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Physikalische Kartierung eines Blutdruck-assoziierten Bereiches auf Chromosom 10 der Ratte

Physikalische Kartierung eines Blutdruck-assoziierten Bereiches auf Chromosom 10 der Ratte
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Matthias Rickert
  • Abgabedatum: Dezember 2001
  • Umfang: 83 Seiten
  • Dateigröße: 7,6 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6840-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6840-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6840-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rickert, Matthias Dezember 2001: Physikalische Kartierung eines Blutdruck-assoziierten Bereiches auf Chromosom 10 der Ratte, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: IRS-PCR, Pulsfeld-Geklektrophorese, SHRSP, Bluthochdruck, SHR

Diplomarbeit von Matthias Rickert

Zusammenfassung:

Bluthochdruck, ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen, betrifft etwa 15-20% der Bevölkerung in westlichen Industrienationen. Abgesehen von seltenen monogenetischen Formen wird er in über 90% der Fälle durch die Wechselwirkung von mehreren, bisher weitgehend unbekannten Genen untereinander und mit Umweltfaktoren ausgelöst.

Ein mit Bluthochdruck assoziierter QTL (quantitative trait locus) wurde in der Ratte auf Chromosom 10 gefunden und BP/SP1 bezeichnet (blood pressure/stroke prone). Diese Region ist evolutionär offenbar stark konserviert und findet sich auch beim Menschen auf Chromosom 17, wo ebenfalls eine Assoziation mit Bluthochdruck nachgewiesen wurde. Durch die Etablierung von congenen Linien konnte BP/SP1 in zwei kleinere QTLs, BP/SP1a und BP/SP1b, unterteilt werden, von denen durch IRS-PCR walking (interspersed repetitive sequence) YAC -Klon Contigs bereits konstruiert wurden.

In der vorliegenden Diplomarbeit wurde eine Feinkartierung beider QTLs durch PAC-Klone durchgeführt, d.h. es sollten korrespondierende PACs zu den YAC-Klonen der BP/SP1a und b Contigs gefunden werden. Dazu wurden 37 YAC-Klone aus den BP/SP1a und b Contigs gegen jeweils zwei Hochdichtefilter der PAC-Bibliothek Rat PAC mit 27648 Klonen pro Filter hybridisiert, was etwa zwei Genomäquivalenten pro YAC entspricht.

251 PACs konnten so identifiziert werden. Bei einer anschließenden IRS-PCR lieferten 37,1% der Klone (93 PACs) IRS-PCR-Produkte, die zur Radiation-Hybrid (RH)-Kartierung sowie zur Kartierung über korrespondierende YACs herangezogen wurden.

50 PAC-Klone konnten durch RH-Mapping kartiert werden, davon 33 Klone auf Chromosom 10. Die anderen 17 verteilen sich auf die Chromosomen 1, 6, 7, 11, 12, 13, 15 und 20.

Für 66 PACs konnten durch Hybridisierung gegen YAC-Pool-Filter der beiden Bibliotheken Rat YAC und WI/MIT Rat YAC mit zusammen 20 Genomäquivalenten korrespondierende YACs bestimmt werden, wobei pro Filter zwischen 2 und 15 YACs getroffen wurden. 17 dieser 66 PACs konnten zusätzlich auch RH-kartiert werden.

Inhaltsverzeichnis:

