Physiologie des Gehörs und Auditive Wahrnehmung beim Menschen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Benjamin Gruber
- Abgabedatum: April 2009
- Umfang: 77 Seiten
- Dateigröße: 2,3 MB
- Note: 1,6
- Institution / Hochschule: SAE Leipzig Deutschland
- Bibliografie: ca. 48
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4139-5
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Gruber, Benjamin April 2009: Physiologie des Gehörs und Auditive Wahrnehmung beim Menschen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wahrnehmung, auditiv, Gehör, Physiologie, Akustik
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Diplomarbeit von Benjamin Gruber
Einleitung:
Man hört nicht mit dem Ohr allein.
Was ist Schall eigentlich wirklich? Wie entsteht der Höreindruck und wozu ist unser Gehör, aber vor allem unser Gehirn fähig? Ist nicht zuletzt das, was wir hören alles nur reine Kopfsache?
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Grundvoraussetzung des Tontechnikers. Ohne sie wäre die Welt ein akustisches Vakuum. Einer unserer Sinne, der viel zu oft unterschätzt wird. Die Rede ist von auditiver Wahrnehmung.
‘Die auditive Wahrnehmung erfolgt durch die Aufnahme von Schallereignissen, deren Weiterleitung über die zentrale Hörbahn, in der bereits eine Vorverarbeitung stattfindet, und ihre kognitive Verarbeitung in Form von Speicherung, Differenzierung, Analyse, Synthese, Ergänzung und Integration akustischer Strukturen. Diese werden unterteilt in Klang, Lautstärke, Tonhöhe, usw.'.
Im Zusammenhang mit der auditiven Wahrnehmung müssen die Begriffe auditiv und akustisch voneinander unterschieden werden.
Akustik als die Lehre vom Schall und Schallverhältnissen. Die davon abgeleiteten Begriffe meinen den physikalischen Reiz.
Auditiv bezeichnet die anatomischen Grundlagen und die physiologischen Prozesse des Hörvorgangs. Man spricht also von auditiver Wahrnehmung aber von akustischen Reizen.
In den nun folgenden Kapiteln soll aufgezeigt werden, wie das ganze auditive System aufgebaut ist. Physikalische Grundlagen helfen beim Verständnis über anatomische Funktionen des Gehörapparates. Welche Vorgänge laufen beim Hören ab? Wie werden die Informationen verarbeitet? Das soll Gegenstand dieser Arbeit sein.
Als auditive, aurale oder akustische Wahrnehmung bezeichnet man die Sinneswahrnehmung von Schall durch Lebewesen. Zur Wahrnehmung des Schalls dienen Sinnesorgane, die durch Schwingungen aus der Umgebung des Lebewesens stimuliert werden.
Die Schwingungen können über das Umgebungsmedium (Luft, Wasser) oder über den Untergrund (Vibrationen) übertragen werden. Der Hörsinn ist nicht immer an Ohren gebunden, insbesondere Vibrationen können auch durch Sinnesorgane an entsprechenden Körperteilen wahrgenommen bzw. empfunden werden.
Auditive Wahrnehmung beschreibt den Vorgang des Hörens und in welcher Form Schall von Lebewesen wahrgenommen wird, also z. B. die Hörereignisse, die bei bestimmten Schallereignissen entstehen.
Für die Wahrnehmung von Richtungen und das Hören in eine bestimmte Richtung sind zwei Sinnesorgane notwendig. Alleine mit Hilfe beider Ohren kann auch die Bewegung von Schallquellen verfolgt werden. Es erfolgt die Auswertung der aufgenommen Reize und ihre Interpretation. Daraus entstehen Wahrnehmungen wie das Hören unterschiedlicher Frequenzen oder die Lokalisation von Schallereignissen.
