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Physiologische und morphologische Auswirkungen amorpher Diatomeenerden auf ausgewählte vorratsschädliche Insekten

Physiologische und morphologische Auswirkungen amorpher Diatomeenerden auf ausgewählte vorratsschädliche Insekten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Inga Mewis
  • Abgabedatum: September 1998
  • Umfang: 171 Seiten
  • Dateigröße: 8,9 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1153-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1153-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1153-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Mewis, Inga September 1998: Physiologische und morphologische Auswirkungen amorpher Diatomeenerden auf ausgewählte vorratsschädliche Insekten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Diatomeenerden, Insekten, Kieselgur, Schädlinge, Vorratsschutz

Diplomarbeit von Inga Mewis

Einleitung:

Die auftretenden Probleme bei der Anwendung von Pestiziden bei der Schädlingsbekämpfung führten zunehmend zu der Forderung nach umweltverträglicheren, biologisch spezifisch wirkenden Gegenmaßnahmen. In der vorliegenden Arbeit sollte die mögliche alternative Nutzung amorpher Diatomeenerden gegen ausgewählte vorratsschädliche Insekten im Vorratsschutz sowie die Wirkungsweise der Stäube auf diese untersucht werden.

Zusammenfassung:

Die Anzahl lebender Imagines des Kornschädlings S. granarius konnten mit den Diatomeenerden Fossil Shield*, Dryacide* und Silico-Sec* signifikant reduziert werden. Die niedrigsten Überlebensraten wurden mit der Kieselgur Fossil Shield* erzielt. Nach zwei Wochen wurde bei einer Kornfeuchte von 11 - 12% und einer relativen Luftfeuchte von 62 * 2% mit einer Dosis von 2 g Diatomeenerden pro Kilogramm Weizen eine 100%ige Mortalität des Kornkäfers erreicht. Bei höheren relativen Luftfeuchten sowie Kornfeuchten nahm die Effektivität der Mittel ab. Die Vermehrung des Kornkäfers konnte durch die Stäube zwar reduziert, aber nicht vollständig verhindert werden. Des weiteren erhöhte die Behandlung des Weizens die Mortalität der sich in den Körnern entwickelnden Individuen.

Imagines von T. molitor sowie T. confusum reagierten empfindlich auf eine Oberflächenbehandlung mit Dryacide* bzw. Fossil Shield*. Ohne einer Beigabe von Futter konnte mit der Dosis von 2 g/qm und 4 g/qm nach 14 Tagen eine 100%ige Mortalität bei den Vorratsschädlingen verzeichnet werden. Der Zusatz von Futter verzögerte bzw. verringerte die Mortalität der Imagines der Käfer. Keine Wirkung zeigte Fossil Shield* auf die Larven von T. molitor.

Fossil Shield* erwies sich als effektiv nur gegen Eilarven von P. interpunctella. Bei älteren Stadien (L3 und L4) zeigte die Diatomeenerde keine Wirkung. Zwei Wochen alte Larven von T. confusum reagierten etwas empfindlicher gegenüber der Diatomeenerde als gleichaltrige Entwicklungsstadien der Dörrobstmotte.

Nach der Behandlung der Individuen von S. granarius, T. molitor und T. confusum mit den Diatomeenerden konnte ein Gewichtsverlust sowie eine Wassergehaltsabnahme festgestellt werden. Bei S. granarius konnte bereits nach einem Tag Kontaktzeit eine signifikante Gewichts- sowie Wassergehaltsabnahme beobachtet werden. Dieses ist auf eine erhöhte Wasserabgabe über das Integument der Individuen zurückzuführen. Die mit Diatomeenerden behandelten Insekten sterben nach einer variablen Zeit infolge einer Dehydration. Bei einer höheren relativen Luftfeuchtigkeit verminderte sich die Effektivität der Stäube, da eine höhere relative Luftfeuchtigkeit die Permeabilität von Wasser durch die Cuticula verringerte. Dies verzögerte bzw. verhinderte die austrocknende Wirkung der Stäube. Ebenso beeinflußte der Zusatz von Nahrung die Wirkung der Stäube auf Insekten. Viele Vorratsschädlinge sind in der Lage, metabolisch Wasser zu gewinnen, welches der dehydrierenden Wirkung der Stäube entgegenwirkt.

Diatomeenerden wirken primär aufgrund der sorptiven Eigenschaften der Partikel. Puppen von T. molitor zeigten bereits nach einem Tag eine signifikante Gewichtsabnahme. Die Einwirkung des Staubes Fossil Shield* auf Puppen führte teilweise zu einer unvollständigen Metamorphose bzw. zum Tode der Individuen. Eine Schüttlung mit Diatomeenerde sowie abrasivem Aluminiumstaub führte zu keiner signifikant höheren Gewichtsreduktion.

Die Untersuchung der mit Diatomeenerde behandelten Individuen unter dem Rasterelektronenmikroskop zeigte eine Verteilung der Stäube auf das gesamte Integument. Teilweise konnte festgestellt werden, daß die Partikel in die Cuticula eingesunken waren. Nach der Behandlung mit Fossil Shield* war bei Mehlkäfern keine Wachsschicht mehr erkennbar. Ebenso konnten bei T. molitor keine verstopften Stigmen gefunden werden. Die Staubteilchen sammelten sich um einige Atemöffnungen an und überwucherten diese partiell.

