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Der Plattenspieler im Umfeld der digitalen Audiowiedergabemittel

Der Plattenspieler im Umfeld der digitalen Audiowiedergabemittel
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Christoph Wyer
  • Abgabedatum: Dezember 2004
  • Umfang: 104 Seiten
  • Dateigröße: 8,1 MB
  • Note: 2,2
  • Institution / Hochschule: Middlesex University Großbritannien
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8556-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8556-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8556-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wyer, Christoph Dezember 2004: Der Plattenspieler im Umfeld der digitalen Audiowiedergabemittel, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: analog, Vinyl, Audiospeichermedien, Tonträger, Musik

Bachelorarbeit von Christoph Wyer

Einleitung:

Mit der Einführung der Compact Disc Anfang der 80er Jahre wurde die Schallplatte und der Plattenspieler immer mehr in ihrer Existenz bedroht. Innerhalb weniger Jahre übernahm in den Konsumstarken Erdteilen (USA, Asien, Europa) die CD die Pole-Position im Absatzmarkt1 und verdrängte die Schallplatte immer mehr von der «Ton-Fläche».

Seither wurde die Schallplatte immer wieder für «tot» erklärt. Doch wie der Volksmund sagt: «Totgesagte leben länger». Nach einem sehr starken Umsatzrückgang, in den letzten zwei Jahrzehnten, weisen die Plattenverkäufe in den letzten paar Jahren wieder kleine, aber konstante Absatzzahlen auf. Die Compact Disc hingegen wird nach zwei starken Jahrzehnten immer mehr von neueren Datenträgern und Formaten konkurrenziert. Einerseits durch Weiterentwicklungen der CD (DVD und SACD) und andererseits durch das digitale MP3-Format (und Abwandlungen) und dessen Abspielgeräten (iPod etc.). Eine wichtige Rolle dabei spielt die Entwicklung der Kommunikationstechnologie. Insbesondere das Internet und die Möglichkeit, auf einfache Weise selber CDs zu brennen/produzieren, beeinflusst die Zukunft der Audiospeichermedien stark.

Die Schallplatte, obwohl nur noch wenig verbreitet, verfügt noch heute über einen guten Ruf bei den Musikkonsumenten, zumindest bei den über 18-jährigen. Sei es aus nostalgischen, trendigen oder akustischen Gründen. Heute noch wird geschwärmt über die Covers, Erinnerungen und natürlich über den musikalischen Inhalt dieses Datenträgers. Im Gegensatz zur CD, deren Wertschätzung als Tonträger, gegenüber der Schallplatte einiges geringer ausfällt. Ein Grund dafür ist sicher, dass beschreibbare CDs heute überall zu Spotpreisen erhältlich sind und die meisten Computer serienmäßig über einen CD-Brenner verfügen. Das einfache und für jedermann mögliche Reproduktionsverfahren der Compact Disc hat vor allem die Musikindustrie hart getroffen. Viele Internet-User beteiligen sich an der Online-Piraterie und können die illegal erworbenen Titel mit geringem Aufwand auf CD brennen. Die Musikindustrie erleidet dadurch enorme finanzielle Einbussen. Diese Entwicklung hat viel dazu beigetragen, dass das CD-Format heute zu einem Wegwerfmedium verkommen ist und in seiner Position stark bedrängt wird.

Welches der beiden Medien akustisch besser abschneidet, ist bis heute nicht geklärt. Fachkreisdiskussionen diesbezüglich gehören meist zur Kategorie «Audio-Esoterik» oder «Glaubensfragen». Definitiv belegen lässt sich das nur sehr schwierig. Das menschliche Ohr verarbeitet Audiosignale um ein vielfaches komplexer, als dies qualitativ hochstehende Mikrofone vermögen. Daher sind bei den Messresultaten zusätzlich intuitive Meinungen gefragt. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass Hören einerseits eine intuitive, von diversen anderen Ereignissen geformte Handlung ist, andererseits dadurch, dass jeder durch seine individuelle Medien- und Musikgeschichte geprägt ist und so seine eigenen audiophilen Ansichten und Meinungen vertritt.

