Planung und Implementierung von Kernkompetenzen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Carsten Proft
- Abgabedatum: Juli 2003
- Umfang: 77 Seiten
- Dateigröße: 734,2 KB
- Note: 3,0
- Institution / Hochschule: Technische Universität Ilmenau Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8238-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8238-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8238-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Proft, Carsten Juli 2003: Planung und Implementierung von Kernkompetenzen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Core Competence, Ressourcen, Organizational Capabilities, Fähigkeit, Wissensmanagement
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Diplomarbeit von Carsten Proft
Einleitung:
Das Weltgeschehen des 21. Jahrhunderts wird durch zahlreiche Veränderungen, sowohl im politischen als auch im wirtschaftlichen Bereich, geprägt. Durch Globalisierung, den Abbau von nationalen und regionalen Barrieren, die dadurch zunehmende Internationalisierung des Wettbewerb auf den Märkten des Konsumgüter- und Investitionsbereich und den veränderten Wertvorstellungen in der Gesellschaft sind Marktpositionen nicht mehr leicht zu halten. Eine hohe Dynamik, Fortschritte bei der Entwicklung von Informations-, Kommunikations- und Werkstofftechnologien sowie die zu-nehmende Beschleunigung der Produktlebenszyklen prägen das Bild der Märkte im 21. Jahrhundert. Konnte früher ein diversifizierter Konzern seine Geschäftseinheiten einfach auf einzelne Produktmärkte einstellen und versuchen in diesen eine Spitzenstellung in der Welt zu erreichen, so sind aufgrund dieser dynamischen Umweltbedingungen solche Vorstellungen heutzutage schwer umsetzbar und eroberte Marktpositionen nur kurz zu halten.
Der Markt wird zunehmend vom Kunden bestimmt. Die Unternehmen der Gegenwart stehen vor der Herausforderung immer exakter und schneller auf sich ständig verändernde Kundenanforderungen zu reagieren. Der Kunden-nutzen wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Dabei ist es wichtig in der Produktentwicklung schon potenzielle Kundenanforderungen zu berücksichtigen, die von diesen bislang noch nicht explizit formuliert wurden.
Als Ergebnis der soeben geschilderten veränderten Markt- und Wettbewerbbedingungen findet in Theorie und Praxis des strategischen Managements der letzten Jahre verstärkt der ressourcenorientierte Ansatz, und als besonders bedeutsame Ausprägung, der Kernkompetenzansatz hohe Aufmerksamkeit. Die Bedeutung des Ansatzes ist in der Praxis anhand vieler Restrukturierungsvorhaben zu beobachten.
Im Rahmen dieser Arbeit soll nun ein Modell zur strategischen Planung und Implementierung von Kernkompetenzen entworfen werden.
Als Ausgangspunkt der Ausführungen wird im Anschluss an diesem Abschnitt der ressourcenorientierte Ansatz vorgestellt. Dabei sollen zuerst der ressourcenorientierte Ansatz dem marktorientierten Ansatz gegenübergestellt und die unterschiedlichen Sichtweisen der Vertreter beider Ansätze deutlich gemacht werden. Daran anschließend werden die Elemente des ressourcen-orientierten Ansatzes vorgestellt und erläutert.
Abschnitt drei widmet sich dem Konzept der Kernkompetenzen. Dabei werden, aufbauend auf der Definition des Begriffes „Kompetenz“, das Konstrukt „Kernkompetenz“ vorgestellt und in diesem Zusammenhang besondere Merkmale einer Kernkompetenz erläutert. Daran anschließend sollen der Ansatz der marktorientierten Kernkompetenzen sowie das Konzept der Dynamic Capabilities Beachtung erfahren.
In den Abschnitten vier und fünf wird dann der Planungsprozess von Kernkompetenzen detailliert. Während im vierten Abschnitt das Planungsmodell der präskriptiven Strategietheorie sowie dessen einzelne Elemente vor-gestellt und auf deren Dienlichkeit hinsichtlich des Kernkompetenzplanungsprozess untersucht werden, wird in Abschnitt fünf die Planung und Implementierung von Kernkompetenzen auf Grundlage diesen Modells vollzogen.
