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Portfolio-Insurance-Konzepte für private Wertpapierportfolios zur Altersvorsorge

Portfolio-Insurance-Konzepte für private Wertpapierportfolios zur Altersvorsorge
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jens Rullen
  • Abgabedatum: Dezember 2002
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 894,9 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Passau Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7890-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7890-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7890-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rullen, Jens Dezember 2002: Portfolio-Insurance-Konzepte für private Wertpapierportfolios zur Altersvorsorge, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Lebenszyklus, Vermögensbildung, Financial Planning, Absicherung, portfolio insurance

Diplomarbeit von Jens Rullen

Problemstellung:

Die private Altersvorsorge wird in Deutschland immer wichtiger, weil die gesetzlichen Rentenzahlungen in Zukunft nur noch für eine Mindestsicherung im Alter ausreichen werden. Man sollte daher über den Lebenszyklus, d.h. vom Berufseinstieg an über das gesamte Erwerbsleben hinweg, für eine finanzielle Absicherung im Ruhestand sorgen, um die Lücke zwischen den gesetzlichen (und gegebenenfalls betrieblichen) Rentenzahlungen und dem gewünschten Lebensstandard zu schließen. Der Lebenszyklus eines Menschen kann dabei in verschiedene Phasen unterteilt werden, von denen jede besondere Merkmale aufweist. So können geringem bzw. hohem Einkommen hohe respektive geringe Ausgaben gegenüberstehen. Diese Phasen müssen bei der Altersvorsorgeplanung beachtet werden. In jungen Jahren ist das zu erwartende gesamte Lebenseinkommen beispielsweise noch relativ hoch, wobei das momentane Einkommen bei relativ hohen Ausgaben eher gering ist. Im Alter hingegen sinken die Ausgaben, z.B. weil die Ausbildung der Kinder beendet ist, während das Einkommen weiter ansteigt, dafür sinkt aber das noch zu erwartende gesamte Einkommen. Aus diesem Grund können z.B. in jüngeren Jahren die relativ wenigen freien Mittel risikoreicher investiert werden, da mögliche Verluste in Zukunft wieder ausgeglichen werden können. Die Zusammensetzung des gesamten Altersvorsorge-Portfolios muss deshalb im Laufe des Lebenszyklus eines Anlegers verändert werden.

Das Gesamtportfolio kann z.B. neben Lebensversicherungen, Immobilien oder Rentensparplänen auch ein Wertpapierportfolio beinhalten, das sich aus Aktienfonds, Zertifikaten oder Aktien zusammensetzt. Ein derartiges Portfolio erweist sich vor allem deswegen als sinnvoll, weil der Aktienmarkt im Vergleich zu Sparbuch oder Anleihen auf lange Sicht gesehen die besten Renditechancen bietet. Allerdings unterliegt er enormen Schwankungen. Risikoaverse Anleger werden deshalb ungern ihr Geld am Aktienmarkt anlegen, aus Angst, das selbst gesetzte Versorgungsziel zu unterschreiten. Basierend auf dieser Verhaltensbeobachtung ist es sinnvoll, nach einer Möglichkeit zu suchen, die das Kursrisiko nach unten begrenzt und sowohl die Anlage am Aktienmarkt sicherer gestaltet als auch – als Folge hiervon – den risikoscheuen, privaten Investor zur Haltung eines Wertpapierportfolios bewegt.

Mit Hilfe unterschiedlicher Portfolio-Insurance-Strategien ist es möglich, sich gegen negative Kursschwankungen abzusichern, gleichzeitig aber an positiven Marktentwicklungen zu partizipieren. Bei der Umsetzung dieser Strategien kommt es für private Anleger allerdings zu zahlreichen Problemen, von denen an dieser Stelle nur einige genannt seien: Die Transaktionsvolumina sind in der Regel gering, daher kommt es zu relativ hohen Transaktionskosten. Des Weiteren ist ein privates Wertpapierportfolio durch finanzielle Zuflüsse bzw. unvorhergesehene Abflüsse gekennzeichnet. Außerdem werden private Anleger mit der Umsetzung bestimmter Portfoliostrategien aufgrund ihrer Komplexität Schwierigkeiten haben. Daher gilt es u.a., anhand der oben genannten Probleme zu überprüfen, ob sich die zu untersuchenden Portfolio-Insurance-Konzepte, die in erster Linie von institutionellen Investoren genutzt werden, auch auf private Wertpapierportfolios übertragen lassen. Zudem müssen sich die Portfolio-Insurance-Strategien sinnvoll auf die unterschiedlichen Lebensphasen anwenden lassen, damit die Altersvorsorge gezielt betrieben und das Vorsorgeziel erreicht werden kann.

