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Politik im Vorfeld von Irak-Krieg und Zweitem Makedonischen Krieg

Ein historischer Vergleich zwischen den USA und der Römischen Republik

Politik im Vorfeld von Irak-Krieg und Zweitem Makedonischen Krieg
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Martin Weiß
  • Abgabedatum: Januar 2007
  • Umfang: 146 Seiten
  • Dateigröße: 548,0 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Deutschland
  • Originaltitel: Vergleich politisches System USA – Römische Republik anhand eines Fallstudienvergleiches von Irak-Krieg und Zweitem Makedonischen Krieg
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0475-8
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0475-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Weiß, Martin Januar 2007: Politik im Vorfeld von Irak-Krieg und Zweitem Makedonischen Krieg, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: USA, Außenpolitik, Irakkrieg, Vorgeschichte, Politikfeldanalyse

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Magisterarbeit von Martin Weiß

Einleitung:

„Historisch vergleichende Analysen sind selten [...] In einer jungen Disziplin wie der vergleichenden Policy-Forschung ist dem Fortschritt der Wissenschaft am besten gedient, wenn man viel Platz für Experimente und Innovation schafft.“ Manfred G. Schmidt.

„Sehr unterschiedliche Systeme zu vergleichen, hat auf der Entscheidungsebene nicht viel Sinn. Ein Vergleich, wie unterschiedliche Länder ein ähnliches Politikresultat mit unterschiedlichen Instrumenten [..] erreichten, kann hingegen außerordentlich fruchtbar sein.“ Klaus von Beyme.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind nicht analog dem antiken Rom und ein Vergleich ist keine Gleichstellung. Vielmehr geht ein wissenschaftlicher Vergleich zunächst von der inhaltlichen Verschiedenartigkeit der beobachteten Objekte aus, bevor er überhaupt in der Lage ist, Parallelen nachzuweisen.

In dieser Arbeit sollen die außenpolitischen Inhalte des politischen Systems der USA hinsichtlich des Iraks untersucht werden. Der Zeitrahmen reicht dabei vom 11.September 2001 bis zum 1. Mai 2003, also von den Terroranschlägen auf New York und Washington bis zum offiziellen Ende der Hauptkampfhandlungen des Irak-Krieges. Die dortigen zu findenden politischen Inhalte stehen im Vergleich zu den außenpolitischen Inhalten der Römischen Republik hinsichtlich Makedonien. Hierbei liegt das Augenmerk auf den Jahren 202 bis 197 v. Chr., also vom Ende des Zweiten Punischen Krieges bis zum Ende des Zweiten Makedonischen Krieges. Vor allem geht es dabei um die verfolgten Policies, die im Vorfeld der beiden Kriege zu deren jeweiliger Entstehung beitrugen.

Anschließend an diese Einleitung wird zuerst auf die Konzeption und die Fragestellung der Arbeit eingegangen, dann auf die theoretischen Vorüberlegungen zum Thema, die Quellenlage und die Untersuchungsobjekte, die anzuwendenden Arbeitsmethoden sowie das einzusetzende Analyseverfahren. Danach wird im Kapitel I der Arbeit immer konzentrierter zu beweisen sein, warum ein Vergleich erstens zwischen Moderne und Antike, zweitens konkreter zwischen den USA und der Römischen Republik und drittens ganz konkret zwischen dem Irak-Krieg und dem Zweiten Makedonischen Krieg überhaupt machbar und gleichzeitig auch sinnvoll und relevant ist.

Während die ersten beiden Punkte dabei die hier notwendigen unabhängigen Variablen für die folgenden Untersuchungen erarbeiten, beschäftigt sich der dritte mit der ähnlichen Krisensituation und der Anwendung einer Krisenbewältigungspolitik, welche wesentlich für den Nachweis vergleichbarer Rahmenbedingungen und damit für die Relevanz des vorzunehmenden Vergleiches sind. Im Anschluss folgt eine Einführung in die Materie der Definitionen und Konzepte der Pax-Begriffe, also jener Gesichtspunkt, der stets über den eigentlichen Feldanalysen schweben wird, und für welchen die Ergebnisse jener im zu erwartenden Falle eine Wissensvermehrung ermöglichen sollen.

In Kapitel II der Arbeit erfolgen die beiden eigentlichen Inhaltsuntersuchungen und deren Vergleich anhand eines zuvor bei jedem Unterpunkt erstellten Analyserasters. Eingegangen wird dabei auf die Ursachen, die Formulierungen, die Durchführungen und die Wirkungen der Policies sowie deren inhärentes Verhältnis von Zielen und Mitteln. Der Policy-Cycle im gesamten Umfang wird untersucht. Um den gedanklichen Rahmen wieder zu schließen, werden danach die dort festgestellten Ergebnisse in die Pax-Konzepte eingeordnet und verglichen.