Letztendlich soll diese Arbeit denjenigen Unternehmen, die eine Ausrichtung auf ihre Kernkompetenzen erwägen, Ansatzpunkte zur praktischen Umsetzung bieten.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Der ressourcenbasierte Ansatz im strategischen Management | 6 |
| 2.1 | Gegenüberstellung von ressourcen- und marktorientierten Ansatz | 6 |
| 2.2 | Die Elemente des ressourcenorientierten Ansatzes | 8 |
| 2.2.1 | Ressourcen | 9 |
| 2.2.1.1 | Definition und Ressourcenarten | 9 |
| 2.2.1.2 | Merkmale einzigartiger Ressourcen | 10 |
| 2.2.2 | Organizational Capabilities | 11 |
| 3. | Das Konzept der Kernkompetenzen im strategischen Management | 11 |
| 3.1 | Das Konzept der Kernkompetenzen als Derivat des Resource-Based View | 12 |
| 3.2 | Der Begriff Kompetenz | 14 |
| 3.3 | Kernkompetenzen | 15 |
| 3.3.1 | Merkmale von Kernkompetenzen | 17 |
| 3.3.1.1. | Transferierbarkeit bzw. Strategische Relevanz in mehreren Märkten | 17 |
| 3.3.1.2. | Nutzenstiftung aus Kundensicht | 18 |
| 3.3.1.3. | Nachhaltigkeit der Vorteilserzielung | 19 |
| 3.3.1.3.1. | Nicht-Imitierbarkeit | 19 |
| 3.3.1.3.2. | Nicht-Substituierbarkeit | 20 |
| 3.4 | Marktorientierte Kernkompetenzen anstreben | 21 |
| 3.5 | Das Konzept der Dynamic Capabilities | 23 |
| 4. | Zur Theorie der Strategieplanung und –implementierung | 24 |
| 4.1 | Planung und strategische Planung | 24 |
| 4.2 | Der Planungsprozess | 26 |
| 4.2.1 | Strategieformulierung | 27 |
| 4.2.1.1 | Die strategische Analyse | 27 |
| 4.2.1.1.1 | Unternehmensanalyse | 27 |
| 4.2.1.1.2 | Umweltanalyse | 31 |
| 4.2.1.2 | Strategische Optionen | 34 |
| 4.2.1.3 | Strategische Wahl | 35 |
| 4.2.2 | Strategieimplementierung | 36 |
| 4.2.2.2 | Strategiegerechte Organisations- und Führungssysteme | 37 |
| 4.2.2.3 | Strategische Personalpolitik | 37 |
| 5. | Planung und Implementierung von Kernkompetenzen | 38 |
| 5.1 | Strategieformulierung | 38 |
| 5.1.1 | Strategische Analyse | 39 |
| 5.1.1.1 | Unternehmensanalyse | 39 |
| 5.1.1.2 | Umweltanalyse | 43 |
| 5.1.1.3 | Zusammenführung der Ergebnisse der internen und externen Analyse | 46 |
| 5.1.1.4 | Auswertung der strategischen Analyse | 47 |
| 5.1.2 | Strategische Optionen | 48 |
| 5.1.2.1 | Nutzung von Kernkompetenzen | 50 |
| 5.1.2.2 | Aufbau von Kernkompetenzen | 50 |
| 5.2 | Implementierung von Kernkompetenzen | 52 |
| 5.2.1 | Strategische Programme | 53 |
| 5.2.1.1 | Eigenentwicklung neuer Kompetenzen | 53 |
| 5.2.1.2 | Wissenstransfer | 55 |
| 5.2.1.3 | Zukauf neuer Kompetenzen | 56 |
| 5.2.1.4 | Akquisition | 56 |
| 5.2.1.5 | Strategische Allianzen / Kooperationen | 57 |
| 5.2.2 | Gestaltung der Organisations- und Führungssysteme | 59 |
| 5.2.2.1 | Anregungen zur Gestaltung der Unternehmensstruktur | 59 |
| 5.2.2.1.1 | Institutionalisierung von Projektmanagement | 60 |
| 5.2.2.1.2 | Competence-Building-Center und Center of Competence | 62 |
| 5.2.2.2 | Anpassung der Informations- und Kommunikationssysteme | 63 |
| 5.2.2.3 | Anpassung der Führungssysteme | 64 |
| 5.2.2.4 | Wissen kompetenzfördernd managen | 65 |
| 5.2.2.5 | Unternehmertum fördern | 66 |
| 5.2.3 | Personalpolitik | 66 |
| 5.2.3.1 | Anreizsysteme | 67 |
| 5.2.3.2 | Personalentwicklungsmaßnahmen | 68 |
| 6. | Fazit | 69 |
| 7. | Literatur | 71 |
bulenten Umwelt) auszurichten, sondern sie ganz auf die Kernkompetenzen zuzuschneiden.109 Daher und aufgrund des unternehmensübergreifenden Charakters der Kernkompetenz erfolgt die Strategieimplementierung (wie der gesamte Planungsprozess) auf der Gesamtunternehmensebene. Bezug nehmend darauf sollen im Rahmen der Kernkompetenzimplementierung organisatorische und personelle Gesichtspunkte beleuchtet werden, die eine Kernkompetenzorientierte Ausrichtung der Unternehmung gewährleisten. Somit soll auch bei der jetzt folgenden Erklärung der Strategieimplementierung nur kurz auf mögliche organisatorische und personelle Maßnahmenbereiche eingegangen werden. 4.2.2.1. Strategiegerechte Organisations- und Führungssysteme Damit eine Strategie erfolgreich umgesetzt werden kann, bedarf es der Schaffung strategiegerechter Organisations- und Führungssysteme. Dabei sollen z.B. die formalen Aufbaustrukturen, die Informationsprozesse, die Kommunikationstechnologien usw. an die Erfordernisse der formulierten Strategie angepasst werden.110 4.2.2.2.Strategische Personalpolitik Die Ausrichtung der Personalpolitik auf die Strategie ist ein sehr wichtiger Faktor. Dabei stehen Fragen wie Personalbedarfsplanung, Gestaltung von Leistungsbeurteilungs- und Anreizsystemen und Personalentwicklungsprogramme im Mittelpunkt der Überlegungen. Gerade im Fall der strategischen Ausrichtung auf Kernkompetenzen, die sehr stark vom Wissen und den Fähigkeiten der Mitarbeiter abhängen111, ist dies ein entscheidender Punkt zur Umsetzung der Strategie. [...]
