Portfoliooptimierung von Dachfonds unter Verwendung von Hedge Fonds Stilindizes: Ein Multi-Ziel-Optimierungsansatz
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Martin Grzonka
- Abgabedatum: August 2004
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8416-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8416-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8416-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Grzonka, Martin August 2004: Portfoliooptimierung von Dachfonds unter Verwendung von Hedge Fonds Stilindizes: Ein Multi-Ziel-Optimierungsansatz, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Fund, Markewitz, Investmentmodernisierungsgesetz, Asset Allocation, Zertifikat
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Diplomarbeit von Martin Grzonka
Einleitung:
Schon seit Jahren steigt das verwaltete Vermögen der Hedge Fonds Branche. Während im Jahr 1993 das Volumen bei etwa USD 200 Milliarden lag, vervierfachte es sich in den darauffolgenden 10 Jahren. Das Wachstum scheint grenzenlos zu sein, denn im Jahr 2008 sollen Hedge Fonds weltweit etwa USD 1.700 Milliarden verwalten. So stellen sich immer mehr Anleger die Frage, ob sie einen Teil des Kapitals in Hedge Fonds investieren sollten. Sogar Bundesfinanzminister Hans Eichel hat durch das Investmentmodernisierungsgesetz den Vertrieb von Hedge Fonds in Deutschland seit Januar 2004 genehmigt und dadurch die bis dahin herrschende vertriebs- und steuerrechtliche Benachteiligung von Hedge Fonds abgeschafft.
Die Experten sind in zwei Lager gespalten. Die Befürworter verweisen auf das sehr attraktive Rendite-Risiko-Verhältnis und die Diversifikationsmöglichkeiten, weil Hedge Fonds Renditen nicht oder nur wenig korreliert zu Renditen von traditionellen Anlageklassen sind. Die Kritiker sehen in Hedge Fonds eine sehr intransparente Anlageform und mahnen zur Vorsicht. Auf die Frage was er von Hedge Fonds halten würde, antwortete Professor Eugene Fama von der Universität Chicago: "If you want to invest in something where they steal your money and don't tell you what they're doing, be my guest." Kritiker glauben in den hohen Mittelzuflüssen in Hedge Fonds eine spekulative Blase zu erkennen. Sie befürchten, dass der schnelle Anstieg der Mittelzuflüsse zu einer Reduzierung der Anlagemöglichkeiten führt. Außerdem besteht die Gefahr, dass infolge der starken Nachfrage unerfahrene Fondsmanager auf den Markt drängen und damit einzelne Hedge Fonds hohe Verlustrisiken aufweisen.
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Anlagekategorie Hedge Fonds auseinander. Im ersten Teil wird ein Überblick über die Hedge Fonds Branche und die rechtlichen Rahmenbedingungen gegeben. Der zweite Teil gibt Auskunft über die verschiedenen Hedge Fonds Strategien und die Risiken, die mit dieser Anlagekategorie zusammenhängen. Der dritte Teil bildet den Schwerpunkt dieser Arbeit. Nachdem die Indexproblematik von Hedge Fonds Indizes beschrieben wird, werden die Verteilungseigenschaften von den CSFB/Tremont Hedge Fonds Indizes aufgezeigt. Darauf aufbauend wird eine Portfoliooptimierung im 4-Momente-Kontext durchgeführt. Neben Rendite und Varianz werden auch Schiefe und Kurtosis in der Optimierung berücksichtigt. Das Ziel der Arbeit ist es, einen optimalen Dach Hedge Fonds aus der Vielzahl von Hedge Fonds Strategien zu konstruieren und zusätzlich ein optimales Portfolio bestehend aus Aktien, Renten und Hedge Fonds zu kreieren.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Begriff Hedge Fonds | 2 |
| 2.1 | Geschichtlicher Hintergrund | 2 |
| 2.2 | Definition und charakteristische Merkmale | 4 |
| 2.3 | Hedge Fonds Universum und zukünftige Entwicklungen | 8 |