Diatomeenerden wirken wahrscheinlich überwiegend aufgrund der Sorption der Lipide aus der vor Wasserverlust schützenden Wachsschicht (EBELING, 1971). Die Insekten sterben dann infolge des erhöhten Wasserverlustes an einer Dehydration. Beeinflußt wird die Wirkung durch die sorptiven bzw. abrasiven Eigenschaften des Staubes sowie die Physiologie bzw. Morphologie des jeweiligen Individuums.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 4
Fotoverzeichnis 5
Tabellenverzeichnis 7
Verwendete Abkürzungen 7
1. Einleitung 8
1.1 Einleitung, Literaturübersicht und Problemstellung 8
1.2 Diatomeen 12
1.3 Cuticula der Insekten (Arthropoden): Grundaufbau und Funktion 13
1.3.1 Procuticula 15
1.3.2 Epicuticula 17
1.4 Wassergehalt und Austrocknungstoleranz von Insekten 19
1.5 Tracheensystem 21
1.6 Wirkungsweise inerter Stäube auf Insekten 23
1.6.1 Wirkungsweise von abrasiven und sorptiven Stäuben 23
1.6.2 Faktoren, welche die Wirkung von SiO2-Stäuben beeinflussen 26
2. Material und Methoden 28
2.1 Material 28
2.1.1 Biologie der Versuchstiere 28
2.1.1.1 Kornkäfer - Sitophilus granarius (LINNAEUS, 1758) 28
2.1.1.2 Amerikanischer Reismehlkäfer - Tribolium confusum (JACQUELIN DU VAL, 1868) 30
2.1.1.3 Mehlkäfer - Tenebrio molitor (LINNAEUS, 1758) 33
2.1.1.4 Dörrobstmotte - Plodia interpunctella (HÜBNER, 1813) 37
2.1.2 Diatomeenerden 39
2.1.2.1 Fossil Shield* 39
2.1.2.2 Dryacide* 39
2.1.2.3 Silico-Sec* 39
2.1.3 Aluminiumstaub 40
2.2 Methoden 40
2.2.1 Zucht der Versuchstiere 40
2.2.2 Behandlung von Weizen mit Diatomeenerden und Variierung der Korn- sowie Luftfeuchte (S. granarius) 41
2.2.2.1 Kornfeuchteeinstellung 41
2.2.2.2 Versuchsbedingungen, Durchführung und Auswertungskriterien 42
2.2.2.2.1 Behandlung des Korns und anschließender Besatz mit Imagines 42
2.2.2.2.1.1 Bestimmung des Trockengewichtes und Berechnung des Wassergehaltes 44
2.2.2.2.1.2 Auswertungskriterien 44
2.2.2.2.2 Behandlung von mit Eiern belegtem Korn 45
2.2.3 Behandlungen von Holzplatten mit Diatomeenerde, mit und ohne Zusatz von Futter und Besatz mit den Tieren (T. confusum, T. molitor: Adulte und Larven) 45
2.2.3.1 Versuchsanordnung und Bedingungen 45
2.2.3.2 Versuchsdurchführung und Auswertungskriterien 46
2.2.4 Wirkung von Fossil Shield* auf Larven, mit und ohne Zusatz von Futter (P. interpunctella und T. confusum) 47
2.2.4.1 Versuchsaufbau und Bedingungen 47
2.2.4.2 Versuchsdurchführung und Auswertungskriterien 48
2.2.5 Auswirkung der rel. Luftfeuchte auf Fossil Shield* sowie S. granarius 48
2.2.5.1 Einstellung der rel. Luftfeuchten in Exsikkatoren 48
2.2.5.2 Wasseraufnahme bzw. -abgabe von Fossil Shield* bei verschiedenen rel. Luftfeuchten 50
2.2.5.3 Einfluß der rel. Luftfeuchte auf die Gewichtsveränderung sowie Mortalität von S. granarius, einschließlich der Interaktionen mit Futter und der Behandlung mit Fossil Shield* 51
2.2.5.3.1 Vorbereitung der Versuchstiere 51
2.2.5.3.2 Versuchsaufbau, Durchführung und Auswertungskriterien 52
2.2.6 Auswirkungen von Fossil Shield* auf den Wassergehalt sowie die Gewichtsveränderungen von S. granarius 53
2.2.6.1 Versuchsaufbau und Bedingungen 53
2.2.6.2 Versuchsdurchführung und Auswertungskriterien 53
2.2.7 Gewichtsveränderungen der Puppen von T. molitor und Schlupfrate der Käfer 54
2.2.7.1 Bestäubung mit Fossil Shield* 54
2.2.7.2 Behandlung mit Fossil Shield* und Aluminiumstaub 55
2.2.7.2.1 Mahlung der Stäube 55
2.2.7.2.2 Versuchsbedingungen, Durchführung und Auswertungskriterien 56
2.2.8 Statistische Auswertung 57
2.2.9 Morphologische Untersuchungen 58
2.2.9.1 Rasterelektronenmikroskopie (REM) 58
2.2.9.1.1 Funktionsweise des REMs 58