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu zeigen, wie ein Wertpapierportfolio eines privaten Investors zur Altersvorsorge unter Zuhilfenahme ausgewählter Portfolio-Insurance-Strategien gegen Kursrisiken abgesichert werden kann. Hierfür ist es notwendig, folgende Fragen zu klären:

- Welche der zu untersuchenden Portfolio-Insurance-Strategien lassen sich sinnvoll auf ein privates Aktienportfolio übertragen?

- Kann ein privater Anleger die Anlagekonzepte selbst durchführen oder bedarf es professioneller Hilfe?

- In welchen Lebensphasen ist Portfolio-Insurance für wen sinnvoll und welche der aus-gewählten Strategien lassen sich jeweils am besten auf welche Lebensphase eines privaten Investors übertragen?

Gang der Untersuchung:

Aus den Fragen ergibt sich folgender Untersuchungsaufbau: Kapitel 2 klärt die begrifflichen und inhaltlichen Grundlagen, um ein einheitliches Sprach- und Begriffsverständnis zu gewährleisten. Hierfür werden zunächst die unterschiedlichen Lebensphasen definiert und der Vermögensverlauf im Lebenszyklus erläutert, um die Grundlage zur Erreichung des Hauptzieles zu liefern. Im Anschluss an die Darstellung der Grundüberlegungen zur Portfolio-Insurance kann eine allgemeine Definition formuliert werden. Dem schließt sich die Beschreibung der Zusammensetzung eines privaten Wertpapierportfolios an, das abgesichert werden soll. Im Folgenden wird auf die unterschiedlichen Anlegertypen eingegangen, für die Portfolio-Insurance sinnvoll sein kann. Am Ende dieses Kapitels werden die Kriterien erläutert, anhand derer die Anwendbarkeit der Portfolio-Insurance untersucht wird.

Welche Strategien sich als sinnvoll und durchführbar erweisen, untersucht Kapitel 3. Hierfür ist eine Unterscheidung zwischen statischen und dynamischen Strategien vorteilhaft. Nach der Erörterung der theoretischen Grundlagen der jeweiligen Strategie, wird ihre Anwendbarkeit anhand der in Kapitel 2 definierten Kriterien untersucht. Am Ende erfolgt eine vergleichende Gegenüberstellung der Untersuchungsergebnisse, um die Strategien zu bestimmen, die der Lösung des Hauptproblems der Arbeit dienen.

Kapitel 4 ermittelt für jede Lebensphase die jeweils beste Strategie und beschreibt sie in ihrer praktischen Anwendung. Es wird dabei ein Gesamtkonzept vorgestellt bei dem in den frühen Phasen der Vermögensaufbau und später der Kapitalerhalt im Vordergrund steht. Auf diese Weise wird über den Lebenszyklus hinweg nutzenmaximal ein Vermögen aufgebaut und so die Versorgungslücke beseitigt.

Kapitel 5 spricht die offenen Probleme und den noch vorhandenen Forschungsbedarf an.

Inhaltsverzeichnis:

I. Inhaltsverzeichnis I
II. Abkürzungsverzeichnis III
III. Symbolverzeichnis V
IV. Abbildungsverzeichnis VI
V. Tabellenverzeichnis VII
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Vorgehensweise 2
2. Begriffliche und inhaltliche Grundlagen 3
2.1 Das Vermögen im Lebenszyklus eines privaten Investors 4
2.2 Grundüberlegungen zur Portfolio-Insurance 5
2.3 Der Aufbau des abzusichernden Wertpapierportfolios 7
2.4 Portfolio-Insurance zur Altersvorsorge für unterschiedliche Anlegertypen 9
2.5 Kriterien zur Überprüfung der Anwendbarkeit der Portfolio-Insurance-Strategien für private Anleger 10
3. Strategien der Portfolio-Insurance und deren Anwendung auf ein privates Wertpapierportfolio 13
3.1 Statische Strategien 13
3.1.1 Stop-Loss-Strategie und ihre Verwendungsmöglichkeit für private Anleger 13
3.1.2 Protective-Put-Strategie und ihre Verwendungsmöglichkeit für private Anleger 17
3.1.3 Portfolio-Insurance mit Calls und ihre Verwendungsmöglichkeit für private Anleger 21
3.2 Dynamische Strategien 24
3.2.1 Modified-Stop-Loss-Strategie und ihre Verwendungsmöglichkeit für private Anleger 24
3.2.2 Synthetic-Put-Strategie und ihre Verwendungsmöglichkeit für private Anleger 26
3.2.3 Constant Proportion Portfolio-Insurance bzw. Time Invariant Portfolio Protection und ihre Verwendungsmöglichkeit für private Anleger 29
3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse 32
4. Vermögensbildung im Lebenszyklus mit Hilfe der Portfolio-Insurance 35
4.1 Der Beginn der Erwerbstätigkeit und die Existenzsicherung 36
4.1.1 Die Ermittlung des optimalen Portfolio-Insurance-Konzeptes 36
4.1.2 Die praktische Umsetzung der Time Invariant Portfolio Protection 37
4.2 Die Etablierung 38
4.2.1 Die Ermittlung des optimalen Portfolio-Insurance-Konzeptes 38
4.2.2 Die praktische Umsetzung der Protective-Put-Strategie 39
4.3 Die Risiko- und Spielphase 40
4.3.1 Die Ermittlung des optimalen Portfolio-Insurance-Konzeptes 40
4.3.2 Die praktische Umsetzung der Portfolio-Insurance mit Calls 42
4.4 Die Ruhestandsphase 43
4.4.1 Die Ermittlung des optimalen Portfolio-Insurance-Konzeptes 43
4.4.2 Die praktische Umsetzung der Time Invariant Portfolio Protection 43
4.5 Kritische Würdigung 44
5. Ausblick 46
VI. Anhang 47
VII. Literaturverzeichnis VIII
VIII. Eidesstattliche Erklärung XVIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Höhe des Zinssatzes beeinflusst direkt den Wert einer Option195 und damit im Falle einer synthetischen Absicherung auch den Portfoliowert. Bei sinkenden (steigenden) Zinssätzen ergibt sich im Planungshorizont ein zu niedriger (hoher) Portfoliowert. „Die Strategie scheint somit nicht geeignet zu sein, den Wertverlauf eines mit einer Verkaufsoption gesicherten Index-Portfolio[s] bei fallenden oder steigenden Zinssätzen vollständig zu duplizieren.“196 Damit ist die Höhe des Zinssatzes ein möglicher Grund für einen Shortfall der SPStrategie. Zusätzlich beeinflusst die Marktvolatilität die Ausfallwahrscheinlichkeit: Wird die Volatilität zu niedrig eingeschätzt oder kommt es zu großen Kurssprüngen, kann dies drastische Auswirkungen auf den Erfolg der Strategie haben.197 Wird die Volatilität zu hoch geschätzt, ist zwar der Floor nicht gefährdet, aber die Absicherung wird zu teuer bezahlt, was wiederum zu höheren Opportunitätskosten führt.198 Neben den schon erwähnten Parametern, dem Zinsniveau und der Volatilität, gibt es noch vier weitere Faktoren, die über die Black-Scholes-Formel den Optionspreis und damit das Ergebnis der SP-Strategie beeinflussen: Der Preis des Basiswertes, der Basispreis, die Laufzeit und die Dividendenzahlungen.199 Eine Änderung dieser Daten hat allerdings nur eine Umschichtung, nicht aber, wie bei einer Fehleinschätzung der Volatilität und Zinsentwicklung, eine Unterschreitung der mindestens angestrebten Rendite zur Folge. Bei einer vorzeitigen Beendigung der Strategie wird unter normalen Bedingungen wie bei der PP-Strategie zumindest der Wert der Untergrenze erreicht, der durch den Verkauf des Gesamtportfolios erzielt wird.200 Durch eine Einzahlung zu einem Kurs, der sich von dem ursprünglichen Kaufkurs unterscheidet, muss eine neue Absicherung unter Berücksichtigung des neuen Basispreises durchgeführt werden. Der neue Basispreis, der sich aus dem durchschnittlichen Kaufkurs ergibt, führt zu einem veränderten Hedge Ratio.201 Estep/Kritzman kommen bei der SP-Strategie zu folgendem Schluss: „Put replication is perhaps the most common – but also the least satisfactory – approach to portfolio protec- [...]