Eine geschichtliche Einführung zu diesem Thema, die wichtigsten Meilensteine der Tonaufzeichnung, die Geschichte der Entwicklung der Schallplatte und seiner späteren Konkurrenz durch die Compact Disc, sowie weitere Informationen über neue Entwicklungen (P2P, MP3, DVD, etc.) befinden sich im Appendix, Kapitel B «Intro-Lektüre».

Gang der Untersuchung:

Diese Untersuchung ist eine exemplarische Forschungsarbeit, welche in erster Linie Ansatzpunkte über die Akzeptanz der Schallplatte, deren Zukunftsaussichten und marktwirtschaftliche Entwicklung in unserer Gesellschaft aufzeigen soll. Mit den gewonnenen Fakten und Resultaten, lassen sich auch Ansatzpunkte zu Themenverwandten Gebieten erkennen. Zum Beispiel, wie sich Speichermedien in Zukunft entwickeln könnten, oder welche Geräte von welchen Altersgruppen bevorzugt werden.

Diese Arbeit streift thematisch die Gebiete Soziologie und Marktforschung und Entwicklung im audiotechnischen Kommunikationsbereich. Bei der Einführung dieser Arbeit über die langjährige Geschichte der Schallplatte wird auch ein Stück Kulturhistorik im audiotechnischen Sinne vermittelt. Während der Zeit der Recherche haben sich Unmengen von Informationen zur Geschichte der Tonaufzeichnung und der Tonwiedergabe angesammelt. Diese befinden sich zusammengefasst in der «Intro- Lektüre». Die «Intro-Lektüre» zeigt die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte der Tonaufzeichnung, mit Fokus auf die Entwicklung der Schallplatte und seiner späteren Konkurrenzprodukte. Ebenso wird der Unterschied zwischen Analog-/Digitaltechnik erklärt, und es werden neuere Medien (MP3, SACD) vorgestellt und analysiert. Weiter behandelt die Einführung das Thema «die Plattenspieler von heute». Dieses Kapitel beinhaltet eine kleine Einführung in die Materie Plattenspieler und worauf bei dessen Anschaffung und Unterhalt zu achten ist.

Der erste Teil der Untersuchung befasst sich mit dem audiophilen Verhalten der Gesellschaft. Die Teilnehmer wurden zu verschiedenen Themen befragt, welche im Bezug zu ihren audiophilen Neigungen stehen. Dazu gehören Gerätenutzung, Gerätepreferenzen, Tonträgerkauf, Tonträgerpflege etc. Der Fragebogen wurde «online» publiziert und in Papierform verteilt. An der Umfrage beteiligten sich 83 Teilnehmer.

Der Hör-Test soll ansatzweise aufzeigen, wie die beiden Tonträger heute akustisch wahrgenommen werden. Sinn dieses Tests war festzustellen, wie und ob akustische Unterschiede zwischen den beiden Medien wahrgenommen werden und in welcher Form sich die Unterschiede äußern.

Der Test wurde unter «durchschnittlichen2» akustischen Verhältnissen durchgeführt. In einem 16 qm großen Raum, ausgestattet mit handelsüblichen HiFi-Komponenten. Die Teilnehmer mussten mittels eines Fragebogens mehrere Fragen zum Klangverhalten zwischen CD und Schallplatte beantworten. Die Tonträger, die beim «Hörtest» Verwendung fanden, wurden mit den selben Einstellungsparameter wie beim «Hörtest» abgespielt und mittels Computer wieder aufgenommen. Dieser Vorgang wurde mit allen vier Test-Tracks durchgeführt. Schließlich wurden diese Werte mittels eines Audio-Analyzers analysiert, beurteilt und die Ergebnisse mit den Resultaten aus Kapitel 2, dem «Hör-Test», verglichen. Um weitere Meinungen und Fachwissen zu diesem Thema in Erfahrung zu bringen, wurde ein Interviewbogen erstellt und an verschiedene Personen, die täglich mit Audiospeichermedien konfrontiert werden (Radiomoderatoren, Musiker, DJs, Tonträgerverkäufer etc.), abgegeben. Der Fragebogen enthielt 7 Fragen zu den Themen: Einsatz und Anwendung von Tonträgern, sowie deren weitere Zukunftsaussichten.

