Die Pluralbildung von Substantiven im Deutschen im Vergleich zum Englischen und Niederländischen
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Corinna Schücke
- Abgabedatum: Februar 2005
- Umfang: 51 Seiten
- Dateigröße: 430,1 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9600-5
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schücke, Corinna Februar 2005: Die Pluralbildung von Substantiven im Deutschen im Vergleich zum Englischen und Niederländischen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Linguistik, Sprachwissenschaft, Morphologie, Sprachvergleich, Germanistik
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Bachelorarbeit von Corinna Schücke
Problemstellung:
Zur Beschreibung der konkreten Aufgabenstellung dieser Arbeit ist es notwendig, zuerst einige grundsätzliche Begriffe zu definieren.
In Sprachen synthetischen Sprachbaus werden die syntaktischen Verhältnisse im Satz, mindestens zum Teil, durch Affigierung ausgedrückt. Zu diesem Sprachtyp zählen agglutinierende Sprachen, die durch die Ankettung von Affixen, die meist nur Träger einer einzelnen grammatischen Kategorie sind, an den Wortstamm gekennzeichnet sind. Außerdem zählen dazu flektierende Sprachen, die durch die enge Verbindung beziehungsweise teilweise Verschmelzung von Wortstamm und Affix, das in der Regel mehr als eine grammatische Kategorie vertritt, gekennzeichnet sind. Alle drei der in der vorliegenden Arbeit behandelten Sprachen gehören zu den flektierenden Sprachen.
Da die Pluralbildung unter anderem auf morphologischen Aspekten beruht, im Deutschen kann gar gesagt werden sie würde davon determiniert, soll der Begriff hier eingehend definiert werden. Morphologie ist das Studium der Formen der Wörter und der Wortbildung. Sie ist eine handhabbare Bestimmung von „Wort“, die in der Grammatik von Schriftsprachen für die gesprochene und geschriebene Sprachform Geltung hat.
Aufgabe der Morphologie ist es, die Form der Wörter in syntagmatischen Verbindungen zu beschreiben und die Regeln aufzudecken, die das Auftreten einzelner Wortformen an einer bestimmten syntaktischen Position und Gegebensein bzw. Nichtgegebensein ihrer gegenseitigen Ersetzbarkeit in dieser Position steuern.
In der neueren Forschung wird unterschieden zwischen der sogenannten Paradigmen-Morphologie, nichtprozeduralen Analysen sowie prozeduralen Analysen, denen zufolge Grundformen durch geeignete Operationen in Wortformen überführt werden. Zum Beispiel: Tisch durch das Pluralsuffix -e in Tische.
Das hier zu erörternde Problem steht daher im direkten Zusammenhang mit der letztgenannten Analyseform. Es soll im Einzelnen beleuchtet werden, unter welchen morphologischen und phonologischen Aspekten die Pluralbildung von Substantiven in der deutschen Sprache erfolgt. Dies soll wiederum im Vergleich zur Vorgehensweise im Englischen und Niederländischen erfolgen.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 3 | |
| 1. | Flexionsmorphologie | 4 |
| 1.1 | Das Substantiv | 4 |
| 1.2 | Der Plural | 4 |
| 1.2.1 | Unregelmäßiger und regelmäßiger Plural | 5 |
| 1.2.1.1 | Unregelmäßiger Plural | 5 |
| 1.2.1.2 | Regelmäßiger Plural | 6 |
| 2. | Die Pluralbildung des Substantivs im Englischen | 9 |
| 2.1 | Morphologie | 9 |
| 2.1.1 | Unregelmäßiger Plural | 9 |
| 2.1.2 | Regelmäßiger Plural | 10 |
| 2.2 | Phonologie | 11 |
| 2.3 | Geschichte | 12 |
| 3. | Die Pluralbildung des Substantivs im Niederländischen | 13 |
| 3.1 | Phonologie | 13 |
| 3.2 | Morphologie | 14 |
| 3.2.1 | Unregelmäßiger Plural | 14 |
| 3.2.2 | Regelmäßiger Plural | 14 |
| 3.3 | Geschichte | 17 |
| 4. | Die Pluralbildung des Substantivs im Deutschen | 19 |
| 4.1 | Phonologie | 19 |
| 4.2 | Morphologie | 20 |
| 4.2.1 | Flexionssysteme | 21 |
| 4.2.2 | Flexionstypen | 22 |
| 4.2.3 | Numerus versus Kasus | 24 |
| 4.2.4 | Der Artikel als Numeruskennzeichnung | 25 |
| 4.2.5 | Suffigierung als Mittel der Pluralbildung | 25 |
| 4.2.6 | Die Pluralformen | 26 |
| 4.2.6.1 | Deklinationsklassen | 27 |
| 4.2.6.2 | Zu den einzelnen Pluralformen | 28 |