Zusammenfassung 7
Abkürzungsverzeichnis 8
1 Einleitung 9
1.1 Projektschema der Diplomarbeit 9
1.2 Bluthochdruck 10
1.3 Die Ratte als Tiermodell für die Erforschung komplexer genetischer Erkrankungen 11
1.4 Die Identifizierung von Genen 14
1.4.1 Kartierung des BP/SP1 Intervalls 14
1.4.2 Congene Rattenlinien 16
1.5 Die positionelle Klonierung (Positional Cloning) 18
1.5.1 Das Kandidatengen Verfahren zur Genisolierung 19
1.6 Vektoren zur DNA-Klonierung 20
1.6.1 Das YAC-System (Yeast Artificial Chromosome) 20
1.6.2 PAC und BAC Klone als Alternativen zu YACs 21
1.7 Genomische Bibliothekenund Ressourcen der Ratte 21
1.7.1 YAC-Bibliotheken 21
1.7.2 PAC-Bibliothek 23
1.8 RH-Panel 26
1.8.1 Radiation-Hybrid Karte der Ratte 27
1.9 Genetische Kartierung 28
1.10 Physikalische Kartierung 29
1.11 IRS-PCR (Interspersed Repetitive Sequence-PCR) 30
1.12 Problemstellung und Zielsetzung 32
2 Material 33
2.1 Chemikalien 33
2.2 Enzyme 33
2.3 Radioaktive Isotope 33
2.4 Medien und Lösungen 33
2.4.1 Medien 34
2.4.2 Lösungen 34
2.5 DNA - Längenmarker 36
2.6 Geräte und Zubehör 36
3 Methoden 37
3.1 Präparation von genomischer Ratten DNA mittels Phenol / Chloroform Extraktion 37
3.1.1 Scheren von genomischer DNA durch Ultraschall 37
3.1.2 Bestimmung der DNA-Konzentration 37
3.1.3 Isolierung von YAC DNA in Agarose-Plugs 38
3.1.4 Pulsfeld-Gelelektrophorese (PFGE) 38
3.1.5 Blotten eines Pulsfeldgels 39
3.1.5.1 Markierung von genomischer Ratten DNA mit (-32P-dCTP 40
3.1.5.2 Hybridisierung von Pulsfeld-Gel-Filtern mit genomischer Ratten-DNA 40
3.1.5.3 Waschen der Filter 40
3.1.5.4 Auswertung 40
3.2 Herstellung vonRadiation Hybrid Filtern 40
3.2.1 IRS-PCR 40
3.2.2 Herstellung von RH-Filtern durch Southern Blot 41
3.2.3 Herstellung von RH-Filtern durch Dot-Blot 41
3.3 Hybridisierung von YACs auf PAC-Filter 42
3.3.1 Radioaktive Markierung von YAC DNA mit (-32P-dCTP nach der Random-Hexamer-Methode (Baxendale, 1991) 42
3.3.2 Kompetitive Hybridisierung von YACs gegen PAC-Filter 42
3.3.3 Waschen der PAC Filter 43
3.3.4 Strippen der Filter 43
3.3.5 Auswertung der PAC-Filter 43
3.4 PAC DNA Isolation 44
3.4.1 Kontrolle der isolierten PAC-DNA 45
3.5 IRS-PCR von PACs und elektrophoretische Trennung der PCR-Produkte 45
3.6 Hybridisierung von PACs gegen RH- und YAC-Pool Filter 46
3.6.1 Radioaktive Markierung von IRS-PCR Produkten mit (-32P-dCTP 46
3.6.2 Hybridisierung 46
3.6.3 Filter waschen 46
3.6.4 Filterauswertung 46
3.6.4.1 Scoren von RH-Filtern 46
3.6.4.2 Scoren von YAC-Filtern 47
Hybridisierung von PACs gegen PAC-Filter 48
4 Ergebnisse 49
4.1 Aufreinigung von YAC-DNA durch Pulsfeld-Gelelektrophorese und Hybridisierung gegen PAC-Filter 49
Pulsfeldgelelektrophorese von YAC-DNA 50
4.3 Isolierung von genomischer Ratten-DNA durch Phenol-Chloroform-Extraktion 52
Hybridisierung von gereinigter YAC-DNA gegen PAC-Filter aus Set 3 53
4.5 Hybridisierung von gereinigter YAC DNA gegen PAC-Filter aus Set 4 54
Vergleich kompetitive/nicht kompetitive Hybridisierung 55
Hybridisierung mit ungereinigter YAC-DNA 55
4.8 Isolierung von Plasmid-DNA aus PAC-Klonen 56
4.9 IRS-PCR von PACs 56
IRS-PCR des T55 Panels zur Herstellung von RH-Filtern 57
4.11 Physikalische Kartierung von PACs durch Hybridisierung gegen YAC-Filter 58
4.12 Radiation Hybrid Kartierung 59
4.13 Auf Chromosom 10 bestätigte PACs 60
Rückbestätigung von PACs durch Hybridisierung ihrer IRS-PCR Produkte gegen PAC-Filter 62
5 Diskussion 64
5.1 Aufreinigung von YAC-DNA durch Pulsfeld-Gelelektrophorese 64
5.2 Hybridisierung von gereinigter YAC-DNA gegen PAC-Filter und Vergleich der Hybridisierung mit / ohne Kompetition 65
5.3 IRS-PCR von PACs 66
5.4 Vergleich der Herstellung von RH-Filtern über Southern- oder Dot-Blot 66
5.5 RH-Kartierung von PACs 66
5.6 Physikalische Kartierung von PACs über YAC-Klone 67
5.7 Rückbestätigung von PACs 68
5.8 Zusammenfassung der Diskussion 68
6 Literaturverzeichnis 69
6.1 Websiteverzeichnis 76
7 Anhang 77
7.1 Durch Hybridisierung von YAC-Klonen gegen PAC-Filter identifizierte PAC-Klone 77
7.2 Übersicht der Radiation-Hybrid-bzw. über korrespondierende YACs kartierten PAC-Klone 80
8 Tabellarischer Lebenslauf und Publikationen 83
9 Eidesstattliche Erklärung 84

