inwiefern eine Unternehmensmarke dazu die Motivation geben kann. Diese Arbeit richtet sich daher an Führungskräfte, Ärzte und alle anderen Entscheidungsträger in Gesundheitsorganisationen, sowie die niedergelassenen Ärzte, die ebenfalls als Unternehmer im Gesundheitswesen angesehen werden können.

In diesem Zusammenhang ermöglicht die Dienstleistungsmarke im Gesundheitsbereich als ganzheitliches Unternehmenskonzept ein effizientes Management aller Anspruchsgruppen und vor allem eine Differenzierung zu den Wettbewerbern. Die Integration des externen Faktors, also des Patienten, macht die Positionierung einer Marke im Gesundheitswesen um einiges schwieriger, da eine wirksame Differenzierung zu den Konkurrenten fast nur über die internen Ressourcen erfolgen kann. Die Positionierung, als Kernentscheidung des Marketing, darf daher in Gesundheitsorganisationen nicht vernachlässigt werden, da diese erst einen Markenaufbau bzw. eine Markenidentität ermöglicht. Als strategische Voraussetzungen für den Aufbau einer starken Marke dienen in meiner Arbeit die Markenidentität als Basis für die Markenführung, die kulturelle Verankerung der Marke im Unternehmen und die Qualität als erfolgbestimmende Dimension in Gesundheitsorganisationen. Das Streben nach Qualitätskonsistenz gestaltet sich jedoch im Gesundheitswesen als besonders schwierig, aufgrund der starken persönlichen Interaktion zwischen internen und externen Faktoren in diesen Dienstleistungsorganisationen. Das Bestehen eines Corporate Identity-Konzeptes im Unternehmen wird meines Erachtens für die Schaffung einer wertvollen Marke im Gesundheitswesen von besonderer Bedeutung sein. Im Zuge der Identität müssen bereits im Vorfeld markenpolitische Strategien getroffen werden. Der Großteil der Dienstleistungsunternehmen verwendet als Markenstrategie die Dachmarke oder auch Corporate Brand genannt. Nahezu 80 Prozent aller angemeldeten Dienstleistungsmarken stellen Dachmarken dar.5 Aufgrund der ganzheitlichen Darstellung des Unternehmens eignet sich diese Strategie besonders für die Organisationen im Gesundheitswesen, wobei die restlichen grundlegenden Markenstrategien nicht unerwähnt bleiben. Zuguterletzt bewirkt die integrierte Kommunikation im Unternehmen die letzte Maßnahme meines Konzeptes einer Positionierung der Marke im Gesundheitswesen. Im letzten Teil meiner Diplomarbeit wird vor allem auf die Mitarbeiterzufriedenheit eingegangen, die in Gesundheitsorganisationen zu mehr Kundenzufriedenheit führt, wobei die Markenidentität bzw. Vision des Unternehmens einen extrem wichtigen Beitrag zur Motivationssteigerung aller internen Ressourcen liefern kann.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit des Marketing im weiteren Sinne und der Dienstleistungsmarke im engeren Sinne zu beschreiben sowie mögliche strategische und operative Vorgehensweisen näher zu erläutern.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
2. Das Gesundheitswesen in Österreich 4
2.1 Definition des Begriffes Gesundheit 5
2.2 Die Besonderheiten des Gesundheitsmarktes 6
2.3 Allgemeine soziodemografische Daten und rechtliche Aspekte 8
2.4 Leistungen, Kosten und Finanzierung des österr. Gesundheitssystems 12
2.4.1 Rechtsträger von Krankenanstalten in Österreich 13
2.4.2 Finanzierung und Leistungen des Gesundheitssystems 14
2.5 Der Wandel im Gesundheitssektor 20
2.5.1 Reformen im österreichischen Gesundheitswesen 21
2.5.2 Schnittstellenproblematik im Gesundheitsbereich 26
2.6 Abgrenzungsversuche von Dienstleistungen im Gesundheitswesen 31
2.6.1 Begriffsabgrenzungen von Dienstleistungen 32
2.6.2 Einordnung der Gesundheitsdienstleistung in eine Leistungstypologie 36
2.6.2 Die Integration des externen Faktors im Gesundheitswesen 42
3. Positionierung einer Marke im Gesundheitswesen 48
3.1 Positionierung – Kernentscheidung des Marketing 50
3.2 Strategischen Voraussetzungen für den Aufbau einer Marke 56
3.2.1 Markenidentität als Basis für die Markenführung 60
3.2.2 Kulturelle Verankerung der Marke im Unternehmen 63
3.2.3 Die Bedeutung von Qualität als erfolgsbestimmende Dimension 71
3.3 Markenstrategien als Handlungsoption 83
3.4 „Operative“ Maßnahmen für den Aufbau einer starken Marke 89
3.4.1 Aufbau und Pflege von Marken durch integrierte Kommunikation 91
3.4.2 Kundenzufriedenheit durch Mitarbeiterzufriedenheit 97
4. Zusammenfassung und Ausblick 101
Literaturverzeichnis 105