| 3. | Rechtliche Rahmenbedingungen | 11 |
| 3.1 | Hedge Fonds Domizile | 11 |
| 3.1.1 | Onshore Hedge Fonds | 11 |
| 3.1.2 | Offshore Hedge Fonds | 13 |
| 3.2 | Besondere Bedingungen in Deutschland | 14 |
| 3.2.1 | Strukturierte Produkte | 14 |
| 3.2.2 | Hedge Fonds nach dem Investmentmodernisierungsgesetz | 17 |
| 3.2.2.1 | Single Hedge Fonds | 17 |
| 3.2.2.2 | Dach Hedge Fonds | 19 |
| 4. | Hedge Fonds Strategien | 21 |
| 4.1 | Relative Value | 21 |
| 4.1.1 | Convertible Arbitrage | 21 |
| 4.1.2 | Fixed Income Arbitrage | 24 |
| 4.1.3 | Equity Market Neutral | 25 |
| 4.2 | Event Driven | 26 |
| 4.2.1 | Risk Arbitrage | 26 |
| 4.2.2 | Distressed Securities | 28 |
| 4.3 | Opportunistic | 29 |
| 4.3.1 | Macro | 29 |
| 4.3.2 | Short Sellers | 30 |
| 4.3.3 | Long/Short Equity | 31 |
| 4.3.4 | Emerging Markets | 32 |
| 4.3.5 | Long Only | 32 |
| 5. | Renditequellen und Risiken von Hedge Fonds | 34 |
| 5.1 | Managerfähigkeiten und Risikoprämien | 34 |
| 5.2 | Spezifische Marktrisiken (Stilrisiken) | 35 |
| 5.2.1 | Marktrisiko | 35 |
| 5.2.2 | Kreditrisiko | 36 |
| 5.2.3 | Liquiditätsrisiko | 36 |
| 5.3 | Spezifische Strukturrisiken (Managerrisiken) | 36 |
| 5.3.1 | Operationales Risiko | 36 |
| 5.3.2 | Strategierisiko | 37 |
| 5.3.3 | Menschliches Risiko | 37 |
| 5.3.4 | Juristisches Risiko | 37 |
| 5.4 | Untersuchung von Hedge Fonds Ausfällen | 38 |
| 6. | Untersuchung von Hedge Fonds Indizes | 41 |
| 6.1 | Indexproblematik | 41 |
| 6.1.1 | Hedge Fonds Universum | 41 |
| 6.1.2 | Klassifikation | 42 |
| 6.1.3 | Diversifizierung | 44 |
| 6.1.4 | Asset versus equal weighting | 44 |
| 6.1.5 | Investierbarkeit | 45 |
| 6.1.6 | Gebühren | 45 |
| 6.1.7 | Survivorship Bias | 46 |
| 6.1.8 | Selection Bias | 47 |
| 6.1.9 | Backfill Bias/Instant History Bias | 47 |
| 6.1.10 | Liquidation Bias | 48 |
| 6.1.11 | Double Counting Bias | 48 |
| 6.1.12 | Reporting Bias | 48 |
| 6.1.13 | Correlation Bias | 49 |
| 6.2 | Verteilungseigenschaften | 49 |
| 7. | Portfoliobildung mit Hedge Fonds Stilindizes | 57 |
| 7.1 | Hintergrund und verwendete Daten | 57 |
| 7.2 | Portfoliokonstruktion im 4-Momente-Kontext | 59 |
| 7.3 | Ein Dach Hedge Fonds Portfolio und ein Portfolio aus Aktien, Renten und Hedge Fonds | 62 |
| 8. | Zusammenfassung | 72 |
| Anhangverzeichnis | 74 | |
| Anhang | 75 | |
| Literaturverzeichnis | 86 |
5.1 Managerfähigkeiten und Risikoprämien Es wird oft der falsche Eindruck erweckt, dass Hedge Fonds ihre Renditen nur durch das Ausnutzen von Marktineffizienzen erzielen. Viele Hedge Fonds bewegen sich aber in sehr effizienten und liquiden Märkten, z.B. Macro Hedge Fonds, die in globale Aktien- und Rentenmärkte, Rohstoffmärkte und Währungen investieren. In diesen Märkten kommt es nur sehr selten zum sogenannten „free lunch“. Vielmehr lassen sich die Renditen auf zwei wesentliche Quellen zurückführen: Fähigkeiten des Managers und Risikoprämien. Hedge Fonds erhalten eine Risikoprämie als Entschädigung für das bewusste Eingehen von bestimmten systematischen Risiken. Im Grunde ist das nichts Neues. Risikoprämien sind aus Finanzmarkttheorien z.B. dem Capital Asset Pricing Model bekannt. Der Unterschied liegt darin, dass im Gegensatz zu CAPM (eine systematische Risikoquelle, d.h. ein breites Marktrisiko) Hedge Fonds neben dem Marktrisiko einem breiten Spektrum von systematischen Risiken ausgesetzt sind. Das Problem der konventionellen Finanzmarkttheorien ist, dass sie die verschiedenen Hedge Fonds Risiken nicht adäquat beschreiben können.148 So kommen Brooks/Kat (2001) zum Ergebnis, dass sie kein klares Bild von den systematischen Risiken der Strategien Convertible Arbitrage und Equity Market Neutral besitzen.149 [...]