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bei einer Elektrophorese mit konstanter Feldstärke und konstantem Feldvektor ist die Mobilität von DNA >30-50 kb nicht mehr von ihrer Größe abhängig (Chu, 1991). Eine Auftrennung ist somit nicht mehr möglich und die DNA wandet im Gel als eine diffuse Bande. Falls die DNA jedoch während der Elektrophorese zum Richtungswechsel gezwungen wird, trennen sich unterschiedlich große Fragment innerhalb dieser Bande. Mit jedem Wechsel der Feldrichtung bewegen sich kleinere DNA-Fragmente schneller in die neue Richtung als größere. Größere DNA-Fragmente bleiben demnach hinter kleineren zurück, was in einer Auftrennung resultiert. Mittels Pulsfeld-Gelelektrophorese lässt sich DNA bis ca. 10 MB auftrennen, zum Vergleich das größte Chromosom von S. cerevisiae hat eine Größe von 2,2 MB (Chu, 1991). Zur Aufreinigung von YAC-DNA wurde hier das CHEF-Verfahren (contour-clamped homogeneous electric fields, Chu 1986) verwendet, das mit einer hexagonalen Elektrodenanordnung und – im Falle des hier benutzten Elektrophoresegeräts - mit einem nicht variablen Feldwinkel von 120° arbeitet. [...]

Da DNA im Megabasen Bereich wie YAC DNA sehr scherempfindlich ist, mußte die YAC DNA Präparation in Agaroseblöcken (Plugs) durchgeführt werden. YACs aus den Klonbanken MPMGy916 und WIBRy933 wurden auf YAC Broth Agarplatten mit 50 µg/ml Ampicillin ausgestrichen und 2 d bei 30 °C inkubiert. Anschließend wurde eine Einzelkolonie in ein 15 ml Röhrchen mit 6 ml YAC Broth überführt und ohne Schütteln 2d bei 30°C inkubiert. Zur Herstellung von Stocks wurden 700µl Hefesuspension mit 300 µl Glycerol gemischt, auf Trockeneis eingefroren und bei –80°C gelagert. Die übrige Zellsuspension wurde 5 min bei 1500 rpm abzentrifugiert, der Überstand verworfen und das Pellet in 150 µl Lyticase-Mix resuspendiert. Nach 1h Inkubation bei 25°C wurden 150 µl 2% Lowmelt-Agar in SCE zugegeben und vorsichtig mit der Hefe-Suspension gemischt. Nach Festwerden der Gelblöcke wurden 10 ml NDS-Lösung in jedes Falcon-Tube gegeben und die Tubes 2 d bei 50 °C geschwenkt. Nach Abgießen der NDS-Lösung wurden die Gelblöcke 3x mit TE gewaschen, wobei der TEPuffer zum Inaktivieren der Proteinase K beim zweiten Waschschritt 1 mM PMSF enthielt. Lyticase wurde zum Abbau der Zellwände eingesetzt und ermöglichte die Freisetzung der DNA aus den Zellen, während Proteinase K zum Verdau von Proteinen eingesetzt wurde. 3.1.4 Pulsfeld-Gelelektrophorese (PFGE) [...]