Die Höhe der risikobehafteten Anlage ergibt sich aus dem Options-Delta183 bzw. aus dem Hedge Ratio, das mit Hilfe der Black-Scholes-Formel ermittelt wird.184 Theoretisch ist aufgrund ständiger Kursschwankungen eine kontinuierliche Anpassung bzw. Umschichtung zwischen der risikolosen Anlage und dem Indexportfolio nötig.185 Dabei finanziert sich die Strategie selbst: „The purchase of units of the underlying portfolio can always be made with proceeds from the riskless asset sales, and vice versa.”186 In der Praxis entstehen allerdings durch die ständige Veränderung der Portfoliozusammensetzung sehr hohe Transaktionskosten. 187 Etzioni 188 nennt drei Möglichkeiten, die Transaktionskosten zu reduzieren: Eine Portfolioanpassung erfolgt in regelmäßigen Zeitabständen (sog. „time discipline“), nach einer bestimmten prozentualen Veränderung seit der letzten Anpassung (sog. „market move discipline“) oder, die gemäß Etzioni beste Variante, „when the actual mix lags the required mix by more than a prespecified lag factor in either direction, and then rebalance only to the extent of bringing the actual mix up to a lag factor away from the required mix (the „lag discipline“)” 189 . Damit hängt die Höhe der Transaktionskosten, außer bei der „time discipline“, von der Indexentwicklung ab. Die Marktschwankungen haben auch Auswirkungen auf die Opportunitätskosten: sie ergeben sich aus der Differenz der Indexrendite und dem risikolosen Zinssatz, multipliziert mit dem risikolos angelegten Betrag.190 In der Theorie zeichnet sich die SP-Strategie durch Pfadunabhängigkeit aus, die aber unter der Berücksichtigung von Transaktionskosten verloren geht.191 Zudem wird die Strategie pfadabhängig, falls die Marktvolatilität, die zur Berechnung des Hedge Ratio benötigt wird, zu niedrig geschätzt wird.192 Der Zeithorizont muss zu Beginn der Absicherung festgelegt werden, i.d.R. beträgt er ein Jahr.193 Es ist jedoch möglich, den synthetischen Put vor Ablauf der Sicherung zu erneuern („rolling the put“ 194). [...]

sich eine neue Berechnung, wie viel in das bzw. aus dem Bondportfolio fließt.179 Um zusätzliche Transaktionskosten zu sparen, sollte eine Einzahlung zu einem Zeitpunkt vorgenommen werden, in dem eine planmäßige Umschichtung erfolgt. Anhand der Berechnung (Anhang B.4.2) wird deutlich, dass die Strategie bei mehrmaliger Einzahlung und der zugrunde gelegten Indexentwicklung sogar noch besser abschneidet als bei einer einmaligen Einzahlung. Der Grund hierfür ist, dass durch mehrmalige Einzahlungen der Durchschnittskurs geringer ist als der Kurs zu Beginn der Planungsperiode. Bei der MSL-Strategie fallen zwar im Gegensatz zur SL-Strategie die Pfadabhängigkeit und das Shortfall-Risiko geringer aus, allerdings entstehen höhere Transaktionskosten. Sind die Indexschwankungen nicht zu groß und können die Transaktions- und Opportunitätskosten gering gehalten werden (z.B. durch vorherige Festlegung der Umschichtungszeitpunkte), kann mit der MSL-Strategie an positiven Marktentwicklungen partizipiert werden. Diese Strategie ist somit, und auch aufgrund ihrer einfachen Anwendung, zur Absicherung eines privaten Wertpapierportfolios geeignet. [...]

Arbeit zitieren:
Rullen, Jens Dezember 2002: Portfolio-Insurance-Konzepte für private Wertpapierportfolios zur Altersvorsorge, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Lebenszyklus, Vermögensbildung, Financial Planning, Absicherung, portfolio insurance

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