mer noch das Ziel einer absoluter Performance, wohingegen ein Publikumsfonds eine bestimmte Benchmark schlagen will. Wie bei Long/Short Equity kann man die Hedge Fonds nach Geographie (Länder und Regionen), Sektor (Banken, Technlogie etc.) und Stilrichtung (Value oder Growth) einteilen. Die Abbildung 6 zeigt das Hedge Fonds Universum, das in 10 Strategien unterteilt ist, wobei Dach Hedge Fonds nicht berücksichtigt sind. Die Daten stammen von CSFB/Tremont und bilden die CSFB/Tremont HEDG Indizes ab (Stichtag: 30.06.2004). Das Kriterium für die Höhe der Anteile ist das verwaltete Vermögen. Die Strategien in der Abbildung 6 sind nicht vollständig deckungsgleich mit denen aus der Abbildung 5. Dies liegt an den unterschiedlichen Quellen. Es fällt auf, dass in diesem Fall Managed Futures zu Hedge Fonds dazugezählt werden. Das wird in der Hedge Fonds Branche nicht immer so gesehen. Managed Futures wurden ursprünglich als Alternative zu Direktinvestments in Waren und Rohstoffe geschaffen. Tatsächlich ist eine klare Abgrenzung zwischen beiden Arten schwierig vorzunehmen, da die Grenzen fließend verlaufen. Auch der erste Managed Future wurde 1949 aufgelegt. Neben denselben charakteristischen Merkmalen, die bei Hedge Fonds existieren, gibt es aber auch Unterschiede. Der Hauptunterschied liegt darin, dass Managed Futures ausschließlich in Derivate investieren, manche sogar nur in Futures.145 Dabei werden in der Regel systematische Computermodelle eingesetzt, die durch die Wahl von unterschiedlichen Zeithorizonten nach Trends suchen, um von ihnen zu profitieren. Grundsätzlich wird auf mittel- bis langfristige Trendfolgemodelle gesetzt.146 In den USA sind Managed Futures streng reglementiert, wohingegen Hedge Fonds keiner staatlichen Aufsicht unterliegen. Dadurch sind sie sehr transparent und das investierte Kapital ist täglich verfügbar.147 Einer der bekanntesten Managed Futures Anbieter in Deutschland ist die österreichische Investmentgruppe Quadriga. [...]
Short Bias aufweisen. Je nach Einschätzung der Märkte variieren die Manager das Marktrisiko.139 Die Hedge Fonds können einen unterschiedlichen Fokus aufweisen. Sie werden in der Regel nach Geographie, Sektor und Stilrichtung klassifiziert. So kann beispielsweise eine geographische Einteilung nach Ländern und Regionen vorgenommen werden. Zahlreiche Hedge Fonds konzentrieren sich auf bestimmte Sektoren, z.B. Hochtechnologie, Biotechnologie etc., um ihr Fachwissen einbringen zu können. Bei den Stilrichtungen kann man wiederum nach Value- und Growth-Ansätzen unterscheiden.140 4.3.4 Emerging Markets Diese Gruppe von Hedge Fonds investiert in die Aktien- und Anleihenmärkte von Schwellenländern. Dazu gehören Staaten, die eine Entwicklung von einem Dritte Welt Land zu einem Industrieland vollziehen.141 Emerging Markets zeichnen sich durch eine hohe Volatilität aus. Das liegt zum einen an der Struktur der Märkte, als auch an der begrenzten Möglichkeit Leerverkäufe zu tätigen. Darüber hinaus kann man sich über die Futuresmärkte nicht zufriedenstellend absichern. Die fehlenden Möglichkeiten, Risiken zu kontrollieren, führen dazu, dass Hedge Fonds im Markt fast ausschließlich long sind.142 Emerging Markets beherbergen verschiedene Risiken. Eines ihrer Merkmale ist die hohe Abhängigkeit von internationalen Kapitalströmen.143 Es ist schwierig, Informationen zu bekommen, Unternehmen sind weniger transparent und sie entsprechen selten westlichen Standards. Manager haben meist wenig Erfahrung und es kann zu politischen Turbulenzen kommen. Diese Risiken beherbergen aber auf der anderen Seite die Chance, nach Ineffizienzen zu suchen. Dadurch lassen sich unterbewertete Firmen finden.144 4.3.5 Long Only Die Long Only Strategie hat Ähnlichkeit mit der Strategie eines Publikumsfonds. Der Hedge Fonds hat in diesem Fall einen vollständigen Long Bias, d.h. er führt keine Leerverkäufe durch. Unterschiede sind aber auch festzustellen. Der Hedge Fonds kann seine Positionen zusätzlich durch Fremdkapitalaufnahme hebeln. Außerdem verfolgt er im139 140 [...]
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Arbeit zitieren:
Grzonka, Martin August 2004: Portfoliooptimierung von Dachfonds unter Verwendung von Hedge Fonds Stilindizes: Ein Multi-Ziel-Optimierungsansatz, Hamburg: Diplomica Verlag
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