Inhaltsverzeichnis:
| Titel | i | |
| Inhaltsverzeichnis | ii | |
| Abkürzungsverzeichnis | v | |
| Abbildungsverzeichnis | vii | |
| Einleitung | 1 | |
| Erläuterung | 2 | |
| I | Allgemeines & Grundlagen | 3 |
| 1. | Akustik | 4 |
| 1.1 | Der Schall | 4 |
| 1.2 | physikalische Grundlagen | 5 |
| 1.2.1 | Erläuterung Welle | 5 |
| 1.2.1.1 | Schall-Reflexion | 9 |
| 1.2.1.2 | Schall-Beugung | 10 |
| 1.2.1.3 | Schall-Brechung | 11 |
| 1.2.1.4 | Schall-Interferenz | 11 |
| 1.2.2 | Erläuterung Schallfeld | 13 |
| 1.2.3 | Der Doppler-Effekt | 14 |
| 1.2.4 | Lautstärke | 15 |
| 2. | Anatomie des menschlichen Ohres | 16 |
| 2.1 | Das Außenohr | 17 |
| 2.1.1 | Ohrmuschel | 17 |
| 2.1.2 | äußerer Gehörgang | 18 |
| 2.2 | Das Mittelohr | 20 |
| 2.2.1 | Trommelfell | 20 |
| 2.2.2 | Paukenhöhle und Eustachische Röhre | 21 |
| 2.2.3 | Gehörknöchelchen | 22 |
| 2.3 | Das Innenohr | 25 |
| 2.3.1 | Gehörschnecke (lat.: Cochlea) | 26 |
| 2.3.2 | Vestibularapparat (Gleichgewichtsorgan) | 27 |
| 2.4 | Der Hörnerv und das Nervensystem | 29 |
| II | Hörmechnismus, Wahrnehmung | 30 |
| 3. | Der Hörmechanismus (physikalische, biologische und neurologische Systeme) | 31 |
| 3.1 | physischer Hörvorgang | 32 |
| 3.2 | neuronaler & kognitiver Hörvorgang | 33 |
| 4. | Die Wahrnehmung | 35 |
| Grundbegriffe der Wahrnehmung | 36 | |
| Frequenztrennung | 36 | |
| Lokalisation, Richtungshören | 37 | |
| Sprachverständnis | 37 | |
| Bewusstsein, Wahrnehmung | 37 | |
| Sortierung, Kategorisierung | 37 | |
| Frequenztrennung | 38 | |
| Reaktion | 38 | |
| III | Eigenschaften des auditiven Systems (Psychoakustik ) | 39 |
| 5. | Eigenschaften und Funktionen des auditiven Systems | 41 |
| Lautheit | 41 | |
| Hörschwelle und Schmerzschwelle | 43 | |
| Tondauer / Integration | 43 | |
| Maskierung | 44 | |
| Erkennen von Frequenzen | 44 | |
| Residualton | 44 | |
| Lokalisation | 45 | |
| Diskrimination | 46 | |
| Lautmustererkennung | 46 | |
| Zeitliche Mustererkennung | 46 | |
| 6. | Auditive Paradoxen, akustische Täuschungen & psychologische Effekte | 48 |
| ‘Wie uns das Ohr übers Ohr haut” | 48 | |
| 6.1 | Shepard-Skala [Hörbeispiel #1] | 49 |
| 6.2 | Tritonus-Paradoxon [Hörbeispiel #2] | 49 |
| 6.3 | Phantomschallquelle | 50 |
| 6.4 | Cocktailparty-Effekt | 51 |
| 6.5 | Synästhesie | 51 |
| 7. | Störung & Beeinträchtigung der auditiven Wahrnehmung | 52 |
| 7.1 | Otosklerose | 52 |
| 7.2 | Hörsturz | 53 |
| 7.3 | Altersschwerhörigkeit | 53 |
| Allgemein | 54 | |
| Zusammenfassung | 55 | |
| persönliches Fazit des Autors | 56 | |
| IV Quellen, Anhang | 57 | |
| Literaturverzeichnis | 58 | |
| weitere Quellen | 60 | |
| Anhang | 62 | |
| Index (Glossar) | 63 |
Textprobe:
Kapitel 4, Die Wahrnehmung:
Wir Menschen nehmen unsere Umgebung über vielerlei Sinne wahr. Diese Wahrnehmungen werden dabei in zwei Bereiche unterteilt – die Nahsinne und die Fernsinne. Bei Nahsinnen geht eine unmittelbare Interaktion mit dem Körper und den Rezeptoren voraus. Bei Fernsinnen ist dies im Gegensatz nur mittelbar. Sehen, Hören oder Riechen sind die drei Fernsinne. Sie können über Distanzen hinweg eingesetzt werden und bedienen sich in der Regel eines Trägermediums. Es wird von entfernter Lokalisation der Sinne gesprochen.