Automatisiert erstellter Textauszug:

gruppen ein Mehrwert bzw. Zusatznutzen manifestiert. Die Positionierung ist somit ein strategisches Marketing-Instrument, das den Führungskräften erlaubt, die Stellung ihres Unternehmens am Markt festzustellen und daraus Handlungsalternativen ableiten zu können.177 Die zentrale Aufgabe einer Positionierung im Allgemeinen und der Positionierung von Marken ist die Festlegung der zukünftigen Stellung eines Leistungsangebotes im Markt und im Wettbewerb. Die Positionierung kann daher als ein Initiator angesehen werden, der die Richtung für einen effizienten Einsatz des Marketing-Mix bzw. der Markenpolitik vorgibt.178 Durch den Prozesscharakter der Dienstleistung sowie der Integration der Kunden in den Leistungserstellungsprozess gestaltet sich die Erfassung der für die Positionierung notwendigen kaufrelevanten Eigenschaften weitaus komplexer und dynamischer.179 Umso deutlicher wird bei dieser Betrachtung die Markenpolitik und Bedeutung der Markenpositionierung im Gesundheitswesen.180 Bevor sich die Führungskräfte in einer Gesundheitsorganisation jedoch sofort mit dem Aufbau einer Marke widmen, gilt es vorher noch genau zu klären und zu analysieren, welche Leistungen exzellent ausgeführt und angeboten werden. Der Kern der Positionierungs-Idee ist jener, den Erfolgsfaktor zu finden, in dem das Unternehmen unter Aufbietung aller Kräfte wirklich exzellent wird und diese Exzellenz professionell am Markt platziert. In den Köpfen der Patienten, Angehörigen und Zuweiser formt sich also ein Szenario des Gesundheitsmarktes, in dem bestimmte Anbieter als besonders kompetent, neutral oder inkompetent für bestimmte Handlungen eingeschätzt werden. Durch dieses Szenario formt sich bei den Kunden eine geheime „Positionierungs-Landkarte“ des Marktes.181 Diese Ansicht klingt zwar etwas überspitzt, da die Patienten den vollkommenen Gesundheitsmarkt aufgrund der Komplexität und ihrem Informationsmangel bezüglich medizinischer Behandlungen nie richtig abschätzen können, jedoch kann dieser Ansatz regional durchaus legitim wirken. Die Kunden haben in ihrem regionalen Umkreis einen größeren Erfahrungs- und Vertrauensvorsprung und können somit die Leistungen der Anbieter von Gesundheitsleistungen besser abschätzen. [...]

Unter dem Begriff der Positionierung versteht man das Bestreben des Unternehmens, sein Angebot so zu gestalten, dass es im Bewusstsein der Zielkunden einen besonderen, geschätzten und von den Wettbewerbern abgesetzten Platz einnimmt.174 Der Positionierungs-Begriff nach Kotler/Bliemel wird in diesem Zusammenhang jedoch eher operativ betrachtet. Das Konstrukt der Positionierung zeichnet sich durch eine schnelle Diffusion aus und wird daher keineswegs einheitlich verwendet. Dementsprechend ist eine eindeutige Begriffsbestimmung in der Marketing-Theorie und –Praxis kaum zu finden, das eine Systematisierung des Begriffes um einiges komplexer und schwieriger gestaltet.175 „Im Rahmen der strategischen Positionierung erhalten Dienstleistungsmarken, prozesse, strategische Geschäftseinheiten oder ganze Dienstleistungsunternehmen aufgrund der wahrgenommenen Ausprägungen von Eigenschaften (z.B. durch Kundenbefragung) eine bestimmte Position in einem mehrdimensionalen Merkmalsraum. Ziel ist es, die Unternehmensleistung so zu gestalten, dass die von den Kunden wahrgenommenen Eigenschaften mit den von ihnen gewünschten SOLL-Eigenschaften in Übereinstimmung gebracht werden.“176 Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass sich durch die Position der Marken, Produkte oder Dienstleistungen in den Köpfen der Ziel173 174 175 176 [...]

ter und Dienstleistungs-Nachfrager stellen wichtige interne und externe Ressourcen für die Unternehmensführung dar. Das Markenmanagement beeinflusst die Unternehmensführung in ihren strategischen Entscheidungen und vice versa, da aufgrund der ganzheitlichen Betrachtungsweise die Marken- und Unternehmensführung immer mehr integriert werden. Ideal für diesen ganzheitlichen Unternehmensansatz bei Dienstleistungen im Gesundheitswesen bietet sich die identitätsorientierte Markenführung an.169 Die Dienstleistungsmarketing-Strategie soll dabei hilfreich sein, die Leistung einer Gesundheitsorganisation zu positionieren, indem eine Identität erzeugt wird, die z.B. das Krankenhaus von vergleichbaren Anbietern unterscheidet und ebenfalls den Einsatzrahmen der Marketing-Instrumente festlegt.170 Dienstleistungsziele können als zukunftsbezogene Vorgaben verstanden werden und bilden die Grundlage für Dienstleistungsstrategien, welche globale und langfristige Verhaltenspläne darstellen. Innerhalb der Strategien wird die Festlegung der Marketinginstrumente des Dienstleistungsunternehmens vorgenommen. Wie man aus Abbildung 6 entnehmen kann, wird der Strategieprozess im Unternehmen des Gesundheitswesens stark von der Positionierung, die als Analyse- und Planungsinstrument im Dienstleistungsmarketing angewandt wird, und vom Marketing-Mix initiiert.171 [...]

Arbeit zitieren:
Kainz, Christian W. März 2003: Positionierung einer Dienstleistungsmarke im Gesundheitswesen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gesundheitswesen Österreich, Markenpositionierung, Markenidentität, Markenstrategien, Integrierte Kommunikation

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