2.2.9.1.2 Probenpräparation 60
2.2.9.1.3 Untersuchungen 61
2.2.9.1.4 Fotoentwicklung 62
2.2.9.2 Gefrierschnitte 62
3. Ergebnisse 64
3.1 Behandlung von Weizen mit Diatomeenerden und Variierung der Kornfeuchte sowie rel. Luftfeuchte (S. granarius) 64
3.1.1 Wirkung von Fossil Shield*, Dryacide* und Silico-Sec* auf Imagines von S. granarius und die Vermehrungsrate 64
3.1.1.1 Überlebensraten nach Behandlung und unterschiedlichen Kornfeuchten und rel. Luftfeuchten 64
3.1.1.2 Vermehrungsrate von S. granarius nach Behandlung und bei unterschiedlichen Kornfeuchten und rel. Luftfeuchten 68
3.1.1.3 Gewichts- und Wassergehaltsveränderung von S. granarius nach Behandlung und bei unterschiedlichen Kornfeuchten und rel. Luftfeuchten 71
3.1.2 Wirkung von Fossil Shield* auf die Entwicklungsstadien von S. granarius und die Vermehrungsrate 75
3.2 Behandlungen von Holzplatten mit Diatomeenerde, mit und ohne Zusatz von Futter (T. confusum, T. molitor: Adulte und Larven) 77
3.2.1 Wirkung von Fossil Shield* bzw. Dryacide* auf Imagines von T. confusum 77
3.2.1.1 Überlebensrate 77
3.2.1.2 Gewichts- und Wassergehaltsveränderung 79
3.2.2 Wirkung von Fossil Shield* auf Imagines von T. molitor 81
3.2.2.1 Überlebensrate 82
3.2.2.2 Gewichtsveränderung 83
3.2.3 Wirkung von Fossil Shield* auf Larven von T. molitor 84
3.2.3.1 Überlebensrate 84
3.2.3.2 Gewichts- und Wassergehaltsveränderung 84
3.3 Wirkung von Fossil Shield* auf Larven, mit und ohne Zusatz von Futter (P. interpunctella und T. confusum) 85
3.4 Auswirkung der rel. Luftfeuchte auf Fossil Shield* sowie S. granarius 87
3.4.1 Wasseraufnahme bzw. -abgabe von Fossil shield* bei verschiedenen Luftfeuchten 87
3.4.2 Einfluß der rel. Luftfeuchte auf die Gewichtsveränderung sowie Mortalität von S. granarius, einschließlich der Interaktionen mit Futter bzw. der Behandlung mit Fossil Shield* 89
3.4.2.1 Überlebensrate 89
3.4.2.2 Gewichtsveränderung 92
3.4.2.3 Fraßaktivität 95
3.5 Auswirkungen von Fossil Shield* auf den Wassergehalt sowie die Gewichtsveränderungen von S. granarius 96
3.5.1 Gewichtsveränderung und Überlebensrate 96
3.5.2 Wassergehaltsveränderung 99
3.6 Gewichtsveränderungen der Puppen von T. molitor und Schlupfrate der Käfer 101
3.6.1 Auswirkungen der Bestäubung mit Fossil Shield* 101
3.6.1.1 Entwicklung und Schlupfrate 101
3.6.1.2 Gewichtsveränderung 103
3.6.2 Auswirkungen der Behandlung mit Fossil Shield* und Aluminiumstaub 104
3.6.2.1 Entwicklung und Schlupfrate 104
3.6.2.2 Gewichtsveränderung 109
3.7 Ergebnisse der morphologischen Untersuchung 110
3.7.1 Diatomeenerden (Rasterelektronenmikroskopie) 110
3.7.2 Morphologischer Vergleich der mit Fossil Shield* be- sowie unbehandelten Vorratsschädlinge 112
3.7.3 Gefrierschnitte 123
4. Diskussion 124
4.1 Effektivität der Diatomeenerden gegen die getesteten Insekten und Einsatz im Vorratsschutz 124
4.1.1 Einmischung ins Getreide 124
4.1.2 Oberflächenbehandlung 126
4.1.3 Larven 128
4.2 Auswirkungen der Diatomeenerden auf die Physiologie sowie Morphologie der vorratsschädlichen Insekten 129
4.2.1 Gewichts- und Wassergehaltsveränderung der Vorratsschädlinge 130
4.2.2 Faktoren, welche die Wirkung von Diatomeenerden beeinflussen 132
4.2.3 Wirkungsweise von Diatomeenerden 134
4.3 Toxikologische Aspekte 137
5. Zusammenfassung 138
6. Literaturzitate 140
7. Anhang 150

Arbeit zitieren:
Mewis, Inga September 1998: Physiologische und morphologische Auswirkungen amorpher Diatomeenerden auf ausgewählte vorratsschädliche Insekten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Diatomeenerden, Insekten, Kieselgur, Schädlinge, Vorratsschutz

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