Wahrnehmung definiert sich durch eine Reizaufnahme, deren Weiterleitung, Speicherung und ein Vergleich mit bereits Gespeichertem. Es folgt eine Reizverarbeitung und eine angemessene Reaktion.
Im Folgenden ist für uns primär der Hörsinn, also die auditive Wahrnehmung als einer der Fernsinne relevant. Anmerkung: Der auditive Sinn ist im Übrigen der einzige Sinn, der permanent aktiv ist. Augen können geschlossen werden - Ohren dagegen nicht. Das Gehör ist einer Dauerbelastung ausgesetzt. Es kann sich nicht völlig den einwirkenden Reizen entziehen. Eine ‘Abschaltung” kann nur auf neuronaler Ebene erfolgen. Die mechanischen Systeme des Ohres bleiben dennoch weiterhin aktiv.
Grundbegriffe der Wahrnehmung:
1. Die Sinnesmodalität beschreibt eine Gruppe von ähnlichen Sinneseindrücken, welche über ein Sinnesorgan aufgenommen werden, aber gemeinsam im Zentralen Nervensystem verarbeitet werden können.
2. Innerhalb einer Sinnesmodalität kann eine Unterscheidung zwischen Qualität und Quantität getroffen werden. Qualität definiert unterschiedliche Aspekte, wie beispielsweise der Frequenzgang oder Kategorisierung wie ‘süß-sauer’ beim Geschmack. Quantität beschreibt die Stärke eines Reizes, zum Beispiel Lautstärke eines Tones oder Helligkeit einer Farbe.
3. Die Rezeptoren eines Sinnesorgans reagieren auf Umweltreize, haben sich auf ihre Aufgabe spezialisiert und sind auch nur für diese speziellen Umwelteinflüsse empfänglich.
4. Die afferenten und efferenten Nervenbahnen sind die ‘Datenleitungen’ von den Rezeptoren zum Gehirn. Afferente Bahnen leiten Signale zum Gehirn hin und wieder zurück. (vgl. dazu Kapitel 2.4 auf Seite 29) Auf ihrem Weg findet die Verarbeitung statt. Sie haben damit großen Einfluss auf die Wahrnehmung. Die efferenten Bahnen (vom Gehirn kommend) leiten Informationen (emotional-, motivations-bedingt, etc.) an die Rezeptorzellen und Sinnesmodalitäten weiter. Sie bilden sozusagen ein ‘Feedback' vom Gehirn und haben Einfluss darauf, welche Information mit welcher Intensität aufgenommen werden soll.
Als auditive Wahrnehmung wird weniger der physische Hörvorgang als mehr die Prozesse in Gehirn und Zentralem Nervensystem angesehen. Wie bereits schon erwähnt, durchläuft die Wahrnehmung eine ganze Verarbeitungskette.
Auf ihrem Weg zum auditorischen Cortex werden die akustischen Signale, welche jetzt nach der Transduktion als elektrische Impulse codiert sind, in ihre Komponenten zerlegt. In der Zentralen Hörbahn findet die Informationensweiterleitung statt.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836641395
Arbeit zitieren:
Gruber, Benjamin April 2009: Physiologie des Gehörs und Auditive Wahrnehmung beim Menschen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Wahrnehmung, auditiv, Gehör, Physiologie, Akustik