Die Resultate, welche sich aus diesen vier exemplarischen Untersuchungen ergaben, stellen den Kontext dar, um Ansätze über die weitere Zukunft der Schallplatte auszumachen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Titel der Arbeit 3
2. Einführung 3
2.1 Vorwort zur Untersuchung 3
2.2 Ziel und Aufbau der Arbeit 4
3. Die Untersuchung 5
3.1 Das audiophile Verhalten 5
3.1.1 Die Vorgehensweise 5
3.1.2 Der Fragebogen 5
3.1.3 Die Rekrutierung der Testpersonen 6
3.1.4 Die Resultate 7
3.1.5 Zusammenfassung der Resultate 17
3.1.6 Test-Erfahrungen und besondere Vorkommnisse 19
3.2 Der Hörtest - Schallplatte versus Compact Disc 20
3.2.1 Die Vorgehensweise 20
3.2.2 Der Fragebogen 21
3.2.3 Die Rekrutierung der Testpersonen 21
3.2.4 Die Ergebnisse 22
3.2.5 Zusammenfassung der Ergebnisse 26
3.2.6 Test-Erfahrungen und besondere Vorkommnisse 27
3.3 Das Ausgangssignal im Vergleich 28
3.3.1 Die Vorgehensweise 28
3.3.2 Die Interpretationen 29
3.3.3 Das Fazit 34
3.4 Interviews zum Thema «Audiospeichermedien» 35
3.4.1 Die Vorgehensweise 35
3.4.2 Die Interviewpartner 35
3.4.3 Die Interviewfragen 36
3.4.4 Zusammenfassung der Interviews 36
3.4.5 Fazit 37
4. Zusammenfassung 39
5. Fazit 42
Appendix 44
A. Bibliografie 44
A1 Literatur 44
A2 Zeitschriften und Magazine 44
A3 Quellen aus dem Internet 44
B. «Intro-Lektüre» 45
C. Vollständige Interviews aus Kapitel 3.4 93
D. Danksagung 100
E. Deklaration 100

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die heutigen Schallplattenspieler (auch Plattenspieler, engl. Record Player, Grammophone, Turntable) sind die Abspielgeräte, für die nach wie vor verwendeten (analogen) Schallplatten, welche mit einer genormten Geschwindigkeit (31/3, 45) ihre Runden drehen. Der Plattenspieler kann heute auf eine über 100 jährige Entwicklungsgeschichte zurückblicken, und im Verlauf dieser hat sich einiges getan. Die Ingenieure arbeiteten ständig an noch filigraneren, ausgeklügelteren und natürlich qualitativ besseren Lösungen im Bereich der Tonaufzeichnung/Wiedergabe. Dass sie dies nicht ohne Erfolg getan haben, lässt darauf schliessen, dass ein Plattenspieler noch heute in Punkto Klangqualität den Vergleich mit neueren, digitalen Medien nicht scheuen muss. Wer sich heute einen Plattenspieler kauft, zumindest ab einer gewissen Qualitätsklasse, kann sich die einzelnen Komponenten des Plattenspielers nach seinen Bedürfnissen selber zusammenstellen. In der Regel wird das Laufwerk, der Tonarm und natürlich die Tonzelle (im Rundfunk auch Tondose genannt) individuell, dem Konsumenten, dessen musikalischen Vorlieben und seiner bestehenden Anlage angepasst. Der mechanische Aufbau eines Plattenspielers wird meist in drei Teile gegliedert: - Laufwerk (Chassis, Antrieb und Plattenteller) - Tonarm - Abtastsystem/Tonabnehmer (engl. Pickup, Cartridge). Das Chassis (franz. Gehäuse) hat neben der Idee der Ästhetik, insbesondere die Funktion den Ablauf, welcher die Antriebsquelle und der Plattenteller erzeugen, vor äusseren Einflüssen zu schützen. Dies, um eine möglichst konstante Laufruhe zu gewährleisten und hinzukommenden Trittschall zu vermeiden. 3.1 Die Antriebsformen Ein zentraler Faktor eines Plattenspieler ist seine Antriebsform. In der Regel wird differenziert zwischen 3 Antriebsformen, auf welche nachfolgend eingegangen wird. Der Reibradantrieb Der Reibradantrieb funktioniert folgendermassen: Die Kraftübertragung zwischen Antriebsquelle und Plattenteller ist so gelöst, dass die Motorachse über Grössenabstufungen verfügt, welche sich auf die übertragene Laufgeschwindigkeit auswirkt. Die gewünschten Abstufungen kommen bei ausgewählter Abspielgeschwindigkeit mit dem inneren, beweglichen Rad des Plattenteller in Berührung. Damit ist die Gegebenheit des Antriebs erzeugt. Diese Art des Antriebs ist sehr wiederstandsfähig, jedoch aufgrund des direkten Kontaktes zwischen Motor und Plattenteller nicht ganz unproblematisch, bezüglich akustischen Unkonstantheiten des Motors und der daraus entstehenden Laufunruhen. Dies kann weitere Auswirkungen auf das Abtastsystem haben. Man sagt dem Reibradantrieb auch nach, dass das Auftreten von Gleichlaufschwankungen 59 [...]