enkataloges. Dabei sollten neben ökonomischen Kriterien, wie Profitiabilität und Unternehmenswertsteigerung, auch Aspekte wie Machbarkeit, Akzeptanz und ethische Vertretbarkeit berücksichtigt werden.106 Somit ist die Strategieformulierung abgeschlossen und es folgt die Strategieimplementierung. 4.2.2. Strategieimplementierung Bei der Strategieimplementierung werden ausgehend von der Unternehmensstrategie mehrere (interdependente) Programmpläne für die einzelnen betrieblichen Funktionsbereiche erstellt. Aus diesen Programmplänen werden danach weitere operative Teilpläne entwickelt, die bis auf einzelne Handlungen in sachlicher und zeitlicher Hinsicht detailliert werden.107 Dabei gilt es bei der Umsetzung der Strategien neben der Entwicklung geeigneter strategischer Programme auch personelle und organisatorische Kriterien zu berücksichtigen und gegebenenfalls anzupassen. Denn eine strategische Neuausrichtung bzw. Reorientierung eines Unternehmens bringt in der Regel sowohl im personellen als auch im organisatorischen Bereich Veränderungen mit sich. [...]
strategien konkurriert oder aber ihre Aktivitäten auf zusätzliche Geschäftsfelder ausdehnen will (Diversifikation). In diesem Zusammenhang seien strategische Optionen wie horizontale, vertikale oder laterale Diversifikation genannt.101 Ergänzend sollten hier für den Fall, das sich die Unternehmung für eine Diversifikation entschieden hat, Gedanken über die Ressourcenverteilung der Unternehmung auf die jeweiligen Geschäftsfelder gemacht werden. Als Grundlage der dabei durchzuführenden Entscheidungen haben sich die Portfolio-Modelle (z.B. das Boston-Consulting-Group Portfolio) durchgesetzt.102 Als weitere strategische Optionen auf der Gesamtunternehmensebene seien die Internationalisierung und Globalisierung genannt.103 Für die strategische Planung von Kernkompetenzen sei an dieser Stelle noch einmal darauf verwiesen, dass Kernkompetenzen unternehmensweit, funktionsbereichsübergreifend sowie in langjährigen Entwicklungsprozessen entstehen. Sie können in verschiedenen Geschäftsfeldern zum Einsatz gebracht werden und sind diesen folglich logisch vorgeordnet.104 Daher erfolgen die Planung von Kernkompetenzen und demzufolge auch die Formulierung strategischer Optionen nicht auf Geschäftsfeldebene, sondern betreffen das gesamte Unternehmen. Zuerst müssen die Kernkompetenz aufgebaut werden und erst im Anschluss daran erfolgt die Planung deren Anwendbarkeit. Steinmann und Schreyögg meinen dazu: „Kernkompetenz-Planung ersetzt also nicht die herkömmliche strategische Planung, aber sie relativiert diese: Sie weist ihr einen eher kurzfristigen Horizont zu und reserviert für sich den langfristigen“105. 4.2.1.3. Strategische Wahl Bei diesem Schritt werden die vorher entwickelten strategischen Alternativen beurteilt. Dabei wird die für die Erreichung der Zielkriterien am besten geeignetste Strategie ausgewählt. Die Beurteilung erfolgt anhand eines Kriteri101 102 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832482381
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Proft, Carsten Juli 2003: Planung und Implementierung von Kernkompetenzen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Core Competence, Ressourcen, Organizational Capabilities, Fähigkeit, Wissensmanagement