Den Abschluss der Arbeit bildet eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

Problemstellung:

Diese Arbeit ist konzipiert als Politikfeldanalyse, und zwar in zweifacher Hinsicht. Sie untersucht das jeweils gleiche Politikfeld in zwei verschiedenen Systemen. Dabei ist sie dem Bereich der vergleichenden Policy-Forschung zuzurechnen. Das jeweils zu untersuchende Politikfeld stellt die Außenpolitik dar. Es geht in diesem um die politischen Inhalte (Policies) in zwei politischen Systemen jeweils innerhalb bestimmter Zeitabschnitte und unter bestimmten Rahmenbedingungen. Und der Fokus liegt auf deren Vergleich mit Hilfe einer situationsbezogenen Analyse, nicht um generelle Aussagen zu der Außenpolitik der USA und der Römischen Republik.

Die Hauptthese lautet, dass sich das politische Handeln und die daraus resultierenden politischen Inhalte auf dem Feld der Außenpolitik in zwei so unterschiedlichen politischen Systemen wie den heutigen Vereinigten Staaten von Amerika und der antiken Römische Republik unter gewissen ähnlichen Rahmenbedingungen in einer Krisensituation einander annähern. Zwei Systeme, auf der einen Seite die heute älteste Demokratie, auf der anderen eine eindeutig aristokratisch dominierte antike Republik, kommen unter gewissen Bedingungen zu ähnlichen Politikinhalten und -resultaten.

Die verschiedenen Systeme ergeben in einem bestimmten Fall kurzfristig wenig Unterschiede bei den Inhalten. Somit legen die beiden, die zwar, wie aufzuzeigen sein wird, in einzelnen Punkten strukturell ähnlich, aber insgesamt dennoch weit auseinander liegenden unterschiedlichen politischen Systeme, in einer vergleichbaren Krisensituation eine vergleichbare, ja sogar ähnliche Handlungslogik in einem bestimmten Politikfeld, nämlich der Außenpolitik, an den Tag. An dem Feld der Außenpolitik interessieren hierbei das Zustandekommen der Policy im und die Wirkungen primär auf das jeweilige System selbst und sekundär auf die äußeren Akteure.

Es wird im ersten Kapitel begründet, dass die Vereinigten Staaten von Amerika und die antike Römische Republik in ihrem Handeln weder völlig identisch noch völlig unterschiedlich sind, eine wesentliche Voraussetzung für die Anwendbarkeit eines Vergleiches. Weiterhin wird bewiesen, dass wir es mit einer vergleichbaren Krisensituation und einer daraus resultierenden Krisenbewältigungspolitik zu tun haben. Im zweiten Kapitel werden dann direkt die Policies untersucht und verglichen.

Aus dieser Untersuchung wird dann weitergehend beantwortet werden, ob die politischen Inhalte auch vergleichbare Resultate erbringen, namentlich hinsichtlich einer zu errichtenden Pax. Die einzelnen Fragen, die sich daraus ergeben und im Laufe dieser Arbeit beantwortet werden, stellen sich wie folgend dar:

- Warum und wann ist ein Vergleich von modernen mit antiken Strukturen überhaupt möglich, sinnvoll und gewinnbringend? (Kapitel I 1.).

- Warum und wann ist ein Vergleich zwischen den modernen Vereinigten Staaten von Amerika und der antiken Römischen Republik überhaupt möglich und auch sinnvoll? (Kapitel I 2.).

- Welche Typen politischer Systeme werden verglichen? (Kapitel I 2.1.-2.4.).

- Inwieweit lässt sich eine ähnlich gelagerte Krisensituation / Krisenbewältigungspolitik im Vorfeld von Irak-Krieg bzw. Zweiten Makedonischen Krieg nachweisen? (Kapitel I 3.).

- Wo liegen die grundlegenden Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten der beiden Systeme hinsichtlich außenpolitischer Entscheidungen in einer Krisensituation? (Kapitel I 4.).

- Welche politischen Inhalte werden jeweils im Vorfeld und während der zwei Kriege warum, wann, wie, durch wen, zu welchem Zweck, mit welchen Zielen und mit welchen Mitteln formuliert und durchgeführt? (Kapitel II 2.-4.).