| 4.2.7 | Das einzige reguläre deutsche Pluralsuffix ist gleichzeitig der Default-Plural? | 31 |
| 4.2.8 | Umlautung | 34 |
| 4.2.9 | Die Pluralbildung von Entlehnungen | 36 |
| 4.2.10 | Hymonyme | 37 |
| 4.3 | Geschichte | 38 |
| 5. | Ist der s-Plural im Niederländischen ein Default-Plural wie im Deutschen? | 42 |
| 6. | Resümee zum deutschen Flexionssystem | 44 |
| 7. | Vergleich der Flexionssysteme der drei Sprachen | 47 |
| Abstract | 49 | |
| Literaturverzeichnis | 50 |
beispielsweise 2. Person: -st) handelt. Es ist damit ein flektierendes Suffix, da sich die Signalisierung von Person und Zahl nicht trennen lässt. Es besteht außerdem eine stärkere Tendenz zur phonologischen Veränderung als beim agglutinierenden Suffix. Aufgrund des Aufkommens beider Flexionsarten (also fusionierendes Suffix beim Verb einerseits und agglutinierendes Suffix beim Substantiv andererseits) bezeichnet Eisenberg (1998) die deutsche Sprache als einen Mischtyp von flektierender und agglutinierender Sprache. Harnisch (1990) hingegen stellt fest, dass zumindest für die substantivische Pluralbildung Stammflexion vorliegt, da die Mehrzahl der Substantive ihr Pluralsuffix direkt an den Stamm anhängen. Damit ist diese seiner Auffassung nach der produktive Flexionstyp. Beispiele: der Bot-e, das Aug-e, wobei -e jeweils das Stammbildungssuffix ist. Bei der Pluralbildung wird dann, wie bei der Schwa-Tilgung, das Stammsuffix gekappt und der Stamm durch das Pluralsuffix –en ergänzt: die Bot-en, die Aug-en. Zur Demonstration soll Harnischs Argumentation für Stammflexion gegen Wurzels14 These der Grundformflexion dienen, die sich ausdrücklich nur auf die Pluralbildung nicht-nativer Wörter bezieht, aber dem zu entsprechen scheint, was im nativen Bereich vorherrscht, also Grundformflexion. Als Beispiel hierfür soll das Wort Aroma zurate gezogen werden, dessen Plural ursprünglich Aromata ist. Abhängig von Grad des Einblicks in die morphologischen Verhältnisse bei diesem Lexem, wurden für das Wort Aroma jedoch später auch "deutsche Plurale" gebildet: 1. Aromen und 2. Aromas. Die Bildung der beiden letzteren Plurale sind [...]
deutsche Substantive, die demnach auch nicht nativ flektiert werden. –(e)n ist also nicht gleich –en. Mit dem 'peripheren Suffix –en' bilden Wörter mit Singularsuffixen wie beispielsweise –a (Agenda – Agenden) oder –um (Album – Alben) ihren Plural. Augst (1979) hingegen teilt die Pluralsuffixe den Systemen neu beziehungsweise anders zu und zählt zum zentralen System –(e)n, -e und ∅. Die Suffixe –er, -s sowie der Umlautplural zählen bei ihm zum peripheren System. –er und Umlaut-Plural gehören seines Erachtens nicht zum deutschen Pluralsystem (Seite 225). Eine Begründung konnte ich seinen Ausführungen dazu nicht entnehmen. –s zählt er zum peripheren System, da der Umstand, dass dieser Plural, entgegen allen anderen Pluralbildungsformen, im Dativ Plural kein –en aufweist, obwohl es dafür keine phonotaktische Regelung gibt, dessen Sonderstatus anzeigt. 4.2.2 Flexionstypen [...]
vornehmlich um griechische beziehungsweise lateinische Begriffe. Beispiele: Wörter auf Suffix -um → -a (Serum - Sera) Wörter auf -a → -ta (Aroma – Aromata) Aber beispielsweise auch Italienisch: Wörter auf –o → -i (Allegro – Allegri) Zum zentralen System Rettigs (1972) gehören die Pluralsuffixe -(e)n, -er, -e und ∅11. Den sPlural rechnet er nicht dem zentralen System zu sondern stellt ihn aufgrund seiner 'schlechten sozialen Norm' den übrigen Entlehnungen im peripheren System gegenüber12/13. Beim Pluralsuffix –(e)n ist zu beachten, dass auch sechs Gruppen von Wörtern des peripheren Systems ihren Plural mit –en bilden. Es handelt sich dabei um nicht-nativen, also nicht- [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832496005
Arbeit zitieren:
Schücke, Corinna Februar 2005: Die Pluralbildung von Substantiven im Deutschen im Vergleich zum Englischen und Niederländischen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Linguistik, Sprachwissenschaft, Morphologie, Sprachvergleich, Germanistik