Genomische DNA wurde aus Nierengewebe des Rattenstammes SHRSP oder SHR mittels Proteinase K Methode mit nachfolgender Chloroform/Phenolextraktion und Ethanolfällung isoliert. Aufgrund der vollständigen Deproteinierung wird mit dieser Methode eine gute DNA Qualität bei hoher Ausbeute erzielt. Nach dem Proteinase K Verdau werden noch vorhandene Proteine durch Phenolisierung entfernt. Phenol ist ein sehr guter WasserstoffBrückenbildner und kann gleichzeitig hydrophobe Wechselwirkungen mit Aminosäureketten ausbilden. So dissoziiert Phenol Protein-Nukeinsäurekomplexe in die freien Komponenten, die Proteine werden denaturiert und reichern sich in der Phenolphase an (Sambrook et al., 2001). Etwa 1g gefrorenes (-80°C) Nierengewebe wurde in einem sterilen Mörser auf Trockeneis in flüssigen Stickstoff zermörsert, in zwei 50 ml Röhrchen gefüllt, 20 ml TEN9 Puffer zugegeben und geschwenkt. 200 µl DNase freie RNase (10mg/ml in H2O) wurden zugegeben und 10 min bei 25°C auf einem Schüttler inkubiert. Zu dem Lysat wurde pro Röhrchen 1 ml Proteinase K (10 mg/ml, in H2O) und 1 ml 20% SDS pipettiert, der Deckel mit Parafilm abgedichtet und 36 h bei 55 °C auf einem Schüttler inkubiert. Nun wurde die DNA wie folgt mit Phenol extrahiert: Zunächst wurden 20 ml Rotiphenol zugegeben, kräftig geschüttelt und zur Phasentrennung 5 min bei 3000 rpm zentrifugiert. Die obere Phase wurde abpipettiert und erneut mit Phenol extrahiert, die untere Phase verworfen. Anschließend wurde die obere Phase mit 20 ml Chloroform/Isoamylalkohol (23:1, v/v) extrahiert und 5 min bei 3000 rpm zentrifugiert. Danach wurde die obere Phase abpipettiert, mit 2 ml 3M Natiumacetat pH=6 und 2,5 Volumen 100% Ethanol versetzt, die Röhrchen leicht geschwenkt und zur vollständigen Ausfällung der DNA ca. 1h bei Raumtemperatur stehen gelassen. Die DNA war nun als ein weißer Faden sichtbar, der an der Oberfläche schwamm. Mit einer sterilen Pipettenspitze wurde die DNA aus dem Röhrchen entnommen, auf Parafilm abgetropft und in 500 µl TE über Nacht bei 37°C gelöst. 3.1.1 Scheren von genomischer DNA durch Ultraschall [...]

Arbeit zitieren:
Rickert, Matthias Dezember 2001: Physikalische Kartierung eines Blutdruck-assoziierten Bereiches auf Chromosom 10 der Ratte, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
IRS-PCR, Pulsfeld-Geklektrophorese, SHRSP, Bluthochdruck, SHR

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