- Auf welche Weise und unter welchen Handlungszwängen und –grenzen bestimmt dabei jeweils die Politik (im Sinne von Polity und Politics) die Politik (im Sinne von Policy)? (Kapitel II 2.-4.).

- Welche bewussten und unbewussten Wirkungen entfalten diese Inhalte im jeweiligen politischen System? (Kapitel II 5.).

- In welchen Verhältnissen stehen die jeweils angestrebten Ziele zu den verwendeten Mitteln? (Kapitel II 6.).

- Welche Parallelen und Unterschiede lassen sich jeweils daraus folgend zwischen den zwei Fallstudien nachweisen? (Kapitel II 2.-6.).

- Does Polity matter? (Kapitel II 7.).

- Welche Bedeutungen haben die Policies hinsichtlich einer Pax? (Kapitel II 8.).

Inhaltsverzeichnis:

1. Vorwort 6
2. Einleitung 7
2.1 Konzeption - Fragestellung 9
2.2 Theoretische Überlegungen 11
2.3 Quellenlage - Untersuchungsobjekte 12
2.4 Methoden 13
Kapitel I Die Rahmenbedingungen
1. Antike und Moderne 14
2. USA und Römische Republik 18
2.1 Das politische System
2.1.1 Analyseverfahren 21
2.1.2 USA 21
2.1.3 Römische Republik 23
2.1.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 24
2.1.5 Zusammenfassung: Senat/Präsident = Senat/Konsul? 25
2.2 Die Gesellschaft
2.2.1 Analyseverfahren 26
2.2.2 USA 26
2.2.3 Römische Republik 28
2.2.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 31
2.2.5 Zusammenfassung: American Dream = Mos Maiorum? 32
2.3 Die Wirtschaft
2.3.1 Analyseverfahren 33
2.3.2 USA 33
2.3.3 Römische Republik 35
2.3.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 37
2.3.5 Zusammenfassung: Wall Street = Latifundien? 38
2.4 Zusammenfassung: Moderne Demokratie = Antike Republik? 38
3. Irak-Krieg und Zweiter Makedonischer Krieg
3.1 Analyseverfahren 39
3.2 Irak-Krieg
3.2.1 Vorgeschichte und Kontext 40
3.2.2 Ablauf 42
3.2.3 Krisensituation 43
3.3 Zweiter Makedonischer Krieg
3.3.1 Vorgeschichte und Kontext 45
3.3.2 Ablauf 47
3.3.3 Krisensituation 48
3.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 49
3.5 Zusammenfassung: 2003 n.Chr. = 200 v.Chr.? 51
4. Außenpolitischer Entscheidungsprozess in einer Krisensituation
4.1 Analyseverfahren 52
4.2 USA 53
4.3 Römische Republik 55
4.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 56
4.5 Zusammenfassung: US-Krisenpolitik = Römische Krisenpolitik? 58
5. Pax - Definitionen und Konzepte
5.1 Analyseverfahren 59
5.2 Pax Americana 60
5.3 Pax Romana 62
5.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 63
5.5 Zusammenfassung: Pax Americana = Pax Romana? 64
6. Zusammenfassung Kapitel I 66
Kapitel II Die politischen Inhalte
1. Analyseverfahren 67
2. Die Politikursachen
2.1 Analyseraster 68
2.2 USA - Die Neokonservativen und 9/11 70
2.3 Römische Republik - Hannibal und Nachrichten vom Osten 72
2.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 74
3. Die Politikformulierung
3.1 Analyseraster 75
3.2 USA - Saddam Hussein bedroht Amerika 76
3.3 Römische Republik - Philipp V. geht zu weit 80
3.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 84
4. Die Politikdurchführung
4.1 Analyseraster 87
4.2 USA - NSS, UNO und AH-64 88
4.3 Römische Republik - Zenturien, Legaten und Trieren 94
4.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 101
5. Die Politikwirkung
5.1 Analyseraster 105
5.2 USA - GIs in Bagdad und vier weitere Jahre im Weißen Haus 106
5.3 Römische Republik - Friedensbringer und Schiedsrichter 108
5.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 110
6. Verhältnis Ziele – Mittel
6.1 Analyseraster 112
6.2 USA - Sieg! Und was kommt danach? 113
6.3 Römische Republik - Die Legionen vom Tiber 115
6.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 117
7. Zusammenfassung: Does polity matter? 118
8. Die Kriege als Wegpunkte einer Pax
8.1 Analyseverfahren 120
8.2 Irak-Krieg ? Pax Americana 121
8.3 Zweiter Makedonischer Krieg ? Pax Romana 122
8.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 123
8.5 Zusammenfassung: Die USA auf dem Weg zum neuen Rom? 124
Schlussbetrachtung 125
Abkürzungsverzeichnis 126
Quellen- und Literaturverzeichnis 127