Muster oder Grafiken mit in das Vinyl eingepresst wird. Diese werden jedoch meist nur in Kleinstauflagen erstellt, da die Produktionskosten ziemlich hoch sind. Ein anderes beliebtes Feature sind Platten, die von innen nach aussen laufen. Solche Produktionen sind jedoch nur mit speziellen Maschinen möglich, welche derzeit nur in den USA eingesetzt werden. Das «Dubplate» Dubplate34, Bootleg oder Whitelabel genannte Schallplatten, sind die Lieblinge der Djs und Vinylsammler. Meist sind Dubplates Vorabpressungen oder Einzelstücke, die für einen bestimmten Einsatz geschnitten werden. Diese Kleinauflagen haben meist den Zweck, die Resonanz des Publikums auf Neuveröffentlichungen mit einem möglichst kleinen Produktionsaufwand zu testen. Der Zugang zu Dubplates steht meist nur Leuten aus «privilegierten» kulturellen Subpopulati- Figure. 16: Picture-Disc, The Who. onen offen. Dies hat verschiedene Gründe. Es werden meist nur sehr wenige Stücke hergestellt und an Leute abgegeben, welche diese vor dem gewünschten Zielpublikum auf deren «Wirksamkeit» testen, oder sie werden zu Promotionszwecken an eine ausgesuchte Klientel abgegeben. Viele Dubplattes, insbesondere jene die keinen Anklang finden, landen früher oder später gebraucht im Fachhandel, wo sie anschliessend meist von jungen ahnungslosen Djs gekauft werden. Denn ein grosser Nachteil, der die meisten Duplates aufweisen, ist die Tatsache, dass sie nach mehrmaligem Abspielen grosse akustische Verluste aufweisen. Dies, weil das Ausgangsmaterial bei den meisten Whitelabes nicht aus Vinyl, sondern aus einer kostengünstigeren Acetatmischung besteht. Diese Acetatmischungen nützen sich nicht nur schnell, sondern auch stark ab. Eingeführt wurden die Dubplates von den Jamaicanern, die schon früh damit begannen, auf diese Weise ihre neusten Produktionen vor Publikum zu testen. Als in London die Djs feststellten, wie schnell die Jamaicanern ihre Riddims35 mittels Dubplates in die Clubs brachten, begannen die ersten europäischen Djs diese Methode der «Schnellproduktion» auch in Europa einzuführen. [...]

2.3 Die Schallplattenherstellung Nachfolgend eine Zusammenfassung über die Vorgehensweise der Schallplattenherstellung Aufnahmen auf Lackfolie Die Überspielung des Master-Bandes der Aufnahme (Original) erfolgt auf eine Lackfolie oder beim DMM (Direct Metal Mastering) direkt in eine Kupferplatte (wird heute meist angewendet), in welcher der Schneidstichel langsam von aussen nach innen über die Oberfläche dieser Lackfolie geführt wird. Bei diesem Vorgang wird die Schallrille in die Lackfolie eingeschnitten/geritzt. Die Tonqualität der gepressten Schallplatte hängt im wesentlichen von der Güte des Schneidevorganges ab. Der galvanische Prozess Die bespielte Lackfolie wird anschliessend galvanisiert, das heisst, durch eine chemische Versilberung elektrisch leitend gemacht. Danach wird die Folie in ein galvanisches Nickelbad eingelassen. Die so erzeugte Spannung zwischen LP und «Bad-Wanne» lässt die Nickelioden in Bewegung kommen. Diese Nickelioden lagern sich anschliessend ab und mit diesem Vorgang schlägt sich das metallische Nickel auf der versilberten Folienoberfläche nieder. Sobald die gewünschte Dicke erreicht ist, nimmt man die Folie mit aus dem «Bad» und trennt beides voneinander. Der so entstandene erste Abzug ist ein Negativ und gilt als «Vater». Bei ihm treten die in der Folie eingravierten Rillen als Erhebungen heraus. Durch Wiederholung des galvanischen Prozesses wird vom Vater eine weitere Kopie gemacht, die «Mutter». Diese Mutter weist nun als Positiv wieder die ursprünglich vertieften Schallrillen auf. Um festzustellen, ob die bisherigen Prozesse den hohen Qualitätsansprüchen genügen, wird die «Mutter» zum Test abgespielt. Nach der optischen und akustischen Überprüfung der Mutter kommt diese wieder in eine Trennlösung und anschliessend in ein Nickelschnellbad, in welchem das eigentliche Presswerkzeug, der „Sohn“ oder die Pressmatrize, hergestellt wird. Dieser Sohn wird verchromt, um ihn gegen die während des Pressvorganges entstehende Abnützung widerstandsfähiger zu machen. Das Schallplatten-Ausgangsmaterial In den 50er Jahren begann die Einführung des Leicht-Tonabnehmers mit sehr leichten Auflagegewichten. Die zudem grossen Entwicklungen im Bereich der Kunststoffe ermöglichten die Entstehung einer geräuscharmen und unzerbrechlichen Schallplattenmasse, als deren Ausgangspunkt PVC (Polyvinylchlorid) verwendet wird. Das PVC für die heutigen Vinylpressungen besteht aus einer Mischung aus Pulver und Granulat. Das Pressverfahren Die galvanisierten Pressmatrizen («Söhne») werden in die obere und untere Formhälfte der Schallplattenpresse eingespannt, die eine für die Vorder-, die andere für die Rückseite der Schallplatte. In die geöffnete Pressform werden zudem die beiden Etiketten für die Vorder- und Rückseite eingelegt. Granulat und Pulver werden in einem Extruder gemischt, erwärmt und dosiert. Diese Masse wird zwischen die Etiketten in die geöffnete Form eingefügt. Die Vorrichtung wird geschlossen und die Schallplatte unter hohem Druck gepresst. Durch die Kanäle der Pressform wird anschliessend Dampf mit einer Temperatur von ca. 150°C durchgeleitet und zur Kühlung dieser folgt anschliessend Kühlwasser. Nach Öffnung der Vorrichtung wird die Platte entnommen und das am Aussenrand haftende, überschüssige Material wird abgeschnitten. Der ganze Presszyklus dauert ca. 10 s bis 2 min und ist weitgehend automatisiert. Kontrolle und Ausstattung der gepressten Schallplatte Bereits an der Presse erfolgt die erste optische Kontrolle der gepressten Schallplatte. Zudem wird sie in festgesetzten Abständen in der Kontrollabteilung stichprobeartig geprüft und akustisch kontrolliert, um sicherzustellen, dass während dem Pressvorgang keine Beschädigungen durch das Presswerkzeug entstanden sind. Die fertigen Schallplatten werden automatisch in Papier-Innentaschen eingesteckt und 12 Stunden zur Abkühlung gelagert. Anschliessend werden die Schallplatten in die dekorativen Plattenhüllen gesteckt, in Kartons gebündelt und zum Versand bereit gestellt. Theoretisch ist es möglich, Vinylplatten in allen vorstellbaren Farben herzustellen. Oft weisen aber eingefärbte Schallplatten zusätzliche Rauschgeräusche auf. Deshalb wird auf die Produktion von farbigen Schallplatten meist verzichtet. Wenn solche Innovationen Verwendung finden, dann meist bei limitierten Auflagen oder speziellen Promotionsaktionen. Sehr beliebt bei Sammlern sind die sogenannten Picturediscs. Dies sind Schallplatten, in welche ein [...]

Arbeit zitieren:
Wyer, Christoph Dezember 2004: Der Plattenspieler im Umfeld der digitalen Audiowiedergabemittel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
analog, Vinyl, Audiospeichermedien, Tonträger, Musik

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