Inhaltsverzeichnis:

1. Vorwort 6
2. Einleitung 7
2.1 Konzeption - Fragestellung 9
2.2 Theoretische Überlegungen 11
2.3 Quellenlage - Untersuchungsobjekte 12
2.4 Methoden 13
Kapitel I Die Rahmenbedingungen
1. Antike und Moderne 14
2. USA und Römische Republik 18
2.1 Das politische System
2.1.1 Analyseverfahren 21
2.1.2 USA 21
2.1.3 Römische Republik 23
2.1.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 24
2.1.5 Zusammenfassung: Senat/Präsident = Senat/Konsul? 25
2.2 Die Gesellschaft
2.2.1 Analyseverfahren 26
2.2.2 USA 26
2.2.3 Römische Republik 28
2.2.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 31
2.2.5 Zusammenfassung: American Dream = Mos Maiorum? 32
2.3 Die Wirtschaft
2.3.1 Analyseverfahren 33
2.3.2 USA 33
2.3.3 Römische Republik 35
2.3.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 37
2.3.5 Zusammenfassung: Wall Street = Latifundien? 38
2.4 Zusammenfassung: Moderne Demokratie = Antike Republik? 38
3. Irak-Krieg und Zweiter Makedonischer Krieg
3.1 Analyseverfahren 39
3.2 Irak-Krieg
3.2.1 Vorgeschichte und Kontext 40
3.2.2 Ablauf 42
3.2.3 Krisensituation 43
3.3 Zweiter Makedonischer Krieg
3.3.1 Vorgeschichte und Kontext 45
3.3.2 Ablauf 47
3.3.3 Krisensituation 48
3.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 49
3.5 Zusammenfassung: 2003 n.Chr. = 200 v.Chr.? 51
4. Außenpolitischer Entscheidungsprozess in einer Krisensituation
4.1 Analyseverfahren 52
4.2 USA 53
4.3 Römische Republik 55
4.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 56
4.5 Zusammenfassung: US-Krisenpolitik = Römische Krisenpolitik? 58
5. Pax - Definitionen und Konzepte
5.1 Analyseverfahren 59
5.2 Pax Americana 60
5.3 Pax Romana 62
5.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 63
5.5 Zusammenfassung: Pax Americana = Pax Romana? 64
6. Zusammenfassung Kapitel I 66
Kapitel II Die politischen Inhalte
1. Analyseverfahren 67
2. Die Politikursachen
2.1 Analyseraster 68
2.2 USA - Die Neokonservativen und 9/11 70
2.3 Römische Republik - Hannibal und Nachrichten vom Osten 72
2.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 74
3. Die Politikformulierung
3.1 Analyseraster 75
3.2 USA - Saddam Hussein bedroht Amerika 76
3.3 Römische Republik - Philipp V. geht zu weit 80
3.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 84
4. Die Politikdurchführung
4.1 Analyseraster 87
4.2 USA - NSS, UNO und AH-64 88
4.3 Römische Republik - Zenturien, Legaten und Trieren 94
4.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 101
5. Die Politikwirkung
5.1 Analyseraster 105
5.2 USA - GIs in Bagdad und vier weitere Jahre im Weißen Haus 106
5.3 Römische Republik - Friedensbringer und Schiedsrichter 108
5.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 110
6. Verhältnis Ziele – Mittel
6.1 Analyseraster 112
6.2 USA - Sieg! Und was kommt danach? 113
6.3 Römische Republik - Die Legionen vom Tiber 115
6.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 117
7. Zusammenfassung: Does polity matter? 118
8. Die Kriege als Wegpunkte einer Pax
8.1 Analyseverfahren 120
8.2 Irak-Krieg ? Pax Americana 121
8.3 Zweiter Makedonischer Krieg ? Pax Romana 122
8.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten 123
8.5 Zusammenfassung: Die USA auf dem Weg zum neuen Rom? 124
Schlussbetrachtung 125
Abkürzungsverzeichnis 126
Quellen- und Literaturverzeichnis 127

Textprobe:

Kapitel 3.3.1, Vorgeschichte und Kontext:

„Ihr werdet uns helfen, wie es nötig sein dürfte und wie wir zustimmen werden.“ Hannibal im Bündnisvertrag mit Philipp V.

Der Zweite Makedonische Krieg ist nur im Kontext von dem Zweiten Punischen Krieg und dem Ersten Makedonischen Krieg, sowie der generellen römischen Ostpolitik zu verstehen. Im ausgehenden dritten Jahrhundert v. Chr. war die Römische Republik noch keine den bekannten Erdkreis beherrschende Weltmacht, doch war seine Macht auf der italienischen Halbinsel gefestigt. Neben Rom gab es im Mittelmeerraum noch weitere, bis dahin als gleichwertig angesehene Mächte. Dies waren neben Karthago vor allem die hellenistischen Großmächte Makedonien, das Seleukidenreich und das Ptolemäerreich.

Eine wichtige Rolle für die Machtsicherung in Italien selbst spielte das etablierte Bundesgenossensystem. Darüber hinaus pflegte Rom Kontakte zu Bündnispartnern und zu befreundeten Städten und Städtebünden im heutigen Südfrankreich, in Nordspanien, in Griechenland, in Kleinasien, im nahen Osten und Nordafrika. Diese Machtstellung wurde durch Karthago im Zweiten Punischen Krieg (218 – 201 v. Chr.) angegriffen, welches dadurch die Chance gekommen sah, die Verluste des Ersten Punischen Krieges (264 - 241 v. Chr.) wettzumachen. Der Einfall Hannibals in Italien führte zwar nicht zum endgültigen Sieg für Karthago, brachte aber Rom zuweilen an den Rand einer Niederlage. Es verlor alle großen Schlachten in Italien, beispielweise am Trasimenischen See oder bei Cannae, litt unter Hungersnöten und hatte insgesamt Zehntausende von toten Soldaten und Zivilisten zu beklagen.

Dennoch konnte es mit einer Taktik des Durchhaltens und des Zermüberns sowie der Ausweitung der Kämpfe direkt nach Karthago selbst den Krieg 201 erfolgreich beenden. Es stieg damit zur dominierenden Macht im westlichen Mittelmeerraum auf. Während der Jahre 215 – 205 hatte sich Philipp V. von Makedonien auf der Seite Hannibals am Krieg gegen Rom beteiligt, heute als Erster Makedonischer Krieg bezeichnet. So wurde hier schon, wenngleich auch nur in niedriger Intensität, im Osten Roms gekämpft. Doch hatte dieser Konflikt direkt auf die Situation in Italien keine großen Auswirkungen. Unmittelbar nach dem Sieg über Karthago wandte sich Rom dessen ehemaligen Verbündeten im Osten, Makedonien, erneut zu. Gesandte aus Pergamon und Rhodos hatten 201 den römischen Senat von dem Vertrag zwischen Philipp V. und dem Seleukiden Antiochos III. über die Aufteilung ptolemäischer Außenbesitzungen in Kleinasien informiert. Die Verbündeten Roms fühlten sich durch die Eroberungen der beiden Könige unmittelbar bedroht. Wahrscheinlich ist auch eine athenische und eine direkte ptolemäische Gesandtschaft, bestanden doch zwischen Rom und Ägypten seit 273 freundschaftliche Beziehungen. Nach der Ablehnung eines römischen Ultimatums durch Philipp V. brach im Herbst 200 der Zweite Makedonische Krieg aus, der erste direkte Ausgriff Roms über die Adria.

Bis dahin hatte sich Rom nicht sonderlich für die Belange in Griechenland und Kleinasien interessiert. Es bestanden zwar Bündnisse mit einzelnen Stadtstaaten, vor allem an der illyrischen Küste, und mit Pergamon, doch banden zuerst die Ereignisse in Folge der Eroberung Italiens sowie jene in Spanien in Folge der langjährigen Konkurrenz zu Karthago die Ressourcen Roms. Die Aufmerksamkeit der Stadt am Tiber erlangten so nur diejenigen Ereignisse im Osten, welche direkt die italienische Halbinsel betrafen, so etwa der Einfall des Pyrrhos 280. Ansonsten war die römische Ostpolitik bis zum Jahre 200 von einem regen Desinteresse gekennzeichnet. Auch der Erste Makedonische Krieg ist nur als Teil des Konfliktes mit Karthago zu verstehen. All dies änderte sich nun nach der Erringung der Vorherrschaft im Westen.

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Weiß, Martin Januar 2007: Politik im Vorfeld von Irak-Krieg und Zweitem Makedonischen Krieg, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
USA, Außenpolitik, Irakkrieg, Vorgeschichte, Politikfeldanalyse

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